Inhaltsverzeichnis:
I. Einführung
II. Hauptteil
1. Davis, Kingsley/ Moore, Wilbert E. (1967)
Einige Prinzipien der sozialen Schichtung
1.1. Ausgangsannahmen und Analyse
1.2. Fragestellungen
1.3. Das Positionssystem
1.4. „Wer nimmt welche Position ein?“
1.5. Synonyme
2. Weede, Erich (1992)
Mensch und Gesellschaft
2.1. Ausgangsannahmen
2.2. Kritikpunkte
2.3. Schlussfolgerung
3. Mayntz, Renate (1965)
Kritische Bemerkungen zur funktionalistischen Schichtungstheorie
3.1. Ausgangsannahmen
3.2. Kritikpunkte
3.3. Schlussfolgerung
4. Huaco, George A. (1974)
Die funktionalistische Schichtungstheorie
4.1. Ausgangsannahmen
4.2. Kritikpunkte
4.3. Schlussfolgerung
5. Ideologiekritik
IV. Quellenverzeichnis
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I. Einführung
Die ungleiche Verteilung von Macht, Besitz, Reichtum und Privilegien dominiert in allen uns bekannten Gesellschaften. Unscheinbar waren die Ungleichheiten in Personengruppen, wo der Mensch als Jäger und Sammler sein Überleben sicherte. Mit der Erwirtschaftung eines Überschusses waren jedoch Eigentum und Güter ungleich verteilt. Eine Vielzahl von Versuchen sollten eine Erklärung über die Ungleichheiten in Gesellschaften liefern. Man kam zu dem Ergebnis, dass bei ökonomischen Theorien ein Problem von Angebot und Nachfrage auftrat, wobei eine Person mit knappen Gütern und Talenten auf dem Markt eine höhere Belohnung erhalten wird, als eine Person, die nur hat, was jeder hat. Dabei ist es von Bedeutung, dass die besonders Begabten nicht immer höhere oder höchste Belohungen erhalten. Durch einen Überschuss Höchstqualifizierter würde nämlich der Marktwert derer in der Gesellschaft sinken.
Den Höhepunkt der Ungleichheit ordnet man den Agrargesellschaften zu, der aber im Rahmen der Modernisierung wieder abnimmt. Die Gültigkeit dieser Behauptung lässt Fragen offen - jedoch bestehen in unserer Gesellschaft gravierende Diskrepanzen in Einkommen und Besitz. Diese Thematik greifen Davis und Moore in ihrer funktionalistischen Schichtungstheorie auf, die zu großen Teilen von Kritikern (Renate Mayntz, Erich Weede, George Huaco) kontrovers diskutiert wurde. Diese Arbeit befasst sich sowohl mit der Ausgangstheorie als auch mit den angeführten Kritiken.
II. Hauptteil 1. Davis, Kingsley/ Moore, Wilbert E. (1967)
Einige Prinzipien der sozialen Schichtung 1.1. Ausgangsannahmen und Analyse
Beide gehen davon aus, dass in jedem Sozialsystem, jeder Gesellschaft, Schichtung eine universelle Geltung besitzt. In einem Positionssystem herrscht Ungleichheit, wenn einzelne Personen oder Gruppen in unterschiedlicher Weise belohnt werden. Demnach ist eine Gesellschaft immer geschichtet, wenn Ungleichheit vorherrscht. Sie beschäftigten sich im Rahmen ihrer Analyse mit der Erklärung der veränderlichen Merkmale, die man in einer sozialen Schichtung findet.
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1.2. Fragestellungen
Dabei entwickelten sie zwei zentrale Fragestellungen: o Warum werden verschiedene Positionen mit verschiedenen Prestigewerten ausgestattet?
o Wie gelangen bestimmte Individuen in diese bestimmten Positionen? Obwohl beide Fragen in einem engen Zusammenhang stehen, muss man sie, entgegen der vorherrschenden Schichtungsliteratur, analytisch voneinander trennen. Das Hauptaugenmerk der Verfasser liegt demnach auf der ersten Fragestellung. 1.3 Das Positionssystem
Anhand des sogenannten Positionssystems versuchten Davis und Moore die funktionalistische Schichtungstheorie zu verdeutlichen.
Dabei gliederten sie ihre Beschreibung in zwei Hauptargumente: Die vorherrschenden Sozialordnungen sind der Form nach verhältnismäßig statisch aufgebaut. Der Umstand, ob es sich hierbei um ein wettbewerbliches System bzw. ein nicht-wettbewerbliches System handelt, kann in diesem Zusammenhang vernachlässigt werden.
Des weiteren ist die Sozialordnung „durchpulst durch einen ständigen Stoffwechsel“. Darunter ist zu verstehen, dass durch neu zu positionierende Individuen, den altersbedingten Wechsel der Positionen und durch das natürliche Sterben von Individuen, das Positionssystem durch einen permanenten Kreislauf gezeichnet ist. Demnach muss die Aufnahme in die Sozialstruktur in irgendeiner Weise organisiert und motiviert werden, um die Funktionalität zu gewährleisten. Damit die Gesellschaft als funktionierender Mechanismus bestehen kann, bedarf es nach Davis und Moore zwei Arten der Motivation, wobei es eine untergeordnete Rolle spielt, ob es sich um ein wettbewerbliches oder nicht-wettbewerbliches System handelt. Zum einen muss die Verteilung der Individuen auf die ihnen entsprechenden sozialen Positionen motiviert werden, zum anderen muss die Motivation gefördert werden, die zur Erfüllung der jeweiligen Positionspflichten antreibt.
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Arbeit zitieren:
Christian Vandrey, Florian Popp, 2004, Die funktionalistische Schichtungstheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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