I. Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Disziplin(ierung) 5
2.1 Begriff 5
2.2 Entwicklung 6
2.3 Maßnahmen 7
2.3.1 Die Kunst der Verteilung der Individuen im Raum 7
2.3.2 Die Kontrolle der Tätigkeit 8
2.3.3 Die Mittel der guten Abrichtung 9
2.4 Ergebnis 11
3. Das Disziplinarindividuum 12
4. Management Accounting Systeme 13
4.1 Begriff 13
4.2 Entwicklung von MAS in Unternehmen 13
4.3 MAS als Ausdruck von Macht und Kontrolle 14
5. Beispiel ITT 15
5.1 Management Accounting Numbers 16
5.2 Der effektive Manager 17
5.3 Grenzen und Widerstände 17
6. Fazit 18
2
II. Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung apl. außerplanmäßig Aufl. Auflage Bd. Band bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa CEO Chief Executive Officer d.h. das heißt Dr. Doktor etc. et cetera evtl. eventuell ggf. gegebenenfalls Hrsg. Herausgeber ITT International Telephone and Telegraph Kap. Kapitel kMz. keine Mehrzahl MAS Management Accounting System(e) Nr. Nummer o.ä. oder ähnliches Prof. Professor ROI Return On Investment S. Seite s. siehe u.a. unter anderem usw. und so weiter vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
3
1. Einleitung
Ausgangspunkt dieser Seminararbeit ist die Frage: Wie kann durch Regulation von Verhaltensweisen Herrschaft über Individuen aufgebaut und erhalten werden? Zentral werden für diese Fragestellung die Begriffe Disziplin und Disziplinierung sein, und es wird beleuchtet, mit welchen Verfahren Macht und Kontrolle ausgeübt werden können. Betrachtet wird außerdem die Entwicklung von personaler Kontrolle hin zu Kontrolle über Systeme und das daraus resultierende selbstkontrollierte Disziplinarindividuum.
Am Beispiel der amerikanischen Firma International Telephone and Telegraph (ITT) soll dann gezeigt werden, wie organisationale Handlungskontrolle mit Hilfe von Management Accounting Systemen praktisch aussehen kann bzw. ausgesehen hat. Eine Gegenüberstellung von moderner und postmoderner Sicht soll hierbei hinterfragen, ob es sich bei diesen Kontroll-Systemen um eine Befreiung oder einen Zwang für das Individuum handelt.
Abb. 1 Ein moderner Organisationsansatz 1
Die Moderne unterstellt, wie aus obiger Abbildung 1 ersichtlich, direkte Abhängigkeiten zwischen der formalen Organisationsstruktur, wie z.B. den Koordinationsmechanismen, und dem Verhalten der Organisationsmitglieder. Weiterhin beeinflusst dann dieses Verhalten im Sinne der Organisation ihre Effizienz. Wenn diese Abhängigkeiten nun aus moderner Sicht so direkt bestehen, kann die Frage nur lauten: Wie schafft man es, das Verhalten der Organisationsmitglieder so zu steuern, dass sie möglichst effizient arbeiten? Die provokative These zu Beginn könnte demnach lauten: Mit Disziplin!
1 Vgl. Kieser 1999, S. 169ff
4
2. Disziplin(ierung)
2.1 Begriff
Langenscheidts Fremdwörterbuch gibt zum Begriff der Disziplin folgende Definitionen:
Disziplin, die; -,-en 1. kMz. Selbstzucht, Selbstbeherrschung 2. kMz. Ordnung, Zucht, Benehmen nach Regeln 3. kMz. Unterordnung, Einordnung 4. Teilgebiet eines Wissenschaftszweiges, Forschungsgebiet, Fachrichtung 5. Teilbereich einer Sportart, Wettkampfart. 2
Es fällt auf, dass hier an erster Stelle genannt wird, was in der Entwicklung der Disziplinen erst sehr spät zu beobachten war: nämlich die internalisierte Disziplin, die Selbst-Beherrschung 3 .
Foucault beschreibt die Disziplinen in Überwachen und Strafen als „Techniken (...), die das Ordnen menschlicher Vielfältigkeiten sicherstellen sollen“ 4 . Diese Art der Machtausübung soll demnach drei Kriterien genügen: sie soll mit möglichst geringen Kosten, mit möglichst intensiver Wirkung und in möglichst allen Bereichen des Systems operieren 5 .
Die Disziplin vereinigt zwei unterschiedliche Bilder auf sich: zum einen ein negatives, das verbietend und repressiv wirkt, bspw. die Vorgabe, nicht faul zu sein. Zum anderen wird aber in der Regel diese, zunächst einschränkend wirkende Vorgabe, positive Ergebnisse hervorbringen, Nutzen stiften, erweitern und fördern. Man stelle sich das Militär als ungeordneten Haufen wilder Männer vor, deren Wunsch es ist, zu kämpfen. Es wird schnell klar, dass sich dies nicht sinnvoll realisieren lässt, wenn alle ungeordnet losrennen würden, um sich auf den Feind zu stürzen. Hier steigert die Disziplin durch bestimmte ordnende Maßnahmen die Kräfte und die Erfolgswahrscheinlichkeit.
2 Langenscheidts Fremdwörterbuch
3 Vgl. Kap. 3 der vorliegenden Seminararbeit
4 Foucault 1977, S. 279f
5 Vgl. Foucault 1977, S. 280
5
2.2 Entwicklung
Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts fand eine umfassende Verallgemeinerung und Ausweitung der Disziplinarsysteme und -institutionen statt. Dabei lassen sich drei besonders auffällige Prozesse beobachten 6 : a. Die Funktionsumkehr bei den Disziplinen
Galt es ursprünglich, mit den Disziplinen die unruhige Bevölkerung und die daraus resultierenden Gefahren in Schach zu halten, wurden sie später verstärkt dazu benutzt, die Nützlichkeit und Produktivität von Individuen zu vergrößern. Besonders sei hier die Arbeitsdisziplin erwähnt, die „die Fähigkeiten, die Geschwindigkeiten, die Arbeitserträge und damit die Gewinne erhöhen [soll]“ 7 . Somit treten die Disziplinen aus ihrer Randstellung in der Gesellschaft heraus, werden nicht länger nur auf Bettler, Verbrecher und Kranke angewendet, sondern dienen auch produktiv in Manufakturen, im Militär und in Schulen. b. Die Ausweitung der Disziplinarmechanismen
Während sich also im 18. Jahrhundert die Disziplinarinstitutionen vermehrten, weiteten sich gleichzeitig ihre Mechanismen über die Institutionen hinweg aus. Ausgehend von den Schulen wurden bspw. die Eltern auffälliger Kinder kontrolliert, Wohn- und Lebensverhältnisse begutachtet und dokumentiert. Aber „nicht nur von geschlossenen Institutionen, sondern auch von Kontrollpunkten aus, die in der Gesellschaft verstreut sind, schwärmen die Disziplinarprozeduren aus“ 8 . Beispielhaft seien religiöse Gruppen und Mildtätigkeitsvereine genannt, die religiöse (Bekehrung und Moralisierung), wirtschaftliche (Hilfeleistung oder Anhaltung zur Arbeit) und politische Aufgaben (Kampf gegen Unzufriedenheit oder Aufruhr) übernahmen.
c. Die Verstaatlichung der Disziplinarmechanismen
Die Polizei war als Staatsapparat organisiert, sie sollte alles erfassen und prüfen, jedes noch so kleine Detail. Dazu musste sie selbst eine allgegenwärtige Überwachung etablieren, aber selbst unsichtbar bleiben, musste dokumentieren und registrieren. „Sie übernimmt auch eine Disziplinierungsfunktion. Diese Funktion ist komplex, weil sie die absolute Macht des Monarchen an die kleinsten in der Gesellschaft verstreuten Machtinstanzen knüpft und weil sie zwischen den
6 Vgl. Foucault 1977, S. 269ff
7 Foucault 1977, S. 270
8 Foucault 1977, S. 272
6
Arbeit zitieren:
Irina Lauke, 2002, Management Accounting Systeme - Freedom or Prison, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Personal als strategisch handelnde Akteure
Mikropolitiktheorie von W. Küp...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 23 Seiten
Der Panoptismus in Michel Foucaults Werk "Überwachen und Strafen&...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Individualisierung in postmodernen Arbeitswelten unter Berücksichtigun...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Über Ekkehard Kapplers "Entgrenzung - Leitfragen als zentrales El...
Rezension / Literaturbericht, 4 Seiten
Rezension zu Anthony G. Hopwood, The Archaeology of Accounting Systems
Rezension / Literaturbericht, 4 Seiten
Alfred Marshall - Biographie, dogmenhistorische Einordnung und wissens...
Hausarbeit, 16 Seiten
Alfred Marshall - Sein Lebenswerk im Spannungsverhältnis zwischen theo...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hausarbeit, 29 Seiten
Quantitative und qualitative Prognosemethoden in der Übersicht
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Rezension zu P. Miller und A.G. Hopwood, Account as social and institu...
Rezension / Literaturbericht, 4 Seiten
Welchen Einfluss hat der Führungsstil auf den Unternehmenserfolg?
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 29 Seiten
Peter Handkes 'Publikumsbeschimpfung' - Eine prägnante Beleuch...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 10 Seiten
Die Beziehung von Macht und Wissen bei Michel Foucault und deren Bezug...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 19 Seiten
Unternehmenskultur - "die unsichtbare Führungskraft"
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Möglichkeiten der Implementierung der Unternehmenskultur durch die Per...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 18 Seiten
Gutachten zur sonderpädagogischen Förderung - Förderschwerpunkt Hören ...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 12 Seiten
Unternehmenskultur - Definition, Merkmale und Analyse einer bestehende...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 29 Seiten
Die Auswirkungen der Fussball- Weltmeisterschaft 2006 auf die Volkswir...
... und am Ende gewinnen immer...
Wissenschaftliche Studie, 32 Seiten
Irina Lauke hat den Text Management Accounting Systeme - Freedom or Prison veröffentlicht
Irina Lauke hat einen neuen Text hochgeladen
Building Accounting Systems Using Access 2003 (Book Only)
James T. Perry, Gary P. Schneider
Management Accounting and Control Systems: An Organizational and Behav...
Norman B. Macintosh, MacIntosh
Organizational Change and Development in Management Control Systems: P...
Seleshi Sisaye, Seleshi Sisaye, S. Sisaye
Management Accounting and Control Systems
An Organizational and Sociolog...
Norman B. Macintosh, Paolo Quattrone
0 Kommentare