Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Forschungsstand 3
2.1 Aktueller Forschungsstand 4
2.2 Theoretische Erklärungsansätze 5
2.3 Motive und Ursachen des Studienabbruchs 6
3. Forschungsproblem 10
3.1 Fragestellung 10
3.2 Methodische Möglichkeiten 11
3.3 Methodische Umsetzung 13
4. Planung der Feldforschung 14
4.1 Auswahlverfahren 14
4.2 Untersuchungseinheiten 14
5. Arbeits- und Zeitplan 16
6. Quellennachweis 17
2
1. Einleitung
Im Zuge der politischen Reformen wird besonders die Bildungspolitik in Augenschein genommen. Das Schul- und Hochschulwesen, welches seit Jahrzehnten kaum verändert wurde, unterliegt nun einem Wandel. Das Bildungssystem entwickelt sich zu einem stärker wettbewerbsorientiertem System. Damit verbunden sind auch die finanziellen Mittel, die zukünftig Bildungsstätten wie Hochschulen und Fachhochschulen zur Verfügung gestellt werden: die Medien berichten von Wettbewerbsdruck zwischen den Universitäten, der durch die Einführung von hohen Studiengebühren, Sponsorengeldern und die Etablierung von Elite-Akademien entstehen werde.
Die aktuelle Debatte zur Einführung von Studiengebühren an deutschen Universitäten entfacht auch ein neues, teilweise ökonomisches Interesse an Studierenden, die ihr Studium vorzeitig beenden und die Universität ohne akademischen Abschluss verlassen. In unserer Studie „Studienabbruch in der Soziologie“ möchten wir unter anderem untersuchen, welche Folgen die hohe Quote an Studienabbrechern für das Institut der Soziologie beziehungsweise für die Philosophische Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat. Im Mittelpunkt unserer Feldforschung stehen die Ursachen und Gründe, die für einen Studienabbruch verantwortlich sind. Da die bisherigen Untersuchungen des Studienabbruchs an der Friedrich-Alexander-Universität die Soziologie nur im Rahmen einer Studie über die Sozialwissenschaften insgesamt erfasst haben, befassen wir uns ausschließlich mit dem Magisterstudiengang Soziologie, da hierbei im Gegensatz zum Diplomstudiengang an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Universität in Nürnberg abweichende Ergebnisse erwartet werden können.
2. Forschungsstand
Die Auseinandersetzung mit frühen und aktuellen Theorien und Untersuchungen zum Thema Studienabbruch führte zu dem Ergebnis, dass die Literatur vielfältige Befunde aufzeigt. Die Forschungsergebnisse und Untersuchungsmethoden sind in vielen Fällen unterschiedlich, was größtenteils auf die Formulierung der Forschungsfrage und des Forschungsproblems zurückzuführen ist. In dem von Manuela Schröder-Gronostay und Hans-Dieter Daniel herausgegebenen Buch „Studienerfolg und Studienabbruch: Beiträge aus Forschung und
3
Praxis“ werden die verschiedenen Ansichten, Vorgehensweisen und Ergebnisse widergegeben. Im nachfolgenden möchte ich die wichtigsten Punkte kurz zusammenfassen.
2.1 Aktueller Forschungsstand
Innerhalb eines Projektes des OECD beschäftigte sich Werner Hörner besonders mit der Frage nach dem „Umfang des Studienabbruchs“ 1 . Da mit Hilfe dieser Studie unterschiedliche Bildungssysteme miteinander verglichen werden sollten, musste Werner Hörner ein „einheitliches internationales Berechnungsverfahren“ 2 wählen, um Studienabbruch und Studienerfolg miteinander in Relation zu bringen. Die 1999 veröffentlichte Untersuchung ergab, dass die Abbrecherquote in Deutschland bei 28 % liegt. 3 Tendenziell wird die Abbrecherquote von OECD überschätzt, das zeigt die genauere Berechnung der HIS-Studienabbruchstudie von 2002: die bereinigte Quote, das heißt ausländische Studenten und Zweitstudenten fließen nicht in die Berechnung mit ein, liegt bei 24 %. 4 Karl Lewin interessiert sich in seiner Studienabbruchstudie besonders für die Gründe und Ursachen, die zu einem vorzeitigen Ende des Studiums führen. Dabei unterscheidet er zwischen „Ursachenbündeln“ 5 , hochschulabhängigen und hochschulunabhängigen die dafür
verantwortlich sind, dass die Entscheidung, das Studium ohne Abschluss zu beenden, getroffen wird. Dabei weist Karl Lewin darauf hin, dass weder die „Studierunfähigkeit“ des Studenten noch ein „Versagen der Hochschule“ für einen Abbruch verantwortlich sind, sind. 6 sondern „persönliche Gründe“ ausschlaggebend Eine der wenigen
Längsschnittuntersuchungen bildet die Frankfurter Arbeitsgruppe Lebensläufe, auf deren Daten Andreas Golds Forschung basiert. Die von 1972 bis 1984 ermittelten Daten lieferten konkrete Anhaltspunkte bezüglich Studienerfolg und Studienabbruch. So kam Andreas Gold zu dem Ergebnis, dass fünf „psychologische Merkmale“ ausschlaggebend für ein erfolgreiches Abschließen des Studiums sind: „Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Emotionalität, eigene Leistungsbewertung und Studienintegration“. 7 Die Ausprägung dieser Fähigkeiten entscheidet nach Gold auch darüber, in welcher Phase des Studiums ein Abbruch
1 Schröder-Gronostay, Manuela; Daniel, Hans-Dieter: Studienerfolg und Studienabbruch. Beiträge aus
Forschung und Praxis. Neuwied: Luchterhand 1999. S. VIII
2 Ebd.
3 Hörner, Walter: Studienerfolgs- und Studienabbruchsquoten im internationalen Vergleich. 1999. In: Schröder-
Gronostay / Daniel: Studienerfolg und Studienabbruch.
4 Heublein, Ulrich u.a.: Studienabbruchstudie 2002. Die Studienabbrechquoten in den Fächergruppen und
Studienbereichen der Universitäten und Fachhochschulen. Hannover: HIS 2002.
5 Schröder-Gronostay, Manuela; Daniel, Hans-Dieter: Studienerfolg und Studienabbruch. S. IX
6 Ebd.
7 Ebd.
4
stattfindet. Frühe Studienabbrecher weisen meist andere Merkmale auf als späte Studienabbrecher. So scheitern die späten Abbrecher häufiger an Leistungsproblemen, Abbrecher in der Studieneingangsphase kommen eher mit der „sozialen Situation“ an der Universität nicht zurecht. 8 Im Gegensatz zu Andreas Gold kommt Thomas Meyer zu dem Ergebnis, dass weder hochschulabhängige Ursachen noch Leistungsprobleme zum Studienabbruch führen, sondern „Gründe wie Distanzierung zum Studium oder günstige Berufserwartungen auch ohne Hochschulabschluss den Ausschlag für diese Entscheidung“ 9 geben.
Neben den Dimensionen Umfang und Ursachen des Studienabbruchs stehen in zahlreichen Untersuchungen besonders die Folgen im Vordergrund. Je nach Untersuchungseinheit und Problemstellung kommt es auch hier zu unterschiedlichen Bewertungen. Aus ökonomischer Sicht gilt der Abbruch eher als Verlust, Lutz Bornmann und Hans-Dieter Daniel betrachten den Studienabbruch vom „individuellen Standpunkt“ aus eher positiv, da er als „Orientierungsphase im Studium betrachtet werden kann.“ 10
2.2 Theoretische Erklärungsansätze 11
Die Zusammenfassung von Manuela Schröder-Gronostay macht deutlich, dass die Theoriebildung in Bezug auf Untersuchungen des Studienabbruchs sehr vielschichtig und ambivalent ist. Eine einheitliche Theorie sucht man in der vorhandenen Literatur vergeblich, doch es kristallisieren sich vier Erklärungsansätze heraus, an denen sich Wissenschaftler orientieren, welche aus vier verschiedenen Perspektiven das Phänomen des Studienabbruchs betrachten. Nach Tinto werden sie in „soziologische, organisationstheoretische, psychologische und ökonomische Erklärungsmodelle“ 12 eingeteilt. Tinto selbst beschäftigte sich bereits 1975 mit dem soziologischen Erklärungsmodell. Als Basis wählte er Spadys Arbeiten, in denen dieser zu dem Ergebnis kommt, dass ein Studienabbruch aufgrund mangelnder sozialer Integration oder gescheitertem Sozialisationsprozesses erfolgt. 13 Dieses Modell wird von Tinto zum „student integration model“ 14 erweitert, indem er die „doppelte
8 Ebd.
9 Ebd.
10 Schröder-Gronostay, Manuela; Daniel, Hans-Dieter: Studienerfolg und Studienabbruch. S. X f.
11 Schröder-Gronostay, Manuela: Studienabbruch - Zusammenfassung des Forschungsstandes. 1999. In:
Schröder-Gronostay / Daniel: Studienerfolg und Studienabbruch. S. 217
12 Schröder-Gronostay, Manuela: Studienabbruch - Zusammenfassung des Forschungsstandes. S. 218
13 Ebd.
14 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Rosa Badaljan, 2004, Forschungsplan: Studienabbruch in der Soziologie, München, GRIN Verlag GmbH
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