GLIEDERUNG
1. EINLEITUNG
2. ENTWICKLUNGSPHASEN OSTEUROPÄISCHER LÄNDER
2.1 Europäische Netze
2.2 Polen
2.3 Rußland
3. STRATEGIEN DEUTSCHER EVU'S IN OSTEUROPA
3.1 RWE Energie
3.2 PreussenElektra AG
3.3 Bayernwerk AG
3.4 VEW AG
3.5 EnBW AG
3.6 STEAG AG
3.7 MVV (Mannheimer Versorgungs- u. Verkehrsgesel. mbH)
4. INVESTITIONSSTRATEGIEN IN DEN OSTEUROPÄISCHEN MARKT
4.1 Erkennbare Gemeinsamkeiten der Strategien dt. EVU's
4.2 Strategievergleich der avisierten Fusionen dt. EVU's
4.3 Strategien von Investoren
5. ENGAGEMENT OSTEUROP. EVU'S IM WESTL. EUROPA (DEUTSCHLAND)
6. RESÜMEE
ANHANG: LITERATURVERZEICHNIS
1. Einleitung
Der zunehmende Druck auf die Energie-Versorgungs-Unternehmen durch die Liberalisierung und Reregulierung im Energiemarkt setzen den Energiemarkt in Europa in Bewegung. Dabei spielen die Länder im osteuropäischen Raum in der Zukunft eine wichtige Rolle. Zur Zeit durchlaufen die osteuropäischen Länder einen fundamentalen Umbruch und in diesem Zusammenhang eine Restrukturierung ihrer Märkte von der zentralen Planwirtschaft hin zur freien Marktwirtschaft. Die Integration dieser Länder in die Europäische Union und die Öffnung der Märkte auch im Energiebereich in diesen Ländern zwingen die Energieunternehmen in Deutschland zum Handeln, wenn sie in diesen Märkten Fuß fassen wollen. Einhergehend mit diesen Tendenzen vollzieht sich natürlich auch die Öffnung dieser Märkte zum Westen hin. Auch die frühere Sowjetunion hat erste Schritte in diese Richtung unternommen. Diese historischen Entwicklungen werfen neue Fragen für den Energie-Sektor auf. Direktinvestitionen ausländischer Stromversorgungsunternehmen, grenzüberschreitende Stromlieferung, Kapitalbeteiligungen und/oder Kooperationen auf ausländischen Märkten sind die Anzeichen dafür, daß der europäische Elektrizitätsmarkt weit über nur die physische Integration der Stromnetze hinaus zusammen wächst.
Es bestehen neben den Aktivitäten zur Konsolidierung der Wettbewerbsposition auf dem Heimatmarkt auch die grenzüberschreitenden Partnerschaften und Akquisitionen. Im osteuropäischen Raum sind die Anfänge der Integration schon zu beobachten, es existieren Formen der Kooperation (z.B. Einkaufsgemeinschaften, informelle Netzwerke) bis zu Mergers & Aquisitions.
Der Elektrizitätsmarkt unterliegt trotz Liberalisierung und Reregulierung noch einer starken politischen Einflußnahme, so daß der Markt und die Unternehmensstrukturen weiterhin nicht ausschließlich marktwirtschaftlichen Kräften unterliegen.
2. Entwicklungsphasen osteuropäischer Länder
Wenn man die Entwicklung der Voranschreitung der Reregulierung, Liberalisierung und der Privatisierung der Energiemärkte in Osteuropa beobachtet und durchleuchtet, sieht man, daß die Länder 3 Phasen durchlaufen. Einige Länder befinden sich immer noch in der 1. Phase einem "Vor-Reform" Status. Die 2. Phase ist die, in der einige Reformen eingeleitet wurden, jedoch noch erhebliche Defizite bestehen und in der 3. Phase, werden den eingeleiteten Reformen schon einige gewisse Erfolge zugestanden.
Die mittel- und osteuropäischen Energiewirtschaften haben sich bisher trotz ähnlicher
Probleme unterschiedlich entwickelt, jedoch erwarten alle, daß von der Privatisierung und dem Zufluß privaten Kapitals ihre Probleme gelöst werden. Die ähnlichen Probleme der Energiewirtschaften in allen mittel- und osteuropäischen Ländern sind: 1
Alte Monopolstrukturen abzubauen und neue regulatorische Rahmenbedingungen zu entwickeln ist eine schwer zu lösende Aufgabe, gerade in diesen Ländern in denen die Energiewirtschaft bisher als nationale Schlüsselindustrie angesehen wurde. Quersubventionen der Haushalts-Strompreise zu Lasten der Industrie-Strompreise wurde in der Vergangenheit in allen mittel- und osteuropäischen Ländern betrieben, Analysen der Weltbank haben gezeigt, daß die De- bzw. Reregulierung und die Privatisierung in einzelnen Ländern sehr unterschiedliche Fortschritte erreicht haben. Den Baltischen Staaten, Polen, Ungarn und der Tschechei wurde ein gewisser Erfolg in der Restrukturierung und Reform zugesprochen, die übrigen Länder wie die frühere Sowjetunion, Rumänien und Bulgarien haben noch erhebliche Defizite und weitere Länder befinden sich noch in einem "Vor-Reform-Status", wie z.B. Weißrußland, Tadschikistan, Kasachstan und Turkmenistan. Da derartige länderbezogene Unterschiede bestehen, führt die EU bereits Gespräche, welche energiewirtschaftlichen undrechtlichen Vorleistungen für einen Beitritt erforderlich werden wären. Die Konvergenz an die Anforderungen der EU-Binnenmarktrichtlinie bzw. der europäischen Energiecharta wird zu den Voraussetzungen zu zählen sein, denn erst die Erfüllung entsprechender Voraussetzungen macht die Entwicklung eines ausgeprägten Stromhandels möglich 2 .
2.1 Europäische Netze
Das Ziel der Kooperation im Energiesektor zwischen West und Ost in Europa ist die Integration der Gas- und Elektrizitätsnetzwerke in ganz Europa und ein Ausbau des Handels 3 . Ursprünglich war die polnische Stromversorgung Bestandteil des Netzsystems Pokoj (Frieden), im Laufe der Öffnung des Ostens trennten sich Polen, Ungarn und die ehemalige Tschechoslowakei von ihren Systemen. Das Ergebnis dieses Schritts ist das System "CENTREL", welches Polen, die Tschechische Republik, die Slowakei und Ungarn umfaßt. Nachdem das CENTREL-System mit dem UCPTE-System verbunden wurde, wurde Polen
vollständig an das westeuropäische Hochspannungsnetz angeschlossen 4 . Anhand der Beispiele Polen und Rußland soll gezeigt werden, welche Reformen die Länder in Osteuropa zur Zeit durchlaufen und auf welchem Stand sie sich befinden. Polen ist hinsichtlich der Neugestaltung seines Energierechts bereits sehr fortgeschritten. Für Rußland soll die Darstellung aufzeigen, welche gravierenden Hemmnisse einem künftigen freien nationalen und internationalen Strommarkt noch entgegenstehen.
2.2 Polen
Das polnische Stromversorgungssystem ist das größte seiner Art in Mitteleuropa. Die installierte Leistung beträgt mehr als 33.000 MW, wovon 28.000 MW in rund 20 großen gewerblichen Kraftwerken und Heizkraftwerken konzentriert sind, im Erzeugungsbereich gibt es z.Zt. Überkapazitäten von ca. 10.000 MW. Die Stromversorgung wurde bisher durch eine landesweite Monopolstellung der PSE SA erreicht, die neben den Übertragungsaufgaben auch den Großhandel mit Strom wahrnahm.
Das am 10. April 1997 verfasste und am 14. Mai 1997 von Staatspräsident Kwasnieski unterzeichnete "Energetische Recht" bildet die gesetzliche Grundlage für die geplanten energiewirtschaftlichen Reformen. Es schafft somit die erforderlichen Instrumente zur Durchführung der Reregulierung und Privatisierung. Es ist weitgehend auf die Erfordernisse der Europäischen Strom-Binnenmarktrichtlinie vom 19. Dezember 1996 ausgerichtet, durch die die Deregulierung der europäischen Elektrizitätswirtschaften auf eine gemeinsame Basis gestellt wird. Das polnische Energiegesetz hat folgende Ziele 5 :
Mit der Verabschiedung des Energiegesetzes war ein Energie-Regulierungsamt einzurichten, dem die Aufsicht über die gesamte Energiewirtschaft (Strom und Gas) übertragen wurde, es vergibt Konzessionen, kontrolliert die Einhaltung von Konzessionsrichtlinien, überwacht die Preisgestaltung und stimmt Preisänderungen zu.
Wesentlich im polnischen Energiegesetz ist die Einführung der TPA-Regelung (Third Party Access), die den Zugang Dritter zum Netz gegen Entgeltzahlung für Übertragungsdienste ermöglicht. Da diese Regelung zur Zeit nur für inländische Objekte festgehalten ist, ist auch aufgrund der Reziprozitäts-Anforderungen der EU der unbeschränkte Stromhandel zwischen
Arbeit zitieren:
Patrick Schwegmann, 2000, Integration osteuropäischer Energiemärkte, München, GRIN Verlag GmbH
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