Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Merkmale und Arten von Metaphern. 5
2.1 Ableitungssuche - transderivational search. 5
2.2 Natürliche Metaphern. 6
2.3 Formale Metaphern. 7
2.4 Wirksame Metaphern. 7
3 Bildung therapeutischer Metaphern. 8
3.1 Wohlgeformtheit 8
3.2 Isomorphismus. 9
3.3 Verbindende Strategie 10
3.3.1 Kalibrierung. 10
3.3.2 Rekalibrierung 10
3.4 Refraiming 10
4 Repräsentationssysteme 12
4.1 Menschliche Repräsentationssysteme 12
4.2 Einschränkungen. 12
4.3 Primäres Repräsentationssystem 13
4.4 Repräsentationssysteme in der Therapie 14
5 Erzählen von Metaphern - Die Syntax von Metaphern 15
5.1 Anwendung der Ableitungssuche 15
5.2 Der fehlende Bezugsindex. 15
5.3 Unbestimmte Verben. 16
5.4 Nominalisierungen. 16
5.5 Eingebettete Kommandos und Markierungen. 16
6 Schlussbetrachtungen. 17
Literaturverzeichnis 18
3
1 Einleitung
Das Ziel jeder therapeutischen Intervention besteht darin, die Handlungsmöglichkeiten des Klienten zu erweitern, damit er selbstständig seine Probleme lösen kann. Inwieweit dieses hohe Ziel erreicht wird hängt unmittelbar davon ab, ob der Therapeut das »Weltmodell« 1 des Klienten, also seine Perspektive erfassen kann.
Hier ergibt sich die Schwierigkeit, dass es absolut unmöglich ist eine andere Person in ihrer Kommunikation vollständig zu verstehen, denn dazu müsste man selber die Person sein, mit der man kommuniziert. Das heißt der Therapeut und sein Klient können das gleiche Wort verwenden, ohne zu berücksichtigen, dass sie nicht dieselbe Erfahrung mit diesem Wort repräsentieren. 2
Um das einzigartige und einmalige Weltmodell seines Gegenübers begreifen zu können, muss der Therapeut deshalb auf die vom Klienten verwendeten Wörter achten. Denn vor allem die Art und Weise, wie Menschen Wörter zur Beschreibung ihrer Erfahrungen verwenden, gibt Aufschluss darüber, wie sie ihre phänomenale Welt repräsentieren. David Gordon, auf dessen Beitrag ich mich in der vorliegenden Arbeit aus nahmslos beziehe, führt an dieser Stelle das Konzept der Destillation ein. Damit ist der aktive Vergleichsprozess gemeint, in dem der Therapeut sein Modell mit dem des Klienten abstimmt. 3
Hat der Therapeut erst einmal Zugang zu dessen Bezugssystem, kann er in »der Sprache des Klienten« sprechen, wodurch sich dieser besser verstanden fühlt. Zum anderen ist der Therapeut nun in der Lage, sich in der Auswahl des geeigneten therapeutischen Werkzeuges am individuellen Modell des Klienten zu orientieren.
Der praktische Nutzen von Metaphern liegt hier darin, dass sie quasi als Brücke zwischen zwei Bedeutungswelten fungieren und dadurch die Verständigung erleichtern. Das heißt, mit einer gemeinsamen Metapher besitzen Klient und Therapeut ein gemeinsames Modell für die verbale Verständigung. Wie aber lässt sich konkret das Wesen einer Metapher beschreiben? In dieser Frage bezieht sich Gordon auf Sheldon Kopp, der eine Metapher dadurch bestimmt sieht, „(...) daß sie eine Sache in den
1 Im Laufe des Lebens verdichten sich die gespeicherten Erfahrungen und die aus diesen Erfahrungen abgeleiteten Generalisierungen zur individuellen Bewertungsgrundlage, zum jeweiligen Modell.
2 vgl. Gordon 1996, S. 22 f.
3 Der Therapeut lässt den Klienten beispielsweise die Aussage „Ich fühle mich schlecht“ präzisieren.
4
Begriffen einer anderen ausdrückt, wobei diese Verknüpfung ein neues Licht auf die beschrie bene Sache wirft.“ 1
Auf den folgenden Seiten steht jedoch die »Therapeutische Metapher« im Mittelpunkt, deren Stärke vor allem darin liegt, dass sie direkt oder indirekt, d.h. für den Klienten bewusst oder unbewusst zwischen dem Problem und dessen angestrebter Lösung vermittelt. Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei den verschiedenen Arten, der Bildung und dem Erzählen von therapeutischen »Geschichten«. 2 Weiterhin erfolgt eine Einführung in die verschiedenen Repräsentationssysteme, mittels derer Individuen ihre Erfahrungen verarbeiten, speichern und generieren.
2 Merkmale und Arten von Metaphern
2.1 Ableitungssuche - transderivatio nal search
Zentrales Thema therapeutischer Metaphern ist die Frage, wie der Klient seinen individuellen Erfahrungen Sinn verleiht.
Alle neuen Informationen werden vom Menschen am jeweiligen Modell abgeglichen. Jene, die zum Modell passen sind sinn- voll. Vö llig neue oder widersprüchliche Informationen ergeben keinen Sinn. Die Ableitungssuche bezeichnet den Prozess, bei dem die neue Information mit dem individuellen Erfahrungsschatz (dem Modell) korreliert wird. Sofern die Information in das vorhandene Modell passt, kann sie als sinn-volles Element integriert werden. 3 Zur Veranschaulichung ein Beispiel:
zweite beim Leser eine Ableitungssuche ein. Die »unpassende« Information erhält erst dann Sinn, wenn »Ampel« und »grau« dem bestehenden Erfahrungsschatz gegenübergestellt werden und infolgedessen das »grau« beispielsweise als Eigenschaft des Ampelmastes interpretiert wird. Dieser Prozess, der bewusst oder unbewusst abläuft ist Grundlage für die Wirksamkeit der therapeutischen Metapher. So lässt sich in der Therapeut-Klient-Beziehung planvoll eine Ableitungssuche durch Metaphern initiieren, da der Klient in der erzählten Geschichte nach Sinn suchen wird. Unter bestimmten Voraussetzungen wird er sich mit dem Protagonisten der Metapher identifizieren und
1 in ebd., S. 17
2 Werden Märchen, Gleichnisse und Anekdoten mit dem Ziel der Belehrung erzählt, werden sie zu Metaphern.
3 vgl. ebd., S. 23 ff.
5
die Geschichte auf seine Problemsituation übertragen. Die therapeutische Metapher bietet auch immer eine Lösung an, was dem Klienten hilft, seine persönlichen Ressourcen zu erschließen. Gleichzeitig wird er dadurch zur selbstständigen Problemlösung ermächtigt. Welche besonderen Voraussetzungen sind es aber nun, die Metaphern zu solch einem effektiven Werkzeug der Therapie machen?
2.2 Natürliche Metaphern
In der Alltagskommunikation erzählen wir oft Geschichten ohne therapeutische Absicht, die Elemente therapeutischer Metaphern enthalten. Dies ist ein natürlicher Prozess, über den wir uns in der Regel nicht im Klaren sind. Hierzu führt Gordon aus: „Wenn wir eine Geschichte erfinden, konstruieren wir sie unbewußt meist so, daß sie mit gewissen persönlichen oder allgemeineren Erfahrungen korreliert, bieten eine Lösung an, beziehen verschiedene Ebenen von Signifikanz ein und erzählen sie so, daß sie die Ableitungssuche in unseren Zuhörern maximiert.“ 1 Zwei bildhafte Sätze sollen dies illustrieren:
verleihen. Beim zweiten Satz findet eine Farbe Verwendung, mit der ein Gefühlszustand beschrieben werden soll. Eine beispielhafte Geschichte mit dazugehöriger Lösung folgt in meinem Referat.
1 ebd., S. 30
6
Arbeit zitieren:
Christoph Herrmann, 2001, Therapeutische Metaphern nach David Gordon, München, GRIN Verlag GmbH
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