INHALT
1 ZIEL DER ARBEIT 1
2 LITERARISCHE EINORDNUNG 1
2.1 Einordnung von Salome 1
2.2 Kurzer Überblick über die literarischen Stilrichtungen des
ausgehenden 19 Jahrhunderts 2
3 OSCAR WILDE 3
4 ENTSTEHUNG DES WERKES 8
5 INHALT 9
5.1 Die erste Sequenz 9
5.2 Die zweite Sequenz 9
5.3 Die dritte Sequenz 10
6 ZU WILDES DRAMATECHNIK 10
7 DIE GEWALTTREIBENDEN KRÄFTE 11
7.1 Die erste Sequenz 12
7.2 Die zweite Sequenz 16
7.3 Die dritte Sequenz 18
8 SCHLUßWORT 19
9 LITERATURVERZEICHNIS 1
10 BILDNACHWEIS 1
1
1 ZIEL DER ARBEIT
In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, inwieweit »Salome« literarische Aspekte der Gewalt enthält. Dabei geht es weniger um ein Ausmalen der Szenen, die Gewalt beinhalten, sondern vielmehr um die Suche nach den Ursachen der Gewalt. Auch soll herausgearbeitet werden, daß Gewalt nicht zwangsweise physischer Natur ist, sondern sich wesentlich subtiler darstellen kann.
Zunächst wird eine literarische Einordnung vorgenommen, um den Rahmen für ein tieferes Textverständnis zu schaffen. Die folgende Biographie Wildes dient dazu, den historischen Hintergrund, sowohl seiner literarischen Schaffensepoche, als auch seines sozialen Umfeldes, zu beleuchten.
2 LITERARISCHE EINORDNUNG
2.1 Einordnung von »Salome« »Salome« ist in einer Zeit entstanden, in der der Zusammenhang zwischen Grausamkeit und Eros eine besondere Faszination hervorrief 1 . Es war die Zeit, in der die literarischen Stilrichtungen Symbolismus, Décadence und Impressionismus die Sexualität und ihre Abarten thematisierten. 2 Wilde selbst „bekennt sich zu einem Symbolismus, der viele Auslegungen zuläßt, nicht auf eine Moral beschränkt ist,
3 sondern vielschichtig, wie der Symbolismus sein sollte.“ Kritiker Wildes rücken die Tragödie eher in Richtung des Impressionismus, da sie Zweifel an der Bedeutungstiefe ihrer Sprache hegen. „Der Verzicht auf die Suche nach einer tieferen Bedeutung, den der impressionistische Künstler scheinbar leistet, wird kompensiert durch die Herstellung eines Zusammenhanges von einzelnen Augenblicken, der eine Mehrzahl möglicher Bedeutungen eröffnet. Wilde selbst spricht 1897 im Rückblick auf Salome in Briefen an Lord Douglas von „Refrains, deren immer wiederkehrende motifs aus Salome 4 Auch läßt eine Art Symphonie machen und es balladenhaft zusammenfügen.““ Wilde in »Salome« Herodes sagen: „Es ist töricht, in allem, was man sieht,
1 vgl. Oscar Wilde: Salome. Stuttgart 1997. S. 59
2 vgl. ebd. S. 60
3 ebd. S. 61
4 ebd. S. 63
2
5 Diese Aussage deutet darauf hin, daß Wildes nach Bedeutung zu spüren.“ Kritiker nicht im Unrecht sind, wenn sie es vorziehen, das Werk als impressionistisch auszulegen.
2.2 Kurzer Überblick über die literarischen Stilrichtungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts
Der Naturalismus entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (ca. 1870-1900) aus dem Realismus und stellte den Menschen als Produkt aus Vererbung und Milieu dar. Den Literaten des Naturalismus ging es um die Darstellung der Natur. Allerdings wurde die Natur nicht wie im Realismus von ihrer schönen Seite dargestellt, sondern hauptsächlich von ihrer Schattenseite.
Um 1890 entwickelten sich aus dem Naturalismus weitere Literarische Strömungen:
zurück.“
5 ebd. S. 40
6 Meyers Lexikonredaktion: Das neue Duden-Lexikon. Mannheim, Wien, Zürich 1991. S. 743
7 vgl. Wolfgang Asholt u. Walter Fähnders (Hrsg): Fin de siècle. Stuttgart 1995. S. 417
8 Meyers Lexikonredaktion: Das neue Duden-Lexikon. Mannheim, Wien, Zürich 1991. S. 238
3
3 OSCAR WILDE
Die Biographie ist in gekürzter Form aus der Monographie von Peter Funke 9 übernommen und entstammt der ursprünglich gemeinsamen Ausarbeitung des Themas mit Frau Ina Koch.
Oscar Fingal O’Flahertie Wills Wilde
Francesca Wilde, die drei Jahre jünger war als er und die er sehr liebte, und einen älteren Bruder.
1864-1871 besuchte O. Wilde die königliche Schule zu Portora in Enniskillen. Da er später nichts über diese Zeit geschrieben hat, wird davon ausgegangen, daß seine Jugend und Schulzeit glücklich gewesen ist.
1871-1874 studierte er am Trinity College in Dublin, einer protestantischen Universität. Er bekundete zu dieser Zeit seine Abneigung gegenüber den Naturwissenschaften und den sportlichen Betätigungen. Sehr beeindruckt zeigte er sich hingegen von Reverend Sir John Pentland Mahaffy, der, mit der Haltung eines Snobs, eine starke Vorliebe für die adlige Gesellschaft und die Kunst der Konversation hatte. Zwischen Mahaffy und Wilde entwickelte sich eine Freundschaft, und Wilde begleitete ihn 1877 auf zwei Studienreisen nach Italien und Griechenland.
1874 verließ Wilde das Trinity College mit Auszeichnung. Im Oktober 1874 begann er mit einem Stipendium sein Studium am Magdalen College in Oxford. In dieser Phase seines Lebens wurde
9 Peter Funke: Oscar Wilde. Reinbek / Hamburg, 1997
4
seine Liebe zur Kunst und zum Schönen in die Richtung des Ästhetizismus geweckt. Maßgeblichen Einfluß darauf hatten zwei seiner Dozenten, die der Strömung des Ästhetizismus angehörten: John Ruskin und Walter Horatio Pater. Ruskin war ein führender Kunstkritiker seiner Zeit. Pater führte die aus Frankreich kommende Richtung ‚l’art pour l’art‘ weiter und machte daraus: „Schönheit um der Schönheit willen“. In diesem Umfeld entfaltete Wilde seine Persönlichkeit und seine Vorliebe für schöne Gegenstände. In Oxford begann auch Wildes Faszination für die Katholische Kirche, der er aber nicht beitrat, weil er Geld und Ehrgeiz nicht aufgeben wollte. Wäre er nämlich konvertiert, hätten ihn sowohl sein Vater, als auch sein Bruder enterbt.
Sir William Wilde starb 1876.
1878 erhielt Oscar Wilde den Newdigate Preis für sein Gedicht »Ravenna«. Im gleichen Jahr machte er mit besten Noten und Auszeichnung sein Abschlußexamen.
Während seiner Studienzeit hatte Wilde zwei Jahre lang eine, für ihn bedeutende, Liebesaffäre mit Florence Balcombe.
Nach seiner Studienzeit versuchte Wilde, sich in der englischen Gesellschaft zu etablieren und zog 1879 nach London. Er suchte die Bekanntschaft zu deren wichtigsten Personen, wie z.B. Lily Langtry, die als schönste Frau ihrer Zeit galt, oder auch zu berühmten Schauspielern wie Sir Henry Irving oder Ellen Terry. Einigen dieser Personen widmete er Gedichte, um sie zu „füttern“.
„Um heutzutage in die beste Gesellschaft zu gelangen, muß man die Leute 10
entweder füttern, belustigen oder schockieren- das ist alles.“ Wesentlich schwieriger als der gesellschaftliche Erfolg, stellte sich für Wilde die Anerkennung als Kunstkritiker und Literat dar. Sein erstes Drama »Vera; or, The Nihilists« (1880) wurde in London gar nicht, in New York nur eine Woche aufgeführt.
1881 erschien Wildes erste Gedichtsammlung »Poems«.
10 Peter Funke: Oscar Wilde. Reinbek / Hamburg, 1997. S. 43
Quote paper:
Maike Schütz, 1998, Oscar Wildes ´Salome´, Munich, GRIN Publishing GmbH
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