Inhaltsverzeichnis
Kapitel Seite
1. Die Geschichte Englands im 19. Jahrhundert 3
2. Frauen im 19. Jahrhundert 3
2.1 Die Stellung der Frau 3
2.2 Die Rolle der Frau in den verschiedenen Klassen 4
3. Mary Elizabeth Braddon Eine Biographie 5
4. Lady Audley’s Geheimnis 6
4.1 Form 6
4.1.1 Gattung 6
4.1.2 Perspektive 7
4.1.3 Struktur und Handlungsaufbau 8
4.1.4 Sprache und Intention 8
4.2 Inhalt 9
5. Lucy Audley, geborene Graham Helen Talboys, geborene Maldon 9
6. Quellenangaben 12
2
1. Die Geschichte Englands im 19. Jahrhundert
Die Regierungszeit Königin Viktorias, welche von 1837 bis 1901 andauerte, war von weitreichenden sozialen Krisen und Reformen gekennzeichnet, so dass die englische Literatur der Zeit – trotz immer noch vorhandener „romantischer” Remineszenzen – verstärkt aktuelle Fragen wie Demokratisierung oder Industrialisierung aufgriff. Auch lieferten der Utilitarismus von Denkern wie Jeremy Bentham, John St. Mill und David Ricardo sowie die Evolutions- und Fortschrittsphilosophien Charles Robert Darwins und Herbert Spencers optimistische Modelle, deren Folgen kritisch beleuchtet werden mussten. Als Medium für Sozialkritik entwickelte sich der Roman in der Viktorianischen Epoche von der Romantik hin zum Realismus, eine Tendenz, die Jane Austen bereits Anfang des 19. Jahrhunderts vorweggenommen hatte.
Der Weg für Massenmedien wurde frei, nachdem die Stamp Act von 1712, nach der einen Penny Steuer auf eine Seite verhängt wurde, abgesetzt wurde, da alle Schriften dadurch günstiger wurden. Bücherläden am Bahnhof öffneten neue Möglichkeiten für den Buchmarkt, da sich nun sehr viel mehr Menschen, Literatur – speziell in diesem Fall Reiseliteratur, die man nach der Reise oft wegwarf – leisten konnten.
„Lady Audley’s Secret“ war ein sofortiger Erfolg und wurde mit neun Auflagen in den ersten drei Monaten über eine Million mal verkauft. Zunächst waren es drei Bände, die in den sogenannten „circulating libraries“ standen und erhältlich waren. Elizabeth Braddon wurde die Königin der Leihbibliotheken genannt 1 .
Zur Jahrhundertwende erschien „Lady Audley’s Secret“ als einbändiges Buch und durfte sich ungehemmt großer Nachfrage erfreuen.
2. Frauen im 19. Jahrhundert
2.1 Die Stellung der Frau
Die Stellung der Frau im 19. Jahrhundert war vom kleinen familiären Kreise bis hin zum politischen Engagement klar untertänig.
Angefangen, dass nicht die Frau, sondern der Mann einen Heiratsantrag stellt, auch nimmt dieser in der Ehe eine gewisse Vormachtstellung ein. Weder besteht seinerseits eine Unterhaltspflicht, noch verfügt die Frau über ein Erbrecht. Das hieß allerdings immerhin nicht, dass sie nicht erben durfte. Sie war gänzlich finanziell abhängig von ihrem Ehegatten. Bis 1857 hatte die Ehefrau keinerlei Eigentum zu verzeichnen. Im Falle eines Verdienstes
1 vgl. Mary Elizabeth Braddon, 1998, S. 534
3
seitens der Frau hatte sie keinen Anspruch auf diesen, da ihr Geld, so wie sie selbst auch, ihrem Ehemann gehörte 2 . Gleichermaßen wäre eine Scheidung der Frau undenkbar gewesen. Der Divorce und Matrimonial Act von 1857 erleichterte schließlich Scheidungen und verbesserte zugleich die schlimmsten Aspekte der Stellung der Frau. Ebenso stand der Bildungsweg bis 1848 ausschließlich den Männern offen bis nach langem Warten das Queens College in London konstituiert wurde, welches den Mädchen die Gelegenheit gab, eine Ausbildung auf Universitätsniveau zu erlangen. Jedoch wurden Abschlüsse erst ab 1878 an Frauen vergeben. Weiteres Manko war die Tatsache, dass der Besuch des Queens College exklusiv und somit den wohlhabenden Familien vorbehalten war 3 .
Auf politischer und juristischer Ebene war die Frau marginal vertreten. Da das Wahlrecht rein an Eigentumsverhältnisse geknüpft war, und bekanntlich Frauen fast nie Eigentümerinnen waren, durften nur sehr wenige Frauen wählen. Durch die Reform Bill, wurde 1832 das sowieso schon unterdrückte Geschlecht weiter ins Abseits gedrängt, indem das Wort „männlich“ eingefügt wurde und folglich nur noch Männer mit Eigentum wahlberechtigt waren.
2.2 Die Rolle der Frau in den verschiedenen Klassen
Welche Rolle die Frau in der Familie spielte, unterschied sich in gewissen Punkten zwischen den einzelnen Schichten.
In der Unterschicht war die größte Beschäftigungsgruppe Hausangestellte, insbesondere in den 50er und 60er Jahren 4 . Während die Männer der Arbeiterklasse zur Arbeit gingen, hatte die Frau im Hause zu bleiben und die dort anfallende Arbeit zu verrichten. Durchaus wurde die Heimarbeit der Frauen als ordentliche Tätigkeit angesehen. Da das häusliche Leben im
19. Jahrhundert ein Ideal war, gab es sehr viele verheiratete Frauen, die eine Arbeit dieser Art ausüben wollten. Ansonsten arbeiteten die Frauen als Land- oder Fabrikarbeiterinnen.
Frauen aus der Mittelschicht gingen im Normalfall nicht für Geld arbeiten, dieses Verhältnis von Leistung und Gegenleistung wuchs auf dem Nährboden der Prostitution. Gewöhnlich drehte sich ihr Leben ohne Frage um Haus und Familie. Natürlich gab es keinerlei Maschinen, welche in irgendeiner erdenklichen Art und Weise die Arbeit hätten erleichtern können. Beispielsweise war das Waschen von Wäsche ein Akt von einem ganzen Tag, der
2 vgl. www.pinn.net/~sunshine/whm2003/bodichon2.html
3 vgl. Bonnie Anderson, 1993, S. 434
4 vgl. Ursula Becher, 1988, S. 485
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Quote paper:
Nico Drimecker, 2003, Mary Elizabeth Braddon's "Lady Audley's Secret", Munich, GRIN Publishing GmbH
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