Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Wissensmanagement 5
2.1 Der vierte Produktionsfaktor. 5
2.2 Der Wissensbegriff: Daten - Informationen - Wissen 6
2.3 Explizites und implizites Wissen 7
2.4 Die organisationale Wissensbasis - individuelles und kollektives Wissen. 9
2.5 Bausteine des Wissensmanagements. 9
2.6 Wissensziele - Dimensionen des Wissens - managements. 13
3. Community of Practice. 15
3.1 Definitionen 15
3.2 Merkmale 16
3.3 Zielsetzungen. 17
3.4 Zusammensetzung und Rollen 18
3.5 Abgrenzung zu anderen Foren 20
3.5.1 Abgrenzung zu Team. 20
3.5.2 Abgrenzung zu Community of Interest (CoI) 20
3.5.3 Abgrenzung zu Community of Commitment (Co)C 21
3.5.4 Abgrenzung zu Community of Discourse (CoD) 21
3.6 Handlungsempfehlungen für den Aufbau und die Organisation. 21
3.7 Entwicklungsphasen. 22
3.8 Kosten- und Nutze nanalyse 24
3.9 Probleme, Nachteile und Risiken. 25
3.10 Vorteile 26
4. Communities of Practice im Lehrerzimmer 27
4.1 Handlungsempfehlungen für den Aufbau und die Organisation. 28
4.1.1 Allgemeine grundsätzliche Veränderungen. 28
4.1.2 Zusammensetzung und Rollen. 29
4.2 Ziele und Vorteile 31
4.3 Problemfelder und Risiken. 32
5. Fazit 35
Anhang 37
Anlage 1: 37
Literaturverzeichnis. 38
2
„Der größte Wert des Wissens besteht nicht im Austausch von
Dokumenten, sondern im Austausch von Erfahrungen und individuellen
1. Einleitung
Die Schule als ein Ort des Wissens steht im ständigen Wandel. Zweifelsfrei besitzt die Schule ein nahezu unerschöpfliches Wissenspotential. Die Lehrer und Lehrerinnen 1 verfügen durch ihre Ausbildung und ihre (Lehr -)Erfahrungen über einen großen individuellen Wissensschatz. Das zentrale Problem liegt jedoch darin, dass das individuell akkumulierte Wissen nicht durch das Lehrerkollegium genutzt wird. Im Rahmen unserer Hausarbeit wollen wir deshalb untersuchen, ob durch die Wissensmanagement-Strategie der Community of Practice (CoP) dieses Problem beseitigt werden kann und somit die Lehr- und Lernbedingungen an der Schule verbessert werden können.
Dazu werden wir im zweiten Kapitel den Wissensbegriff und die Bedeutung des Wissensmanagements beleuchten, bevor wir uns in Kapitel 3 intensiver mit der CoP befassen. Inwiefern eine Übertragung der in Unternehmen bereits verwendeten CoP’s auf die Schule gelingen kann, wird im vierten Kapitel geprüft. Dabei legen wir als Handelslehramtsstudenten ein gewisses Augenmerk auf die
Übertragungsmöglichkeiten im berufsschulischen Kontext. Abschließend werden wir ein Fazit ziehen, in dem wir einzuschätzen versuchen, ob die CoP's auf die Schule übertragbar sind und somit zu einer Verbesserung der Lehr-und Lernbedingungen an der Schule beitragen können.
1 Aus vereinfachenden Gründen wird in dieser Arbeit durchgängig und ausschließlich die maskuline
Form, also „Lehrer“ statt „Lehrer und Lehrerinnen“ verwendet.
4
2. Wissensmanagement
Seit die Unternehmen das Wissen bzw. die Wissensschaffung als eigenständigen Wertschöpfungsprozess entdeckt haben, boomt das Wissensmanagement. Es geht nicht mehr nur darum, Daten und Informationen zu speichern, sondern auch Wissenszusammenhänge, die im Unternehmen vorhanden sind, aufzuzeigen. „Wissensmanagement ist die Verbesserung der organisato- rischen Fähigkeiten des Umgangs mit der Ressource Wissen auf allen Ebenen der Organisation.“ 2
Grundlegend für den Terminus "Wissensmanagement" ist der Wissensbegriff. Ganz allgemein ist "Wissen" das Kenntnishaben von etwas per Sinneswahrnehmung, per Mitteilung oder durch Lernen ebenso wie die Erkenntnis von etwas als das Kennen von Zusammenhängen, des Wesens und der Gründe von Seiendem. 3
2.1 Der vierte Produktionsfaktor
Bereits in den vierziger Jahren wurde im Hinblick auf die ökonomische Entwicklung die Bedeutung von „Wissen“ diskutiert. 4 Aber erst Anfang der 90er Jahre haben Unternehmen auf der Suche nach neuen „exklusiven“ Ressourcen und Produktionsfaktoren erkannt, dass „Wissen“ als Produktions-faktor und strategische Unternehmensressource der zentrale Erfolgsfaktor für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit ist.
„Wissen hat als immaterieller Produktionsfaktor den höchsten Anteil an der Wertschöpfung.“ 5
„Wissen ist die einzige Ressource, die sich durch Gebrauch vermehrt“ 6
2 Definition lt. Probst & Romhardt,1997
3 vgl. Neuhäusler 1967,S.255
4 Hayek,1949
5 sh. Zahn, E. et al,1999
5
Aber das Wissen unterliegt auch einer Halbwertzeit, die sich durch den fortwährenden und immer schneller erscheinenden Wandel mehr und mehr verkürzt. Dabei steckt das Management von Wissen in seiner Entwicklung - vor allem im Gegensatz zum Management klassischer Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital) - noch in den Kinderschuhen.
Dieser Herausforderung, sich mit den Entwicklungen eines wettbewerbsintensiveren Umfeldes auseinander zusetzen, in dem der möglichst optimierte Umgang mit der Ressource Wissen zum entscheidenden Vorteil werden kann, müssen sich alle Wissens-manager stellen.
2.2 Der Wissensbegriff: Daten - Informationen - Wissen
Auf Grundlage der konstruktivischen Erkenntnistheorie 7 und der soziologischen Systemtheorie wird eindeutig zwischen Daten, Informationen und Wissen unterschieden.
WILLKE beschreibt demnach Daten als an und für sich nicht existent, und stellt fest, dass es nur „beobachtungsabhängige, also qua Beobachtung erzeugte oder konstruierte Daten gibt“ 8 . Das, was wir sehen oder eben nicht sehen können, hängt von den Instrumenten und Verfahren der Beobachtung ab. Um eine Existenz zu bekommen, müssen Daten codiert werden. Ohne Urlaubsfoto existiert für die Freunde kein Urlaub, und das Mikroskop sorgt erst für die Existenz von Zellkernen. Alles was der Mensch nicht in Zahlen, Sprache/Texte oder Bilder festhalten kann, ist für ihn als Datum nicht existent. Dabei sind Daten in gigantischen Mengen als Rohstoff vorhanden, welcher für sich zunächst wenig zu bedeuten hat, wenig kostet und wenig wert ist, solange nicht Informationen und Wissen aus Daten abgeleitet werden. Deshalb ist es notwendig, Systeme zu schaffen, die Wissen unterstützen und nicht nur Daten generieren. 9
6 sh. Probst/Raub/Romhardt,1998,S.16
7 Willke,1997c
8 Willke, 1998,S.7
9 vgl. Manville/Foote,1996,S.1
6
Informationen entstehen, sobald Daten in einen ersten Kontext von Relevanzen, die für ein bestimmtes System gelten, eingebunden werden. 10 Daraus folgt auch, dass der Wert einer Information systems- bzw. situationsabhängig ist und nicht als solcher isoliert evaluierbar (bewertbar) ist. Daher ist ein Austausch von Informationen zwischen Systemen nicht möglich. Es ist vielmehr so, dass die Information von einem System quasi als Signal in Form einer codierten Beobachtung abgegeben wird und von einem anderen System als Datum beobachtbar sein muss. Dieses Datum wird von dem „aufnehmenden“ System in einen eigenen Kontext gebracht und so zu einer (anderen) Information.
Im Rahmen von Einbindungen in Erfahrungskontexte kann aus Information Wissen werden. 11
„Die Vernetzung von Information ermöglicht deren Nutzung in einem bestimmten Handlungsfeld, welches als Wissen bezeichnet werden kann“ 12 Zusammengefasst bezeichnen selbige Autoren Wissen als „die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Wissen stützt sich auf Daten und Informationen, ist im Gegensatz zu diesen jedoch immer an Personen gebunden. Daher müssen Daten-, Informations-, und Wissensmanagement stets zusammen-spielen“ 13
2.3 Explizites und implizites Wissen
Weiterhin gilt es zwischen explizitem und implizitem Wissen zu unterscheiden.
10 Willke,1998,S.8/10
11 vgl. Roehl,2000,S.15
12 Probst/Raub/Romhardt,1999,S.35
13 Probst/Raub/Romhardt,1999,S.46
7
WILLKE bezeichnet explizites Wissen als „ausgesprochenes, formuliertes und/oder dokumentiertes Wissen...“ 14 . Dieser Art von Wissen sind sich jeweilige Personen bewusst, sie können darüber kommunizieren und dessen Speicherung kann vielfältig (Datenbank, Schrift, Tonband) erfolgen. Daran Interessierte können es so als Information aufnehmen und ihrerseits in einen Kontext bringen, um es wiederum zu individuell verfügbaren Wissen zu transformieren. Über das Vorhandensein impliziten Wissens dagegen muss eine Person keine expliziten Kenntnisse haben. Implizit wissen wir vieles über Zusammenhänge und Dinge, jedoch unbewusst. Dieses Wissen ist im alltäglichen Handeln verwurzelt und immer mit einer spezifischen Handlung in einem Kontext verknüpft, daher auch schwer zu formulieren und anderen zu vermitteln.
„Es passt sich allen Situationen dynamisch an, vermehrt sich durch Gebrauch statt sich abzunutzen, lässt sich aber nur schwer identifizieren und auch nur schwer verteilen oder konservieren. Andererseits entsteht nur mit „stillem Wissen“ so etwas wie Innovation, denn - bei allem Fortschritt - Datenbanken werden auf absehbare Zeit nicht eigenständig denken können. Und am allerwichtigsten: Entscheidungen fallen in der Regel auf der Basis von stillem Wissen insbesondere unter Zeitdruck“ 15
Das Grundproblem im Wissensmanagement ist die Überführung von impliziten in explizites Wissen. Erst wenn dies gelungen ist, kann das Wissen über einzelne Personengruppen hinaus genutzt und eine Verknüpfung zwischen Wissen,
Wissensressourcen und Wissens-trägern mit dem Geschäftsprozess erreicht werden.
14 Willke,1998,S.13
15 Schütt,2000,S.78f.
8
Arbeit zitieren:
Daniel Weers, Michael Weers, 2003, Communities of Practice (CoP) in der Lehre, München, GRIN Verlag GmbH
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