Inhaltsverzeichnis
Einleitung Seite 3
1. Japans Landesöffnung Seite 4
2. Der Aufstieg zur modernen Großmacht Seite 4
2.1 Die Meji-Restauration Seite 5
2.2 Japans Aufstieg zur militärischen Groß- und Seite 5
Kolonialmacht im Pazifik
2.3 Japan in den zwanziger und dreißiger Jahren Seite 7
2.4 Japans Expansionstreben auf dem chinesischen Festland
2.4.1 Der sogenannte Mandschurei Zwischenfall Seite 9
満州事変 (manshû jihen)
2.4.2 Der chinesisch-japanische Krieg (1937 1945 ) Seite 10
日中戦争 (nichû sensô)
3. Japans Außenpolitik in den Jahren 1939 bis 1941 Seite 11
4. Die letzten Bemühungen einen Krieg im Pazifik zu verhindern Seite 13
5. Die japanische Offensive 1941 1942 Seite 15
6. Die alliierte Gegenoffensive (1942 1945 ) Seite 17
6.1 Die Schlacht um die Midway Inseln Seite 17
6.2 Das Ende des Krieges Seite 18
7. Diskussion und Schluss Seite 21
Literaturverzeichnis Seite 23
Anhang: Auszugsweise Übersetzung der japanischen
Homepage Quixotic - A history of 20 th Century
2
Einleitung
In meiner Hausarbeit über den Krieg im Pazifik, richtet sich mein Augenmerk darauf die ausschlaggebenden Gründe für Japans Kriegseintritt gegen die USA zu ermitteln. Mein Ziel war es deutlich zu machen, dass Japan sich nicht erst seit dem Angriff auf Pearl Harbour in einem Krieg befand, sondern schon vor 1941 in China Krieg führte. Da ich der Ansicht bin, dass ein tieferes Verständnis für die Zeit der japanischen Expansion bzw. des japanischen Militarismus, sich nur ergeben kann, wenn zumindest grundlegende Kenntnisse um die Geschehnisse der Zeit der Landesöffnung vorhanden sind, beginne ich meine Hausarbeit mit einer kurzen Einführung in die Ereignisse dieser Zeit. Anschließend versuche ich Japans Weg, von einer konstitutionellen Monarchie nach preußischem Vorbild zu einem militaristischen Staat zu schildern. Der Hauptteil meiner Hausarbeit endet mit der japanischen Kapitulation am 14. August 1945.
Im Schlussteil meiner Hausarbeit, möchte ich zum einen darstellen, dass es drei Ansichten darüber gibt, wann der Krieg im Fernen Osten begonnen hat. Zum anderen möchte ich hier kurz aufzeigen, dass die 1889 in Kraft gesetzte Meji Verfassung, Japans Weg zum Militarismus begünstigte.
Meiner Hausarbeit habe ich darüber hinaus eine Übersetzung einer japanischen Homepage (http://www31.ocn.ne.jp/~nero/) aus dem Internet hinzugefügt. Die Homepage behandelt weltweite Ereignisse ab dem Jahr 1900. Bemerkenswert finde ich an ihr, dass sie zwar kurz aber dafür offen über die Zwangsprostituierten für die japanische Armee, das Nanking Massaker oder über die Zwangsarbeiterproblematik in Japan berichtet. Allerdings möchte ich auch erwähnen, dass zum Beispiel ein Verweis auf eine mögliche negative Verwicklung des Kaiserhauses oder der kaiserlichen Familie, in die Ereignisse zwischen den Jahren 1931 bis 1945 unterbleibt. Meiner Kenntnis nach hat die heutige Forschung hierüber noch kein eindeutiges Ergebnis erzielt.
3
1. Japans Landesöffnung
Um einen vollständigen Einblick in die Entstehungsgründe des Pazifischen Krieges zu erhalten, muss man sich zuvor die Entwicklung Japans, seit der Zeit der Landesöffnung vor Augen halten.
Nach dem Ende des Opiumkrieges (1839-1842) zwischen China und der europäischen Kolonialmacht Großbritannien, musste China Hongkong an die Engländer abtreten. Daneben musste es weitere 5 Häfen dem internationalen Handel öffnen. 1 Als die USA im Jahr 1848 Kalifornien, nach einem zwei jährigen Krieg mit Mexiko, erwarben und San Franzisko sich als Hafen für den Handel mit Shanghai und Kanton entwickelte, brachte es mit sich, dass Japan immer deutlicher in das Blickfeld der USA rückte. 2 John Whitney Hall nennt in seinem Buch, „Das Japanische Kaiserreich“ hierzu folgende Gründe: „ Das Interesse der Vereinigten Staaten an Japan entsprang einer Reihe von Überlegungen. Da waren zunächst die praktischen Erwägungen im Zusammenhang mit dem Chinahandel und dem Walfischfang: der Schutz schiffbrüchiger Seeleute, die Notwendigkeit der Verproviantierung und später der Wunsch nach Kohlenstationen. Außerdem erhoffte man sich Handelsbeziehungen. Der Hauptimpuls für das Bemühen um die Öffnung Japans ging jedoch von zwei weniger greifbaren Faktoren aus. Der eine war, was man als kulturelles Sendungsbewusstsein bezeichnen könnte: die Überzeugung, dass das, was mit China geschehen war, unvermeidlich war und dass das Licht der westlichen Zivilisation und des westlichen Fortschritts letzten Endes über allen Völkern zum Leuchten gebracht werden müsse...“ 3
John Whitney Hall zu Folge, war das Bakufu bereits im Jahr 1852 durch die Holländer, die seit 1640 mit ihrer Faktorei auf Deshima , die einzigen Europäer waren, die Kontakt zu Japan hatten, über die Absichten Perrys informiert. Das Tokugawa Shogunat war dennoch, weder psychologisch noch militärisch darauf vorbereitet, Perry am 8.Juli 1853 zu empfangen. Die Tatsache, dass amerikanische Schiffe vor Uraga lagen, zeigte, wie wirkungslos die hastig aufgebaute Küstenverteidigung war und wie leicht die Stadt Edo von Fremdmächten angegriffen oder durch eine Blockade ausgehungert werden konnte. 4
1 Chronik der Menschheit, S.714
2 Das Japanische Kaiserreich, S.245
3 Vgl., Das Japanische Kaiserreich, S.245
4 Vgl., Das Japanische Kaiserreich, S.246
4
2. Der Aufstieg zur modernen Großmacht
Obwohl das Tokugawa Shogunat in seiner Existenz von Innen und Außen bedroht war, war es gezwungen innere Reformen einzuleiten um den Staat gegen die mögliche Bedrohung von Außen zu schützen. Als Folge dieser Veränderungen, von Innen und Außen, wurde das Shogunat im Jahr 1868 abgeschafft. Hierbei waren die beiden Daimyate Satsuma und Chôshû ferderführend. Ihr Ziel war es, das Land durch das Wiedererstärken des Kaisertums, vor dem Schicksal Chinas, das zum Spielball der europäischen Großmächte wurde, zu bewahren.
2.1 Die Meji-Restauration
Mit dem Ende des Tokugawa Shogunats 1868 und dem Regierungsantritt, des damals erst 15 jährigen Kaisers Mutsuhito, genannt Meji Tennô, wurde in Japan eine Zeit des atemberaubenden Wandels eingeleitet. 5 Neben dem Umbau der Wirtschaft und dem sukzessiven Aufbau einer für die Landesverteidigung maßgeblichen Schwerindustrie, wurden Reformen im Erziehungswesen, der Verwaltung, der Aufbau einer modernen Armee, die auf einer allgemeinen Wehrpflicht beruhte, sowie die Abschaffung des Samurai Standes und der Daimyate, eingeleitet. Dieser Prozess, von tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Reformen, wurde nicht ohne Widerstände vollzogen. Im Jahre 1877 gipfelte der Widerstand gegen die Verwestlichung des japanischen Staates im Aufstand der Samurai von Satsuma, die von Saigo Takamori, einem ehemaligen Regierungsmitglied, das maßgeblich an der Meji-Restauration beteiligt war, angeführt wurden. Es war nicht sein Ziel gewesen den Tennô zu stürzen, sondern dem Verfall der Sitten, und der Nachahmung des Westens Einhalt zu gebieten. 6
Nach der Niederschlagung dieses Aufstandes, konnte Japan den Prozess der Umwandlung ungestört fortsetzen. Im Jahr 1890 wurden die ersten Parlamentswahlen durchgeführt und die im Jahr 1889 in Kraft gesetzte Meji Verfassung eingeführt. Eine Verfassung die Japan zu einer konstitutionellen Monarchie nach preußischem Vorbild gestalten sollte. 7 Von diesem Zeitpunkt an begann für Japan eine neue Phase seiner Beziehungen zum Ausland. Japan hatte es geschafft, sich innerhalb von ca. 40 Jahren, von einem feudalen Agrarstaat zu einem modernen Industriestaat zu verändern. Dies war ein Prozess, der im Ausland nicht unbemerkt bleiben sollte, und das Ansehen des Landes und seinen Einfluss enorm erhöhte.
2.2 Japans Aufstieg zur militärischen Groß- und Kolonialmacht im Pazifik
Japans Drang zur Expansion auf dem asiatischen Festland, speziell nach Korea, war ein bereits länger geplantes Unterfangen. Schon Saigo Takamori, eines der wenigen Ratsmitglieder der frühen Meji-Zeit, das nicht auf eine Auslandsreise der Iwakura-Mission ging, wollte Korea, das in der Machtsphäre
5 Das Japanische Kaiserreich, S.760
6 Samurai oder von der Würde des Scheiterns, S.266ff.
7 Das Japanische Kaiserreich, S.290
5
Chinas lag, wegen einer angeblichen Beleidigung des japanischen Kaisers angreifen. 8 Jedoch konnten, die eiligst aus dem Ausland zurückberufenen Ratsmitglieder, dies verhindern. Ingesamt war man nicht gegen einen Angriff auf Korea, sondern es war der jetzt noch zu frühe Zeitpunkt, der dies verhinderte.
Im Jahre 1894 jedoch, führte der offene Streit zwischen Japan und China, um die Thronfolge des Koreanischen Königs, zum Krieg. Dieser endete 1895 mit dem Sieg Japans. China musste in Folge der Niederlage, die Unabhängigkeit Koreas anerkennen, und als Reparation Taiwan, die Pescadores (Inseln zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland) und die Halbinsel Liaotung an Japan abtreten. Beunruhigt von der Aussicht, dass Japan sich weiter auf das Festland ausdehnen könnte, gingen Russland, Deutschland und Frankreich mit Erfolg daran, Japan an dem Erwerb der Halbinsel Liaotung als Teil der Beute aus dem Krieg mit China zu hindern. 9
Im Jahre 1900, zur Zeit des Boxeraufstandes in China, beteiligt sich Japan gemeinsam mit den USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Russland und Österreich-Ungarn an dem Expeditionskorps, zur Niederschlagung der Aufständischen, unter der Leitung des preußischen Generalfeldmarschalls Alfred Graf von Waldersee. 10 Diese Beteiligung sowie der im Jahre 1902 zwischen Großbritannien und Japan geschlossene Bündnisvertrag, erhöhte Japans Ansehen in der Welt immens. Mit diesem Vertrag, abgeschlossen zwischen einer westlichen Macht und einem asiatischen Staat, erreichte Japan die greifbarste Anerkennung seiner diplomatischen Ebenbürtigkeit. 11
Im Februar des Jahres 1904, griff Japan Russland bei Port Arthur in der Mandschurei an. Der Grund war der Streit zwischen beiden Ländern um die Vorherrschaft in Korea und der Mandschurei. In diesem anderthalb Jahre dauernden Krieg, der beiden Seiten Zehntausende Leben abverlangte, gelang es unter anderem der japanischen Flotte, unter dem Befehl von Admiral Togo, bei der Seeschlacht von Tsushima am 27.Mai 1905, die herbeigeeilte russische Ostseeflotte vernichtend zu schlagen. Bei dem im September 1905 abgeschlossenen Friedensvertrag zwischen beiden Ländern, zog sich Russland endgültig aus der Mandschurei zurück und ermöglichte so die Wiederherstellung der chinesischen Souveränität. Japan sicherte sich das Protektorat über Korea, sowie den südlichen Teil der Insel Sachalin. Mit diesem Krieg war Japan endgültig in den Kreis der Großmächte eingetreten und baute seine Position weiter aus. 12 Im Jahr 1910 annektierte Japan schließlich Korea. Den Anspruch, eine Großmacht zu sein, untermauerte man in Japan damit, dass man sich seit dem russisch-japanischen Krieg nicht mehr nur Japan
8 Samurai oder von der Würde des Scheiterns, S.311
9 Das Japanische Kaiserreich, S.297
10 Chronik der Menschheit S.820
11 Das Japanische Kaiserreich, S.296
12 Chronik des 20. Jahrhunderts, S.70
6
nannte. Japan war ab diesem Zeitpunkt zu 大日本帝国 (dai nihon teikoku ) geworden. Dem großen japanischen Kaiserreich. 13
Im Jahr 1919, konnte Japan sein Territorium noch einmal vergrößern, da es ebenfalls als Siegermacht des 1. Weltkrieges (1914-1918) an den Versailler Vertragsverhandlungen teilnahm. Japan bekam vom damaligen Vorgänger der UNO, dem Völkerbund, das Mandat über die deutschen Besitzungen in China und im Pazifik zugesprochen.
2.3 Japan in den zwanziger und dreißiger Jahren
In den 20er Jahren, sah sich Japan einer Vielzahl neuer Probleme gegenüber. Die Entwicklungsperiode Japans zur modernen Nation war abgeschlossen. Die Probleme Japans waren nun seine territoriale Größe, die zunehmende Industrialisierung, das Erziehungswesen, die Teilnahme der Bevölkerung am politischen Geschehen und die wachsenden Verpflichtungen der Welt gegenüber. 14 Nach dem Jahr 1918, hatte sich die internationale Lage rings um Japan, im Vergleich zu der kriegslüsternen Zeit in den Jahren nach 1900, grundlegend geändert. Die Tragödie des Ersten Weltkriegs und der Schock der Revolution in Russland hatten die Westmächte ernüchtert. Japan hatte, im Gegensatz zu den Westmächten, nicht Millionen seiner Söhne auf den Schlachtfeldern Flanderns und Frankreichs verloren. Die neu entstandenen Ideen des Pazifismus oder des Selbstbestimmungsrechtes der Völker, hatten in den Augen der Westmächte der Ära, des offenen Imperialismus ein Ende gesetzt. 15 Japan jedoch trat in die Nachkriegszeit mit einer ganz anderen Stimmung ein. Japan war in Ostasien auf Kosten Deutschlands vorangekommen. Es hatte in China und im Pazifik seine Handelspositionen verbessert und neue, militärisch günstige Gebiete von Deutschland gewonnen. „Man hatte daher wenig Neigung“, schreibt John Whitney Hall in seinem Buch „Das Japanische Kaiserreich“, „die imperialistische Politik aufzugeben“. Der Krieg hatte im Gegenteil Japans Hunger nach weiteren Landgewinnen, besonders auf dem Festland, vergrößert. 16
Japan, ein Nachzügler in der Ära des imperialistischen Machtkampfes, strebte somit noch nach Expansion, als die Westmächte schon begonnen hatten, sich mit einem stabilen Status quo zufriedenzugeben. 17
Nach 1920 sah sich Japan vor zwei vordringliche Aufgaben gestellt: die der sozialen und die der politischen Ordnung im Lande. Die wachsende Zahl der Industriearbeiter im Lande erforderte die Aufmerksamkeit der Regierung. Die Entwicklung der Arbeitsgesetze und der Gewerkschaften hatte nicht mit dem industriellen Wachstum Schritt gehalten, und die Löhne entsprachen nicht dem Ausmaß der Gewinne, der Unternehmen. Zudem sah sich Japan einer Krise in der Landwirtschaft gegenüber. Die industrielle Entwicklung hatte die japanischen Ackerbaumethoden nicht verändert, und da der Pachtzins für Land
13 Das Japanische Kaiserreich, S.299
14 Das Japanische Kaiserreich, S.301
15 Das Japanische Kaiserreich, S.301
16 Vgl., Das Japanische Kaiserreich, S.302
17 Das Japanische Kaiserreich, S.302
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Arbeit zitieren:
Ercin Nurol, 2004, Der pazifische Krieg, München, GRIN Verlag GmbH
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