Inhaltsverzeichni s - II -
Inhaltsverzeichnis
Seite
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 4
1.1 Problemstellung 4
1.2 Gang der Untersuchung 4
2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt 5
2.1 Entstehung des Stabilitäts - und Wachstumspakts 6
2.2 Intention und Bedeutung des SWP 7
2.2.1 Auflagen und Umsetzung des SWP 8
2.2.2 Das Frühwarnsystem 11
2.2.3 Sanktionsmechanismus des SWP 12
3 Der SWP in der Diskussion 13
3.1 Schwachstellen des SWP 15
3.2 Kritik an einer möglichen Reform des SWP 17
3.3 Vorschläge zur Reformierung des SWP 18
3.3.1 Berücksichtigung der Konjunktur 18
3.3.2 Maßnahmen für eine höhere Flexibilität 19
3.3.3 Verbesserte Messkriterien 21
3.3.4 Institutionelle Reformen 22
4 Fazit 23
Anhang ....................................................................................................................................26
Literaturverzeichnis 27
Abbildungsverzeichnis - III -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Defizitverfahren 11
Abbildung 2: Entwicklung des Haushaltsdefizit der EU -Staaten (ohne UMTS -
Einnahmen) 14
Abbildung 3: Verschuldung der EU -Mitgliedsstaaten (gemessen in am BIP) 14
Abkürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt
ECOFIN Economy und Finance Abkürzung für den Rat der europäischen Finan z-
minister welche z B über ein übermäßiges Defizit entscheiden
EG Europäische Gemeinschaft
EMU European Monetary Union
ESZB Europäisches System der Zentralb anken
EU Europäische Union
SWP Stabilitäts- und Wachstumspakt
Einleitung - 4 -
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Der Stabilitäts- und Wachstumspakt ist eine zentrale Institution der europäischen Wir t- schafts- und Finanzpolitik. Er diente und dient der Union als Maßgabe für die Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten und soll darüber hinaus, wie der Name besagt, für Stabilität und Wachstum innerhalb des Euroraumes sorgen.
Seit einiger Zeit ist der Pakt allerdings i ntensiv in die Diskussion geraten. Nicht erfüllte Referenzwerte und schwi erige wirtschaftliche Zeiten lassen die Stimmen der Fürsprecher einer Reform des Paktes immer lauter werden. Es scheint offensichtlich zu sein, dass der Pakt Probleme bereitet. Doch gibt es auch viele Kritiker, welche einer Reformierung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes recht skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen. Die europäische Währungsunion ist noch verhältnismäßig jung und wurde bereits vor i h- rem Beginn auf internationaler Ebene von einigen Beobachtern zum Scheitern verurteilt. Dementsprechend wir d jeder Schritt der in diesem Zusammenhang von Seiten der EU getätigt wird, genauestens verfolgt. Sicherlich könnte jede falsche Entscheidung nicht nur hinsichtlich des Stabilitäts - und Wachstumspaktes die Union in eine Krise führen. Fol g- lich muß auch die Notwendigkeit einer Reform des Paktes genau analysiert werden.
Diese Ausarbeitung befaßt sich mit einer Aufarbeitung des Themas Stabilitäts - und Wachstumspakt und mit der Fragestellung, ob letztendlich eine Reform des Paktes no t- wendig und sinnvoll ist. D er Umfang der Arbeit läßt dabei lediglich Raum für eine Grundlagenanalyse dieser Problematik und verfolgt nicht den Anspruch, eine d etaillierte und politisch relevante Lösung vorzuschlagen.
1.2 Gang der Untersuchung
Im 2. Kapitel soll als Basis zunächst der St abilitäts- und Wachstumspakt mit seinen R e- gelungen und Mechanismen vorgestellt werden. Dies soll als Einführung dienen, um die in Kapitel 3 zu analysierende Diskussion um den Pakt nachvollziehen zu können.
Der Stabilitäts - und Wachtsumspakt - 5 -
Dabei wird vorab auf die Schwachstellen des Pakte s eingegangen, welche letztlich die mögliche Notwendigkeit einer Reform begründen, bevor diesen die Position der Kritiker entgegengehalten wird.
Anschließend werden einige der wesentlichen Reformvorschläge vorgestellt. Dabei sind die Vorschläge nach den Be reichen kategorisiert, welche sie betreffen und nicht nach den Konzepten ihrer Verfasser.
Mit Kenntnis sowohl der Schwachstellen des Stabilitäts - und Wachstumspaktes als auch der Reformvorschläge und deren Kritik wird zum einen die Problematik des Paktes v er- deutlicht. Zum anderen läßt sich im letzten Kapitel ein Fazit ziehen, welches die No t- wendigkeit einer Reform beurteilt.
2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt
Stabilität und wirtschaftliches Wachstum sind angestrebte Ziele der Wirtschaft spolitik und in der Bundesrepublik Deutschland bereits seit vielen Jahren im sog. Stabilitätsgesetz (Gesetz zur Förderung der Stabilität und Wachstums der Wirtschaft vom 08.06.1967, BGB...) verankert. Bund und Länder haben diesem Gesetz zur Folge bei ihren wir t- schafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwir tschaftlichen Gleichgewichts zu b eachten. 1 Dies impliziert, dass die Wirtschaftspolitik eines Staates noch andere Ziele verfolgt, we l- che in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. In der Bu ndesrepublik Deutsch- land spricht man in diesem Zusammenhang von dem „magischen“ Viereck. Die Ziele, welche das Viereck bilden, sind Vollbeschäftigung, Preisstabilität, wirtschaftliches Wachstum und außenwirtschaftliches Gleichgewicht. Als „magisch“ gilt da s Viereck, weil alle Ziele in einem sehr komlpexen Verhältnis zueinander stehen. 2 Dieses Viereck, bzw. seine Ziele als Voraussetzung für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt in einem ausgewogenen Gleichgewicht zu halten, ist letztendlich auch eines de r obersten Bestre- ben der Wirtschafts- und Währungsintegration Europas.
1 Vgl. Siebert, H., Einführung in die Volkswirtschaftslehre, 12. Aufl., Stuttgart 199 6, S. 35.
2 Vgl. Baßeler, U./ Heinrich, J./ Koch, W., Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft, 14. Aufl., Köln
1995, S. 34 f.
Der Stabilitäts - und Wachtsumspakt
Auf Grundlage dieses Gleichgewichtsstrebens und zur Förderung eines nachhaltigen Wachstums sowie der Vollbeschäftigung liefert der Stabilitäts - und Wachstumspakt (im Folgenden kurz „SWP “ genannt) den EU-Staaten einen gemeinsamen finanzpolitischen
Verhaltenskodex. 3
2.1 Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumspakts
Als erforderliche Voraussetzung für die Teilnahme an der Währungsunion, mußten die Mitgliedsstaaten sog. Konvergenzkriterien erf üllen. Diese insgesamt vier Kriterien wu r- den im EG-Vertrag festgelegt:
♦ Die Inflationsrate darf maximal 1,5% über derjenigen des Mitgliedsstaates mit der niedriegsten Inflationsrate liegen
♦ Es darf kein übermäßiges Defizit der öffentlichen Haushaltslage best ehen:
§ Das gesamtstaatliche Defizit darf max. 3% des Bruttoinlandsprodukt (BIP) betragen
§ Die öffentliche Gesamtverschuldung darf max. 60% des BIP betragen ♦ Die Einhaltung der normalen Bandbreiten des Wechselkursmechanismus des Europäischen Währungssystems se it mindestens zwei Jahren ohne A b- wertung gegenüber der Währung eines anderen Mitgliedsstaates
♦ durchschnittliche langfristige Zinssätze ≤ 2% über dem Ergebnis derjen i- gen Mitgliedstaaten mit der niedrigsten Inflation
Durch die Währungsunion wurde die Geldp olitik für alle Teilnehmer vereinheitlicht, während die Finanz - und Haushaltspolitik (und somit der fiskalpolitische Handlung s- spielraum) weiterhin in nationaler Verantwortung belassen wurde. Ein davon ausgehe n- des Spannungsverhältnis, hervorgerufen durch un terschiedliche Zielverfolgung (Preisst a- bilität einerseits und fiskalpolitisches Agieren andererseits), sollte daher durch eine ei n- heitliche Verhaltensregelung vermieden werden. Diese Regelung sollte eine Haushalt s- disziplin der Mitgliedstaaten gewährleisten .
3 Vgl. Europäische Zentralbank (Hrsg.), Monatsbericht Mai 1999, S. 49.
Der Stabilitäts - und Wachtsumspakt - 7 -
So wurde 1997 in Amsterdam, mitunter auf Initiative der BRD, der Stabilitäts - und Wachtsumspakt zur Gewährleistung der Dauerhaftigkeit der erreichten Konvergenzkrit e- rien auf Basis eben dieser Kriterien in den Gemeinschaftsvertrag aufg enommen. 4
2.2 Intention und Bedeutung des SWP
Staatshaushalte, die sich nicht im Gleichgewicht befinden und defizitär sind, erfordern oftmals die Aufnahme neuer Kredite, um die notwendigen öffentlichen Ausgaben des Staates (wie z.B. für Bildung, Umweltschutz, Renten etc.) täti gen zu können. Der Schu l- dendienst des Staates steigt weiter an und die Gefahr in eine Schuldenfalle zu geraten vergrößert sich. Gleichzeitig führt eine erhöhte staatliche Kreditaufnahme, ceteris par i- bus, auch zu steigenden Zinsen am Kapitalmarkt und die pr ivaten Investitionen könnten zurückgehen. Dies schränkt letztlich das wirtschaftliche Wachstum ein und stellt eine G e- fahr für das ökonomische Gleichgewicht und somit für Preisstabilität und Vollbeschäft i- gung dar. Nicht zuletzt begrenzen große Haushaltsdefi zite der Mitgliedsstaaten den Handlungsspielraum der Finanzpolitik als nationales Stabilisierungsinstr ument. 5 Mit der Einführung des SWP werden die Mitgliedsstaaten angehalten, ihre Haushalte s o- lide und stabil zu halten (d.h. Ausgaben und Einnahmen aller öffentlichen Haushalte au s- zugleichen). Gleichzeitig soll der SWP erreichen, dass eine langfristig disziplinierte, f i- nanzpolitische Verhaltensweise der Mitgliedstaaten sichergestellt und einer überhöhten Staatsverschuldung entgegengewirkt wird. Somit reduzi ert sich die Gefahr einer inflati o- nären Preisentwicklung und dem Ziel der EU -Geldpolitik, eine Preisstabilität der G e- meinschaftswährung zu gewährleisten, wird entsprochen. Der SWP vermeidet also mö g- liche Zielkonflikte zwischen der EU -Geldpolitik und der au f nationaler Ebene verblieb e- nen Finanzpolitik. 6
4 Vgl. Bundesfinanzministerium, Frequently asked Quest ions zum Stabilitäts - und Wachtsumspakt, Mai
2003 [elektronisch veröffentlicht, http://www.bundesfinanzministerium.de/BMF -.336.16334/Artikel/.htm].
5 Vgl. Baßeler, U./ Heinrich, J./ Koch, W., Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft, 14. Aufl., Köln
1995, S. 414 ff.
6 Vgl. Europäische Zentralbank (Hrsg.), Monatsbericht Mai 1999, S. 49f.
Quote paper:
Stefan Funsch, 2003, Die Problematik des Stabilitäts- und Wachstumspaktes und die Notwendigkeit eines reformierten, flexiblen finanzpolitischen Stabilitätspaktes, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
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