Henryk Sienkiewicz (1867- 1916) ............................................................................................. 3 Die Theorie der Kunst, Figuren zum Leben zu erwecken: Charakterisierungstechniken.......... 4
Die Arten der Charakterisierung ................................................................................................ 5 Explizit- figurale Charakterisierungstechnik .............................................................................. 7 Implizit- figurale Charakterisierung............................................................................................ 8 Explizit-auktoriale Charakterisierungstechniken....................................................................... 9 Implizit-auktoriale Charakterisierungstechniken..................................................................... 10 König Jagiello .......................................................................................................................... 11 Ulrich von Jungingen............................................................................................................... 13 Die übrigen Figuren der Schlachtbeschreibung ....................................................................... 14 Quellen: .................................................................................................................................... 15
Henryk Sienkiewicz ist ein Autor, dessen Erbe durch Jahrzehnte hinweg mit einer
ganz besonderen Hingabe weitergegeben wird. Seine Werke wurden von vielen Generationen gelesen, zwar nicht immer freiwillig, denn mehrere seiner Werke gehören zum meistens von den Schülern gehassten Schulkanon, doch kaum ein Pole wurde nicht von seinen Erzählungen geprägt.
Doch was macht den Zauber und die Faszination seiner Werke aus? Seine Thematik war immer die Geschichte Polens, vor allem zu einer Zeit, in der die Existenz und Zukunft des Landes mehr als nur unsicher waren. Zwar schrieb er über Zeiten, die von heutiger Sicht aus sehr weit entfernt in der verschwommenen Vergangenheit liegen, jedoch prägten gerade diese weit entfernten Zeiten das heutige Nationalbewusstsein Polens. Kaum ein Land in Europa pflegt so wie Polen die Überlieferung der Geschichte des Landes und der Kultur. Und wie kann die Geschichte lebhafter und intensiver übermittelt werden, wenn nicht durch die Literatur. Sienkiewicz war einer, wenn nicht sogar der wichtigste der Autoren, die in ihren Erzählungen die Geschehnisse der Vergangenheit für immer „konserviert“ haben. Durch seine bildhafte Darstellungsweise und die präzisen Beschreibungen, erwecken seine Werke eine Zurückversetzung des Lesers in die Geschehnisse von damals. Geschichte wird lebendig und bleibt im Bewusstsein des Lesers haften, ganz anders als nur eine auswendig gelernte Jahreszahl einer Schlacht oder eines Aufstandes. Dieser Geschichtsunterricht in Form der Literatur schaffte ein
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gemeinsames Bewusstsein der polnischen Bevölkerung und ein Verständnis von gemeinsamer Vergangenheit und Stolz, wie es sonst nirgends in Europa vorkommt. Dies ist ein Grund um sich das einzigartige Können Sienkiewiczs näher anzusehen, wie er es schafft bloß durch Worte, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Mein Augenmerk richte ich dabei auf die Figurenkonzeption Sienkiewiczs in der Schlachtbeschreibung in seinem Werk „Krzyzacy“. Dabei werde ich mich auf die Theorie der Charakterisierungstechniken von Manfred Pfister stützen. Doch erst einmal möchte mich der Person Sienkiewiczs widmen und in Kürze einen Überblick über sein Leben und sein Schaffen geben.
Henryk Sienkiewicz (1867- 1916)
Henryk Sienkiewicz stammt aus der Provinz Podlachien. Er ging in Warschau zur Schule und studierte Geschichte und Literatur an der Szkola Glowna. Die Familie war arm, und Sienkiewicz musste sich seinen Lebensunterhalt schon früh selbst verdienen. Er arbeitete als Hauslehrer und Journalist. Zuerst schrieb er für die fortschrittliche Presse, später wechselte er zu den Konservativen über. Im Alter von dreißig Jahren wurde er von seiner Zeitung (Gazeta Polska) nach Amerika geschickt. Dort entstanden seine „Briefe aus Amerika“. Als sein erstes bedeutsames Werk werden die „Kohlenstiftzeichnungen“ (1877) bezeichnet. Als er von seinem zweijährigen Amerikaaufenthalt (Kalifornien) zurückgekehrt war, schrieb er die „Amerikanischen Erzählungen“. Im Jahre 1878 begab sich Sienkiewicz für mehrere Monate nach Paris, dann nach Galizien und kehrte schließlich nach einer vierjährigen Abwesenheit wieder nach Warschau zurück. Er machte sich daran, eine historische Trilogie zu verfassen, die zuerst in Zeitungsfortsetzungen, dann in Buchform erschien: „Mit Feuer und Schwert“ („Ogniem i mieczem“ 1884), „Die Sintflut“ („Potop“ 1886) und „Herr Wolodyjowski“ („Pan Wolodyjowski“). Mit der Trilogie wollte er die Leser in das 17. Jahrhundert führen, eine Zeit in der Polen in verhängnisvolle Kriege verwickelt war. Im ersten Band kämpfen die Polen gegen die Kosaken, im zweiten („Potop“) gegen die Schweden und im dritten gegen die Türken. Sienkiewicz arbeitete unter großem Druck. Er hatte pünktlich die Fortsetzungen zu liefern. 1881 hatte er Maria
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Szetkiewiczowna geheiratet. Sie litt an Tuberkulose und Sienkiewicz brauchte Geld, um ihr Kuren in ausländischen Sanatorien zu ermöglichen. Sie starb 1885. Seinen Ruhm im Westen verdankt er vor allem dem Roman „Quo vadis?“ (1896), für den er 1905 den Nobelpreis erhielt.
Weitere wichtige Werke: „Ohne Dogma“ (1891), „Familie Polaniecki“ (1895). „Die Kreuzritter“ (1900) u.a.. Der Erste Weltkrieg zwang ihn zur Emigration in die Schweiz, wo er ein Komitee für Kriegswaisen gründete. Henryk Sienkiewicz starb 1916 in Vevey. Seine sterblichen Überreste wurden nach Polen überführt und in der Kathedrale der Heiligen Jana in Warschau beigesetzt.
Die Theorie der Kunst, Figuren zum Leben zu erwecken:
Charakterisierungstechniken
Was macht oft den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Erzählung aus? Es ist die Frage, ob der Leser mit der einen oder mehreren Figuren mitfühlen, mitleiden und mitfiebern konnte. Ob die Figur glatt und langweilig dargestellt wurde oder aber ob der Leser sie facettenreich und interessant kennen lernen durfte. All das hängt oft davon ab, wie der Autor seine Figuren gestaltet, welcher Mittel er sich dabei bedient und ob er diese auch sinnvoll zu nutzen weiß. Je besser der Autor dabei diese Kunst beherrscht, desto lebensechter und glaubhafter werden seine Figuren und desto mehr kann sich der Leser mit ihnen identifizieren. Die Charakterisierungstechniken sind dabei eine Wissenschaft für sich, denn es ist nicht so leicht wie manch einer denkt, einer Figur Eigenschaften zuzusprechen. Dabei beschränken sich die Möglichkeiten des Autors nicht nur darauf, Wörter wie „gut“, „böse“, „schön“ oder „hässlich“ in den Text einzufügen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten und ich werde im folgenden versuche einige davon aufzuzeigen und zu ordnen. Wie schon erwähnt werde ich mich hierbei auf das Buch „Das Drama“ von Manfred Pfister stützen, der diese Thematik sehr übersichtlich veranschaulicht.
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Die Arten der Charakterisierung
Die Vielseitigkeit und Komplexität der unterschiedlichen Charakterisierungsarten und -techniken lässt sich in vier Hauptkategorien aufteilen, die sich wiederum unterteilen lassen, so dass eine beachtliche Menge an Möglichkeiten entsteht. Das übergreifende Klassifizierungskriterium richtet sich hierbei vor allen nach der Frage, ob die charakterisierende Information eine einzelne Figur zum Sender hat, dabei würde es sich um eine figurale Charakterisierungstechnik handeln, oder aber ob sie allein auf die Position des impliziten Autors als ihr Aussagesubjekt bezogen werden kann. Beim Letzteren handelt es sich um eine auktoriale Charakterisierung. Außer dieser zwei Kriterien wird im Groben auch unterschieden, ob die charakterisierende Information im Text explizit oder implizit vorkommt. Aus der Unterscheidung dieser vier Merkmale resultiert die Einteilung in vier Klassen von Techniken der Figurencharakterisierung:
explizit-figural, implizit-figural, explizit-auktorial und implizit-auktorial. Im Folgenden werde ich diese vier Klassen näher erläutern und sie teilweise auch weiter aufspalten und konkretisieren. Um die Überschaubarkeit zu erhalten folgt nun ein Verzweigungsdiagramm dieser Klassen und ihrer Unterteilungen. Dieses Diagramm stamm von Manfred Pfister aus seinem schon genannten Buch „Das Drama“. Obwohl nun das Drama nicht das Thema dieser Arbeit ist, ist doch seine Theorie und Klassifizierung auf unser Beispiel übertragbar und universell einsetzbar. Das ist der Grund, wieso Sie sich über Begriffe im Diagramm wie z.B. „Kostüm“ nicht wundern sollten, denn dies bezieht sich explizit auf die Gattung des Dramas. Das Diagramm soll an dieser Stelle nur der Überschaubarkeit der komplexen Thematik dienen und nachvollziehbare Beispiele liefern, wie z.B. eben „das Kostüm“.
(Die Informationen in diesem Abschnitt stammen aus Quelle Nr.1)
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Arbeit zitieren:
Alexandra Urbanowski, 2004, Sienkiewicz Schlachtbeschreibung in "Krzyzacy", München, GRIN Verlag GmbH
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