INHALTSVERZEICHNIS
1. Allgemeine Betrachtungen zu Drogengebrauch und Prävention 3
2. Drogengebrauch und Lebenslauf 4
3. Drogengebrauch Jugendlicher 7
4. Schlüsselkonzepte in der Drogenprävention 9
5. Zusammenfassung 10
6. Quellenangaben 11
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1. Allgemeine Betrachtungen zu Drogengebrauch und Prävention
In diesem Text soll ein Überblick über den Kenntnisstand zu den Themen Drogenkonsum, Drogenmißbrauch in bezug auf Lebensspanne und Möglichkeiten der Drogenberatung zur Prävention gegeben werden. Die gewonnen Erkenntnisse sollen praktische Anwendung bei der möglichen Entwicklung von Konzepten im Bereich Prävention und Beratung besonders Jugendlicher finden können.
Als Droge soll hierbei all das betrachtet werden, was in unkontrolliert selbstschädigendem Maße, legal oder illegal, konsumiert werden kann und mehr oder weniger deutliche Zeichen der Abhängigkeit erkennen läßt.
Dabei spielen, wenn auch nicht im Brennpunkt der Öffentlichkeit stehend, Spielsucht, stark übertriebener Mediengebrauch (Fernsehen, PC) ebenso eine Rolle, wie der Konsum von Nikotin, Alkohol, Medikamenten und illegaler Drogen. Denn abgesehen von den sogenannten harten Drogen (Rauschgifte), welche die Person rasch physisch und in Verhaltensänderung auffällig werden lassen, ist nicht immer leicht zu trennen, wo es sich für eine Person nur um einen temporär - exzessiven Konsum handelt oder ob schon eine tendenziöse oder gar manifeste Abhängigkeit vorliegt.
Suchtformen wie etwa Alkoholismus oder Spielsucht bleiben oft lange Zeit unbemerkt, weil sich die damit verbundenen Symptome über einige Zeit hinweg gut verbergen lassen. Der auffällige Wandel einer Person im Vergleich zu ihrem sonst üblichen Auftreten, zunehmende Kontaktverarmung, Vernachlässigung der eigenen Person und Wertvorstellungen (Deprivation), stetiger Geldbedarf, andauernde Unruhe und Gereiztheit können und sollten für ein aufmerksames Umfeld deutliche Indikatoren sein, die Anlaß geben, den Grund für die festgestellte Änderungen zu hinterfragen.
Dabei geht es zum einen darum zu beleuchten, wie es zu unkontrollierten Konsum von Drogen kommen kann und andererseits, welche präventiven Möglichkeiten zur Diskussion stehen. Es geht um die Schaffung einer theoretischen Basis, auf der Präventionskonzepte aufbauen könnten. Das Drogenkonsum, völlig unabhängig vom Lebensalter der betroffenen Person, die Handlungsfreiheit und -fähigkeit und ebenso die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann, versteht sich von selbst. Und gerade in einer so sensiblen Phase wie der Entwicklung in der Jugendzeit, die ohnehin durch die von dem Heranwachsenden zu bewältigenden Entwicklungsaufgaben kompliziert genug verlaufen kann, ist es sinnvoll, vermeidbare Beeinträchtigungen nach Möglichkeit fernzuhalten oder zu minimieren. Entwicklung im Jugendalter will hierbei als eine Gesamthandlung verstanden werden, die für Jugendliche eine Folge von sukzessiv zu bewältigenden Entwicklungsaufgaben darstellt.
Wenn von Prävention gesprochen wird ist auch zu hinterfragen, was geeignete Prävention ist. Auf der einen Seite steht das Verbot von Konsum und/oder Handel mit illegalen Drogen oder deren altersabhängige Sanktionierung, wenn es sich um schadstoffhaltige Handelsware, wie Zigaretten und Alkohol, handelt. In diesem Bereich sieht der Gesetzgeber hauptsächlich seine Möglichkeiten. Trotz aller Verbote ist es jedoch kaum ein Problem für den Interessierten, an die Droge seiner Wahl zu gelangen. Natürlich ist eine Kontrolle schadstoffhaltiger Stoffe durch den Gesetzgeber sinnvoll. Doch viel mehr als eine Sanktionierung bietet die politische Programmatik als Beitrag oft nicht an. Freilich werden allerhand Schriften zur Aufklärung und Information verbreitet, doch die aktive Arbeit der öffentlichen Beratungsstellen und betreuenden Anstalten wird oft nur unzureichend und dem tatsächlichem Bedarfsmaß nicht gerecht werdend bedacht. Und wie Jugendliche in die Lage versetzt werden können kompetent mit Drogen umzugehen oder welche Alternativen zu deren Gebrauch anstehen, dazu bleibt sie eine Antwort weitestgehend schuldig.
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Es geht auch gar nicht um generelle Abstinenz. Vielmehr um den kompetenten -verantwortungsvollen Drogengebrauch und das Erlernen von Verhaltensweisen, die zu einem problembewußten Umgehen mit Drogen befähigen. Meint konkret, daß eine distanzierte Stellung zu illegalen und ein kritischer verantwortungsvoller Umgang mit legalen Drogen. Was dieses Ziel angeht, liegen die größten Potenzen im direkten Umfeld der Jugendlichen selbst. Und somit sollte wichtiger Ansatzpunkt für eine präventive Entwicklungsintervention die schulische Bildung, die altersgerechte Jugendarbeit und vor allem die Elternbildung sein. Inhalte eines solchen Bildungspaketes sollten sein:
• nichtdogmatische Aufklärung, die mehr informiert als belehrt
• Gefährdungsfaktoren benennt
• Risiken eines Mißbrauchs aufzeigt
• Einsichten herausbildet, die zum kompetenten Umgang mit Drogen befähigt
• Alternativkonzepte zur Bewältigung persönlicher Krisen ohne Drogenkonsum unterbreitet
• Orientierung und Hilfe für Betroffene bietet
Um zu Vermeiden, daß die Annahme seitens der Jugendlichen ausbleibt und sich eher eine Trotz- bzw. eine Konfrontationshaltung ausbildet, muß die Art der Darbietung und des Zugehens selbst dem Alter der Heranwachsenden gerecht werdend erfolgen. Um Lösungen anbieten zu können, muß man jedoch zuerst einen genauen Überblick über die Problematik, deren Inhalte, Grundlagen, Auftreten und mögliche Auswirkungen haben. Das erfordert aufwendige detaillierte Untersuchungen.
Dazu ist genauer zu analysieren, welche Ursachen und Bedingungen zu einem Mißbrauch führen können , was überhaupt alles Einfluß nehmen kann, wann und warum mit dem Konsum von Suchtmitteln begonnen wird. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen sich dann Möglichkeiten für die Entwicklung von Aufklärungs- kompetenzentwickelnden Strategien bieten, sowie die Benennung von Alternativen. Interessant zum Beispiel ist die Frage, wie sich der Drogengebrauch innerhalb des Lebenslaufes verhält. Lebenslauf beinhaltet hier jeweiliges Alter und Lebenssituation.
Um solch Datenmaterial zu gewinnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ideal sind natürlich Längsschnittstudien an Normalpopulationen. Diese Variante läßt sich jedoch nur schlecht realisieren. Um gleichzeitig individuelle Entwicklung und kulturellen Wandel betrachten zu können, wäre als Längsschnittstudie das Kohorten-Sequenz-Design interessant. Hierbei werden über Jahre hinweg Geburtskohorten oder auch Generationen untersucht.
Tatsächlich aber greift man oft auf Querschnittstudien, in der Art eines Zeit-Sequenz-Designs, zurück. Man untersucht also mehrere Jahre lang immer wieder die gleiche Altersgruppe ( z.B. 15-und 20jährige). Das allerdings schwächt natürlich die zur Auswertung stehende Basis hinsichtlich ihrer globalen Aussagekraft.
2. Drogengebrauch und Lebenslauf
Im folgenden Abschnitt soll der Drogengebrauch über den Lebenslauf hinweg betrachtet werden. Altersbezogene und kulturwandelbezogene Gesichtspunkte, Einflüsse kritischer Lebensereignisse sowie soziodemographische Unterschiede sollen dabei bedacht werden. Altersbezogen meint in diesem Fall die Korrelation zwischen Lebensalter und sozialer Strukturierung der jeweiligen Person.
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Arbeit zitieren:
Dipl. Psychologe Jörg Hartig, 1999, Entwicklungstheoretische Perspektiven in der Drogenberatung, München, GRIN Verlag GmbH
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