Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Wirtschaftsstandort Deutschland aus nationaler 3
und internationaler Sicht
2.1 Strukturwandel 3
2.1.1 Industrienationen 3
2.1.2 Neue Bundesländer 4
2.2 Standortfaktoren 5
2.2.1 Negative Standortfaktoren 5
2.2.2 Positive Standortfaktoren 7
2.2.3 Praxisbeispiel Neustadt/Coburg: Firma Rolly Toys 8
2.3 Cluster 9
2.3.1 Definition 9
2.3.2 Globalisierung und regionale Vernetzung 9
2.3.3 Vorteile von Cluster 10
2.3.4 Praxisbeispiel Erlangen: Standortverbund Medizin 12
2.4 Abwanderung 13
3. Fazit 14
4. Anhang 15
5. Quellenangaben 18
2
1. Einleitung
Trotz derzeitiger Konjunkturflaute ist „Made in Germany“ nach wie vor ein starkes Standortargument. Deutschland ist aus nationaler und internationaler Sicht ein wichtiger Investitionsstandort. Aufgrund seiner Marktgröße, der geografischen Lage und einer gut entwickelten und innovativen Wirtschaft gilt Deutschland als attraktiver Standort. Nach Angaben der Regierung gibt es in Deutschland über 20.000 ausländische Firmen, die 2,1 Millionen Arbeitsplätze sichern. 1
Bei der Standortwahl müssen viele Faktoren beachtet werden. Die Hauptkriterien, auf die ein Unternehmer besonders sein Augenmerk legt, sind Wirtschaftlichkeit, Flexibilität, qualifiziertes Personal, gute Zuliefererstrukturen und eine ausgebaute Infrastruktur. 2 Um den Standort Deutschland auch in Zukunft positiv einschätzen zu können, wünschen sich viele Unternehmer von der Politik bessere Rahmenbedingungen in Bezug auf Lohnnebenkosten und Arbeitsrecht. 3
2. Wirtschaftsstandort Deutschland aus nationaler und
internationaler Sicht
2.1 Strukturwandel
2.1.1 Industrienationen
Der Welthandel von Industrieprodukten lief bis in die 60er Jahre zwischen den entwickelten, westlichen L ändern ab. Danach traten immer stärker Länder aus dem asiatischen Raum in den Weltmarkt ein, die mit kostengünstigeren Produkten die Marktführung in vielen Branchen übernahmen. 4
1 Hilmar Kopper „Interesse am Wirtschaftsstandort Deutschland ungebrochen“, aus: Regierung Online, 2003
2 Dietmar H. Lamparter „Wer bleibt am Standort D?“, aus: Die Zeit, 38/2003
3 laut veröffentlichter Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young 06/03
4 Thomas Freytag „Standort Deutschland“, BWL-Handout WS 98/99
3
Aufgrund dieser Konkurrenz erfolgt ein Strukturwandel in Deutschland von einem Industrieland hin zu einem Dienstleistungssektor. 5
Deutschland ist im weltweiten Wettbewerb der attraktivsten Wirtschaftsstandorte im vergangenen Jahr von Platz 12 auf Platz 15 zurückgefallen, wobei die USA weiterhin Spitzenreiter blieb. 6
Zudem verfehlt Deutschland auch dieses Jahr erneut die für die Euro- Länder festgesetzte Obergrenze von drei Prozent für das gesamtstaatliche Defizit. Die Einnahmen steigen trotz massiver Abgabenerhöhungen langsamer als die Ausgaben, so dass der Haushaltsfehlbetrag um auf rund 80 Mrd. Euro (3,7 % des BIP) zunimmt. 7 Deutschland ist im Jahr 2003 die Wachstumsbremse für die Euro-Zone. Die größte Volkswirtschaft Europas ist das einzige Land, für das kein Wachstum, sondern- nach einer Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung- nur eine Stagnation erwartet wird. Das Wachstum des Bruttoinlandprodukts ist stark rückläufig, im Jahr 2001 lag es bei 0,6 %, im Jahr 2002 bei 0,2 %. 8
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin dramatisch. Die Zahl der Arbeitslosen steigt, im August wurden 4.314.223 Personen als arbeitslos gemeldet, und die Arbeitslosenquote von 10,4 % erreicht ihren Höchststand seit der Wiedervereinigung. 9
2.1.2 Neue Bundesländer
Seit Mitte der 90er Jahre schneidet Deutschland im europäischen Wachstumsvergleich schlechter ab als die übrigen EU-Staaten und übernimmt das Schlusslicht. Der ungünstige Wachstumsverlauf ist auf den langwierigen Anpassungsprozess der ostdeutschen Wirtschaft beim Übergang von einem zentralverwalteten zu einem marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem zurückzuführen. 10 Die Arbeitslosigkeit ist durchschnittlich doppelt so hoch wie in Westdeutschland (Arbeitslosenquote Ost: 18,2 West: 8,3) 11 . Doch die Leistungskraft der Wirtschaft ist seit 1990 stark gestiegen. Der Strukturwandel wird vor allem vom verarbeitenden Gewerbe angetrieben. Die Automobilindustrie hat sich zum
5 Institut für Wirtschaftsforschung, Konjunkturenwicklung 2003/2004
6 „Wirtschaftsstandort D. fällt weiter zurück“, aus: Die Welt vom 19.09.20003
7 „Deutschland bremst Europa“, aus: Der Spiegel vom 19.09.2003
8 „Auf wackligen Beinen“, aus: Focus 33/2003
9 Statistisches Bundesamt für Arbeit, Stand August 2003
10 Peter Struck „Deutschland steht gut da“, aus: Dokumente Nr. 02/02
11 Statistisches Bundesamt Deutschland, Al-Quote August 2003
4
wichtigsten Arbeitgeber entwickelt. 12 Die Ansiedlung von BMW in Leipzig zeigt, dass Ostdeutschland im internationalen Standortwettbewerb bestehen kann. Ab 2004 werden sich die S tandortvorteile durch die EU-Osterweiterung erhöhen: denn die Neuen Bundesländer haben gute Lieferbeziehungen und Kontakte zu den Beitrittsländern 13 sowie einen geografischen Vorteil.
Aus einer Umfrage unter ostdeutschen Industrieunternehmen im Jahr 2002 ging hervor, dass Ostdeutschland als Industriestandort zunehmend attraktiv ist. Positive Standortfaktoren sind die vergleichsweise günstigen Lohnkosten, die Nähe zu Kunden und Lieferanten, Fördermittel sowie eine gute Infrastruktur. Besonders die Nähe zu Hoch- , Fachschulen und Forschungseinrichtungen erleichtern Kooperationen, die zur Verbesserung von Produkten oder Produktionsverfahren führen. Die Defizite im Bereich der öffentlichen Infrastruktur wurden in den letzten Jahren weitgehend beseitigt. 14 Die geringere Stundenproduktivität wird größtenteils durch den Standortvorteil der 38-Stunden-Woche ausgeglichen (West: 35-Stunden-Woche). Die Lohnkosten in Ostdeutschland sind niedriger: der effektive Lohnrückstand beträgt etwa ein Drittel gegenüber dem Westen (siehe Abbildung 1). 15
Wichtige Standortnachteile in Ostdeutschland sind die Energiepreise sowie die Höhe der kommunalen Abgaben und Gebühren. Außerdem reicht seit dem Jahr 2000 das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften in Ostdeutschland nach Einschätzung der Unternehmen nicht mehr aus, um den gestiegenen Bedarf zu decken. 16
2.2 Standortfaktoren
2.2.1 Negative Standortfaktoren
Deutschland liegt im internationalen Vergleich mit seinen hohen Löhnen und Lohnnebenkosten weltweit an der Spitze. Nicht nur die direkten Lohnkosten, sondern auch die hohen Personalzusatzkosten veranlassen viele Unternehmen, ihre Produktion in Niedriglohnländer zu verlagern.
12 Rolf Schwanitz „Hält der Osten Schritt?“, aus: European Business Network 24, 08/03
13 Ebd.
14 Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft „Wirtschaft aktuell“, 03/02
15 Manager Magazin 08/03
16 Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft „Wirtschaft aktuell“, 03/02
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Arbeit zitieren:
Rosa Badaljan, Nina Petrautzki, 2003, Deutschland als Wirtschaftsstandort, München, GRIN Verlag GmbH
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