-1- 1. Einleitung
Seit einigen Jahren begreift die historische und pädagogische Forschung die Lebensphase Kindheit immer mehr als in ihrem Charakter historisch bedingt und nicht als Jahrhunderte hindurch unveränderlich, wie dies früher stillschweigend vorausgesetzt worden war. Vorreiter auf diesem Gebiet war Philippe Ariès, gefolgt beispielsweise von Lloyd de Mause, Elisabeth Badinter, Ingeborg Weber-Kellermann; inzwischen ist die Zahl der Titel kaum noch übersehbar. 1 Zu nennen wären hier Stichworte wie die Pädagogisierung der Kindheit, ihre Wahrnehmung als eigenständige Lebensphase, die Entstehung der "Mutterliebe", das Verschwinden der Kindheit -Aspekte, die in ihrer genauen Bedeutung und Relevanz durchaus umstritten sind. Viele dieser Überlegungen und Aussagen stehen vor dem Hintergrund von Norbert Elias' Theorie vom "Prozeß der Zivilisation". Kindheit war danach wie alle anderen Bereiche und Phasen menschlicher Existenz im Laufe der Zeit einem allmählichen Prozeß der Ausdifferenzierung und Spezialisierung unterworfen. Funktionen und Lebensbereiche wie Spiel, Lernen und Arbeit, Privatsphäre und Öffentlichkeit wurden zeitlich wie räumlich immer deutlicher voneinander getrennt. 2 Unterschiedliche Bedingungen für Kindheit galten aber nicht nur in Abhängigkeit von der Zeit, sondern auch von den verschiedenen Bevölkerungsschichten. Kinder von Bauern lebten zwangsläufig unter völlig anderen Voraussetzungen als Bürgerkinder, Arbeiterkinder waren in einer anderen Situation als Nachkommen von Adligen. 3
Die folgende Untersuchung behandelt als ein Beispiel der sehr vielfältigen Beschäftigung mit der Geschichte der Kindheit die Arbeiterkindheit Ende des 19. und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Es sollen die Lebens-Räume der Arbeiterkinder betrachtet werden, die Orte und Stationen also, die in ihrem Leben eine Rolle spielten, an und zwischen denen sie sich bewegten und um die sich eine Art "subjektive Geographie" des jeweiligen Kindes entwickelte. Behnken u.a. definieren den vergleichbaren Begriff des "primären Raumes" als die "lebensgeschichtlich erste und zugleich prägende Erfahrung gesellschaftlichen Handlungsraumes". 4
1 Ariès, Geschichte; de Mause, Hört ihr die Kinder; Badinter, Mutterliebe; Weber-Kellermann, Kindheit. Vgl. Flecken, Arbeiterkinder, S. 13-22.
2 Elias, Über den Prozeß; Gleichmann/Goudsblom/Korte, Materialien; Zinnecker, Vom Straßenkind zum verhäuslichten Kind.
3 Schlumbohm, Kinderstuben.
4 Behnken/du Bois-Reymond/Zinnecker, Stadtgeschichte, S. 402.
-2-Zu den für Arbeiterkinder relevanten Räumen gehörten zunächst das Elternhaus bzw. die Wohnung der Eltern, dann die Schule, später bzw. gleichzeitig der "Arbeitsplatz", d.h. der oder die Orte, die die Kinder zum Broterwerb nutzten. Nicht zuletzt ist hier aber auch die Straße zu nennen, die selbst Arbeits- oder Spielplatz sein konnte, doch ebenso Verbindung zwischen diesen und Ort der Kommunikation mit anderen. Die "subjektive Geographie" beinhaltete darüber hinaus das Erleben der beispielsweise in der Reputation von Straßen oder Orten deutlich werdenden sozialen Unterschiede; ebenso sind hier zu nennen die Begegnung, Trennung und Auseinandersetzung sozialer Schichten, von Kindern und Erwachsenen, Randgruppen und Autoritäten. Als Quellen kommen in Betracht zum einen Autobiographien von Arbeitern, von denen viele um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden 5 und die in Form von Neudrucken und Textsammlungen relativ leicht zugänglich sind. 6 Allerdings enthalten diese Autobiographien häufig zwar viele Hinweise auf bestimmte Lebenssituationen wie Armut und Hunger, kaum jedoch auf die Orte, an denen sich die Kindheit der Arbeiter abspielte. 7 Eine detaillierte Auswertung unter diesem Gesichtspunkt würde eine intensive Bearbeitung, nicht zuletzt auch die Kenntnis der jeweiligen lokalen Gegebenheiten erfordern. Angesichts dessen wird diese Quellengattung hier nur in Aus-schnitten herangezogen.
Fruchtbarer erscheinen lokal begrenzte, (stadt-)quartiersbezogene Ansätze, die in erster Linie auf der Befragung noch lebender Zeitzeugen beruhen, damit zeitlich allerdings kaum weiter zurückreichen können als in die Zeit der Weimarer Republik. Arbeiten in dieser Hinsicht existieren zu zwei Stadtteilen Frankfurts. 8 Als das materialreichste erwies sich jedoch ein Projekt, das seit Anfang der achtziger Jahre die Kindheit in einigen ausgewählten Arbeitervierteln in Wiesbaden und
5 Bebel, Aus meinem Leben; Bergg, Proletarierleben; Bleuler, Dulden; Bromme, Lebensgeschichte; Damaschke, Aus meinem Leben; Daumann, Beinahe Anno Tobak; Dunker, Ich suche meine Mutter; Forel, Erinnerungen; Göhre, Drei Monate; Hoelz, Vom "Weißen Kreuz"; Holek, Lebensgang; Kampf ums Dasein; Korn, Lehrzeit; Krille, Unter dem Joch; Löbe, Weg; Popp, Jugendgeschichte; Rehbein, Leben; Sans Gène, Jugenderinnerungen; Schmidt, Jugend; Turek, Prolet.
6 Eckert, Aus den Lebensberichten; Emmerich, Lebensläufe; Hardach-Pinke/Hardach, Deutsche Kindheiten; Schonig, Arbeiterkindheit.
7 Zum Quellenwert der Autobiographien vgl. Schonig, Bedeutung; Hardach-Pinke, Kinderalltag, S. 10-28. Zur marxistischen Sicht der Arbeiterautobiographien Münchow, Arbeiterautobiographie.
8 Becker u.a., Es hat immer nur grad' so gereicht; Becker-Schaum u.a., Wer klassenbewußt war.
-3-im holländischen Leiden aufarbeitet und zu dem inzwischen mehrere Veröffentlichungen erschienen sind. 9 Auf den Ergebnissen dieser Studien, deren Fragestellungen zumindest in Teilen die Fragen dieser Arbeit berühren, soll daher die folgende Arbeit in erster Linie beruhen.
Charakterisierung: Wiesbadener und Leidener Arbeiterquartiere 10 2.
Bei Leiden handelt es sich um eine alte, traditionsreiche Universitäts- und Handelsstadt in Holland, die nach ihrer Blüte im 17. Jahrhundert in den folgenden Jahrhunderten durch den Niedergang der Textilindustrie erheblich an Reichtum und Ansehen verlor. Das untersuchte Stadtquartier entstand während dieser frühneuzeitlichen Blütezeit und änderte seine Struktur und Bebauung danach nicht wesentlich, mußte also Ende des 19. Jahrhunderts als alt und unmodern gelten. Die Häuser waren kleine, im allgemeinen nur aus einem einzigen Raum und vielleicht einer Dachkammer bestehenden Textilarbeiterhäuschen, die nur von einer Familie bewohnt werden konnten. Die räumliche Enge wurde noch dadurch verschärft, daß in diesem Raum oft auch noch ein Webstuhl stand, der für die Heimarbeit genutzt wurde. Das gesamte Leben und Arbeiten einer Familie beschränkte sich damit nicht selten auf einen einzigen Raum; diese Enge führte auch dazu, daß sich ein wesentlicher Teil des Familienlebens auf der Straße vor den Häusern und damit in der Öffentlichkeit abspielte. Grachten trennten das Viertel vom Rest der Stadt; auch innerhalb des Viertels teilten sie, parallel verlaufend, dieses in "bessere" und weniger angesehene Bereiche. Mit Ausnahme einiger Bürger an den äußeren Rändern des Viertels wohnten hier ausschließlich Arbeiter, die entweder direkt in den im Quartier befindlichen Fabriken arbeiteten oder für diese Verlags- und Heimarbeit übernahmen. Alle diese Faktoren grenzten das Viertel und seine Bewohner deutlich vom Rest der Stadt ab; das gesamte Leben spielte sich innerhalb seiner Grenzen ab, da - mit Ausnahme kleinerer Ausflüge - weder die Möglichkeit noch die Notwendigkeit bestand, das Viertel zu verlassen. Die
9 Behnken, Stadtgesellschaft; Behnken/du Bois-Reymond/Zinnecker, Lebensräume; dies., Stadtgeschichte.
10 Hierzu vor allem Behnken/du Bois-Reymond/Zinnecker, Lebensräume, S. 199-204; dies., Stadt; dies., Stadtgeschichte, S. 39-48, 351f.; du Bois-Reymond, Kindheitsräume, S. 254-256; Fuhs, Natur, S. 97-105; Rettenbach, Entwicklung. - Die hier folgende Beschreibung der Untersuchungsgebiete mag einen Einblick in den äußeren Rahmen des Arbeiterlebens geben, Beispiele dafür, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede Arbeiterquartiere - und folgerichtig auch das Leben in ihnen - aufweisen konnten.
-4-vergleichsweise "niedrige" Stufe im Zivilisationsprozeß zeigt sich in der Bebauung, aber auch darin, daß sich die Familien so nah am Rande des Existenzminimums bewegten, daß der ökonomische Überlebenskampf alle ihre Handlungen bestimmte. Für die Ausdifferenzierung einzelner Lebensbereiche im Sinne von Arbeit, Freizeit etc. war hier ebensowenig Platz wie für eine deutlich vom Erwachsenenleben getrennte Kindheitsphase mit Gelegenheit zum Spielen, da schon die Kleinsten beispielsweise bei der Heimarbeit mithelfen mußten; in diesem Sinne spricht man von "gebundener Straßenkindheit". 11
Die Stadt Wiesbaden dagegen war während des Kaiserreiches eine aufstrebende Residenz-und Kurstadt, deren Äußeres sich - zumindest in den diesen Zwecken gewidmeten Stadtviertelnentsprechend repräsentativ gestaltete. Dieser Charakter der Stadt führte auch zu einem im Vergleich zu anderen Städten hohen Stellenwert von Dienstleistungen sowie dazu, daß die Kontakte zwischen den gesellschaftlichen Schichten vergleichsweise eng waren. Bei den untersuchten Wiesbadener Stadtquartieren handelt es sich um Arbeiter- und Kleinbürgerviertel am Rande der Innenstadt, die im Zuge der Stadterweiterung im 19. Jahrhundert entstanden und mit mehrstöckigen Mietshäusern, Abwasserkanalisation etc. eine für die damalige Zeit durchaus moderne Bebauung und Infrastruktur aufwiesen. Die Vorderhäuser wurden von Kleinbürgern und zum Teil von Bürgern bewohnt, die Hinterhäuser von Arbeitern und ärmeren Familien. Dieses enge Zusammenleben verhinderte eine Ghettoisierung der Arbeiterbevölkerung; insbesondere die Kleinbürger, die wirtschaftlich zwar der Arbeiterschaft relativ nahe standen, sich im Verhalten aber am gehobeneren Bürgertum orientierten, wirkten dabei als Vermittler zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft, als "Vorbild" in der Übernahme bürgerlicher Verhaltensnormen. Die Mietshausbebauung bedeutete auch die Trennung von Wohnen und Arbeiten, nicht zuletzt da die Bevölkerung zu einem wesentlichen Teil außerhalb des Quartiers arbeitete. Ebenso zeigt sich hier mit Hinterhöfen, Treppenhäusern etc. die schon fortgeschrittene Entwicklung von Abstufungen zwischen dem familiären Binnen- und dem öffentlichen Straßenraum, und auch innerhalb der Wohnungen waren einige Funktionen wie Wohnen und Schlafen schon differenziert, wenn auch ein Raum - meistens die Küche - weiterhin als Hauptaufenthaltsraum der Familie diente. Insgesamt handelt es sich damit bei diesen Stadtvierteln um eine Umgebung, die modernere Züge aufwies als die Vergleichsquartiere in Leiden.
Die Kindheit in diesem Raum war - wie in Leiden - eine Straßenkindheit vom 3. oder 4. Lebensjahr an bis zum Ende der Schulzeit. Der Beginn der Erwerbsarbeit, des "Erwachsenenle- 11 Vgl. Behnken/du Bois-Reymond/Zinnecker, Lebensräume, S. 204.
-5-bens", schob sich aber dadurch noch etwas heraus, daß die Schulpflicht länger galt als in Holland und der Lebensstandard auch der Arbeiterfamilien vergleichsweise schon so hoch war, daß die Mitarbeit der Kinder während ihrer Schulzeit für die Existenzsicherung nicht mehr unbedingt erforderlich war. Auch halfen die Kinder bzw. Jugendlichen dann nicht bei der Heimarbeit der Eltern mit, sondern hatten eine eigene Arbeit beispielsweise als Dienstboten, konnten diese also relativ unabhängig vom Elternhaus gestalten. Insgesamt hatten die Wiesbadener Arbeiterkinder damit einen größeren Freiraum, lebten eine "freigesetzte Straßenkindheit", innerhalb derer sie sich zu Gruppen zusammenschlossen und eine eigenständige Spielkultur entwickelten. 12
3. Die verschiedenen Orte der Kindheit
3.1. Elternhaus und Familie
Der Wechsel des Arbeitsplatzes war an der Tagesordnung, ebenso der Umzug in eine andere Wohnung, sei es im Zusammenhang mit ersterem, sei es aus anderen Gründen. So konnte die alte Wohnung zu teuer geworden sein, zu klein, oder man hatte eine in besserer Lage gefunden. Insofern erscheint es zunächst unwahrscheinlich, daß sich unter solchen Umständen ein Gefühl von Seßhaftigkeit, eine emotionelle Bindung an die Umgebung, an "Heimat" entwickeln konnte. 13 Auf der anderen Seite fanden aber viele dieser Umzüge innerhalb der jeweiligen Stadt bzw. sogar innerhalb des Stadtviertels statt, so daß die nähere Umgebung und auch die Schul- und Spielkameraden für die Kinder die gleichen blieben. 14
12 AaO.
13 Vgl. Brüggemeier, Leben, S. 225-230; Flecken, Arbeiterkinder, S. 35; Kaschuba, Lebenswelt, S. 28.
14 Eine gewisse Einseitigkeit der Ergebnisse, die auf eine mehr oder minder ausgeprägte Viertelidentität schließen lassen, mag jedoch auch darin begründet liegen, daß sowohl die Autoren der deutsch-holländischen Studie als auch diejenigen des Frankfurter Projekts nur Personen befragen konnten, die ihr gesamtes Leben im betreffenden Stadtviertel oder doch zumindest in dessen Nähe verbracht hatten und die insofern nicht unbedingt repräsentativ für die gesamte Arbeiterbevölkerung sein können. Vgl. Behnken/du Bois-Reymond/Zinnecker, Stadtgeschichte, S. 9; Becker u.a., Es hat immer nur grad' so gereicht, S. 47; Becker-Schaum u.a., Wer klassenbewußt war, S. 103.
-6-Grundsätzlich standen Arbeiterfamilien um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in den seltensten Fällen mehr als ein oder zwei Räume zur Verfügung, und selbst bei der größten Enge galt oft einer der Räume als "gute Stube", die zwar als Schlafzimmer dienen konnte, sonst aber nur zu besonderen Gelegenheiten geöffnet wurde. 15 Sanitäre Anlagen befanden sich, soweit vorhanden, auf der Etage oder im Hof und mußten mit anderen Hausbewohnern geteilt werden; auch über eine separate Küche verfügten nicht alle Familien. 16
Die räumliche Enge wurde noch dadurch verschärft, daß viele Arbeiterfamilien aus finanziellen Gründen gezwungen waren, sogenannte Schlaf- und Kostgänger bei sich aufzunehmen, fremde Personen also, denen in der Wohnung eine Schlafstelle und/oder Verpflegung gegen Entgelt zur Verfügung gestellt wurde: "Weitaus die meisten Familien hatten eine Schar Kinder, hatten Schlafleute und Kostgänger. (...) Die meisten und größten dieser Übel kamen jedenfalls durch das Schlafstellen- und Kostgängerunwesen. Das ist der Ruin der deutschen Arbeiterfamilie." 17 Im allgemeinen teilten sich dabei noch mehrere Personen ein Bett, da eine Unterbringung auf dem engen Raum anders gar nicht möglich war. 18 Anders als heute war die Wohnung damit nicht privater Raum einer einzelnen Familie, sondern es handelte sich um eine "halboffene Familienstruktur", die Fremde bis zu einem gewissen Grad mit einbezog. 19 Gelegentlich wurden diese "Untermieter" auch so weit integriert, daß sie beispielsweise zu Spielkameraden der Kinder wurden. 20 Erst mit der Zunahme des Wohnungsbaus im Laufe der Weimarer Republik wurde es allmählich möglich, daß eine Arbeiterfamilie ihre Wohnung tatsächlich alleine bewohnte. 21
15 Becker u.a., Es hat immer nur grad' so gereicht, S. 49, 140; Hardach-Pinke, Kinderalltag, S. 70; Korn, Lehrzeit, S. 13.
16 Becker u.a., Es hat immer nur grad' so gereicht, S. 50; Göhre, Drei Monate, S. 19; Rettenbach, Entwicklung, S. 207-209. Zur materiellen Lage der Arbeiter in der Weimarer Republik vgl. Peukert, Jugend, S. 61-66, 72-74.
17 Göhre, Drei Monate, S. 21, 24. Vgl. beispielsweise Becker u.a., Es hat immer nur grad' so gereicht, S. 48; Bromme, Lebensgeschichte, S. 36, 41, 50; Damaschke, Aus meinem Leben, S. 28-30; Flecken, Arbeiterkinder, S. 58-61.
18 Göhre, Drei Monate, S. 22f.; Popp, Jugendgeschichte, S. 12, 14.
19 Brüggemeier, Leben, S. 243. Vgl. Flecken, Arbeiterkinder, S. 52-62; Kaschuba, Lebenswelt, S. 27.
20 Bromme, Lebensgeschichte, S. 64.
21 Kaschuba, Lebenswelt, S. 39f., 86, 102.
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Sabine Schleichert, 1992, Lebens-Räume von Arbeiterkindern um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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