Inhaltsverzeichnis
Einf ührung 1
Warum soziale Aktivitäten in Bleak House ? 1
Viktorianische Bewertung der Wohltätigkeit 3
Who did a little and made a great deal of noise Mrs. Jellyby 4
Who did a great deal and made no noise Mr. Woodcourt 7
Who had an opinion but no solution Mr. Charles Dickens 10
Literaturnachweis 12
Die vorliegende Arbeit will untersuchen, wie sich Charles Dickens zu sozialem und karitativem Engagement stellt. Anhand zweier Figuren aus dem Roman „Bleak House“ - des Arztes Mr. Woodcourt und Mrs. Jellyby - werden unterschiedliche Antriebe und Formen karitativen Handelns aufgezeigt; aus der Art ihrer Darstellung wird versucht, den Standpunkt Dickens’ zu entwickeln.
Warum soziale Aktivitäten in Bleak House ?
Der Roman „Bleak House“ zeichnet sich durch eine Fülle sozialer Aktivitäten aus, worunter hier wie in der gesamten vorliegenden Arbeit Einsatz und Hilfe für gesellschaftlich Schlechtergestellte - mit einem modernen Ausdruck: sozial Schwache - zu verstehen sind. Dieses Engagement nimmt naturgemäß je nach Figur ganz verschiedene Züge an und ist auch von sehr unterschiedlichem Erfolg gekrönt. Von der uneigennützigen Hilfe, die die von der Armut der Ziegler erschütterte Esther Summerson leistet, über das Geld, das der Schreibwarenhändler Snagsby dem sterbenden Jo gibt, weil ihm Geld als eine Art Allheilmittel erscheint, bis hin zur Perversion des karitativen Gedankens in der Gestalt des Schmarotzers Skimpole, der mildtätige Gaben einfordert, durchläuft der Roman alle Facetten sozialen Engagements.
Karitativer Einsatz ist jedoch nicht nur eine Hintergrundfarbe, sondern übt eine wichtige Funktion im Roman aus, indem sie es einer Figur ermöglicht, im damals akzeptierten Rahmen unter ihren gesellschaftlichen Rang herabzusteigen und Kontakt zur unteren Gesellschaftsschicht aufzunehmen. Esther Summerson beispielsweise wäre wohl kaum in engeren Kontakt mit den Zieglern gekommen, wenn nicht im Gefolge des gutgemeinten Erbauungsbesuches der Mrs. Pardiggle. Nun muß betrachtet werden, warum soziales Engagement so häufig nicht nur in Bleak House, sondern auch in den meisten anderen Dickensschen Romanen auftritt und sich auch bemerkenswert harmonisch in den Handlungsablauf einfügt. Dies ist eng verknüpft mit der Frage nach der Identität des in den Romanen beschriebenen England mit dem viktorianischen England. Im Allgemeinen sind die Verhältnisse
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einander so ähnlich, daß man die Welt der Dickensschen Romane mit dem viktorianischen England gleichsetzen darf, allerdings nur unter Berücksichtigung der Möglichkeit, daß Dickens die realen Zustände für seine Romane verdichtet und zugespitzt haben kann, was für einen Schriftsteller ein durchaus legitimes Mittel ist. Um aber zu verstehen, warum soziales Engagement in einen Roman, dessen Handlung im viktorianischen England abläuft, gut hineinpaßt, ist die Kenntnis der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vonnöten. Im Ausgang des 18. Jahrhunderts verändern sich die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen und schaffen die Basis für die Industrialisierung, die England mit seiner kapitalistischen Gesinnung zur führenden Wirtschaftsmacht Europas macht. Gleichzeitig verschärfen sich aber innere Mißstände: Nicht nur die (Straf-)Justiz, sondern auch das Bildungswesen und die Armenpflege sind veraltet und heruntergekommen. Der durch die Kriege gegen Napoleon stark verschuldete Staat kämpft zudem mit Preisstürzen und Massenarbeitslosigkeit aufgrund von Überproduktion. Obwohl trotz Flurbereinigung und neuer Anbaumethoden die Erträge der Landwirtschaft steigen, kommt es durch starke Bevölkerungszunahme und Landflucht in den Städten zu
Nahrungsmittelengpässen. Auf die zunehmende Verarmung reagiert die Regierung mit restriktiven Armengesetzen, die unter anderem Arbeitszwang in Armenhäusern beinhalten. In den 30er und 40er Jahren propagieren verschiedene politische Gruppierungen Sozialreformen, scheitern aber an der Laissez-faire-Politik der Majorität.
Angesichts des Nichthandelns der Politik engagieren Einzelne sich für die Besserung sozialer Mißstände; vielerorts bilden sich auch Wohltätigkeitsvereine, die allerdings oft Projekte in den britischen Kolonien verfolgen statt sich um Bedürftige ihrer Nachbarschaft zu kümmern. Diese Vereine setzten sich vor allem aus Frauen des gehobenen Bürgertums zusammen und wurden, in Anbetracht der untergeordneten Stellung der damaligen Frauen, eher als Beschäftigungstherapie denn als Bewegungen mit ernstzunehmenden Zielen angesehen, obwohl sie durch Spenden, die teils aus Kirchenkollekten, teils aus eigenen Mitteln stammten, beträchtliche Summen Geldes sammelten.
Diese gesellschaftlichen Probleme der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts finden sich sämtlich reflektiert in Dickens’ Romanen und damit auch in Bleak House wieder. Sie
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Arbeit zitieren:
Martin Klinkhardt, 1998, Wohltätigkeit im viktorianischen England, am Beispiel ausgewählter Figuren des Romans "Bleak House" von Ch. Dickens, München, GRIN Verlag GmbH
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Das Genre der Dokusoap am Beispiel der Sendung 'Frauentausch'
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Charles Dickens's Bleak House: A Routledge Study Guide and Sourcebook
Janice Allen, Duncan Wu, Janice M. Allan
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