Inhaltsangabe
Hans Aebli -3-
Einleitung -4-
1. Das Bindungsverhalten -5-
2. Trennung und Individuation -7-
a) Die Adoleszenz nach Erikson -7-
b) Die Adoleszenz nach Freud -7-
3. Entwicklungsaufgaben im Jugendalter -8-
4. Bewältigung von Entwicklungsaufgaben -9-
5. Behinderung bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben -10-
6. Entwicklungsbedingte Veränderungen in den Eltern- Kind-
Beziehungen -11-
a) Rolle der Eltern -13-
b) Das Bedürfnis nach Selbständigkeit und Individuation
in der Adoleszenz -14-
7. Der Prozess der Individuation -15-
Literaturverzeichnis -18-
2
Einleitung
In der Entwicklung des Menschen bilden sich die frühesten Beziehungen zwischen Kindern und ihren Fürsorgepersonen heraus. Dies sind in den meisten Fällen die Eltern. Unter den Psychologen bildete sich im Laufe der Jahre eine allgemein anerkannte Meinung heraus, dass der psychische Zustand eines Menschen stark von den in früher Kindheit erlebten zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Qualität abhängt, ob sie warmherzig, responsiv, harmonisch oder aber aggressiv, angespannt und gefühlskalt waren. In der Zeit der Trennung und Individuation ist der Jugendliche bestrebt die ursprüngliche Art der Bindung zu seine n Eltern zu änd ern, oder gar aufzulösen. Obwohl es den meisten Jugendlichen leicht fällt diese Zeit zu durchleben, müssen andere viele Probleme bewältigen, die wiederum aus der Bindungsqualität zur Bezugsperson resultieren. Besonders Kindern aus Heimen fällt es schwer sich den entsprechenden Entwicklungsaufgaben zu stellen, da sie wegen des häufigen Wechsels der Bezugspersonen, nicht die hilfreiche sichere Bindung empfinden.
Die Individuation stellt besonders für den Heranwachsenden eine wichtige Veränderung dar. Nicht nur die Akzeptanz innerhalb der Familie, sondern auch die Wahrnehmung der Umwelt, ändert sich vollkommen. Ursprüngliche Werte und Ansichten können selbst kritisch betrachtet werden und die Möglichkeit erschließt sich, das Leben selbst zu bestimmen. Gelingt es der Familie eine neue Balance in der Eltern- Kind- Beziehung, mit beidseitiger Achtung, zu schaffen, so kann sich aus der ursprünglichen abhängigen Beziehung eine ausgewogene und tragfähige, auf Gegenseitigkeit bezogene, Beziehung entwickeln.
1. Das Bindungsverhalten
Einer der bekanntesten Psychoanalytiker, John Bowlby, ist im Zusammenhang mit der Bindungstheorie zu sehen. Die Bindungstheorie befasst sich mit der Neigung des Menschen, enge, von intensiven Gefühlen getragene Beziehungen zu anderen zu entwickeln. Dabei bezeichneten Wissenschaftler, wie Bowlby und Klaus u. Kennell (1969; 1976, zitiert nach Damon, 1989), mit Hilfe der Begriffe „attachment = Bindung“ und „bonding = Prägung“ wie das enge Band zwischen Pflegeperson und Kleinkind geknüpft und aufrechterhalten wird. Dieses Gefühlsband ist sehr spezifisch, keine der Personen kann ausgetauscht werden. Eine frühe soziale „Bindung“ zwischen Bezugsperson und Kind ist nach Miller (1993, S. 288) eine entscheidende Voraussetzung für eine normale Entwicklung.
Bowlbys Mitarbeiterin Ainsworth (1973, zitiert nach Miller, 1993) entwickelte diese Ideen weiter und befasste sich primär mit der Rolle der elterlichen Bindungsfigur als „Sicherheitsbasis“ für die Erkundungsbedürfnisse der Kinder. Sie konzentrierte sich auf die Erforschung unterschiedlicher Verhaltensmuster in kurzen Trennungssituationen, in der sogenannten „Fremde Situation“. Insbesondere bei der Rückkehr der Mutter zeigten sich Unterschiede im Bindungsverhalten und die Kinder wurden drei Bindungskategorien zugeordnet: sichere, vermeidende und ambivalente Bindung (1993, Miller, S. 294). Nach Sroufe (1983, zitiert nach Miller, 1993) ist der Bindungstyp ein guter Prädiktor für das spätere Verhalten des Kindes, etwa sein Sozialverhalten.
Bindungskategorien
Kinder mit sicherer Bindung (B-Kinder) suchen und wahren den Kontakt zur Mutter; sie zeigen kaum Kummer, wenn sie allein sind, falls doch, dann ist deutlich erkennbar, dass sie die Mutter vermissen und lassen sich nicht von der Fremden trösten. Wenn die Mutter zurückkommt, wird sie vom Kind überschwänglich begrüßt, das Spielzeug ist nicht mehr von Interesse. Das Kind zeigt keinerlei Widerstand gegen ein Aufnehmen durch die Mutter, sondern entspannt sich in ihren Armen.
Unsicher-vermeidende Kinder (A-Kinder, "avoidance") zeigen eher Unmut über das Alleingelassen werden. Mutter und Fremde behandeln sie fast gleich und ignorieren die Mutter fast, wenn sie zurückkommt; manche wenden sich ab und meiden sogar die Nähe der Mutter. Beim Aufnehmen durch die Mutter wehren sie sich nicht, bleiben aber verspannt und zeigen auch keinen Unmut, wenn sie wieder auf den Boden gesetzt werden.
Arbeit zitieren:
Rebecca Stabbert, 2004, Bedeutung von Trennung und Individuation in der Eltern-Kind-Beziehung für die Entwicklung des Kindes, München, GRIN Verlag GmbH
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