Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
2 VERGLEICH HGB VS. IFRS 2
2.1 RECHNUNGSZIELE UND MERKMALE 2
2.2 ZENTRALE BILANZIERUNGSUNTERSCHIEDE ZWISCHEN HGB UND IFRS 4
3 VERÄNDERUNGEN BILANZORIENTIERTER KENNZAHLEN. 6
3.1 VERÄNDERUNGEN VON EINGANGSGRÖßEN IN CONTROLLINGRELEVANTE
KENNZAHLEN 6
3.1.1 Auswirkungen auf Eigenkapital, Schulden und Vermögen. 6
3.1.2 Auswirkungen auf den laufenden Cashflow 7
3.1.3 Auswirkungen auf das Jahresergebnis 8
3.2 AUSWIRKUNGEN DER UMSTELLUNG AUF IFRS AUF AUSGEWÄHLTE
UNTERNEHMENSKENNZAHLEN 9
4 DER UMSTELLUNGSPROZESS 10
4.1 MOTIVE UND ZIELE VON UNTERNEHMEN ZUR RECHNUNGSLEGUNGSUMSTELLUNG
10
4.2 ORGANISATORISCHE UMSETZUNG. 12
4.3 UMSTELLUNGSOPTIONEN 14
4.3.1 Überleitungsrechnung 14
4.3.2 Parallelabschluss 15
4.3.3 Vollständige Umstellung 15
4.4 UMSTELLUNGSERFAHRUNGEN IN DER PRAXIS 15
5 FAZIT 16
II
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise d.h. das heißt DRS Deutsche Rechnungslegungs Standards DRSC Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee EDV Elektronische Daten Verarbeitung ff. fortfolgende gem. gemäß ggf. gegebenenfalls GoB Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung GuV Gewinn- und Verlustrechnung HGB Handelsgesetzbuch Hrsg. Herausgeber i.S.d. im Sinne des/der i.V.m. in Verbindung mit IAS International Accounitn Standards IASB International Accounting Standards Board IASC International Accounting Standards Committee IFRS International Financial Reporting Standards KapAEG Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz SIC Standing Interpretations Committee sog. sogenannte Vgl. Vergleiche z.B. zum Beispiel
III
1 Einleitung
In den letzten Jahr en ist ein Wandel des deutschen Bilanzrechts zu beobachten, der auf die wachsende globale Ausrichtung vieler Großunternehmen und der damit verbundenen steigenden Bedeutung internationaler Kapitalmärkte zu begründen ist. Börsennotierte Unternehmen sehen sich immer mehr den Forderungen des Kapitalmarktes nach einer möglichst zeitnahen regelmäßigen unterjährigen Berichterstattung ausgesetzt. 1 Transparenz wird immer wichtiger.
Aufgrund dieser veränderten Umweltbedingungen erscheint die Umstellung auf ein einheitliches internationales Rechnungslegungssystem sinnvoll. Dies wird durch Bemühungen sowohl im nationalen als auch im internationalen Bereich deutlich. In Deutschland wird eine Annäherung an internationale Bedingungen durch die bis zum 31.12.2004 befristete Befreiungsmöglichkeit des §292 a HGB im Rahmen des 1998 verabschiedeten KapAEG ermöglicht. Demnach haben deutsche börsennotierte Mutterunternehmen ein Wahlrecht, einen von den HGB-Vorschriften befreiten Konzernabschluss nach internationalen Standards zu erstellen und offen zulegen. 2 Für Einzelabschlüsse gilt weiterhin das deutsche Bilanzrecht. 2005 tritt eine 2002 erlassene EU-Verordnung in Kraft, die die verbindliche Bilanzierung nach IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen vorsieht. „Als kapitalmarktorientierte
Unternehmen gelten Unternehmen, die in Ländern der EU den Kapitalmarkt über Eigen-und Fremdkapitaltitel in Anspruch nehmen.“ 3 Darüber hinaus soll es den Mitgliedstaaten freigestellt sein, die Anwendung der IFRS auch auf Konzernabschlüsse nichtbörsennotierter Unternehmen und sogar auf Einzelabschlüsse auszudehnen. Im zweiten Teil dieser Arbeit wird auf Unterschiede zwischen HGB und IFRS in bezug auf Konzeption und Bilanzierung eingegangen. Teil 3 beschäftigt sich mit dem Einfluss eines Wechsels des Rechnungslegungssystems auf controllingrelevante Kennzahlen. Zentrale Aspekte stellen der eigentliche Umstellungsprozess sowie die Motive der Unternehmen dar, worauf u.a. in Teil 4 eingegangen wird.
1 Vgl. Heintges, S. (2003), S. 624.
2 Vgl, z.B. Hahn, K. (2001), S. 1267 oder Lüdenbach, N. (2001), S. 23.
1
2 Vergleich HGB vs. IFRS
Im Folgenden werden die R echnungslegungssysteme HGB und IFRS gegenübergestellt, um Unterschiede in Zielsetzung und Bilanzierung zu verdeutlichen.
2.1 Rechnungsziele und Merkmale
Die handelsrechtlichen Rechnungszwecke werden im HGB nicht eindeutig konkretisiert. 4 Dennoch lassen sich diesbezüglich einige Aussagen treffen. Gem. §264 Abs.2 HGB soll der Jahresabschluss unter Berücksichtigung der GoB ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln (Generalnorm). Ziel ist die Ermittlung des ausschüttungsfähigen Gewinns, 5 wobei der Gläubigerschutz im Vordergrund steht. Der Gläubiger soll vor Überbewertungen oder unrealistischen Ansätzen geschützt werden. Der einnahme- oder ausschüttungsfähige Gewinn ist eher zu niedrig als zu hoch auszuweisen. Dieses Vorgehen dient der Kapitalerhaltung im Unternehmen. In diesem Zusammenhang ist das Vorsichtsprinzip gem. §252 (1) Nr.4 HGB von besonderer Bedeutung. Es besagt, dass am Bilanzstichtag noch nicht realisierte Gewinne nicht ausgewiesen werden dürfen. Eingetretene, aber noch nicht realisierte Verluste sind hingegen im Jahresabschluss zu berücksichtigen (Imparitätsprinzip). Hinzu kommt, dass die Unternehmen durch das HGB über Wahlrechte verfügen, die es ihnen ermöglichen, eine Bilanzpolitik in ihrem Sinne zu betreiben. Diese Möglichkeit zur „Bilanzkosmetik“ 6 wird in Deutschland durch die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz verstärkt. Da diesen Ansatzwahlrechte in Deutschland bisher genutzt wurden, konnte es in guten Jahren dazu kommen, dass das Ergebnis schlechter ausgewiesen wurde, um stille Reserven bilden zu können und zu hohe steuerliche Belastungen und Ausschüttungen zu vermeiden. Dagegen wurden in weniger erfolgreichen Jahren stille Reserven aufgelöst, um das geringere Ergebnis auszugleichen und einer Rechtfertigung schlechter Resultate vor Vorgesetzten zu entgehen. 7 Zudem beschränken sich gegenüber
3 Heintges, S. (2003), S. 621.
4 Vgl. Born, K. (1999), S. 23.
5 Vgl. Lüdenbach, N. (2001), S. 42.
6 Born, K. (1999), S. 21.
7 Vgl. Born, K. (1999), S. 22.
2
IFRS die Bestandteile des Jahresabschlusses nach HGB-Vorschriften auf Bilanz, GuV, Anhang und Lagebericht. 8 Der Anhang enthält hier lediglich die Pflichtangaben gem. §§284-288 HGB. Eine Eigenkapitalveränderungsrechnung ist nur von börsennotierten Unternehmen aufzustellen. Die Vorschriften des HGB werden durch eine Reihe von Standards des DRSC ergänzt. Ein Beispiel ist die nach §297 HGB verlangte Kapitalflussrechnung bzw. Segmentberichterstattung börsennotierter Gesellschaften (DRS 3 und DRS 2). 9 Das Reporting nach HGB ist in interne und externe Rechnungslegung unterteilt.
Die IFRS-Rechnungslegung soll über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens informieren. Investoren sollen bei Anlageentscheidungen unterstützt werden und die Jahresabschlussadressaten ein realistisches Bild vermittelt bekommen, damit sie den Zeitpunkt einschätzen können, wann ein Unternehmen liquide Mittel erwirtschaften wird (fair presentation). 10 Im Vordergrund steht die wirtschaftliche Lage des gesamten Unternehmens. Die IAS, demnächst IFRS, wurden vom IASC entwickelt, dem heutigen IASB, und gelten als Zugangsvoraussetzung zu internationalen Börsen. Der Jahresabschluss enthält neben der Bilanz und der GuV sog. Notes, eine Kapitalflussrechnung, eine Eigenkapitalveränderungsrechnung und ggf. eine Segmentberichterstattung sowie das Ergebnis je Aktie bei börsennotierten Unternehmen. 11 Es wird von der Unternehmensfortführung ausgegangen (goingconcern-Prinzip). Ein wichtiger Aspekt ist der Grundsatz der periodengerechten Gewinnermittlung, 12 nach dem Erträge und Aufwendungen in der Periode erfasst werden, in der sie entstanden sind. 13 Bilanzkosmetik durch Bildung bzw. Aufdeckung stiller Reserven sowie der Einfluss des Maßgeblichkeitsprinzips werden zugunsten einer realistischer bewerteten Ertrags- und Vermögenslage nicht geduldet. Die Ansatzwahlrechte sind eingeschränkter als die Vorschriften des HGB. 14 Dennoch gibt es auch nach IFRS Gestaltungsspielräume, mit denen der Jahresabschluss beeinflusst
8 Vgl. z.B. Jebens, C. (2003), S. 101.
9 Vgl. Weißenberger/Weber/Löbig/Haas (2003), S. 7.
10 Vgl. Selchert, F.W./Eckhardt, F.M. (2003), S. 12.
11 Vgl. z.B. Lüdenbach, N. (2001), S. 315.
12 Vgl. Born, K. (1999), S. 44.
13 Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2002), S. 31.
14 Vgl. z.B. Born, K. (1999), S. 1.
3
Arbeit zitieren:
Angela Becker, 2004, Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IFRS: Konzeptionelle und organisatorische Anforderungen in Rechnungswesen und Controlling, München, GRIN Verlag GmbH
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