Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis i
Abbildungsverzeichnis i
1. Einleitung 1
2. Krisentheorie nach Marx 2
2.1 Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 2
2.2 Zyklische Wirtschaftskrisen 3
3. Mannesmann versus Vodafone 6
3.1 Die Entwicklung des Mannesmann-Konzerns bis 1990 6
3.2 Der Einstieg in die Telekommunikationsbranche 7
3.3 Übernahme von Mannesmann durch Vodafone 9
3.4 Hintergründe für die Übernahme Mannesmanns 10
3.5 Antworten auf Fusionen 12
4. Fazit 14
Literaturverzeichnis 15
Internetverzeichnis 16
Anhang I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Umsatzentwicklung des Mannesmann-Konzerns 8
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1. Einleitung
In nahezu allen Wirtschaftsbranchen nehmen Anzahl und durchschnittliches Volumen von Fusionen von Unternehmen seit einigen Jahren zu. Die Motive, die hinter diesen Aktionen liegen, sind vielfältig. In globalen Industrien stehen häufig größenbedingte Kostenvorteile in Beschaffung, Produktion und Vertrieb im Vordergrund. Durch den Zugang zu neuen Vertriebskanälen und Märkten sollen zusätzliche Wachstumsimpulse freigesetzt und Marken global aufgestellt werden.
Diese Vorgänge sollen auf ihre wirtschaftlichen Aspekte hin untersucht werden. Es stellt sich die Frage nach den Mechanismen die zu einer Fusion führen und welche Wirkungen von ihnen ausgehen. Insbesondere soll dabei die Auswirkung auf die gesellschaftliche Situation berücksichtigt werden. Die ökonomischen Vorgänge sollen dazu unter ihrer politischen Bedeutung betrachtet werden.
Für die differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema wird daher der größte Kritiker des Kapitalismus Karl Marx herangezogen. Eine Gegenüberstellung seiner Krisentheorie mit einem aktuellen Prozessverlauf einer Fusion wird Gegenstand dieser Arbeit sein. In dem zweiten Kapitel wird daher auf die Marxsche Krisentheorie eingegangen. Dazu sollen ihre wesentlichen Kernaussagen mit ihren Auswirkungen herausgearbeitet werden. Besonderes Interesse gilt dabei der Krise als solche und dann ihr Zusammenhang mit dem Sachverhalt der Fusion.
Im dritten Kapitel folgt das Fallbeispiel aus der Wirtschaft. Es wird die Übernahme des Mannesmann-Konzerns durch den Vodafone-Konzern betrachtet.
Im Fazit wird anschließend die Theorie und das verwendete Beispiel zusammengeführt und bewertet.
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2. Krisentheorie nach Marx
Im folgenden Kapitel werden die Mechanismen betrachtet, die nach Marx zu Wirtschaftskrisen führen. Zuerst wird dafür das Gesetzt des tendenziellen Fall der Profitrate betrachtet. Danach werden die zyklischen Wirtschafskrisen sowie deren Eigenschaften und ihr Verlauf behandelt.
2.1 Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate
Dieses Gesetz stellt für Marx die zentrale Erkenntnis dar, wodurch es in der kapitalistischen Wirtschaft immer wieder zu Krisen kommt.
Zunächst sind einige Begriffe zu klären. Der Unternehmer verfügt über ein Gesamtkapital. Es spaltet sich auf in das konstante und das variable Kapital. Als konstantes Kapital bezeichnet Marx die Produktionsanlagen wie Maschinen, Werkzeuge und sonstige Hilfsmittel die zur erzeugen eines Produktes notwendig sind und die Rohmaterialien. Das variable Kapital bilden dabei die eingesetzten Arbeitskräfte, sprich der Arbeiter an sich. Das Verhältnis des variablen zum konstanten Kapital wird als seine organische Zusammensetzung bezeichnet (vgl. Marx Band 64: 170).
Betrachten wir nun die Produktionsbedingungen der Arbeit. Es muss zunächst konstantes Kapital vorhanden sein. Dieses wird vom variablen Kapital eingesetzt um das Produkt herzustellen. Bei diesem Schritt entsteht der Mehrwert des Produktes. Der Mehrwert wird allerdings nur durch das variable Kapital erzeugt. Der Arbeiter erarbeitet an einem Tag in einer bestimmten Zeiteinheit seinen eigenen Lohn, in der anderen Zeiteinheit arbeitet er ausschließlich für den Unternehmer. In der letzteren Zeiteinheit produziert er den Mehrwert des Produktes. Dadurch entsteht das Verhältnis Mehrwert/Gesamtkapital. Beim Gesamtkapital ist daher die Größe des variablen zur Größe des konstanten Kapitals von Bedeutung (vgl. Most 1972: 24).
Aus diesem Verhältnis entsteht die Profitrate. Profitrate= Mehrwert / konstantes Kapital + variables Kapital. Die Profitrate ist also das Verhältnis zwischen dem Mehrwert und dem Verwertungsgrad des insgesamt vorher in die Produktion eingeflossenen Kapitals (vgl. Marx/Engels Werke, Band 25: 221).
Bei dieser Beziehung wird deutlich, dass die Profitrate im Wesentlichen von der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals abhängig ist. Wenn Anteilsmäßig mehr konstantes als variables Kapital eingesetzt wird, fällt die Profitrate. Der Mehrwert verringert sich, da das variable Kapital schrumpft, was ihn erwirtschaftet. Dagegen steigt das benötigte Gesamtkapital. Mathematisch ausgedrückt heißt das also der Wert des Zählers wird kleiner und der Wert des Nenners wird größer. Insgesamt verringert sich also der Wert des Bruches. Die Profitrate ist für den Unternehmer die Messgröße um seine Produktion auf seine Produktivität hin zu überprüfen. Sein Ziel ist das investierte Kapital zu reproduzieren und
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einen großen Gewinn aus seiner wirtschaftlichen Tätigkeit zu schöpfen. Er muss also darauf achten, dass das Verhältnis konstantes Kapital zu variables Kapital ausgeglichen bleibt. Denn nur dann bleibt seine Profitrate konstant. Nach Marx ist es aber nicht die Profitrate sonder die Profitmasse, die der Unternehmer als Maßeinheit für seine Produktion verwendet. Sein Interesse gilt dem höheren Gewinn. So entsteht der Fall das eine größere Profitmasse zwar eine geringere Profitrate hat, aber allein durch seine Masse an produzierten Gütern mehr Geld erwirtschaftet. Eine höhere Profitmasse kann er durch einen höheren Einsatz an konstantem Kapital erreichen, wodurch er aber seine Profitrate senkt. Dieser Umstand führt zwangsläufig in die Krise. Die in diesem Fall auch als Kapitalverwertungskrise bezeichnet wird (vgl. Marx, Band 64: 622-628).
Es liegen jedoch auch Mechanismen vor, die dem Fall der Profitrate entgegenwirken. Daher spricht Marx von dem tendenziellen Fall der Profitrate. Folgende Einflüsse wirken dem Gesetz entgegen:
•
Erhöhung der Mehrwertrate durch das Herabdrücken des Arbeitslohnes unter
Dies sind aber alles Einflüsse, die den Fall der Profitrate nur „hemmen, verlangsamen und teilweise paralysieren. Sie heben das Gesetz nicht auf, schwächen aber seine Wirkungen ab“ (Marx/Engels Werke, Band 25: 250).
2.2 Zyklische Wirtschaftskrisen
Die Wirtschaftsentwicklung in kapitalistischen Systemen ist nicht durch ein stetig fortlaufendes Wachstum gekennzeichnet. Es treten immer wieder Wirtschaftskrisen auf, die die Wachstumsphasen unterbrechen. Dieser Vorgang ist daher zyklisch und lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. Der Reproduktionsprozess des gesellschaftlichen Gesamtkapitals durchläuft die Phasen der Krise, der Stagnation oder auch Depression, die Belebung und dem Aufschwung worauf wiederum eine Krise folgt. Die Krise wirkt dabei unmittelbar auf den Produktionsprozess ein, überträgt ihre Auswirkungen aber auch auf den gesamtgesellschaftlichen Bereich. Die Krise ist in kapitalistischen Wirtschafssystemen nicht zu verhindern, sondern ist durch die Art der kapitalistischen Warenproduktion mit ihr verknüpft.
Die Warenproduktion ist durch die Trennung der Produzenten voneinander bestimmt. Das gesamte System ist auf eine breitgefächerte und kleinteilige Arbeitsteilung aufgebaut. Das bedeutet jeder benötigt Käufer für die eigenen Erzeugnisse. In diesem Tatbestand liegt die
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Möglichkeit einer Krise. „Keiner kann Verkaufen, ohne daß ein anderer kauft. Aber keiner braucht unmittelbar zu kaufen, weil er selbst verkauft hat. Die Zirkulation sprengt die zeitlichen, örtlichen und individuellen Schranken des Produktenaustausches eben dadurch, daß sie die hier vorhandene unmittelbare Identität zwischen dem Austausch des eigenen und dem Eintausch des fremden Arbeitsprodukts in den Gegensatz von Verkauf und Kauf spaltet (Marx, Band 64: 84).“
Das Tauschverhältnis Ware - Geld - Ware verwandelt sich in Geld - Ware - Geld. Das Geld erhält dadurch nicht bloß die Funktion des Tauschmittels und Wertmessers sondern wird selbst zur Ware, die nun einen eigenständigen Wert besitzt und daher fallen und steigen kann. Das Geld fungiert nun als Kreditmittel und ist in seinem Wert veränderbar, wodurch es zu Geldkrisen kommen kann. Diese beiden Möglichkeiten von Krisen ergeben sich für Marx aus dem System der einfachen Warenproduktion. Bei dem Übergang in die kapitalistische Produktionsweise erhalten sie gesetzmäßigen Charakter und es treten weitere Ansätze für Krisen auf (vgl. Marx, Band 64: 105).
Die Krisen werden dabei durch den Umstand hervorgerufen, dass die Proportionen der Produktion und der Nachfrage erst im Nachhinein koordiniert werden. Mit dem Ziel einen höchstmöglichen Profit zu erzielen weitet der Unternehmer seine Produktion aus. Durch eine zunächst anwachsende Nachfrage für Produktionsmittel und Konsumgütern wird dieser Prozess vorangetrieben. Die verschiedenen Wirtschaftszweige sorgen für eine weitere Verstärkung der Situation. Doch es wird der Punkt erreicht in der die Kaufkraft auf dem Markt überschritten ist. Es kommt zu einem Widerspruch zwischen der Produktion und dem Markt. Es liegt eine Realisierungskrise oder auch Absatzkrise vor. Die Produkte können nicht mehr zu den erforderlichen Preisen verkauft werden, die den Mehrwert garantieren würden. Als Folge muss die Produktion zurückgeschraubt werden, was eine Entlassung der Arbeitskräfte bedingt. Marx führt das Auftreten von Krisen insbesondere auf die Armut der arbeitenden Bevölkerung zurück, da letztendlich ihre Kaufkraft bestimmend ist für den Verbrauch von Gütern.
In ihrem Charakter sind alle Krisen Überproduktionskrisen. Damit ist keine Überproduktion an Gütern gemeint, sondern eine Überproduktion an konstantem Kapital. Es tritt das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate in Kraft. Die Unternehmer haben bei der Ausweitung der Produktion zunehmend in Produktionsmittel investiert. Damit hat sich die organische Zusammensetzung
Verwertungsbedingungen Konsumtionsmittel sind nicht mehr massenhaft absetzbar. Als Folge werden Arbeitskräfte entlassen und die verbleibenden werden zu einer Leistungssteigerung angetrieben. Als Ursache der Krisen sieht Marx, dass auf der einen Seite die Produktion rasch ausgedehnt wird, aber gleichzeitig die Kaufkraft auf der Nachfragerseite in der Relation zur Produktion eingeschränkt wird (vgl. Marx, Band 64: 500-502).
Es besteht eine weitere Gesetzmäßigkeit, die Arbeitsplätze vernichtet. Es ist die Folge des Gesetzes der Akkumulation. Hierbei sind in seinem Verlauf die Konzentration und die Zentralisation von Kapital zu unterscheiden. Die Konzentration von Kapital bedeutet dabei, die Konzentration von Produktionsmitteln und von variablem Kapital. Die Zentralisation ist dagegen die Zusammenführung von Kapital, die durch die Konkurrenz hervorgerufen wird.
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Arbeit zitieren:
Thorben Goer, Matthias Sieper, 2004, Krisentheorie nach Marx - Am Beispiel der Fusion Mannesmann-Vodafone, München, GRIN Verlag GmbH
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