„Aller Anfang ist schwer“. Dies gilt nicht nur für den berühmten ersten Satz beim Schreiben einer Seminararbeit, sondern dies galt auch für die Gründung des Völkerbundes, mit dessen Implementierung, Aufgaben, Organisation und Scheitern ich mich im ersten Hauptteil dieser Arbeit widmen werde. Um die Stringenz zu gewährleisten, ist diese eher deskriptive Betrachtungsweise notwendig, um dann im zweiten Teil den Versuch zu wagen, analytisch die Gründe der Abkehr Deutschlands vom Prinzip der kollektiven Sicherheit aufzuzeigen, in deren Mittelpunkt ohne Zweifel der Austritt aus dem Völkerbund steht. Da der zur Verfügung stehende Platz doch sehr knapp bemessen war, musste der Rahmen um diese Seminararbeit etwas enger gesteckt werden, weshalb es mir leider nicht möglich war in die gewünschte Tiefe des Themengebietes vorzudringen. [...]
Inhaltsverzeichnis
I Vorwort
II Forschungsstand / Stand der Literatur
III Einleitung
IV Der Völkerbund – Von der Idee bis zu seiner Auflösung
IV. 1 These A
IV. 2 Ideengeschichte und Gründung
IV. 3 Organisation, Arbeitsweise, Aufgaben und Kompetenzen
IV. 4 Die Gründe für das Scheitern
IV. 5 Bilanz / Synthese A
V Deutschlands Abkehr vom System kollektiver Sicherheit
V. 1 These B
V. 2 Deutschland im Völkerbund
V. 3 Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund
V. 4 Synthese B
VI Schlusswort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Gründung, Struktur und das Scheitern des Völkerbundes nachzuzeichnen sowie die Gründe für die Abkehr Deutschlands vom System der kollektiven Sicherheit unter der nationalsozialistischen Herrschaft analytisch zu untersuchen.
- Historische Entwicklung und ideengeschichtliche Grundlagen des Völkerbundes
- Organisatorischer Aufbau und Funktionsweise der zwischenstaatlichen Organisation
- Analyse der Ursachen für das Scheitern der kollektiven Friedenssicherung
- Rolle der Weimarer Außenpolitik versus die NS-Außenpolitik und deren Ziele
- Revisionspolitik Deutschlands und der Austritt aus dem Völkerbund
Auszug aus dem Buch
IV. 2 Ideengeschichte und Gründung
Friedenskonzepte, sowohl im positiven (aktive Stiftung von Frieden), als auch im negativen (Frieden als Opposition zum Kriegszustand) Sinne, reichen zurück bis ins Mittelalter. Als im 17. Jahrhundert die Nationalstaaten im Entstehen begriffen waren, zeigte sich immer deutlicher, dass die Regeln eines gemeinsamen Völkerrechts allein zur Friedenssicherung nicht ausreichen würden, sondern dass es institutioneller Verbindungen beziehungsweise bestimmter Ordnungsprinzipien bedarf. Zu den Vordenkern dieser „Völkerbundsprojekte“ zählen unter anderem Pierre Dubois (1250 – 1322), Duc de Sully (1560 – 1641), Emeric Crucé (1590 – 1648), William Penn (1644 – 1718), Abbé de Saint-Pierre (1658 – 1743), Jean Jacques Rousseau (1712 – 1778) und Jeremy Bentham (1748 – 1832).
Der vielleicht berühmteste und zugleich wichtigste Vordenker der Völkerbundsidee war jedoch der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724 – 1804). In seinem 1795 erschienenen Traktat „Zum Ewigen Frieden“ forderte Kant den Zusammenschluss der Völker zu einem Bund, welcher von der „Vernunftsidee“ geleitet wird und somit eine „friedliche Gemeinschaft der Völker auf Erden“ gewährleistet. Dieser Bund sollte ein föderalistisch strukturierter Staatenbund sein, der auf dem Grundsatz der Nichteinmischung in das innere Verfassungsleben der Staaten beruht. Diesen Gedanken Kants griff der amerikanische Präsident Woodrow Wilson auf, als er am 8. Januar 1918 die Gründung eines Völkerbundes als Vierzehnten der berühmten „14 Punkte“ seiner Regierung vorschlug.
Zusammenfassung der Kapitel
I Vorwort: Einleitung in die Themenstellung und Erläuterung der deskriptiven sowie analytischen Herangehensweise der Arbeit.
II Forschungsstand / Stand der Literatur: Überblick über die verwendete wissenschaftliche Literatur zur Geschichte des Völkerbundes und der deutschen Außenpolitik.
III Einleitung: Definition des Begriffs der kollektiven Sicherheit und historische Einordnung des Sicherheitskonzepts nach dem Ersten Weltkrieg.
IV Der Völkerbund – Von der Idee bis zu seiner Auflösung: Detaillierte Betrachtung der Entstehung, Struktur und der Faktoren, die zum Scheitern der Organisation führten.
V Deutschlands Abkehr vom System kollektiver Sicherheit: Analyse der deutschen Außenpolitik von der Weimarer Zeit bis zum Austritt aus dem Völkerbund unter der NSDAP.
VI Schlusswort: Fazit zur Relevanz der historischen Erfahrungen des Völkerbundes für moderne Sicherheitssysteme.
Schlüsselwörter
Völkerbund, Kollektive Sicherheit, Nationalsozialismus, Außenpolitik, Weimarer Republik, Friedenssicherung, Woodrow Wilson, Gustav Stresemann, Austritt, Revisionismus, Abrüstung, Weltfrieden, Völkerbundssatzung, Versailles, Souveränität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die historische Rolle des Völkerbundes als Instrument der kollektiven Sicherheit und analysiert, warum dieser an seinem Sicherheitsauftrag scheiterte, insbesondere im Kontext der Abkehr Deutschlands von diesem System.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ideengeschichte des Völkerbundes, seiner institutionellen Organisation, den Gründen für das Scheitern der internationalen Friedensordnung sowie dem Wandel der deutschen Außenpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den institutionellen Aufbau des Völkerbundes zu beleuchten und analytisch darzulegen, wie Deutschland unter der NS-Herrschaft das System systematisch zur Wiederaufrüstung und Machtausweitung unterlief.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Aufarbeitung der Organisationsstruktur des Völkerbundes mit einer analytischen Betrachtung der politischen Strategien und geschichtlichen Entwicklungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst werden Entstehung, Arbeitsweise und Scheitern des Völkerbundes beschrieben, gefolgt von der Analyse, wie Deutschland die Politik der kollektiven Sicherheit durch die NS-Ideologie gezielt beendete.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Text?
Zu den prägenden Begriffen gehören Kollektive Sicherheit, Revisionismus, Versailler Vertrag, Abrüstung und die politische Transformation Deutschlands von 1919 bis 1933.
Warum scheiterte der Völkerbund laut dem Autor?
Laut dem Autor waren strukturelle „Geburtsfehler“, die Nichtbeteiligung der USA, das Fehlen der Sowjetunion sowie die eingeschränkte Handlungsvollmacht bei Aggressionen wesentliche Faktoren für das Scheitern.
Welche Rolle spielte der Austritt Deutschlands im Jahr 1933?
Der Austritt war ein zentraler Schritt der NS-Regierung, um sich den internationalen Kontrollmechanismen und Abrüstungsvorgaben zu entziehen und Zeit für die massive Wiederaufrüstung zu gewinnen.
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- Christian Schwab (Author), 2004, Der Völkerbund und die Abkehr Deutschlands vom Prinzip der kollektiven Sicherheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25358