3
4.2. Validität 23
4.3. Kriterien zur Charakterisierung von Konstruktsystemen 23
5 KRITIK 24
6 LITERATUR 24
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1 KELLYs Theorie der persönlichen Konstrukte
1.1. Entstehungszusammenhang
George Alexander Kelly (1905-1966). Ausgehend von einer Betrachtung des Menschen über die Jahrhunderte hinweg behauptet Kelly, daß Wissenschaftler nur eine Technik perfektioniert haben, die sich im Laufe der Geschichte der Menschheit herausgebildet hat und die jedem Menschen zu eigen ist
- die Schaffung eines mehr oder weniger schlüssigen Systems zur Interpretation der Welt, zwecks Prognose und Veränderung von Ereignissen.
Dabei sei zu beachten, daß es für den Phä nomenbereich Welt wahrscheinlich so viele Theorien gäbe, wie es Menschen gibt, was zum einen daran liegt, daß jeder von der Welt unterschiedliche Auschnitte zu Gesicht bekommt, zum anderen auch aus seiner wo auch immer herstammenden Persönlichkeit. Diese Auffassung führt nun dazu, daß Kelly dem Menschen nicht seine Persönlichkeitstheorie überstülpt, sondern, daß er versucht, dessen Weltauffassung zu rekonstruieren.
In den 50er Jahren entwickelte KELLY - im Bewußtsein der Grenzen der standardisierten Testverfahren (“Krise der Dioagnostik”)- eine Methode, die persönlichen Konstrukte von Individuen zu erfassen, genauer solche Kontrukte, die im Zusammenhang mit bedeutsamen Rolleninhabern aus dem Umfeld des Klienten stehen (role construct repertory test, REP-Test).
Da er die so gewonnen Daten in Matrixform darstellte, nannte er sein Verfahren Role Construct Repertory Grid (engl. grid = Gitter, Raster). Später wurde dieses Verfahren zur allgemeineren Repertory Grid Technik, die neben Beziehungsrollen auch persönliche Konstrukte aus anderen Lebensbereichen erfaßt, weiterentwickelt.
Die Grid- Technik ist eine idiographische Kartographie (Erstellung einer Karte vom Konstruktsystem eines Individuums).
Bei der Grid-Technik handelt es sich um eine Methode, nicht um eine n standardisierten Test. Sie kann als besondere Form des strukturierten Interviews betrachtet werden und ist gekennzeichnet durch eine relative hohe Beteiligung des Pb sowie einen weitgehend dialogischen Verlauf (z.B. immer wieder Rückfragen auf Seiten des Untersuchers, ob der Pb etwas so gemeint hat, z.B. mit Formulierung einverstanden ist).
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KELLY geht davon aus, daß der Mensch nur zu verstehen ist, wenn man sein kognitives System übernimmt und nicht, wenn man ihn - wie derzeit sonst üblich - anhand von Konstrukten der Wissenschaftler (z.B.faktorenanalytisch gewonnene Merkmalsdimensionen) beschreibt. Seine Position ist betont subjektivistisch und hebt sich damit deutlich von einer nomothetisch orientierten Psychologie ab.
Trotz seiner Kritik und seiner ausdrücklichen Abgrenzung von lerntheoretischen, psychoanalytischen und humanistischen Ansätzen verwandte KELLY teilweise deren Ideen, so daß sein Ansatz eine theoretische Zwischenposition darstellt. Darüber hinaus sind Ähnlichkeiten zur modernen Kognitionspsychologie (z.B. subjektive Theorien, Attributionstheorie, Dissonanztheorie) spürbar.
1.2. Einige Charakteristika der Theorie der persönlichen Konstrukte
Philosophische Grundlage von KELLYs Theorie bildet der konstruktive Alternativismus, dessen Hauptthese besagt, daß das Universum nur insoweit erkannt werden kann, als es von Menschen bewertet und interpretiert wird.
KELLY spricht vom “Mensch als Wissenschaftler”, der seine ganz persönlichen Hypothesen über die Welt entwickelt, die er dann laufend überprüft und aktualisiert in dem Bestreben, die Angemessenheit seines Realitätskonstrukts zu maximieren (vgl. ROGERS Selbstaktualierierung). Zweck dieser Konstruktion ist die Vorhersage und Kontrolle künftiger Ereignisse.
Im Rahmen seiner Theorie stellte KELLY folgendes Basispostulat auf:
“Die Prozesse einer Person werden psychologisch kanalisiert durch die Art, in der sie Ereignisse vorwegnimmt.”
Dabei meint KELLY die ungeteilte Einzelperson (ganzheitlicher Ansatz), die kein statisches, reaktives System, sondern aus sich selbst heraus aktiv ist (Spontaneität, Eigenaktivität). Sie antizipiert Ereignisse, indem sie in ihrer Vorstellung deren Wiederholung konstruiert. Z.B. ist das Konstruktsystem über die Beziehung zu den Eltern im Laufe der Kindheit entstanden. Nun kann es im therapeutischen Kontext dazu kommen, daß der Patient ähnliche Konstrukte auf die Beziehung zum Therapeuten anwendet bzw. die Hypothese testet, daß beide Beziehungen ähnlich sind. Zweck ist es, die Beziehung zum Therapeuten vorhersagbar zu machen. Stellt der Patient fest, daß das angewendete Konstrukt nicht passend ist, wird er seine Konstruktion revidieren müssen (Rekonstruierungsprozeß).
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Von elementarer Bedeutung für die Grid-Technik ist das sog. Dichotomie-Korollarium: “Das Konstruktsystem einer Person besteht aus einer endlichen Zahl dichotomer Konstrukte.” Jedes Konstrukt ist bipolar aufgebaut, womit sich der Informationsfluß insgesamt vereinfacht. Begrenzt ist die Anzahl der Dichotome insofern, als das der Mensch dem Netzwerk von Kanaälen folgen muß, die erzwar miteinander kombinieren kann, die aber gleichzeitig den Zutritt zu den Vorstellungen anderer begrenzt.
KELLY insistiert, daß eine Ähnlichkeit festzustellen immer auch - bewußt oder unbewußt - die Heranziehung eines differenzierenden Kriteriums (Gegenteil) bedeutet. Eine Welt, die nur aus Ähnlichkeiten bestünde, wäre eine Kette von monotonen Erscheinungen, und sollten nur Unterschiede wahrgenommen werden, so würde die Realität ein Chaos von unwiederholbaren Erscheinungen. Die Konstrukte strukturieren also die Realität. Sie stellen gleichzeitig Ähnlichkeiten und Unterschiede fest und ordnen Ereignisse bestimmten Kategorien zu.
Personen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Konstruktsysteme. Für den Konstruktpol “frei” lassen sich beispielsweise folgende Gegenpole finden:
frei - gefangen
frei - abhängig frei - geborgen frei - besetzt frei - bedeckt frei - unselbständig frei - gebührenpflichtig frei - ordentlich frei - langweilig
Oder auch:
zuverlässig - gleichgültig
zuverlässig - unabhängig zuverlässig - schlampig zuverlässig - rebellisch zuverlässig - eigenständig
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In dem Beispiel wird auch deutlich, daß je nach Lebensbereich spezifische Konstruktsysteme mit ihrem spezifischen Angemessenheitsbereich erzeugt werden.
Aufgrund der Komplexität der sozialen und dinglichen Welt kommt es zu Inkonsistenzen in den Konstruktsystemen. Dabei können relativ unabhängige Subsysteme, die logisch nicht vereinbar sind, nebeneinander stehen. Übergeordneten Konstrukten kommt dann die Aufgabe der Integration auf einem höheren Abstraktionsniveau zu.
2 Grid-Technik/Rep-Test: Planung und Durchführung
2.1. Grid-Technik
“Grids are like people. They come in many shapes and sizes; they ask questions and give answers; they can be studied as a group or individually, on one occasion or successively over time; they can be used well or distorted out of all recognition. ...” (Fransella & Bannister, 1977, V)
“Kelly devised repertory grid technique as a method for exploring personal construct systems. It is an attempt to stand in other’s shoes, to see their world as they see it, to understand their situation, their concerns.” (Fransella & Bannister, 1977, 5)
Kelly konzipierte den Role Construct Repertory Test als diagnostische Hilfe für den Psychologen bei der Planung einer Therapie: zur Bildung von Hypothesen über den Klienten, um das Netzwerk von Wegen und die vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten zu erfassen. Das Ziel bei der Ermittlung der Konstrukte war, darüber dem Pb Hilfe bei der Entwicklung eines effektiveren Konstruktsystems geben zu können.
Die heutige Methode, die eine Ausweitung des von Kelly entwickelten Role Construct Repertory Test ist, nennt sich Repertory Grid.
Die Grid- Technik ist eine idiographische Kartographie (Erstellung einer Karte vom Konstruktsystem eines Individuums). Bei der Grid-Technik handelt es sich um eine Methode, nicht um einen standardisierten Test. Sie kann als besondere Form des strukturierten Interviews betrachtet werden und ist gekennzeichnet durch eine relative hohe Beteiligung des Pb sowie einen weitgehend dialogischen Verlauf (z.B. immer wieder Rückfragen auf Seiten des Untersuchers, ob der Pb etwas so gemeint hat, z.B. mit Formulierung einverstanden ist).
Arbeit zitieren:
Raphaela Böhmer, 2003, Die GRID-Technik, München, GRIN Verlag GmbH
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