Es gibt auf europäischer Ebene keine gesetzlichen Regelungen oder Rahmengesetze zur Sozialpolitik; es gibt aber Empfehlungen von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften. Aussagen zur sozialpolitischen Situation alter Menschen werden in der Mitteilung der Kommission „Ein Europa für alle Altergruppen“ gemacht: Diese Mitteilung ist der Beitrag der Kommission zum Internationalen Jahr der Vereinten Nationen; dort werden unter anderem die Probleme der demographischen Alterung dargestellt; die sich daraus ergebenen Anforderungen an die Gesundheitsversorgung und Schlussfolgerungen werden aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Sozialpolitik für alte Menschen auf europäischer Ebene
1.1 Die demographische Entwicklung
1.2 Probleme aufgrund der demographischen Entwicklung
1.3 Anforderungen an die Gesundheitsversorgung
2 Vergleich der Situationen in den einzelnen Mitgliedsstaaten
2.1 Sicherung im Fall der Pflegebedürftigkeit
2.2 Einrichtungen für alte Menschen im europäischen Raum
2.3 Problemfeld: Demenzerkrankungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die sozialpolitische Situation älterer Menschen in verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten und untersucht, wie die EU auf den demographischen Wandel sowie die damit verbundenen Herausforderungen in der Altenpflege reagiert.
- Demographische Alterung und deren gesellschaftliche Folgen
- Vergleich der Pflegesicherungssysteme in ausgewählten EU-Ländern
- Unterschiedliche Einrichtungsformen für die Altenhilfe
- Versorgungsstrategien und Herausforderungen bei Demenzerkrankungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Die demographische Entwicklung
Das Problem der demographischen Alterung existiert nicht nur in Deutschland, auf europäischer Ebene verhält es sich entsprechend: „In der Zeitspanne 1995-2015 wird die Altersgruppe der 20- bis 29jährigen um 11 Millionen Perosnen abnehmen (d.h. um 20 %), während die Alterklasse der 50-64jährigen um 16,5 Millionen (mehr als 25 %) wachsen wird“ (Kommission der europäichen Gemeinschaften, 1999). In den nächsten 20 Jahren wird die Anzahl der Menschen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, um 17 Millionen zunehmen; um 5,5 Millionen wird sich die Anzahl der über 80jährigen (Hochbetagte) innerhalb dieser Gruppe erhöhen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung der EU-Bürger hat im Zeitraum von 1960 bis 1995 deutlich zugenommen, bei den Männern hat sie um 8 Jahre und bei den Frauen um 7 Jahre zugenommen. „Die Lebensverlängerung wird, zusammen mit dem Absinken der Geburtenzahlen unter das Bestandsniveau – dies gilt für alle Mitgliedsstaaten -, dazu führen, dass die demographische Alterung im 21. Jahrhundert dramatische Formen annimmt“ (Kommission der europäichen Gemeinschaften, 1999): In Kürze wird die europäische Bevölkerung aufhören zu wachsen, danach wird ein allmählicher Rückgang einsetzen; die jüngste Altergruppe, die Kinder von 0 bis 14 Jahren, machten 1996 17,6 % der Gesamtbevölkerung aus, sie wird 2015 auf 15,7 % schrumpfen; der Anteil der Berufsanfänger (15- bis 29jährige) wird um 16 % abnehmen – das entspricht einem Rückgang um 13 Millionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Sozialpolitik für alte Menschen auf europäischer Ebene: Dieses Kapitel erläutert den demographischen Wandel in Europa sowie die resultierenden Anforderungen an die Gesundheitsversorgung und Rentensysteme.
2 Vergleich der Situationen in den einzelnen Mitgliedsstaaten: Hier werden länderspezifische Modelle zur Sicherung der Pflegebedürftigkeit, verschiedene Einrichtungen der Altenhilfe und der Umgang mit demenziellen Erkrankungen gegenübergestellt.
Schlüsselwörter
Sozialpolitik, Altenhilfe, Demographischer Wandel, Pflegebedürftigkeit, Europäischer Vergleich, Demenz, Gesundheitsversorgung, Rentensysteme, Altenpflege, Ambulante Dienste, Stationäre Einrichtungen, Lebensqualität im Alter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die sozialpolitischen Rahmenbedingungen für die Versorgung älterer Menschen innerhalb der Europäischen Union und vergleicht dabei die Ansätze verschiedener Mitgliedsstaaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die demographische Entwicklung, die Absicherung von Pflegebedürftigkeit, verschiedene stationäre und ambulante Einrichtungsformen sowie spezifische Herausforderungen bei Demenzerkrankungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche europäische Länder auf die Herausforderungen einer alternden Bevölkerung reagieren und welche sozialpolitischen Strategien dabei zur Anwendung kommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse und dem Vergleich von Länderberichten sowie Empfehlungen der Europäischen Kommission.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die europäische Ebene der Sozialpolitik als auch spezifische Länderbeispiele wie Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Großbritannien, Frankreich und Spanien in Bezug auf ihre Pflege- und Versorgungssysteme detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sozialpolitik, Altenhilfe, demographischer Wandel, Pflegeversicherung, Demenz sowie europäische Vergleichsstudien.
Wie unterscheidet sich die Pflegesicherung in Dänemark von Deutschland?
Während Deutschland durch das Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) ein spezifisches Versicherungssystem nutzt, setzt Dänemark stärker auf eine kommunale Verantwortung und eine ganzheitliche soziale Absicherung durch das Altenwohnungs- und Sozialbeistandsgesetz.
Welche Bedeutung hat das "Care Management" in Großbritannien?
Das Care Management fungiert als marktorientiertes System, bei dem Care Manager Bedarfsfeststellungen durchführen und passende Leistungspakete für Pflegebedürftige einkaufen, wobei jedoch die Abhängigkeit von der finanziellen Lage des Gesundheitssystems kritisiert wird.
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- Diplom Pädagoge Volker Müller (Author), 2002, Sozialpolitik für alte Menschen im europäischen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2607