Universität Lüneburg SS 2001
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Von Dirk Bauer
Proseminar der Systematischen Theologie „Das Judentum
in Geschichte und Gegenwart“
Studiengang Lehramt an Haupt- und Realschulen
05. Oktober 2001
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Seite
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2.1 Aschkenasen 4
2.2 Antisemitismus 4
2.3 Pogrom 5
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3.1 Hintergründe der jüdischen Siedlungsgeschichte 5
3.2 Territoriale Streuung - Auswanderung nach Europa 6
3.3 Jüdische Gemeinden in Deutschland 7
3.4 Kulturelle Bewegungen und geistige Strömungen im aschkenasischen
Judentum 8
3.4.1 Geistige Strömungen im aschkenasischen Judentum 9
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4.1 Die Kreuzzüge 12
4.2 Die Ritualmord- Legenden 13
4.3 Der Hostienfrevel 14
4.4 Die Brunnenvergiftung und die Pest 15
4.5 Vertreibung und Abwanderung nach Osteuropa 16
4.5.1 Die Vieländersynode das goldene Zeitalter der Aschkenasen 17
4.6 Der Kosakenaufstand und seine Folgen 17
4.7 Der Nationalsozialismus und der daraus resultierende Holocaust 18
4.8 Das deutsche Judentum nach dem Krieg und in der Gegenwart 20
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(LQOHLWXQJ Im Verlauf des Seminars „Das Judentum in Geschichte und Gegenwart“ habe ich viele neue Eindrücke über das Judentum sammeln können, wie auch mein Wissen rund um das Volk der Juden erweitert. Das Thema „Die Aschkenasen – Juden in Europa“ hat mich sehr angesprochen, daher will ich im nachfolgenden Bericht meine gesammelten Erkenntnisse um die Geschichte der europäischen Juden wiedergeben.
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An dieser Stelle will ich einige Begrifflichkeiten erklären, zumal die korrekte Bedeutung verschiedener Formulierungen zum Verstehen des nachfolgenden Textes nötig sind. Doch nicht nur aus diesem Grund will ich auf den Bedeutungssinn einiger Begriffe eingehen, denn mein bisheriges Religionsstudium hat mir gezeigt, dass sich hinter vielen Formulierungen ein zeitlich weit zurückreichender und interessanter Ursprung verbirgt.
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ÄDOV1DPHHLQHVXQEHNDQQWHQ 9RONHV LQGHUELEO9|ONHUWDIHO0RVHUZlKQW VHLW GHP -DKUK LQ GHU KHEUlLVFKHQ /LWHUDWXU IU 'WO XQG GW -XGHQ YHUZHQGHW³ Brockhaus I (1973), S.133 Ä$OV $VFKNHQDV QDFK0RVHJDOW'HXWVFKODQG,PPRGHUQHQ6SUDFKJHEUDXFK JHOWHQDOV$VFKNHQDVLP-XGHQGHVÄZHVWOLFKHQ³HXURSlLVFKHQ.XOWXUNUHLVHV³ Ortag (1997), S.13
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Antisemitismus ist ein allgemein bekannter und häufig gebrauchter Begriff, dennoch bezweifle ich, dass den meisten Menschen der Ursprung dieses Wortes überhaupt bekannt ist. Es stellt sich also die Frage, wieso die allgemeine Ablehnung der Juden Antisemitismus heißt. Ä$QWLVHPLWLVPXV GHU GLH $EQHLJXQJ RGHU )HLQGVHOLJNHLW JHJHQ
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-XGHQ³ Brockhaus I (1973), S. 100. „Anti“ steht für „gegen“, doch wofür steht „Semitismus?“ Dieses lässt sich wie folgt erklären: Semitismus leitet sich von dem Eigennamen Semiten ab. Dieser hat seinen biblischen Ursprung in Sem, dem ältesten Sohn Noahs. Nach ihm wurde das Land benannt, dass später die Juden besiedelten. Sie nannten sich Semiten, abgeleitet von ihrem Urahn Sem.
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Dieser Begriff stammt aus dem russischen und bedeutet übersetzt „Verwüstung.“ Man nutzte diesen Ausdruck vor allem für Übergriffe gegen Juden. Ä+HW]HPLW*HZDOWWDWHQ JHJHQHLQH%HY|ONHUXQJVJUXSSHEHVJHJHQ-XGHQ³ Brockhaus IV (1973), S. 228
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Die Anfänge der jüdischen Kultur innerhalb Europas lassen sich nur schwer datieren, bzw. rekonstruieren, da es ausgesprochen wenige Aufzeichnungen über die frühen jüdischen Siedlungsaktivitäten gibt. Laut %DUQDYL sind die Zeugnisse in sich sehr widersprüchlich und nur fragmentarisch zu finden. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die ersten europäischen Ansiedlungen jüdischer Gemeinden die Größe eines Familienverbandes meist nicht überstiegen haben. Dennoch gibt es viel Fragmente, die zusammengefügt einen chronologischen Ablauf der jüdischen Siedlungsgeschichte in Europa ermöglichen.
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Obwohl das Volk der Juden vom Anbeginn ihrer Geschichtsschreibung, vor mehr als dreitausend Jahren, ein Wandervolk war, gab es lange Zeit keine größeren jüdischen Siedlungsbewegungen. Die Juden waren Wanderhirten, die in Nomadenstämmen zusammenlebten. Sesshaft wurden sie erst nach der biblischen Wanderung durch die Wüste Sinai (unter Moses Führung) im Lande Kanaan.
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Im Jahr 597 v. Chr. registrieren wir die erste große Siedlungsbewegung der Juden. Der babylonische Kronprinz Nebukadnezar erstürmte mit seinem Heer Jerusalem, nahm die Stadt ein und verschleppte einen sehr großen Teil der Bewohner ins babylonische Reich. Das Gleiche geschah noch mal im Jahr 588 v. Chr. Zu jenem Zeitpunkt wurden mehrere Zehntausende Juden ebenfalls nach Babylon verschleppt. Dies war die erste, wenn auch ungewollte Umsiedlung der Juden.
Die zweite große Umsiedlung erfolgte durch die Jüdischen Kriege, circa 70. n. Chr. Viele Juden wurden zu jener Zeit gefangen und deportiert, oder sind aus Angst vor dem Krieg geflohen und haben sich anderswo niedergelassen. Schließlich, nachdem die Römer die Stadt Jerusalem erobert, zerstört und in eine Militärkolonie Namens „Aelia Capitolina“ umgewandelt hatten, waren die Juden gezwungen, auszuwandern. In Folge der römischen Besatzung vor und nach den Jüdischen Kriegen wanderten viele Juden in benachbarte Länder, aber auch nach Europa aus.
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Ä8P GLH =HLWZHQGH JDE HV PXWPDOLFK DFKW 0LOOLRQHQ -XGHQ DXI GHU :HOW HWZD ]ZHL 0LOOLRQHQ OHEWHQ LQ -XGlD MHZHLOV HLQH 0LOOLRQ LQ %DE\ORQLHQ bJ\SWHQ 6\ULHQ XQG .OHLQDVLHQ%HGHXWHQGHMGLVFKH*HPHLQVFKDIWHQELOGHWHQVLFKVFKRQYRUGHQ-GLVFKHQ .ULHJHQ LQ 0LWWHO XQG 6GLWDOLHQ XQG LQ HXURSlLVFKHQ *DUQLVLRQVVWlGWHQ ZLH &RUGXED &RUGRED 0DVVLOLD 0DUVHLOOH /RQGLQLXP /RQGRQ $XJXVWD 7UHYHURUXP 7ULHU RGHU&RORQLD$JULSSLQD.|OQ³ Ortag (1997), S. 77 Die Aussage Ortags zu der zeitlichen Ansiedlung der Gemeinschaften in Europa sind ausgesprochen interessant, konnten aber nicht belegt werden. Die ältesten Hinweise auf die Existenz jüdischer Gemeinschaften in Europa stammen aus dem Jahr 321 n .Chr. Dabei handelt es sich um eine Kölner Urkunde, einem Dekret von Konstantin dem Großen, in dem verfügt wurde, dass Juden in die Kurie, dem Stadtregiment, berufen werden konnten 9HUJOHLFKH *D\ 6 . Dies lässt darauf schließen, dass zu jener Zeit sich bereits jüdische Bürger in der Stadt befanden, da das Dekret ansonsten überflüssig gewesen wäre. So bestätigt auch Greive die Existenz jüdischer Gemeinden innerhalb Europas um das 3. Jahrhundert: Ä'LHIUKHVWH*UDELQVFKULIWVWDPPWLQGHVDXV
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Arbeit zitieren:
Dirk Bauer, 2001, Die Aschkenasen - Juden in Europa, München, GRIN Verlag GmbH
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