Inhaltsverzeichnis I-II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1 - 2
1 1 P r o b l e m 1
1.2 Exkurs: Zur Geschichte des Mobbing 1,2
1.2.1 Formen des Mobbing 2
1.2.2 Ziel des Mobbing 2
1.2.3 Mobbing hat Auswirkungen 2
2. Ethische Betrachtungen 3 - 4
2 1 W e r t e u n d N o r m e n 3
2 2 D a s G e w i s s e n 3
2.3 Berufskodizes - die deontologische Tradition in der Pflege 3
2.3.1 Vier Funktionen / Ziele bei Berufskodizes 3
2.4 Das Verhältnis zweier Theorieansätze 4
3. Ethische Standpunkte 4 - 5
3.1 Absolutistische Ethik 4
3.2 Relativistische Ethik 4
3 3 P a t e r n a l i s t i s c h e E t h i k 4
3.4 Ethik der Autonomie 4,5
4. Ethische Positionierung 5 - 7
4.1 Das Ethische Koordinatensystem 5,6
4.2 Fallbeispiel : „Mobbing“ 6
4.2.1 Ethische Fragestellungen 7
4.3 Moralischer Blick in die Praxis 7
4.3.1 Moralische Maßstäbe der Pflegeethik ( 5 Prinzipien , nach Arndt ) 7
5. Ethische Analyse 7 - 9
5 1 D e r A p p e l l 7
5.2 Analytische Positionierungen 8
5 3 D i s k u s s i o n 8 , 9
6. Die drei Ebenen der Unternehmensethik ( die drei Teams) 10
7. Ethische Beschlussfassung 10-12
7.1 Der Kontext 10,11
7.2 Das Modell zur ethischen Beschlussfassung ( nach S. Toulmin ) 11
7.2.1 Die vier Phasen der Beschlussfassung ( nach V. Tschudin ) 11,12
8. Fazit 12-13
8.1 Gesellschaftliche Norm als ethische Lösung ? 12
8.1.1 Das Recht als soziale Norm 13
8.2 Der Umgang mit dem Konflikt 13
8.3 Ethische Schlussbetrachtung 13
8 4 A u s b l i c k
I
1. Einleitung
1.1 Problem
Ethische Problemsituationen im Gesundheitswesen stehen vermehrt im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Allerdings wird hier meist an die medizinethische Problematik um den Beginn und das Ende des Lebens gedacht. Konflikte, wie etwa das Mobbing, sind anscheinend nicht nur stärker in das gesellschaftliche Interesse gerückt sondern beherbergen Auswirkungen, die nicht vorhersehbar scheinen. Die direkten und indirekten Folgen, nicht nur für Pflegekräfte, bei derartigen Problemen werden häufig unterschätzt.
Durch die Entwicklung einer eigen pflegerischen Identität wird jedoch in zunehmendem Maße eine Antwort der Pflegekräfte erwartet. Die Möglichkeit und Notwendigkeit ethischer Reflexion innerhalb der Pflege sollte gesichert sein. Der Beruf der Krankenpflege wird auf unterschiedlich komplexen Ebenen und unter einer Vielzahl von Umständen ausgeübt. Probleme, mit denen die Pflegekräfte konfrontiert werden, sind daher vielfältig. Diese können verschiedenster Natur sein, ob Managementebenen oder das pflegende Personal selbst; betroffen sind viele Bereiche. Probleme sind außerdem mit der Rolle der Pflegenden in der Gesellschaft verbunden, nämlich ihr Funktionieren im Kontext der Gesundheitspflege. Das Handeln der Pflege ist somit gekennzeichnet, durch die fortwährende Beteiligung am Wohl der Anderen. Bedürfnisse, Werte, Lebenseinstellungen und Vorstellungen von anderen spielen also eine wichtige Rolle bei der Ausübung der Pflege. Gemeinsam mit anderen helfenden Berufen, üben Pflegende ihre Tätigkeit aus unterschiedlichen Positionen heraus, vielleicht sogar von anderen Ausgangspunkten und Perspektiven, jedoch begegnen ihnen dadurch Probleme, die bezeichnend erscheinen, beim pflegerischen Handeln etwa, vor echten ethisch belasteten Fragen stehen zu können.
Die Rolle der Krankenpflege im Alltag des Gesundheitswesens ist noch nicht oft genug Gegenstand der ethischen Diskussion (gewesen). Ebenso verfügt Deutschland über wenig Literatur, die anwendbar auf etwaige Problemsituationen scheint. Nicht nur das pflegerische Handeln muss weiter durchdacht werden, Ergebnisse müssen praktikabel sein! Gleiches gilt für die Aspekte ethischer Entscheidungsbildung, wie etwa die Rolle der Institution und Emotionen einerseits und die Rolle des Verstandes und Argumentationen andererseits. Gerade auf dem Pflegesektor besteht häufig eine unzureichende Einsicht in die Bedeutung dieses Unterschiedes und damit in die Gültigkeit oder Ungültigkeit von eingenommenen ethischen Standpunkten. Oft führt dies leider zu Unklarheiten und Verunsicherungen. Das Manko an Einsicht bildet manchmal eine bedeutende Quelle von Spannungen, Missverständnissen und Konflikten, für die eine Lösung zu finden recht mühevoll ist. 1
1.2 Exkurs: Zur Geschichte des Mobbing
Mobbing leitet sich ab vom englischen Wort mob. Das bedeutet „Pöbel, Gesindel oder Horde.“ Das Zeitwort to mob lässt sich entsprechend mit „anpöbeln oder über jemanden herfallen“ übersetzen. Mobbing kann wahrlich bedeuten, dass eine Belegschaft eines Betriebes über einen Kollegen herfällt wie eine Horde Wölfe über ein hilfloses Tier. Dabei werden alle Regeln des Anstands und der Menschlichkeit außer Kraft gesetzt.
Meist endet das erst, wenn das Opfer durch Krankheit oder Kündigung den Betrieb verlässt. Versetzungen scheinen hier nicht mehr ausreichend!
1 A. van der Arend/C. Gastmans „Ethik für Pflegende“, Hans Huber Verlag, Bern (1996) , Seite 11-12
1
Sogar Suizide sind zu verzeichnen, da in einer solchen verzweifelten Lage, kein Ausweg denkbar ist.
Beim Mobbing lassen sich Täter und Opfer unterscheiden. Die Täter sind meist Kollegen auf der gleichen Stufe der Unternehmenshierarchie, aber auch Vorgesetzte, seltener Untergebene. Täter agieren subtil versteckt oder brutal direkt. 2
1.2.1 Formen des Mobbing
• Klatsch und Gerüchte hinter dem Rücken des Betroffenen
• Sich lustig/jemanden lächerlich machen
• Abfällige Bemerkungen
• Abwertende Gesten oder Blicke
• Verunsichernde Andeutungen
• Unterstellungen
• Ständige Kritik
• (Keine) Wenig Kommunikation
• Ignoranz
• Vorenthalten wichtiger Informationen
• Sinnlose, keine oder niveaulose Aufgaben
• Versetzung (in andere Räumlichkeiten)
• Beschimpfungen und Beleidigungen, o.ä.
• Sexuelle Misshandlungen/Übergriffe 3
1.2.2 Ziel des Mobbing
Taktik ist es, den Betroffenen zu kränken, abzuwerten, mundtot zu machen, ihm zu schaden und ihn schließlich loszuwerden. Die Gründe für Mobbing sind vielfältig: Konkurrenz der Kollegen, Rivalität, Karrierestreben, Neid, Angst um den Arbeitsplatz oder Frust. Offensichtlich werden verdeckte Konflikte einer Abteilung oder eines ganzen Unternehmens an einzelnen ausagiert, die sich auf Grund äußerer Merkmale als Opfer eignen/anbieten. Besonders gut gedeiht Mobbing dort, wo unklare Kompetenzen und ein unzulässiger Führungsstil die Mitarbeiter belasten. 4
1.2.3 Mobbing hat Auswirkungen
Mobbing stellt eine ernsthafte Gefahr dar. Nicht nur die berufliche Stellung und Entwicklung ist bedroht. Mobbing dringt meist auch tief in die Privatsphäre der Opfer ein und belastet die seelische und körperliche Gesundheit. Um gemobbed zu werden, bedarf es keiner ausgesprochenen Schwächen oder Fehler. Zum Opfer kann jeder werden, ganz gleich, ob man kontaktfreudig oder reserviert, ehrgeizig oder der Karriere gegenüber gleichgültig, in einer Führungsposition oder ein einfacher Angestellter ist. 5 Diese primären Auswirkungen müssen gerade vom Management verhindert werden, da auch sekundäre ökonomische Folgen drohen. Hier gilt es ethisch zu hinterfragen, zu diskutieren, zu lösen und praktisch anzuwenden.
2 U. Boessmann/W.Röder „Krisenmanagement für Pflegeberufe“,Hippokrates-Verlag, Stuttgart (1998), Seite 63-65
3 U. Boessmann/W.Röder „Krisenmanagement für Pflegeberufe“,Hippokrates-Verlag, Stuttgart (1998), Seite 65
4 ebenda
5 ebenda
2
2. Ethische Betrachtungen
2.1 Werte und Normen
Ethik wird umschrieben als das Nachdenken über menschliches Handeln aus der Perspektive der Menschenwürde. Hinweisend auf die drei zentralen Bestandteile der Handlung: Gesinnung, beobachtbare Handlung, Folgen sowie deren Bedeutung, kann festgestellt werden, das es in der Ethik um Werte und Normen geht, die im menschlichen Handeln verankert sind. Somit spricht man dann von ethischen Werten und Normen, die einer Prüfung am Maßstab der Menschenwürde standhalten. Werte sind nach unserem Verständnis auf der Ebene der Gesinnung einzuordnen, ethische Normen der beobachtbaren Handlung. Auch in der Berufsausübung müssen sich Menschen an ethische Normen halten. Diese Normen werden dann zusammengefasst in einem sogenannten Berufskodex (vgl. 2.3). 6
2.2 Das Gewissen
Der Mensch steht fortwährend vor Entscheidungen, die er auf Grund von Abwägungsprozessen zur Lösung bringen soll. Die Fähigkeit, die uns ermöglicht eine Abwägung zwischen beispielsweise Wert und Unwert in konkreten Umständen durchzuführen, bezeichnet man als das Gewissen. 7
2.3 Berufskodizes - die deontologische Tradition in der Pflege
Berufskodizes bilden in gewisser Weise die Zusammenfassung von ethischen Diskussionen über die Ziele, Werte und Normen eines Berufes im Zusammenhang mit denen der Gesellschaft im allgemeinen. Diese Kodizes werden auch als ethische oder professionelle Kodizes, Verhaltensregeln oder Kombination von diesen bezeichnet. Beschrieben wird ein Berufkodex als ein zusammenhängendes Ganzes von ethischen Prinzipien und Regeln bezüglich der Ziele und Werte eines Berufes und die Haltung und das Verhalten, die für das Fördern und Evaluieren des beruflichen Handelns notwendig sind. 8
2.3.1 Vier Funktionen / Ziele bei Berufskodizes
1. Berufskodizes zeigen der Gesellschaft, dass das Pflegepersonal das ihnen
2. 3. 4. Deutlich spiegelt sich die Einteilung wider. Sie richten sich an verschiedene Personen-und Berufsgruppen, die direkte soziale Umgebung wie Strukturen der Einrichtungen sowie an den weiteren sozialen Kontext der Gesellschaft als Ganzes. 9
6 A. van der Arend/C. Gastmans „Ethik für Pflegende“, Hans Huber Verlag, Bern (1996) , Seite 31-32
7 A. van der Arend/C. Gastmans „Ethik für Pflegende“, Hans Huber Verlag, Bern (1996) , Seite 34
8 A. van der Arend/C. Gastmans „Ethik für Pflegende“, Hans Huber Verlag, Bern (1996) , Seite 56
9 A. van der Arend/C. Gastmans „Ethik für Pflegende“, Hans Huber Verlag, Bern (1996 ), Seite 56-57
3
Arbeit zitieren:
Roger Richter, 2003, Mobbing - ein ethischer Konflikt u.a. mit ökonomischen Auswirkungen, München, GRIN Verlag GmbH
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