Österreichische Erzählungen_Zuzana Kovárová_OPT nemcina švédcina 3.rocník
Eines Tages passiert etwas Ungewöhnliches. Er wacht verwandelt in ein ekelhaftes, scheußliches Monstrum auf, während die Umgebung unberührt bleibt. Gregor ist aber nicht verzweifelt oder hysterisch, so wie meine normale Reaktion sicher gewesen wäre, hätte ich so etwas einmal festgestellt. Nein, ganz andere Gedanken wirbeln in seinem Kopf. Ganz merkwürdig, denn er fängt an, sich damit zu beschäftigen, wie er sich auf die rechte Seite umdrehen soll, auf der er zu schlafen gewöhnt war, weil es ihm sein panzerartiger Rücken nicht erlaubt. Er macht sich gleichzeitig Sorgen, wie er
schnellstens in die Arbeit kommt, weil er seine geschäftlichen Pflichten vernachlässigt hat. Sein Aussehen, in dem eigentlich seine Tragödie besteht, interessiert ihn nicht. Und so beginnt die Geschichte... Kafka gelang es, einen sehr unkonventionellen und packenden Anfang dieser Erzählung zu schaffen und man mochte nur noch mehr und mehr erfahren, wie sich die Geschehnisse weiter entwickeln werden. Noch mehr überraschend ist weiter der Moment, wenn sich herausstellt, dass Gregor kein üblicher verantwortungsloser Angestellter ist, der seine Arbeitspflichten nicht zu schätzen weiss, wie man am Anfang diesen Eindruck bekommen könnte. Im Gegenteil, während 5 Jahren seines Dienstes ist er noch nie krank gewesen. Umso mehr bedauerlich und ungerecht kam mir sein trauriges Schicksal vor. Die ganze Familie ahnt etwas Unangenehmes, als Gregor aus seinem versperrten Zimmer nicht hinauskommen will. Da fangen sie vielleicht an darüber zu grübeln, wie es sein wird, wenn er nicht imstande sein wird, sie alle vier weiter zu ernähren.
An dieser Stelle würde ich gerne hinzufügen, dass ich eher diesen Rest seiner Familie als Insekter wahrgenommen habe. Seine Angehörigen kamen mir als abscheuliche Schmarotzer vor, die Gregor vollkommen ausgebeutet hatten. Gregor sah zwar äußerlich als Insekt aus, doch sein gutes Herz war eben kein Tierisches. Als ihn seine Familie zum ersten Mal nach der Verwandlung erblickt - reagiert jeder von ihnen verschieden. Die Mutter weicht aus und bleibt im Schock. Der Vater neigt von
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Anfang an zu Gewalt und treibt ihn in sein Zimmer, aus dem er nach vielen Schwierigkeiten und gewissem Maß Selbstüberwindung endlich mal herauskam und er wird dabei verletzt. Kafka beschreibt hier den Vater als einen kräftigen Mann, der bevor zu denken lieber mit Gewalt Probleme löst. Er sieht nicht ein, dass sein Sohn viel darunter leiden kann. Er begreift nur, dass Gregor zu nichts nutz mehr ist und er ist selbstveständlich nicht zufrieden damit. Von nun an ist Gregor nur eine Last... Der Rest der Familie wird darüber im Klaren, dass Gregor nicht mehr imstande ist, Geld zu verdienen. Gregor erkennt, dass er von seiner Familie nur ausgenützt wurde. Er hat den Aufwand der ganzen Familie getragen und die Schulden abgezahlt und machte alles dafür, um seiner Familie einen gewissen Lebensstandard zu gewähren. Aber jetzt, da er nicht arbeiten kann, ist er auch für seine Familie zu nichts nutz und sie brauchen ihn nicht mehr. Jetzt ist es umgekehrt. Als Insekt kann nun er die anderen ausbeuten, wie sie ihn vorher. Doch der Vater hält ihn trotzdem immer unter Druck. Er kann sich nicht den neuen Bedingungen anpassen.
Es stellt sich heraus, dass alle drei, die sich auf ihn verlassen haben, doch arbeitsfähig sind, wenn es dara uf kommt. Sogar der Vater nimmt die Stelle eines Dieners an. Er ist nicht mehr der schwache Mann, der sich kaum bewegen kann. Er wird mit Gregors Zugrundehehen immer stärker und stärker. Für mich war es ganz überraschend, denn ich hatte eine andere Vorstellung vom Vater. Gregor schien auch überrascht zu sein: Trotzdem, trotzdem, war das noch der Vater? Der gleiche Mann, der müde im Bett vergraben lag, wenn früher Gregor zu einer Geschäftsreise ausgerückt war, der ihn an Abenden der Heimkehr im Schlafrock im Lehnstuhl empfangen hatte, gar nicht recht imstande war, aufzustehen, sondern zum Zeichen der Freude nur die Arme gehoben hatte...
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Die Familie beginnt nur ein neues Leben zu führen. Sie finden also eine Arbeit und werden angestellt. Gregor bleibt imme r noch in seinem Zimmer. Die Eltern weigern ihm das Essen hineinzubringen und seine Schwester sorgt dafür. Alle ekeln sich vor ihm und er begreift das. Aus diesem Grunde versteckt er sich immer unter seinem Bett, wenn jemand im Zimmer zugegen ist und damit er sie von seinem Blick erspart. Er nimmt immer noch Rücksicht auf sie, obwohl es ihm im Körper eines ekelhaften Käfers sehr schwerfallen muss.
Bei der Szene mit den Äpfeln war ich ehrlich berührt. Es ist hier geschildert, wie der Vater einmal nach Hause kommt und Gregor mit Äpfeln zu attackieren beginnt, um ihn wieder in sein Zimmer zu treiben. Der Vater wird in dieser Erzählung immer als derjenige beschrieben, der Gregor nur jagt und ihn irgendwohin treibt. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich Gregor immer unterdrückt fühlte. Der Vater bewirft ihn mit Äpfeln und es bleibt ein Apfel in seinem Körper stecken und die Wunde entzündet sich. Der Panzer, der Gregor zum Schutz dienen soll, wird von seinem Vater durchbrochen. An dieser Stelle zeigt sich eigentlich das wahre Gesicht des Vaters. Ohne sich vorher bei jemandem zu erkundigen, was die Sache ist, macht er sich an Gregor mit Gewalt heran. Bald darauf stirbt Gregor auch an den Folgen der Verletzung. Außerdem ist er auch abgemagert, weil er seit einiger Zeit die Nahrung abweist. Doch der hauptsächliche Grund seines Todes ist die Lieblosigkeit seiner Familie. Es fehlt die Toleranz in der Familie und Gregor fühlt wie ihn langsam seine Kraft verläßt und er gibt nach. Grete bringt ihm das Essen ins Zimmer. E in gutes Essen wird später durch Abfälle ersetzt. Doch Gregor ist die Lust zum Essen vergangen. Es hängt sicherlich auch mit dem druck, der auf ihn lastet. Doch nicht nur das. Als Käfer sucht er nach anderer Nahrung oder besser gesagt, er sucht nach etwas, indem er eine Lust finden könnte. Er findet ein Ergötzen in der Musik. Grete spielt Violine und als ihm eines Tages ihre Musik zu Ohren gelangt, kommt er aus dem zimmer heraus, so damit er besser hört. Zu dieser Zeit bewohnen das Haus drei Herren, die ein Zimmer von der Familie gemietet haben. Als sie
Arbeit zitieren:
Zuzana Kovarova, 2004, Kafka Franz - Die Verwandlung, München, GRIN Verlag GmbH
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