I Titelblatt
II Inhaltsverzeichnis
1. Historische Quellen -S.3
2. Der Aufbau der Villa Rustica -S.3
3. Größe -S.4
4. Lage -S.4
5. Familia Rustica -S.5
6. Veränderungen vom 2. -S.6 zum 1. Jhdt. v. Chr. und damit einhergehende Spezialisierung
III Quellen, Sekundärliteratur
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1. Historische Quellen:
Aussagen über die la ndwirtschaftlichen Verhältnisse in Italien vor 2000 Jahren machen zu können verdankt man vor allem den Schriftstellern Cato und Varro. Catos Schriften können als guter Rat für Landwirte aufgefasst werden. Er beschreibt die erste Hälfte des zweiten Jahrhunderts und sammelte medizinische Ratschläge ebenso wie z.B. Verträge und Sachverständigenberichte. Die Beobachtungen bezogen sich auf Campanien und Latium. 1 Catos Berichte sind dennoch differenziert zu betrachten, da er seinen Schriften neue Erkenntnisse jeweils nur hinzugefügt hat und vorher geschriebenes nicht korrigierte.
Varros Berichte bezogen sich auf ganz Italien. Er beschäftigte sich um 37 v. Chr. Mit neuen Pflanzensorten, Produkten und Produktionszweigen und den daraus neu entstandenen Anbaumethoden und landwirtschaftlichen Praktiken. Er bezog sich auf persönliche Kenntnisse, Fachstudien und Mitteilungen von Landwirten. Weitere Autoren waren Columella, der zu Varros Zeiten schrieb und Plinius. 2
2. Der Aufbau einer villa rustica:
Unter villa rustica versteht man ortsfest errichtete Wirtschafts- und Gesindegebäude auf einem abgeschlossenen,
räumlich begrenzten Grundstückskomplex. Der „fundus“ wurde öffentlich unter dem Namen des Erstbesitzers eingetragen; es gab keine Änderung der Eintragung bei Besitzänderungen. Zu den Wirtschaftgebäuden der villa rustica gehörten z.B. Stallungen, Schuppen, Speicher, sowie Werk- und Spezialräume, die meist einen Innenhof umschlossen.
Cato benutzt den Begriff fundus ebenso wie ager, womit Feld oder kleines Gut gemeint ist. Bei Varro überwiegt der Begriff fundus und der Begriff agellus anstelle von ager ist hinzugekommen. Auch benutzt wurde die Bezeichnung praedium, die äquivalent zu fundus zu gebrauchen ist. Es bezeichnet also auch einen Gutshof, wobei bei dieser Wendung jedoch der Grundbesitz als Vermögen hervorgehoben wird.
1 [Dohr 1965: 5]
2 [Dohr 1965: 6ff]
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Zur villa rustica gehörte auch später die villa urbana. Gemeint ist der Wohnbereich des Villenbesitzers und seiner Familie. Dieser Teil der Villa war mit städtischen Annehmlichkeiten wie fließendem Wasser, Mosaiken und Baderäumen ausgestattet. 1 Das Herrenhaus stand in prominenter Lage zumeist künstlich erhöht. 2 Auch bekannt ist der Begriff latifundia 3 gemeint ist ein Großgut von bis zu 12000 iugera mit (7000 iugera = 2ha) riesigen Vieherden. Unklar ist jedoch wie die Verwaltung eines solchen Großgutes organisiert war, da die flächenmäßig große Ausdehnung archäologisch, aussagekräftigen Rückschlüsse zulässt.
3. Größe:
Als Kleinbetriebe bezeichnet man Grundstücke mit einer Fläche von zehn bis achtzig iugera. Sie waren in bäuerlichem Besitzt. Achtzig iugera konnten mit einem Ochsengespann bearbeitet werden. Man vermutet, dass 10 iugera reichten um das Existenzminimum eines Bauern bereitzuhalten. 10 iugera Land waren außerdem ein gebräuchlicher Bonus für Veteranen.
Mittelgroße Betriebe waren Anwesen mit einer Grundfläche von achtzig bis 500 iugera. Diese, meist mit Öl- und Weinbau bearbeiteten Güter wurden von der familia rustica bewirtet. Gemeint ist hier nicht die genetisch verwandte Großfamilie, die die kleineren Güter bewirtschaftet, sondern eine Gruppe ständig auf dem Hof lebender Arbeitssklaven.
4. Lage:
Eine günstige Lage (bona regio, bonus locus) ist Vorraussetzung für die Rentabilität der villa rustica. Das heißt selbstverständlich, dass gute Böden und die Wasserversorgung gewährleistet sein mussten. Jedoch steigern z.B. eine geometrische Anlage der Kulturen (Felder) und ein guter Pflegezustand den Verkaufswert eines Betriebes. Generell wurde ein Gut immer nach zwei Aspekten bewertet. Zum ersten spielten die natürlichen
Gegebenheiten eine Rolle und zunehmend gewannen im Verlauf des 1. Jhdt. v. Chr. Ökonomische Gesichtspunkte an Bedeutung.
1 [Mielsch 1987: 9ff]
2 [Mielsch 1987: 45]
3 [Mielsch 1987: 35ff]
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Arbeit zitieren:
Karoline Schulte-Frohlinde, 2003, Villa Rustica Die römische Villenwirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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