Inhaltsverzeichnis:
1. Beschreibung der pädagogischen Situation 1
2. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe 3
3. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde 6
4. Ausblick 9
5. Literatur 10
6. Anhang
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1. Beschreibung der pädagogischen Situation
Seit November 2002 unterrichte ich eigenverantwortlich die Klasse 7c. Das Fach Biologie wird, wie bereits in den Klassen 5 und 6, ganzjährig und zweistündig unterrichtet. Die beiden Stunden werden leider als Einzelstunden gegeben, aber da sie montags in der 5. und dienstags in der 1. Stunde stattfinden, besteht trotzdem die Möglichkeit an zwei aufeinander folgenden Tagen thematisch und methodisch eng verknüpft zu arbeiten. Zwischen den beiden Stunden hat keine andere Klasse in dem Biologiefachraum Unterricht, sodass Tafelbilder, Gruppentische und Unterrichtsvorbereitungen aus der vorherigen Stunde bestehen bleiben können. Dadurch wird die Durchführung von forschend-entdeckendem, handlungs- und problemorientiertem Unterricht, der mir in dieser Klasse sehr wichtig ist, etwas erleichtert. Ich versuche die SuS 1 , so oft es geht, Experimente entwickeln und diese auch im Unterricht umsetzen zu lassen. 2
Am Schuljahresbeginn wurde die ursprüngliche Lerngruppe, die seit dem Eintritt in die Herderschule zusammen ist, um 9 Mädchen aus einer anderen Schule erweitert, sodass sich die Klasse nun aus 17 Mädchen und 11 Jungen zusammensetzt. Die neuen Schülerinnen mussten sich erst einmal neu orientieren, sich an mich und die z.T. sehr forsche und lebhafte Klasse gewöhnen. J., S. und J. zeigten sich von Anfang an sehr mutig, aufgeschlossen und arbeiteten mündlich gut mit, während M., L., C. und A. sich sehr schüchtern und zurückhaltend verhielten. Mittlerweile sind die neuen Schülerinnen gut in die Lerngruppe integriert, haben neue Freundschaften geschlossen und sind mit problem- und handlungsorientierten Lernarrangements wie dem Experimentieren, der Erarbeitung von theoretischen Zusammenhängen in Gruppenarbeiten oder in Form eines Gruppenpuzzles, dem Lernen an Stationen usw. vertraut. Dennoch erfordern die etwas ruhigeren neuen Schülerinnen weiterhin meine gezielte Aufmerksamkeit.
Auch C. unterliegt meiner besonderen Beobachtung. Er ist ein sehr sensibler und intelligenter Junge, der von der Klassengemeinschaft nur eingeschränkt akzeptiert wird. Da er sprachmotorische Störungen 3 aufweist, sehr zurückhaltend und häufig dem Wissen der restlichen Klasse voraus ist, wird er manchmal von seinen Mitschülern geärgert und in Gruppenarbeiten ausgegrenzt. Dies hat sich jedoch, auch seit er nicht mehr so „verträumt“ ist, gebessert.
Insgesamt ist die Lerngruppe aufgeweckt, wissbegierig und an biologischen Themen interessiert. Die SuS nehmen in der Regel mit großem Engagement am Unterricht teil, beobachten ihre Umwelt aufmerksam und bringen des Öfteren Objekte ihres Interesses in
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Die Bezeichnung „SuS“ soll im Folgenden für „Schülerinnen und Schüler“ stehen. Sollte eine Unterscheidung notwendig sein, wird der geschlechtsspezifische Begriff verwendet.
2 In der Vergangenheit war es häufig so, dass die SuS die Versuche am Montag planten und vorbereiteten, um sie am Dienstagmorgen durchzuführen.
3 Er redet sehr langsam und ihm fallen Wörter oft nicht ein. Dies hat sich aber im Laufe des letzten Jahres gebessert.
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die Schule 4 mit, sodass sie von allen betrachtet, genauer untersucht oder fachliche Informationen dazu eingeholt werden können. Neben diesem großen Engagement ist die Klasse außerdem relativ leistungsstark. Mit wenigen Ausnahmen (J., M., A.) beteiligen sich alle SuS regelmäßig am Unterrichtsgeschehen. Besonders zu erwähnen sind P., D., S., Jo. und L., die mit qualitativ sehr guten Beiträgen den Unterricht häufig voranbringen. Auch Nils muss in diesem Zusammenhang genannt werden, nur schweift er gelegentlich vom eigentlichen Thema ab, sodass ich ihn „bremsen“ muss oder ihn bitte bestimmte Fragen oder Äußerungen zu notieren und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu formulieren. Da er neben seinen Ausschweifungen auch noch sehr leise redet, reagiert der Rest der Lerngruppe häufig mit Genervtheit und Unruhe während seinen Äußerungen. Seit ich N. in einem persönlichen Gespräch darum bat, sich nach hinten zu setzen, damit er lauter redet und sich in seinen Beiträgen etwas kürzer fasst, hat sich die eben beschriebene Situation erheblich verbessert.
Die Bearbeitung von Aufgaben und Problemstellungen in Kleingruppen verläuft größtenteils erfolgreich. Als Lehrperson ermöglicht mir die Gruppenarbeit eine Beobachtung des Arbeits- und Lernprozesses und ich kann auf individuelle Probleme der SuS eingehen. Während den Gruppenarbeitsphasen zeigen sich die Lernenden größtenteils kooperativ und motiviert. Auch im Bezug auf das Präsentieren von Gruppenergebnissen weisen die SuS mittlerweile methodische Kompetenzen auf.
Ein zentrales Anliegen meines Biologieunterrichts ist es, die Fähigkeit der SuS in Bezug auf naturwissenschaftliches Denken und Arbeiten zu fördern (vgl. HKM 2002, 3). Hierbei ist v.a. die Planung, Durchführung, Beobachtung, Ergebnissicherung und Auswertung von Experimenten gemeint, die dem Großteil der Klasse zunehmend besser und routinierter gelingt, doch bedarf die genaue Unterscheidung zwischen Beobachtung, Ergebnis und Auswertung noch gezielter Übung.
Die „Auflockerung“ des Oberthemas „Ökosystem Wald“ durch die detaillierte Behandlung des Regenwurms nehmen die SuS dankbar und motiviert an (mehr dazu in Kap. 2). Die zunächst von mir befürchteten Vorbehalte gegenüber den Tieren, bedingt durch Scheu oder Angst, sind geringer als erwartet. Die Gruppe hat einen positiven Bezug zu den Tieren aufgebaut und auch die SuS, die den Regenwurm noch nicht berühren oder in die Hand nehmen wollen, werden durch ihre Gruppenmitglieder souverän unterstützt.
Abschließend lässt sich sagen, dass ich in dieser sympathischen und lebendigen Klasse ausgesprochen gerne unterrichte und vor allem auch das offene, vertrauensvolle Verhältnis der SuS zu mir, das sich u.a. in Fragen und Vorschlägen äußert, zu schätzen weiß.
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Beispielsweise brachten die SuS unaufgefordert Materialien, wie z.B. Bücher; Internetausschnitte; Fotos von Kaulquappen, Molchen, Eidechsen; Vogelnester, Vogeleier, Zunderschwämme, Blätter etc. mit.
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2. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe
Im Rahmen der Unterrichtsreihe “Ökosystem Wald“ haben sich die SuS der 7c bisher mit der Stockwerkbildung, dem Bau und der Bestimmung von Bäumen und Blättern, mit der jahreszeitlich bedingten Laubfärbung und dem Laubfall beschäftigt. Innerhalb der Wechselbeziehungen im Ökosystem Wald ging es u.a. um die Nahrungsbeziehungen, bei denen der Regenwurm als Destruent 5 , neben den Produzenten und Konsumenten, eine wichtige Rolle spielt. Fragen wie „Was geschieht mit den Laubblättern, die auf dem Waldboden liegen?“ und „Welche Bedeutung haben die Lebewesen, die im Boden leben?“ wurden behandelt, und in diesem Zusammenhang insbesondere die Lebensweise des Regenwurms genauer betrachtet.
Im Lehrplan ist das Ökosystem Wald 6 mit einem Umfang von 24 Stunden angegeben (HKM 2002, 20), d.h. die Behandlung dieses Themas soll sehr ausführlich geschehen. Ich habe bemerkt, dass das Interesse der SuS für humanbiologische Themen und Wirbeltiere in ihren Lebensräumen wesentlich höher war, als das bei den derzeitigen botanischen und ökologischen Sachverhalten der Fall ist 7 . Daher versuche ich, das Ökosystem Wald möglichst schüler- und handlungsorientiert aufzuarbeiten, was sich nicht immer als sehr einfach herausstellt. Gerade die Ökologie ist für die SuS teilweise schwierig nachzuvollziehen und, wie sie mir anvertrauten, auch nicht besonders interessant. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, den Regenwurm als Beispiel für einen wirbellosen bodenbewohnenden Destrunten im Unterricht genauer zu behandeln, um durch das handlungs- und problemorientierte Vorgehen bei der Arbeit mit einem lebenden Objekt, die Motivation der SuS wieder etwas zu erhöhen.
Im Lehrplan Biologie für die Sek. I steht geschrieben: „[...] durch direkte Begegnung mit Lebewesen [...] sollen Schülerinnen und Schüler ein Ökosystem und die Beziehungen zwischen den einzelnen Lebewesen“ und „typische Pflanzen und Tiere in den [...] einzelnen Stockwerken des Waldes“ kennen lernen (HKM 2002, 20). Der Regenwurm bietet sich als leicht und billig zu beschaffendes und in der Schule einfach zu haltendes Beobachtungsobjekt an (vgl. KILLERMANN 1991, 175). Im Gegensatz zu Wirbeltieren kann man Wirbellose aus der Natur entnehmen (und wieder zurückführen). Der artgerechte Umgang mit Tieren (Haltung und Pflege), dessen Behandlung der Lehrplan vorschreibt (vgl. HKM 2002, 17), lässt sich beispielhaft am Regenwurm üben. Durch die Begegnung mit dem lebenden Objekt können die SuS Phänomene selbst beobachten und aus direkter Erfahrung lernen.
Schon Charles Darwin beschrieb in seiner letzten (1881 veröffentlichten) Arbeit „Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer“, dass die Regenwürmer für den Menschen
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Zersetzer
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Es kann auch das Thema Gewässer ausgewählt werden.
7 Der Verlauf des pflanzenkundlichen Interesses nimmt ab Klasse 7 deutlich ab. Auch das tierkundliche Interesse fällt zwischen der 5. und 10. Klasse immer weiter ab, jedoch nicht so stark wie das Interesse an der Botanik. (vgl. BERCK 1999, 73ff.).
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Verena Maras, 2004, Der Regenwurm und seine Sinne - Lokalisierung der Lichtwahrnehmung beim Regenwurm, Munich, GRIN Publishing GmbH
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