II
Gliederung:
1. Problemstellung 01
2. Der Begriff der Organisation 03
2.1 Das Organisationsverständnis als Grundlage des
Organisationsbegriffs - eine Arbeitsdefinition 03
2.2 Aufbau- und Ablauforganisation 05
3. Hierarchie als ein Konzept innerhalb von Organisationen 06
3.1 Der Begriff der Hierarchie 06
3.2 Aufgabe und Wirkung von Hierarchien innerhalb von
Organisationen 07
3.3 Gründe für den Wandel zu neueren Konzepten von
Organisationsformen 10
4. Fazit bzw. Ist das Konzept der Hierarchie heute noch relevant? S.12
A Literaturverzeichnis
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1. Problemstellung
Die Konfrontation mit Organisationen ist ein tagtäglicher Bestandteil im Leben von Menschen. Jedes Individuum ist Teil (Mitglied) mehrerer Organisationen, sei es bspw. in der Ausbildung, bei der Religionsausübung oder in der Arbeitswelt (vgl. Scherer 1999, S. 1). Somit kann festgehalten werden, dass die moderne Gesellschaft als eine Organisationsgesellschaft angesehen werden kann, weil „tendenziell alle Lebensbereiche von Organisationen durchzogen werden und diese sich fast überall zu den maßgeblichen Leistungsproduzenten und Entscheidungsträgern aufgeschwungen haben“ (Schimank 2000, S. 309).
Dabei darf nicht vergessen werden, dass Organisationen keine Selbstverständlichkeit darstellen, sondern aus einem bestimmten Zweck heraus g egründet werden. Jede
Organisation verfolgt bestimmte Zielsetzungen, die nicht durch individuelles Han- deln erreicht werden können, sondern kollektives Handeln voraussetzen. Die Reali- sierung der Ziele stellt den wichtigsten Grund zur Errichtung einer Organisation dar (vgl. Esser 2000, S. 249).
Aus diesem groben Vorverständnis von Organisation lassen sich bisher zwei wesentliche Merkmale eines solchen sozialen Systems aufzeigen. Zum einen, dass Organisationen zielgerichtet und zweckbezogen sind und zum anderen, dass Menschen bzw. Mitglieder für eine Organisation von Nöten sind, um zum Zweck der Zielerreichung, miteinander interagieren zu können.
Es liegt nun auf der Hand, dass kollektives Handeln nicht problemlos innerhalb eines solchen komplexen Systems von statten gehen kann. Diese Schwierigkeiten sind eine allseits bestehende Gefahr bei der Realisierung der Ziele (vgl. Kühl 1998, S. 25). Aus diesem Grund sind Koordination und Regelungen eine unumgängliche Voraussetzung, um Schwierigkeiten auf ein mögliches Maß zu reduzieren. Dabei beschränkt sich der Koordinations- und Regelungsbedarf nicht nur auf die Mitglieder, sondern umfasst ebenfalls die Arbeitsschritte und Arbeitsabläufe innerhalb einer Organisation sowie die Kontakte zur Systemumwelt. Das Ziel, das durch diese Gestaltungsmöglichkeiten von Organisationen verfolgt wird, ist die Sicherstellung und die Verbesserung der Effektivität (vgl. Schanz 1992, S. 1465). In dem Zusammenhang der Gestaltungsmöglichkeiten und dem Regelungsbedarf stellt sich die Frage, welche Rolle die Hierarchie innerhalb einer Organisation ein- nimmt. Dabei liegt der Kern dieser Arbeit darin, aufzuzeigen, welche Funktionen
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und Möglichkeiten die Implementierung einer Hierarchie besitzt. Die Frage erscheint insbesondere vor dem Hintergrund interessant, dass in der heutigen Zeit immer mehr die Forderung durchdringt, Hierarchien abzuschaffen und durch alternative Konzepte zu ersetzen (vgl. Kühl 1998, S. 13 - S. 15).
Bevor sich im Weiteren dem thematischen Schwerpunkt genähert wird, folgt im anschließenden Kapitel 2 eine Fokussierung des Begriffs der Organisation. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es keinen Konsens hinsichtlich einer einheitlichen Be griffsführung gibt. Aus diesem Grund wird in Kapitel 2.1 zunächst ein Begriffsverständnis der Organisation vermittelt, der als Basis für eine im weiteren Verlauf relevante Arbeitsdefinition gilt. Kapitel 2.2 befasst sich angliedernd mit der Differenzierung in Aufbau- und Ablauforganisation, denn diese „Unterscheidung dient als gedankliche Vereinfachung und gibt Hilfestellung zur realen Durchdringung der ganzheitlichen organisatorischen Problemstellung“ (Bühner 1996, S. 11). Kapitel 3 befasst sich schließlich mit der Hierarchie. In Kapitel 3.1 wird ein allgemeines Begriffsverständnis von Hierarchie aufgebaut, bevor sich der Schwerpunkt in Kapitel 3.2 auf die Aufgaben und Wirkungen von Hierarchien innerhalb von Organisationen zuwendet. Es soll zum Ausdruck gebracht werden, welche Aufgaben eine Hierarchie grundsätzlich erfüllt. Dabei kann aber sicherlich keine Vollzähligkeit erreicht werden. Es soll dem Leser lediglich das Wesentliche hinsichtlich der Thematik erklärt werden. Kapitel 3.3 geht schließlich auf die Probleme bzw. die Schwächen des Hierarchiekonzepts ein, die dazu geführt haben, einen neuen Weg von Organisationsformen zu beschreiten. Dabei wird aber nicht explizit auf die neuen Konzepte eingegangen, sondern nur die Richtung der neuen Entwicklung aufgezeigt. Kapitel 4 befasst sich dann mit der finalen Betrachtung insbesondere vor dem Hin- tergrund der dieser Arbeit zugrunde liegenden Fragestellung.
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2. Der Begriff der Organisation
2.1 Das Organisationsverständnis als Grundlage des Organisationsbegriffs - eine Arbeitsdefinition
Generell kann zu Beginn vorweggenommen werden, dass es keinen einheitlichen Begriff der Organisation gibt. In Abhängigkeit der unterschiedlichen Wissenschaftler und deren Interessensgebiete werden immer wieder neue Aspekte hervorgehoben, um eine Beschreibung des W esens von Organisationen vorzunehmen (vgl. Bea/Göbel 1999, S.3).
Obwohl sich die Organisationen bspw. hinsichtlich ihrer Zielsetzungen und Wege der Zielerreichung stark voneinander unterscheiden, weisen sie im Grundsätzlichen starke gemeinsame Eigenschaften auf. Um dem Rechnung zu tragen, müssen aufgestellte Definitionen notwendigerweise abstrakt verfasst werden (vgl. Schanz 1992, S. 1460).
Da es folglich nicht den Organisationsbegriff gibt, besteht die Möglichkeit, die unterschiedlichen Begriffsvariationen in folgende drei Kategorien zu untergliedern: den instrumentellen, den institutionellen und den tätigkeitsorientierten Organisationsbegriff (vgl. Bea/Göbel 1999, S. 3).
Der instrumentelle Organisationsbegriff beinhaltet, dass die Unternehmung eine Organisation im Sinne eines Regelsystems besitzt, welches als Führungssystem zielorientiert zum Einsatz gebracht wird. Dieses Regelsystem legt unter anderem die Entscheidungsbefugnisse, die Über- und Unterordnung, die Aufgabenverteilung und die Koordination zwischen den Teilaufgaben verbindlich fest (vgl. Bea/Göbel 1999, S. 4). „Die Unternehmung hat somit eine Organisation“ (vgl. ebenda, S.4). Richtet sich das Interesse auf diese Regelungen, liegt der instrumentelle Organisationsbegriff zugrunde. Die Gesamtheit dieses Regelwerks, zum einen personenbezogene Verha ltensregeln und zum anderen maschinenbezogene Funktionsregeln bilden die Struktur der Unterne hmung (vgl. Schanz 1992, S. 1460). Dabei wird unterstellt, dass es sich bei der Organisation um „ein bewusst und rational geschaffenes Instrument zur Erreichung der Ziele“ (Bea/Göbel 1999, S. 4) handelt.
Im Unterschied zur instrumentellen Auffassung „lenkt der institutionelle Organisationsbegriff den Blickwinkel auf das gesamte System, auf die Institution“ (Schreyögg 1996, S. 9). Entsprechend dieser Sichtweise „ist die Unternehmung eine Organisation (also eine spezielle Institution)“ (Bea/Göbel 1999, S. 5). Die Gleichsetzung von Or-
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ganisation und Institution ergibt sich, weil „der Mensch als Träger der Organisation gesehen wird, die Organisation als künstliches, von Menschen geschaffenes (soziales) Gebilde, was die Gleichsetzung rechtfertigt“ (Voßbein 1989, S. 9). Aufgrund der Tatsache, dass der institutionelle Organisationsbegriff einen größeren Blickwinkel offeriert, indem er „das ganze soziale Gebilde, die geplante Ordnung und die ungeplanten Prozesse, die Funktionen aber auch die Dysfunktionen organisierter Arbeitsabläufe, die Entstehung und die Veränderung von Strukturen, die Ziele und ihre Widersprüche“ (Schreyögg 1996, S. 10 - S. 11) beinhaltet und nicht nur die organisatorische Strukturierung bzw. die formale Ordnung thematisiert, hat die institutionelle Sichtweise in der heutigen Zeit an Signifikanz gewonnen.
Innerhalb des tätigkeitsorientierten Organisationsbegriffes ist die Organisation „eine Tätigkeit bzw. ein Prozess, durch welche(n) Ordnung entsteht“ (Bea/Göbel 1999, S. 4). Es gilt dabei zu bedenken, dass dabei nicht nur die formalen und somit bewusst und rational entworfenen Regeln ihre Gültigkeit besitzen, sondern ebenfalls informelle Regeln ergänzend hinzutreten. Dies konnte anhand der Hawthorne-Studien belegt werden, auf die nicht weiter detailliert eingegangen wird (vgl. ebenda, S. 3 -S. 4). Die formalen Organisationen entstehen nicht von selbst. Sie werden intentionsbzw. planmäßig geschaffen, um die mit der Organisation verbundenen Ziele zu erreichen. Kompetenzen, Abläufe, Strukturen und Kommunikationswege werden somit geregelt und auf das Endziel ausgerichtet (vgl. Bühner 1996, S. 6). Eine Organisation kann aber nicht nur auf die formellen Regelungen reduziert werden, da nicht alles en detail im voraus festgele gt werden kann. Innerhalb von Organisationen interagieren die Mitglieder, mit ihren individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Einstellungen. Die Mitglieder wiederum schließen sich folglich zu Gruppen zusammen, die sich durch gruppenspezifische Merkmale vone inander unterscheiden und bilden somit die informelle Organisation. Das Zusammenspiel zwischen formaler und informaler Organisation lässt sich folgendermaßen erklären: „Formal eingerichtete und inoffiziell sich entwickelnde Regeln, Werte und Gesetzte sind in jeder formalen Organisation unabdingbar und unteilbar miteinander verwoben, ja, sie können sogar unter Umständen miteinander im Konflikt stehen“ (Weinert 1992, S. 43). Eine Möglichkeit eines Begriffsverständnisses von Organisationen ist, sie als „soziale Gebilde [zu sehen], die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausge- richtet werden sollen“ (Kieser/Kubicek 1992, S. 4).
Arbeit zitieren:
Jens Grauenhorst, 2004, Welche Rolle besitzt die Hierarchie innerhalb von Organisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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