Inhalt
1. Einleitung 3
2. Hauptteil 4
2.1. Europa 4
2.1.1. Großbritannien 4
2.1.2. Frankreich 6
2.1.3. Spanien 7
2.1.4. Italien. 8
2.1.5. Schweden 9
2.1.9. Tschechien 10
2.2. USA 11
2.3. China 12
3. Schluss. 14
4. Literaturverzeichnis 15
4.1. Bücher. 15
4.2. Onlinebeiträge. 15
5. Anhang I - XXX
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1. Einleitung
In Zeiten der zunehmenden Globalisierung ist die Beschäftigung jedes Einzelnen mit anderen Kulturen ein Muss. Auch und gerade in der Wirtschaftswelt ist im Zuge dieser Internationalisierung „Interkulturelles Management“ ein immer wiederkehrendes Schlagwort. Auch das Personalwesen muss sich den Veränderungen anpassen und gerade bei Arbeitnehmern ist Flexibilität gefragt.
So birgt die weltweite wirtschaftliche Verschmelzung sowohl Chancen als auch Gefahren in sich. Viele deutsche Arbeitnehmer spielen mit dem Gedanken, ins Ausland zu gehen, um dort als Spezialist für den deutschsprachigen Raum zu arbeiten. Doch wie bewerbe ich mich im Ausland, wenn ich nicht durch ein deutsches Unternehmen dorthin versetzt werde, sondern mich selbständig und unabhängig bewerbe? Auf was muss ich achten? Diese und weitere aufkommende Fragen sollen im Laufe dieser Arbeit geklärt werden.
Dabei stelle ich den Leser auf die Seite eines deutschen Arbeitnehmers, der sich im Ausland bewerben will.
Die größte Schwierigkeit bei diesem Thema stellt dabei die Verallgemeinerung dar. So gibt es nicht die perfekte Bewerbung auf englisch oder die perfekten Verhaltensweisen in Frankreich.
Da die Personalauswahl immer individuell vom jeweiligen Unternehmen, in gewisser Weise unabhängig vom jeweiligen Land als Standort abhängt und viele Unternehmen in mehreren Ländern ansässig sind, ist es schwierig ein Bewerbungsverfahren auf ein spezielles Land zu beziehen. Im Endeffekt liegt es in der Hand der Unternehmen, wie sie mit ihrer Personalauswahl verfahren.
Damit erschwert sich auch die Suche nach geeigneten Quellen für ein solches Thema. Jeder Autor hat eigene Erfahrungen gesammelt und gibt diese subjektiv wieder. Dennoch lassen sich durch Informationen über die jeweilige Kultur und die wirtschaftliche Struktur des Landes Erfahrungen vergleichen und ein bestimmter Ablauf vorhersagen. Es gibt immer einige Grundregeln, die verfolgt werden sollten, um grobe Fehler zu vermeiden.
Die größten und zur Zeit wirtschaftlich bedeutendsten Länder in Europa werde ich zuerst betrachten. Dabei werde ich ausführlich auf die Gestaltung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen, die Personalauswahl seitens der Unternehmen, sowie besondere, kulturell bedingte Verhaltensweisen eingehen.
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2. Hauptteil
Im folgenden werde ich Unterschiede in der Personalauswahl veranschaulichen durch einige Beispielländer in Nord-, Ost-, Süd- und Westeuropa, den USA, sowie China, immer verglichen mit den bekannten, verbreiteten Bewerbungsverfahren und -abläufen in Deutschland.
2.1. Europa
2.1.1. Großbritannien
Vor der schriftlichen Bewerbung bei einem britischen Unternehmen sollte telefonisch oder persönlich ein Sondierungsgespräch durchgeführt werden, um unnötigen Auf-wand und Kosten zu vermeiden, da es unüblich ist, die Unterlagen wieder zurückzusenden 1 . Initiativbewerbungen sind in Großbritannien durchaus sinnvoll, da viele freie Stellen gar nicht erst ausgeschrieben werden. Generell sind britische Unternehmen ausländischen Arbeitnehmern gegenüber sehr aufgeschlossen, so dass bei der Bewerbung keine größeren Probleme entstehen sollten 2 .
Die schriftliche Bewerbung selber besteht nur aus einem Anschreiben und einem Lebenslauf, es werden keine Zeugnisse beigefügt.
Der Lebenslauf stellt hierbei den wichtigsten Teil dar 3 . Im Gegensatz zur deutschen Bewerbung sind Foto, Datum und Unterschrift nicht Bestandteil des Lebenslaufes. Ebenso entfallen Geburtsdatum, Alter, Familienstand, Religionszugehörigkeit, Angaben über Eltern und Geschwister sowie der Grundschulbesuch. Der gesamte Lebenslauf wird umgekehrt-chronologisch aufgebaut 4 , da die Arbeitgeber besonders die nahe und nicht die ferne Vergangenheit interessiert. Dabei sind Angaben über auf dem freien Arbeitsmarkt gewonnene Arbeitserfahrung wichtiger als abgeschlossene Ausbildungen und erworbene Titel 5 . Auch privates Engagement sowie Hobbys sollten erwähnt werden, denn in Großbritannien besteht großes Interesse an der Persönlichkeit eines Bewerbers und dessen „Sportsgeist“ 6 . Der Bewerber darf nicht vergessen, zwei Refe-
1 Vgl.Schürmann, Klaus, „Englisch bewerben - weltweit“, Frankfurt, 2001, S. 100ff
2 Vgl. http://www.hwp-hamburg.de/710023.shtml, 14.11.2002, Anhang S. I-IV
3 Vgl. Schürmann, Klaus, „Englisch bewerben - weltweit“, a.a.O., S. 51ff
4 Vgl. Lee, Anthony, „Bewerben in Europa“, 2.Auflage, Niedernhausen/Ts., 1996, S.103
5 Vgl. Schürmann, Klaus, „Englisch bewerben - weltweit“, a.a.O., S. 85
6 http://www.hwp-hamburg.de/710023.shtml, 14.11.2002, Anhang S. I-IV
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renzadressen anzugeben, denn der britische Arbeitgeber in spe wird auf jeden Fall Auskünfte über den Bewerben einholen 7 .
Das Anschreiben wird kurz und knapp gehalten. Das Layout kann dabei etwas freier gestaltet werden als in Deutschland 8 . Wichtig dabei ist, einen direkten Ansprechpartner zu haben, ansonsten wird die Bewerbung keine weitere Beachtung finden 9 . Wie bereits erwähnt werden keine Zeugnisse beigefügt. Stattdessen zeigen Auszeichnungen, Weiterbildungen oder Belobigungen Engagement und tiefergehende Motivation.
Die Unterlagen werden nicht in einer Mappe sondern lediglich in einem normalen Briefumschlag versandt.
Nach Einsicht der Bewerbungsunterlagen folgt in den meisten Fällen das Ausfüllen einiger Bewerbungsbögen (Application Forms), um bei mehreren Bewerbern einen besseren Vergleich zu haben 10 . Anschließend folgen wie in Deutschland Gesprächsbzw. Interviewrunden. Hier kommt es häufig zu Leistungs- oder Persönlichkeitstests, auch Assessment Center finden vermehrt statt.
In Großbritannien wird großer Wert auf ein freundliches Gesicht gelegt. Dies gehört zum guten Ton, so wie bei uns das Händeschütteln als Begrüßungsgeste. Ein direkter Unterschied zur deutschen Sprache ist die Anrede per ‚Sie’ oder ‚Du’. Im Englischen gibt es bekannter Maßen lediglich das Wort ‚You’. In vielen Fällen spricht man sich im Gespräch sogar mit dem Vornamen an, der Bewerber sollte sich hierbei dem Gesprächspartner anpassen.
Britischen Arbeitgebern kommt es vor allem auf Improvisationstalent an. In Großbritannien sind Regeln weniger wichtig als zum Beispiel in Deutschland oder in Frankreich, das Denken ist kurzfristiger und die Flexibilität meist größer 11 . Überhebliches Auftreten ist sehr negativ behaftet 12 .
Angemessene Kleidung ist wie in Deutschland ein Muss, dabei sollten Frauen dezent angezogen sein, kein Bein und wenig Dekolleté zeigen, sowie nicht zu hochhackige Schuhe tragen.
Zwei bis drei Tage nach dem Interview sollte ein gesondertes Schreiben (thank-younote) verfasst werden, um das eigene Interesse noch einmal zu betonen.
7 Vgl. Schürmann, Klaus, „Englisch bewerben - weltweit“, a.a.O., S. 82
8 Vgl. Schürmann, Klaus, „Englisch bewerben - weltweit“, a.a.O., S. 57ff
9 Vgl. Lee, Anthony, „Bewerben in Europa“, a.a.O., S. 133
10 Vgl. Schürmann, Klaus, „Englisch bewerben - weltweit“, a.a.O., S. 81ff
11 Vgl. Lee, Anthony, „Bewerben in Europa“, a.a.O., S. 37
12 Vgl. Schürmann, Klaus, „Englisch bewerben - weltweit“, a.a.O., S. 59
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2.1.2. Frankreich
Bevor man sich in Frankreich bewirbt ist es wichtig zu wissen, dass dort typischer Weise staatlich geführte Firmen angesiedelt sind. Bewirbt man sich bei einem großen traditionellen Privatunternehmen, so sind diese oft geprägt durch eine „starre, persönlich geprägte Hierarchie mit autoritärem Führungsstil“ 13 . Dabei ist die Unternehmensführung recht konservativ gehalten, Autorität spielt eine große Rolle. Dies kann sowohl bei der schriftlichen Bewerbung als auch bei der persönlichen Vorstellung von entscheidender Bedeutung sein 14 .
Wie in Großbritannien besteht die schriftliche Bewerbung lediglich aus einem Anschreiben und einem Lebenslauf, es werden keine Zeugnisse beigefügt. Beim Lebenslauf kann ein Foto weggelassen werden, er wird nicht datiert und unterschrieben. In Frankreich ist es üblich den Lebenslauf mit einem Abschnitt „Karriereplanung“ zu beginnen. In diesem hat der Bewerber die Möglichkeit seine beruflichen Ziele anzusprechen. Wie in Großbritannien legen französische Unternehmen großen Wert auf die Angabe von Hobbys und persönlichen Interessen. Auf Noten hingegen wird im Allgemeinen weniger Wert gelegt, wichtiger ist der Ruf der besuchten (Hoch-)Schule. Das Anschreiben sollte zurückhaltend und sehr höflich formuliert werden, ein unhöflicher oder arroganter Schreibstil fällt sehr negativ auf. Die Bewerbungsunterlagen werden gefaltet und ohne Hülle oder Mappe in einem normalen Briefumschlag verschickt. Dadurch werden Kosten gespart, denn auch französische Unternehmen schicken in der Regel die Unterlagen nicht zurück. Nach Einsicht der Unterlagen folgen Interviews, Leistungs-, Persönlichkeits- und Intelligenztests sowie Assessment Center oder biografische Fragebögen. Dabei interessieren sich die französischen Unternehmen vorrangig für die Persönlichkeit und die Allgemeinbildung des Bewerbers. Es sollte darauf geachtet werden, nicht zu forsch oder zu zurückhaltend aufzutreten 15 . Auf die Einhaltung von Regeln wird großer Wert gelegt 16 .
Fragen zu Religion oder Schwangerschaft sind in Frankreich verboten. Im Allgemeinen haben Frauen dort sehr gute Karrierechancen, sie besetzen doppelt so viele Führungspositionen wie zum Beispiel in Deutschland. Berufstätige Mütter sind die Regel, auch Teilarbeitsplätze kommen häufig vor 17 .
13 Lee, Anthony, „Bewerben in Europa“, a.a.O., S. 37
14 Vgl. Lee, Anthony, „Bewerben in Europa“, a.a.O., S. 37
15 Vgl. http://www.hwp-hamburg.de/710022.shtml, 14.11.2002, Anhang S. V-VIII
16 Vgl. Lee, Anthony, „Bewerben in Europa“, a.a.O., S. 37
17 Vgl. http://www.hwp-hamburg.de/710022.shtml, 14.11.2002, Anhang S. V-VIII
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2.1.3. Spanien
Die Unternehmensstrukturen und -führungen sind in Spanien, ähnlich wie in Frankreich, geprägt von Autorität, Hierarchie und Tradition. Es gibt allerdings starke regionale Unterschiede. So sind die katalanischen Unternehmen zurückhaltender und traditioneller in ihrer Verhaltensweise als beispielsweise Firmen, die in Großstädten angesiedelt sind.
Die sinnvollste Methode der Bewerbung beginnt mit der Stellensuche vor Ort, denn in Spanien werden freie Stellen meist nicht ausgeschrieben. Initiativbewerbungen landen bei Unternehmen ohne freies Stellenangebot ungelesen im Papierkorb 18 . Die schriftlichen Bewerbungsunterlagen bestehen auch hier lediglich aus einem Anschreiben und einem Lebenslauf.
Der Lebenslauf wird in einem sehr traditionellen Stil verfasst, der dem deutschen sehr ähnlich ist. Die Spanier machen jedoch weitaus detailliertere persönliche Angaben. So kommt es vor, dass seitens des Unternehmens Interesse an der Nummer des Personalausweises, der Größe und dem Gewicht des Bewerbers besteht. Das Beilegen eines Fotos geschieht nach eigenem Ermessen, handelt es sich dabei um ein professionelles Foto kann es durchaus einen positiven Eindruck hinterlassen. Der absolvierten Ausbildung, den Weiterbildungskursen oder den Hobbys kommt in Spanien weniger Beachtung zu, wichtiger ist ein klar definiertes Berufsziel. Beim Verfassen des Anschreibens ist lediglich zu beachten, dass ein eventuell vorhandener Titel des Ansprechpartners in der Anrede nicht mit aufgeführt werden darf, da Titel in Spanien keine Rolle spielen.
Grundvoraussetzung bei nahezu allen Unternehmen ist eine medizinische Voruntersuchung bzw. die Vorlage eines ärztlichen Attests.
Nach Begutachtung der schriftlichen Unterlagen folgen bis zu sechs Interviewrunden, kombiniert mit Persönlichkeitstests und biographische Fragebögen. Dabei kommt es den Unternehmen hauptsächlich darauf an, neue Arbeitnehmer zu finden, die aufgrund ihrer Charaktereigenschaften in das Unternehmen hineinpassen. Wichtige Entscheidungskriterien sind Teamfähigkeit, Höflichkeit, Freundlichkeit und Pünktlichkeit, aber auch Bildung des Bewerbers. In Spanien darf man sich gerne direkt und etwas extrovertiert zeigen, im Gespräch ist jedoch Takt gefragt. So gilt das Sprichwort: „Rede nicht über dich selbst und nie schlecht über andere“ 19 , was bedeutet, dass man sich nicht egoistisch und negativ urteilend geben sollte.
18 Vgl. Lee, Anthony, „Bewerben in Europa“, a.a.O., S. 21ff
19 http://www.hwp-hamburg.de/710029.shtml, 14.11.2002, Anhang S. IX-XI
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Arbeit zitieren:
Britta Stelly, 2002, Interkulturelle Unterschiede bei der Personalauswahl, München, GRIN Verlag GmbH
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