Dank
Ich bedanke mich herzlich bei Herrn Prof. Dr. Ernst-Jürgen Schröder und bei Herrn Dr. Bernhard Mohr für die gute Betreuung und das Interesse, das sie meiner Arbeit entgegenbrachten.
Bei Herrn Kress vom Landwirtschaftsamt Titisee-Neustadt, Herrn Dierks vom Amt für Strukturplanung und Wirtschaftsförderung Freiburg, Herrn Weiher vom Arbeitsamt Titisee-Neustadt, Herrn Dr. Müller vom Staatlichen Forstamt Titisee-Neustadt, Herrn Bürgermeister Dr. Schmitt, Frau Schulz von der Touristinformation Löffingen und besonders bei Herrn Sulzmann von der Stadtverwaltung Löffingen bedanke ich mich für die Unterstützung und die aufschlussreichen und interessanten Gespräche.
Mein Dank gilt auch denjenigen Mitgliedern des Löffinger Gemeinderates und den Experten, die sich die Mühe gemacht haben, den Fragebogen auszufüllen und dadurch einen Teil dieser Arbeit ermöglicht haben. Für wertvolle Hinweise, kritische Anmerkungen und moralische Unterstützung danke ich: meinen Eltern, Stefanie Lorenz, Philip Hintze, Claudia Erne, Michael Höger, Tanja Kessler, Maria Bücheler, Marcin Chomiuk, Marta Borejko, Nataliya Shandra, Anne Cécilie Arnould und Marta Kulik. Meiner Familie bin ich zu tiefstem Dank verpflichtet, da sie mir mein Studium ermöglicht hat.
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Inhaltverzeichnis
Verzeichnis der Abbildungen iv
Verzeichnis der Photos v
Verzeichnis der Tabellen und Karten vi
I. Einleitung 1
II. Ziele, Methoden und Quellen der Untersuchung 2
II.A Ziele der Untersuchung 2
II.B Methoden und Quellen der Untersuchung 3
II.B.1 Methoden-Mix quantitativer und qualitativer Vorgehensweisen 4
II.B.2 Quellen der Untersuchung 5
III. Einordnung der Untersuchung und theoretischer Hintergrund 6
IV. Locality Study - Löffingen 9
IV.A Löffingen - Kleinstadt auf der Westbaar 9
IV.A.1 Naturraum, großräumige Lage 9
IV.A.2 Historische Entwicklung 13
a.) Die Anfänge der Siedlungstätigkeit auf der Westbaar 13
b.) Löffingen als Siedlung der alemannischen Landnahme
und fränkischer Zentralort 14
c.) Blühende Handels- und Ackerbürgerstadt des
Hochmittelalters und der frühen Neuzeit 15
d.) Abschwung wegen verpasster Industrialisierung 16
e.) Die Situation nach dem 2. Weltkrieg 17
IV.B Bevölkerung 19
IV.B.1 Entwicklung der Bevölkerung 19
IV.B.2 Erwerbsstrukturen und Pendlerverhalten 26
a.) Erwerbsstrukturen 26
b.) Pendlerverhalten 28
IV.C Wirtschaftlicher Wandel 31
IV.C.1 Fördermaßnahmen 31
IV.C.2 Industrie und Handwerk 35
a.) Entwicklung von Industrie und Handwerk im Überblick 35
b.) Niedergang Studer-Revox/ IMS Connector Systems 39
c.) Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt 42
d.) Interkommunales Gewerbegebiet B 31 43
IV.C.3 Dienstleistungen - innerstädtischer Einzelhandel 48
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IV.C.4 Fremdenverkehr 55 IV.C.5 Landwirtschaft 61 IV.C.6 Forstwirtschaft 70
IV.D Jüngere städtebauliche und infrastrukturelle Maßnahmen 76
IV.D.1 Veränderung der Stadt 76
a.) Gliederung des Stadtgebietes 76
b.) Altstadtsanierung und Umgestaltung der Innenstadt 81 c.) Neubaugebiete 82
d.) Gemeinbedarfseinrichtungen 84 IV.D.2 Verkehrssituation 86 a.) Straßenverkehr 86
b.) Öffentlicher Personen Nahverkehr (ÖPNV) 89
IV.D.3 Energiestadt Löffingen? 93
V. Stärken-Schwächen-Analyse 96
V.A Polaritätsprofil und Stärken-Schwächen Analyse Löffingens: Befragungsergebnisse 96 V.A.1 Polaritätsprofil 97 V.A.2 Stärken 99 a.) Hohe Lebensqualität 100 b.) Großräumige Verkehrslage 100
c.) Erschließung durch Öffentlichen Personen Nahverkehr 101 d.) Finanzkraft der Stadt 102
e.) Sozial-/ Bildungs- und Kultureinrichtungen 103 V.A.3 Schwächen 103 a.) Stadtimage 103
b.) Fehlende Entwicklungsziele 104
c.) Lokale Arbeitsmarktsituation 105
d.) Zusammenarbeit Verwaltung, Gemeinderat und
V.B Die Rolle der kommunalen und regionalen Akteure
VI. Zusammenfassung und Ausblick 110
VII. Literatur 115
VIII. Anhang 122 VIII.A GesprächspartnerInnen 122
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Verzeichnis der Abbildungen
Abb. 1 Bevölkerungsentwicklung Gesamtstadt Löffingen
1871 - 2002
Abb. 2 Bevölkerungsentwicklung Löffinger Ortsteile
1980 - 2002
Abb. 3 Bevölkerungsbilanzen Löffingen 1991 - 2002
Abb. 4 Bevölkerungsentwicklung ausgewählter Gemeinden
1950 - 2001
Abb. 5 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach
Wirtschaftssektoren in Löffingen 1960 - 2001
Abb. 6 Entwicklung der sozialversicherungspflichtig
Besch äftigten in Löffingen 1975 - 2001
Abb. 7 Zielorte der Auspendler (1999)
Abb. 8 Herkunftsorte der Einpendler (1999)
Abb. 9 Handwerksunternehmen nach Gewerbezweigen (1995)
Abb. 10 Arbeitslose in Löffingen 1992 - 2002 (jeweils zum 30. Juni)
Abb. 11 Hebesätze Grund- und Gewerbesteuer im Vergleich (2001)
Abb. 12 Ankünfte und Übernachtungen in Löffingen 1984 -
(ohne Dittishausen)
Abb. 13 Bettenauslastung und Aufenthaltsdauer (1999)
Abb. 14 Ankünfte und Übernachtungen ausländischer Gäste (2001)
Abb. 15 Anteil landwirtschaftlich genutzter Fläche (2001)
Abb. 16 Anteil landwirtschaftlich genutzter Fläche - Ortsteile
im Vergleich (2001)
Abb. 17 Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe 1960 - 2001
Abb. 18 Entwicklung der Betriebsgrößen 1991 - 2001
Abb. 19 Anbau nach Fruchtarten 1979 - 1999
Abb. 20 Bewaldungsgrad 1965 und 1989
Abb. 21 Waldbesitzverteilung auf Löffinger Gebiet 1975 - 2002
Abb. 22 Entwicklung der Baumartenmischung 1875 - 2002
Abb. 23 Baugenehmigungen Löffingen 1979 - 2001
Abb. 24 Schuldenstand Löffingen 1960 - 2001
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Verzeichnis der Photos
Photo 2 Photo 3 Photo 4
Photo 5
Photo 7 Photo 8
Photo 9
Photo 10
Photo 11
Photo 15
Photo 16
Photo 17 Distrikt Balzwald 72
Photo 19 Photo 20 Photo 21 Photo 22
Photo 23 Photo 24 Photo 25
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Verzeichnis der Tabellen
Tabelle 2 Tabelle 3 Tabelle 4 Tabelle 5
Verzeichnis der Karten
Karte 2 Karte 3 Karte 4 Karte 5
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I. Einleitung
Obwohl Löffingen zu den größeren Gemeinden des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald zählt, fehlt bis heute eine geographische Gesamtbetrachtung. Zwar wurden Teilaspekte der Entwicklung Löffingens nach dem 2. Weltkrieg von BRITTINGER (1975) in einer Dissertation beleuchtet, doch scheint es interessant zu sein die Weiterentwicklung der Stadt in jüngerer Zeit zu beobachten, und zu untersuchen inwiefern sich Löffingen aktuell im Umbruch befindet.
Dass sich Löffingen im Umbruch befinden könnte, lassen Überschriften wie “Einstieg in die Stadtzukunft?”, “IMS Connector Systems baut erneut massiv Stellen ab”, “B 31 Ausbau kommt 2004" oder “mehr Schwung für den Tourismus?” in der lokalen Presse erahnen. Ein Stadtrundgang durch die sanierte Altstadt, die schnell wachsenden Neubau- und Gewerbegebiete und eine Fahrt durch die Ortsteile bestätigen dies als ersten Eindruck.
Deshalb verfolgt die vorliegende Arbeit vor allem zwei Ziele. Zum einen soll eine umfangreiche Bestandsaufnahme, in welche die historische Entwicklung, die einzelnen Wirtschaftssektoren, sowie bauliche Veränderungen in der Stadt Löffingen einfließen, vorgenommen werden. Zum anderen sollen auf dieser Grundlage dann Stärken und Schwächen der Stadt aufgezeigt werden. In diese Analyse fließen auch Bewertungen kommunaler und regionaler Experten mit ein. Am Ende soll dann ein kleiner Ausblick auf die mögliche weitere Entwicklung Löffingens gegeben, und Perspektiven für die Kleinstadt aufgezeigt werden.
Die Arbeit stellt somit eine “locality study” im Rahmen der “new regional geography” dar.
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II. Ziele, Methoden und Quellen der Untersuchung
II.A Ziele der Untersuchung
Am Anfang der Untersuchung erscheint es sinnvoll die Wahl der Methoden zu begründen und verwendete Quellen aufzulisten (Kapitel II.B). Im theoretischen Teil werden zunächst kurz verschiedene Aspekte regionaler und kommunaler Entwicklungskonzepte vorgestellt, sowie eine Einordnung der Arbeit vorgenommen (Kapitel III).
Wie in der Einführung angedeutet, bietet die Kleinstadt Löffingen mehrere unter geographischen Gesichtspunkten interessante Untersuchungsansätze. Da der Fokus der Arbeit auf der Stadt Löffingen und ihren Ortsteilen liegt, bietet sich die Form einer umfangreichen Lokaluntersuchung (locality study) an, um möglichst viele die Entwicklung der Stadt beeinflussende Teilbereiche miteinzubeziehen (Kapitel IV).
Der wirtschaftliche Wandel ist dementsprechend genauso Thema, wie Veränderungen in der Bevölkerung und im Städtebau. Wo es sinnvoll erscheint, werden benachbarte Gemeinden und Städte zum Vergleich herangezogen. Ziel ist, ein umfangreiches aktuelles Bild der Stadt unter Miteinbeziehung sich gerade vollziehender Prozesse zu vermitteln. Eine solche Gesamtbetrachtung des Naturraums Westbaar, welchen Löffingen vollständig abdeckt, fehlte bislang. Auch aus diesem Grund scheint diese Vorgehensweise sinnvoll zu sein.
Die Lokaluntersuchung dient als Grundlage, um eine Stärken-Schwächen Analyse der Stadt vorzunehmen, um anhand dieser konkrete Entwicklungsperspektiven und Chancen Löffingens aufzuzeigen (Kapitel V). Eine kurze Zusammenfassung und ein Ausblick runden die Arbeit ab (Kapitel VI).
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II.B Methoden und Quellen der Untersuchung
Die große Bandbreite verschiedener methodischer Ansätze macht eine Begründung der gewählten Vorgehensweise notwendig. Eher traditionellen, quantitativen Vorgehensweisen stehen neuere, qualitative Vorgehensweisen gegenüber (Tab. 1). Sinn und Zweck dieser Arbeit kann freilich nicht sein, alle Aspekte der aktuellen Diskussion zu beleuchten (dazu NIEDERMEYER 2000: 60).
Tabelle 1: Vergleich quantitativer und qualitativer Methoden
Quellen: verändert nach Lamnek (1993: 244), Niedermeyer (2000: 60-70) und Wessel (1996: 40-46)
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II.B.1 Methoden-Mix quantitativer und qualitativer Vorgehensweisen Das Ziel dieser Arbeit, eine “locality study” der Kleinstadt Löffingen vorzunehmen, erfordert sowohl quantitative als auch qualitative Methoden (record-linkage), die aufeinander aufbauen und sich gegenseitig erweitern WESSEL 1996: 152).
Zuerst wurde vor allem quantitativ analytisch gearbeitet, um die Grundstruktur der Stadt zu erarbeiten, sowie zeitlich bedingte Veränderungen offenzulegen. Dazu wurden vor allem Struktur- und Entwicklungsdaten aus sekundärstatistischen Quellen zusammengetragen und ausgewertet. Ein weiterer Schritt in der Anfangsphase der Untersuchung waren strukturierte Beobachtungen, wie etwa die Kartierung des innerstädtischen Einzelhandels oder ausgewählter Gewerbegebiete. Für die beiden Teilaspekte Nahverkehr und Stadtimage lagen bereits aktuelle Erhebungen (Fahrgastbefragung im ÖPNV durch den Regio Verkehrsverbund Freiburg) und Einschätzungen (Einstieg in das Stadtmarketing durch die Steinbeiß-Stiftung) vor, so dass auf eine teure, standardisierte, breitangelegte Primärerhebung bewusst verzichtet wurde. Expertengespräche in verschiedenen kommunalen und regionalen Institutionen, Unternehmen und mit Ortskundingen begleiten diese erste Phase, um das Problembewusstsein für lokale Aspekte zu schärfen. In einer zweiten eher qualitativ ausgerichteten Phase wurden dann vertiefende Leitfadengespräche geführt, um beispielsweise jüngere Entwicklungen und Entwicklungsprozesse zu ergründen und mit den Ergebnissen der ersten Phase zu verknüpfen. Ein weiteres Ziel der Gespräche war die Aufdeckung von Verhaltensweisen, Bewertungen und Strategien der Akteure. Des weiteren wurden die Gesprächspartner standardisiert zu Problemfeldern und Potentialen befragt und um ihre Einschätzung gebeten, so dass ein Stärken-Schwächen-Profil der Stadt erstellt werden konnte, aus welchem am Schluss der Arbeit Strategien zur weiteren Entwicklung abgeleitet wurden.
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II.B.2 Quellen der Untersuchung
Zur Durchführung der Studie wurde auf folgende Quellen zurückgegriffen:
• Sekundärdaten der offiziellen Statistik (Statistisches Landesamt, Landratsamt, Arbeitsamt, Forstamt)
• Sekundärdaten unveröffentlichter Statistiken (Stadtverwaltung, Fahrgastbefragung zum ÖPNV)
• Primärdaten eigener Befragung von Experten zur Erstellung eines Stärken-Schwächen-Profils
• Auswertung offizieller, kommunaler und regionaler Planungsunterlagen (Flächennutzungsplan, Regionalplan, Bebauungspläne, Gutachten)
• Auswertung und Analyse “grauer Literatur”
• Analyse der Lokalpresse, vor allem der Badischen Zeitung
• Leitfadeninterviews und Expertengespräche mit regionalen und kommunalen Akteuren
• Teilnahme an Bürgerkonferenzen, Gemeinderatssitzungen und Versammlungen von Bürgerinitiativen (teilnehmende, begleitende Beobachtung)
• strukturierte Beobachtungen, während zahlreicher Aufenthalte im Ort
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III. Einordnung der Untersuchung und theoretischer
Hintergrund
“Stadtforschung ist im wesentlichen immer Großstadtforschung gewesen. Diese Aussage schließt auch die Geographie mit ein.” (LICHTENBERGER 1991: 16; Hervorhebung im Original). Speziell in den alten Bundesländern war die Thematik Kleinstadt in der Wirtschafts- und Stadtgeographie seit Mitte der 70er Jahre wenig gefragt. Vielmehr rückten spezifische Betrachtungen etwa zu städtebaulicher Erneuerung vermehrt in den Mittelpunkt. In der ehemaligen DDR gab es hingegen ab Mitte der 70er Jahre eine regelrechte Welle kleinstädtischer Untersuchungen, was WERLER (1990: 35) in der dortigen siedlungsgeographische Schwerpunktsetzung begründet sieht. Nach der Wiedervereinigung wurde durch die sich verändernden Raumstrukturen vermehrt neues Interesse an der Untersuchung von Kleinstadtsystemen geweckt (NIEDERMEYER 2000: 89). Im Gegensatz dazu wurde bei der vorliegenden Arbeit die Untersuchungsmethode der Einzelfallanalyse gewählt, um die Besonderheiten der untersuchten Kleinstadt detaillierter herausarbeiten zu können. Freilich wurde dabei die Kleinstadt Löffingen nicht isoliert betrachtet, da auch Entwicklungen der Nachbarstädte in die Untersuchung miteinbezogen wurden. Dabei wurden wirtschafts- und siedlungsgeographische Fragestellungen berücksichtigt.
Der postmoderne Ansatz der regionalen Geographie oder der “new regional geography” scheint dazu geeignet, die methodischen Extrempositionen qualitiativer und quantitativer Vorgehensweisen unter ein Dach zu bringen (BATHELT 1994). Dabei soll die endogene Entwicklungsfähigkeit der Kleinstadt betont, aber auch Beeinflussungen von außen (Land, Staat, EU) Rechnung getragen werden (MAYER 1996). Die sich ergebenden endogenen und exogenen Entwicklungsstrategien können durch eine “record-linkage” qualitativer und
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quantitativer Methoden (siehe S. 4) erfasst und einer Bewertung unterzogen werden.
Um die für eine Kleinstadt in Frage kommenden Entwicklungsstrategien umzusetzen, scheint die Erarbeitung eines kommunalen Entwicklungskonzepts der erste Schritt zu sein. Um möglichst viele Akteure in den Entwicklungsprozess einzubinden, ist eine kooperative anstatt einer hierarchischen Steuerung des Prozesses sinnvoll. Konkret heißt das, dass nicht nur Verwaltung und Stadtrat bestimmen und entscheiden, sondern auch verschiedenste Bürger- und Interessengruppen wie Wirtschaftsverbände, Vereine, Kirchen und andere “Mitspieler in einem Netz von Handelnden” (KNIELING 2002: 7 nach FÜRST 1987: 266) werden. In Bezug auf die thematische Schwerpunktsetzung sollten Elemente der strategischen Planung eingesetzt werden. Dazu ist die Analyse der Stärken und Schwächen der Stadt in Zusammenarbeit mit den Akteuren ein wichtiges Instrument. Somit können endogene Potentiale auch besser aufgedeckt und umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen die Stärken, die es auszubauen bzw. zu erhalten gilt und ausgewählte Schwächen, welche die Entwicklung der Stadt behindern und somit mit Blick auf die Zukunft behoben werden sollten (KNIELING 2001: 12). Den kommunalen Akteuren fällt somit eine zentrale Rolle bei der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Innovationsprozesse zu (FÜRST 1996: 93).
Inwiefern ein kommunales Entwicklungskonzept erfolgreich ist, hängt sehr stark von der Umsetzung konkreter Projekte ab (KNIELING 2002: 11). Für alle beteiligten Akteure ist es entscheidend zu sehen, dass sich ihr Einsatz lohnt. Zu diesem Zweck sollten möglichst früh im Prozess relativ leicht umsetzbare Pilotprojekte angestrebt werden. Werden diese erfolgreich umgesetzt, wird die Motivation der Beteiligten erhöht und sogleich Innovationsfähigkeit gezeigt. In diesem Zusammenhang ist auch die Erarbeitung von Leitbildern, mit denen sich die am Prozess Teilnehmenden identifizieren können, äußerst wichtig. Diese Leitbilder können (falls sie erfolgreich umgesetzt werden) zur Visitenkarte einer Stadt werden und ein erfolgreiches Außenmarketing einleiten (KNIELING 2001: 34).
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Freilich wird die Erstellung eines kommunalen Entwicklungskonzeptes in der Regel nicht konfliktfrei ablaufen, weil die Interessen verschiedener Akteursgruppen aufeinander treffen. Konflikte müssen in einem solchen Prozess jedoch nicht zwangsläufig negativ bewertet werden, sondern können auch dazu beitragen, überkommene Akteursstrukturen und Machtgefüge zu öffnen. Letztendlich sollte eine Konsensorientierung höchste Priorität haben, da im Endeffekt das Gemeinwohl und die positive Weiterentwicklung der Stadt im Mittelpunkt stehen sollen.
Die Aktivierung endogener Potentiale muss freilich nicht auf das kommunale Entwicklungskonzept einer Stadt beschränkt bleiben. Im Gegenteil können Lerneffekte, während des Erstellens eines Konzepts, zum Entstehen kommunaler oder gar regionaler Entwicklungsnetze führen (FÜRST 1994: 185). Beispielhaft ist hier etwa das Entstehen einer Zusammenarbeit in den Bereichen Tourismus (siehe S. 60) und Landwirtschaft in Löffingen (siehe S. 68).
Oft wird “Stadtmarketing” als Allheilmittel für die Probleme von Städten angesehen. Dies mag vielleicht für größere Städte auch seine Richtigkeit haben, doch ist es fraglich, ob sich der (finanzielle) Aufwand für Kleinstädte lohnt. De facto beinhaltet ein gut durchdachtes Stadtmarketing alle Ansätze kommunaler Entwicklungskonzepte, nur fehlt oft die Bürgerbeteiligung. Zwar entscheiden sich auch viele Kleinstädte für Stadtmarketing, doch steigen über die Hälfte spätestens nach der Leitbildentwicklungsphase, also vor der Strategie- und Maßnahmenplanung wieder aus (BORNEMEYER/DECKER 2001). Speziell für kleinere Städte ist es aus organisatorischen und finanziellen Gründen äußerst schwierig Personal für ein eigenes “Stadtmarketing” abzustellen. In der Regel ist der Bürgermeister einer Kleinstadt Verfechter des Stadtmarketing, Eintreiber von Fördermitteln und Wirtschaftsförderer in einer Person. Durch die Erstellung eines kommunalen Entwicklungskonzepts unter breiter Beteiligung verschiedener Akteursgruppen und der Bündelung aller Kräfte einer Kleinstadt können ähnliche und vielleicht sogar intensivere Marketingeffekte für eine Stadt bzw. ein Städtenetz erreicht werden.
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IV. Locality Study - Löffingen
Nachdem in den vorangegangenen Kapiteln die Vorgehensweise, die Wahl der Methoden und die theoretische Einordnung vorgenommen wurde, soll dieses Kapitel eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Stadt Löffingen geben. Dabei sollen zuerst der Naturraum Westbaar und die historische Entwicklung Löffingens im Fokus stehen, da diese Aspekte wichtige Grundlagen für die folgenden Kapitel darstellen. Im Weiteren wird dann auf die Bevölkerungsentwicklung Löffingens, sowie den wirtschaftlichen Wandel eingegangen. Die Erläuterung jüngerer städtebaulicher und infrastruktureller Maßnahmen steht am Ende des Kapitels.
IV.A Löffingen - Kleinstadt auf der Westbaar
Die Stadt Löffingen besteht heute aus der Kernstadt Löffingen, sowie den Ortsteilen Seppenhofen, Dittishausen, Unadingen, Bachheim, Reiselfingen und Göschweiler, die sich mit Ausnahme von Seppenhofen in einem Halbkreis von Norden über Osten bis zum Südwesten um den Kernort anordnen. Mit einer Gesamtfläche von 8.803 ha ist Löffingen nach Titisee-Neustadt (8.966 ha) die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Die Stadt hat aktuell rund 7.800 Einwohner und wurde im Regionalplan 1995 als Kleinzentrum ausgewiesen (REGIONALVERBAND 1995).
IV. A.1 Naturraum, großräumige Lage
Löffingen liegt im äußersten Osten des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald zwischen Schwarzwaldostabdachung und Donauquellgebiet. Die Luftlinienentfernungen in westlicher Richtung nach Freiburg betragen 40 km und nach Neustadt 10 km, in nordöstlicher Richtung nach Villingen-Schwenningen 25 km und nach Donaueschingen 15 km. Das schweizerische Schaffhausen liegt 25 km südöstlich.
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Karte 1: Großräumige Lage Löffingens (eigene Darstellung)
Als einzige Gemeinde des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald hat Löffingen Anteil an der naturräumlichen Einheit Baar (siehe Karte 4: S. 70). Der plötzliche Übergang vom dicht bewaldeten Hochschwarzwald zum weitgehend offenen Land der Baar wird dem auf der B 31 von Freiburg nach Donaueschingen fahrenden Beobachter bei Rötenbach deutlich vor Augen
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geführt, wo der Buntsandstein in Muschelkalk übergeht. Der Großteil der Naturraumeinheit Baar liegt freilich im sich nach Norden und Osten anschließenden Landkreis Schwarzwald-Baar, von dem Löffingen durch die Gauchach abgetrennt wird. Die südlich und westlich der Gauchach gelegenen von Muschelkalk- und Keuperschichten geprägten Gebiete werden heute zweckmäßig als “Westbaar” (LIEHL 1988 b: 497) beziehungsweise “Löffinger Muschelkalkhochland” (LIEHL 1988 a: 16) bezeichnet. Im Süden bildet die Wutachschlucht eine weitere natürliche Leitlinie, die gleichzeitig die Grenze zum Landkreis Waldshut-Tiengen bildet. Die Schluchten beider Gewässer waren (Gauchach) bzw. sind (Wutach) vor allem bei winterlicher Witterung wirksame Verkehrsschranken (LIEHL 1988 b: 497). Weitere kleinere Bachläufe durchfließen das Gebiet der Stadt Löffingen vor allem von Nordwest nach Südost.
Photo 1: Typische Baarlandschaft nordwestlich von Löffingen am Ochsenberg (eigene Aufnahme)
Auch wenn die Westbaar im Vergleich zum Schwarzwald auf den ersten Blick eher sanft wellig erscheint gibt es markante Höhenunterschiede. Der höchste Punkt wird mit 935 m im Nordosten des Stadtgebiets am Hochmoos an der Gemarkungsgrenze zu Friedenweiler erreicht. Von dort fällt die Gemarkung relativ gleichmäßig nach Süden und Westen ab bis sie den Rand der
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Gauchach/-Wutachschlucht erreicht. Am Zusammenfluss von Gauchach und Wutach, wo die Grenzen der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Schwarzwald-Baar und Waldshut-Tiengen aufeinander treffen, wird mit 574 m der tiefste Punkt Löffingens erreicht.
Entlang beider Schluchten, sowie im Norden der Löffinger Gemarkung sind große Flächen bewaldet, während auf der Hochfläche der Westbaar landwirtschaftliche Nutzung vorherrscht. Der Waldanteil von 45,4 % ist aber im Vergleich zu den dem Naturraum Schwarzwald zugehörigen westlich gelegenen Nachbargemeinden Eisenbach (66,0 %), Lenzkirch (70,1 %) und Friedenweiler (77,5 %) deutlich geringer. Der Bewaldungsgrad der beiden südlich und nordöstlich gelegenen Nachbarstädte Bonndorf und Bräunlingen liegt mit 55,1 % bzw. 50,9 % etwas über dem Wert Löffingens. Auf Löffinger Gemarkung befinden sich Teile des Natur- und Landschaftsschutzgebietes “Wutachschlucht”. Im Jahr 1991 wurde südwestlich der Kernstadt das Natur- und Landschaftsschutzgebiet “Ochsenberg-Litzelstetten” ausgewiesen, um die wenigen dort noch vorhandenen Quellsümpfe, Feuchtgebiete mit Streuwiesen, und für die Westbaar typischen Heckenlandschaften zu erhalten (HOFFRICHTER 1988: 108). Durch einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 1992 wurde für die unbebauten Teile der Gemarkungen Löffingen und Seppenhofen ein Biotopvernetzungskonzept erstellt (VERWALTUNGSGEMEINSCHAFT 1998: 78).
Photo 2: Muschelkalkwand in der Wutachschlucht (Aufnahme: M. Manchego)
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IV. A.2 Historische Entwicklung Tabelle 2: Wichtige Daten der Löffinger Stadtgeschichte
Quellen: eigene Darstellung nach HASENFUSS und BRITTINGER, sowie mündlichen Quellen
a.) Die Anfänge der Siedlungstätigkeit auf der Westbaar
Wie Funde in Bachheim und Unadingen zeigen, wurde die Westbaar wohl schon in der jüngeren Steinzeit landwirtschaftlich genutzt (BRITTINGER 1975: 9). Im Raum Löffingen zeugen von dieser ersten Besiedlung etwa 2500 zum Teil gut erhaltene Steinhügel. Die Kelten benutzten diese Grabhügel wohl um 500 v.Chr. zu Nachbestattungen. Ein Fernhandelsweg führte schon damals aus
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dem Neckarraum zum Hochrhein. Die Wutach wurde auf Löffinger Gebiet beim Stallegg gequert.
Aus römischer Zeit gibt es auf Löffinger Gemarkung kaum Funde. Eine heute noch sichtbare Römerstraße im Fürstenbergischen Wald südlich von Unterbränd, die wohl einen Teil der Verbindung des Römerkastells “Brigobannis” (die erhaltene Römerbadruine bei Hüfingen ist Teil davon) mit dem römischen Siedlungsgebiet im Dreisamtal bildete, zeigt, dass der Raum Löffingen Durchzugsgebiet der Römer war. Reste von römischen Siedlungen wurden jedoch nicht gefunden, jedoch eine Münze mit dem Abbild des Kaisers Domitian (81-96 n.Chr.), der während seiner Regierungszeit den rechtsrheinischen Limes bauen ließ (HASENFUSS 1980: 6).
b.) Löffingen als Siedlung der alemannischen Landnahme und fränkischer Zentralort Im Vergleich zum Nachbarraum Schwarzwald verfügt die Westbaar über relative Klimagunst und Flächen mit guten Böden auf Muschelkalk, sowie über ein ruhiges Relief und ausreichende Wasserversorgung. Diese Faktoren machten Löffingen zu einem günstigen Ort für eine neue Siedlung. Die älteste nachgewiesene dauerhafte Siedlungsschicht fällt in die Zeit der alemannischen Landnahme (4.-6. Jh.). Merowingische Gräberfelder wurden in Löffingen und allen Ortsteilen nachgewiesen. Nach der Vertreibung der Alemannen durch die Franken wird in Löffingen wohl um 700 eine der Urkirchen der Baar errichtet, die dem Heiligen der Franken St. Martin geweiht war. 819 wurde die Siedlung erstmals als “Villa Leffinga” erwähnt. Zur Deutung des Namens Löffingen gibt es viele verschiedene Theorien, auf die im Rahmen dieser Arbeit aber nicht eingegangen werden kann (mehr dazu bei BADER 1956: 26 oder HASENFUSS 1980: 4). Auch die heutigen Ortsteile Bachheim, Unadingen und Reiselfingen wurden wohl in dieser Epoche gegründet, während es sich bei Göschweiler, Dittishausen und Seppenhofen um spätere Gründungen handelt.
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c.) Blühende Handels- und Ackerbürgerstadt des Hochmittelalters und der frühen Neuzeit
Löffingen hatte aufgrund seiner Lage am wichtigen Ost-West Handelsweg (Bodensee - Rheinebene) gewissermaßen Etappenfunktion bei der Besiedlung des Hochschwarzwaldes (BRITTINGER 1975: 11), was der damals eher unbedeutenden Siedlung einen ersten Aufschwung brachte. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich Löffingen schließlich zum zentralen Ort der Westbaar und bekam um 1270 durch das Adelsgeschlecht der Fürstenberger die Stadtrechte verliehen. Die Fürstenberger förderten die Stadt als Wirtschafts- und Handelszentrum, wodurch sich die Stadt bald als regional bedeutsamer Vieh-und Kornmarkt etablierte. Der Großmark Löffingen wurden Rötenbach, Seppenhofen, Göschweiler, Bachheim, Weiler und Dittishausen zugeschlagen. Dieser Zusammenschluss über mehrere Jahrhunderte hindurch könnte durchaus auch den relativ problemlos verlaufenden, verwaltungstechnischen Zusammenschluss ab 1970 erleichtert haben (VERWALTUNGSGEMEINSCHAFT 1998: 13-14).
Die wachsende Bevölkerung in der blühenden Stadt führt 1485 zu einer Stadterweiterung (BRITTINGER 1975: 15). Die zentrale Lage am wichtigen Handelsweg bringt aber ab dem 16. Jahrhundert auch Kriegswirren, Not und Vernichtung nach Löffingen. Die Bauernaufstände von 1524/25, sowie der erste große Stadtbrand 1535 führten zu enormen Zerstörungen. Im Dreißigjährigen Krieg tyrannisierten abwechselnd Schweden, Württemberger, Franzosen und Kaiserliche die Bevölkerung. Die zerstörten der Großmark Löffingen zugehörigen Siedlungen Litzelstetten, Mauchen, Hartheim und Künsingen wurden nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut und fielen wüst. Trotzdem stieg die Bevölkerung der Stadt Löffingen während des Krieges von 448 (1618) auf 697 (1648) Bürger (HASENFUSS 1980).
Obwohl Löffingen ab 1680 unter den Einfluss der Obervogtei Neustadt gerät, prosperiert die Stadt weiter. Auch weitere Kriegszerstörungen und Einquartierungen, während des Spanischen Erbfolgekrieges, in den Koalitionskriegen gegen Frankreich und den Napoleonischen Kriegen führen nur zu kurzen Krisen. Die Erwerbsstruktur ist im 18. Jahrhundert von wohlhabendem Bauerntum und Handel geprägt. Ein Indiz für das
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Selbstbewusstsein der Bürger ist der mit großer Standhaftigkeit gegen die Fürstenberger geführte Waldprozess (1728 - 1772), dem Löffingen heute einen Großteil seines Stadtwalds zu verdanken hat (siehe S. 70). In dieser Zeit wurde die Stadt auch zu einem bedeutenden Wallfahrtsort, da Prozessionen zur Wallfahrtkirche Witterschnee nordwestlich von Löffingen mit Wunderheilungen in Verbindung gebracht wurden. 19 Gasthöfe, die es Mitte des 19. Jahrhunderts in Löffingen gab, sind Indiz für ein intaktes Beherbungsgewerbe. Aufgrund der ausreichenden Lebensgrundlage blieb Löffingen im 19. Jahrhundert von der großen Auswanderungswelle, die Teile des Hochschwarzwalds und der ärmeren Ostbaar erfasste, nahezu unberührt (BRITTINGER 1975: 22).
d.) Abschwung wegen verpasster Industrialisierung
Aufgrund der weiterhin guten wirtschaftlichen Lage verpasst Löffingen jedoch den Übergang zu anderen neuen Wirtschaftszweigen (BRITTINGER 1975: 18-19). Eine Industrialisierung erfolgt in der beschaulichen Ackerbürgerstadt bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts nicht. Erst 1911/12 lässt sich der erste größere Industriebetrieb - eine holzverarbeitende Fabrik - nieder. Der Anschluss an die Höllentalbahn 1901 erfolgt zu spät, um die zentrale Marktfunktion zu erhalten. Löffingen wird zum reinen Agrarort, die Bevölkerung stagniert und die Getreideverkaufshallen veröden. Die Zahl der von der Landwirtschaft unabhängigen Bürger war sehr gering. Obwohl die Stadt vorerst kaum über die Stadtmauer des 15. Jahrhunderts hinaus wächst, werden im 19. Jahrhundert zwei der drei Stadttore abgerissen.
Ein weiterer Großbrand im Sommer 1922 zerstört große Teile der Altstadt. Doch die Stadt verliert auch nach dem Wiederaufbau nicht ihr von Stilelementen der Gotik und Renaissance geprägtes Gesicht (REICHELT 1990: 74). Die beiden Weltkriege ziehen die Stadt, von vereinzelten Beschädigungen abgesehen, kaum in Mitleidenschaft. Nur der Bahnhof als zentrale Verladestelle wird Ziel von alliierten Luftangriffen.
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Photo 3: Maienländer Tor (eigene Aufnahme)
e.) Die Situation nach dem 2. Weltkrieg
Zwischen 1950 und 1970 siedelten sich in Löffingen zahlreiche Betriebe der Textil-, Feinmechanik- und Elektrobranche an, die vor allem das aus der Landwirtschaft freigesetzte Arbeitskraftpotential nutzten. In derselben Zeit ging zwar das Großsägewerk zugrunde, der Verlust an Arbeitsplätzen wurde aber durch die 1964 erfolgte Niederlassung eines Zweigwerks der Schweizer Elektrotechnikfirma Studer (später Revox) mehr als wettgemacht. Diese Firma sollte auch bis zu ihrem Niedergang Ende der 80er Jahre das gewerbliche Strukturmuster Löffingens dominieren (siehe S. 39). Die Arbeitsstättenstruktur Löffingens änderte sich innerhalb weniger Jahre zugunsten des industriellen Sektors nachhaltig (VERWALTUNGSGEMEINSCHAFT 1998: 14). Weiterhin bedeutsam sind in Löffingen traditionell Handwerk, Handel, Fremdenverkehr und Forstwirtschaft. Diese Bereiche entwickelten sich aber deutlich langsamer als die Industrie. Durch den Neubau eines Kultur- und Fremdenverkehrszentrums im Kern der Stadt wurden 1989 Touristikinformation, Bibliothek, Heimatmuseum, städtische Galerie, Stadtarchiv, sowie attraktive Veranstaltungsräume unter einem Dach vereint. Die historische Altstadt erfuhr durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eine deutliche Aufwertung (siehe S. 81). Die Eröffnung des Schwarzwaldparks
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Ende der 70er Jahre markiert einen Meilenstein für die Entwicklung des Fremdenverkehres.
Dem allgemeinen Trend folgend, nahm auch die Bedeutung der Landwirtschaft in der Stadt Löffingen ab. Doch spielt die Landwirtschaft sowohl in Löffingen als auch in den Ortsteilen noch heute eine nicht zu vernachlässigende Rolle (siehe S. 62).
Neben der Kernstadt verfügt von den Ortsteilen nur das verkehrsgünstig an der B31 gelegene Unadingen über größere gewerbliche Ansiedlungen. In das 1997 eröffnete “interkommunale Gewerbegebiet an der B31" setzten sowohl Löffingen als auch die daran beteiligten Nachbargemeinden große Hoffnungen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und einheimischen Betrieben bessere Entwicklungschancen zu bieten (siehe S. 43 f).
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IV.B Bevölkerung
IV.B.1 Entwicklung der Bevölkerung
Bei der Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung scheint es für jüngere Entwicklungen sinnvoll, die Kernstadt und die Ortsteile getrennt zu betrachten. Als Kernstadt werden im Folgenden Löffingen und der Ortsteil Seppenhofen bezeichnet, da diese im Rahmen der Erschließung des Wohngebietes “Reichberg” ab Ende der 60er Jahre zusammengewachsen sind. Der Vergleich mit Entwicklungen in den Nachbargemeinden Bonndorf, Lenzkirch und Bräunlingen wird anhand der Daten für die Gesamtstadt Löffingen vorgenommen.
Speziell im 18. und frühen 19. Jahrhundert erfuhr Löffingen ein starkes Bevölkerungswachstum. Im Gegensatz zu größeren Städten hatte dieser Anstieg aber nichts mit einer einsetzenden Industrialisierung zu tun, sondern mit Löffingens herausragender Stellung als regional bedeutender Kornmarkt.
Quellen: Statistisches La ndes amt B aden -Wü rttemb erg un d Einw ohne rmeld eamt
Löffingen (eigene Darstellung)
Die Kernstadt hatte Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als 2.000 Einwohner. Nimmt man die heutigen Ortsteile hinzu, so lag die Einwohnerzahl 1880 gar bei über 4.000. Mit dem Verlust der zentralen Handelsfunktion Ende des 19. Jahrhunderts sank diese aber bis zum Ende des Jahrhunderts auf rund 3.700
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Arbeit zitieren:
Magister Artium Andreas Fritsche, 2003, Löffingen: Stadt auf der Baar im Umbruch? - Eine Lokaluntersuchung, München, GRIN Verlag GmbH
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