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G L I E D E R U N G
I. Einführung 3
II. Theoretischer Überblick. 4
2.1 Definition. 4
2.2 Der Enkodierungsprozess. 4
2.3 Lernstrategien. 5
2.3.1 Wiederholungsstrategien. 5
2.3.2 Elaborationsstrategien. 7
2.3.3 Organisationsstrategien. 8
2.3.4 Strategien zur Verständniskontrolle. 9
2.3.5 Affektive Strategien. 10
III. Fallbeispiel. 11
3.1 Ergebnisse der Befragung. 11
3.3.1 Lernen für das Vordiplom. 11
3.3.2 Herstellen eines Pflichtreferates. 11
3.3.3 Lernumgebung und Motivation. 12
3.2 Diskussion der Ergebnisse. 12
3.2.1 Verwendete Lernstrategien. 12
3.2.2 Strategien zur Verständniskontrolle und affektive Strategien. 13
IV. Empirischer Befund. 14
4.1 Theoretischer Hintergrund der Arbeit. 14
4.2 Methoden und Durchführung. 15
4.3 Ergebnisse und Diskussion. 16
V. Zusammenfassung. 17
VI. Literaturverzeichnis 18
Genau wie alle anderen Teilbereiche der Psychologie, wurde auch die pädagogische Psychologie durch die kognitive Wende der 60er Jahre nachträglich beeinflusst. Im Hinblick auf die Lernforschung bedeutete die kognitionspsychologische Sichtweise nicht nur ein neues Verständnis in Bezug auf die innerpsychischen, kognitiven Prozesse und Organisationen bei der Informationsverarbeitung, sondern auch die Geburt einer gänzlich neuartigen Forschungsrichtung: der Erforschung von Lernstrategien.
Der Behaviorismus, der sich dabei ausschließlich auf die Art, den Ort und die Zeit des präsentierten Lernmaterials und ihren Einfluss auf das Verhalten konzentrierte, legte den primären Fokus auf die Erforschung von Lehrstrategien für die Lehrer. Lernen an sich betrachtete man als passiven Prozess. Innerhalb des kognitionspsychologischen Blickwinkels hingegen suchte man nun auch die mentalen Prozesse innerhalb des Lernenden zu verstehen, so dass der Schwerpunkt sowohl auf die Lehrstrategien des Lehrers als auch auf die Lernstrategien des Lernenden gelegt wurde. Als Lernstrategien wurden dabei die aktiven kognitiven Prozesse des Lernenden begriffen, mit Hilfe derer er den Lernstoff organisiert und strukturiert.
Claire E. Weinstein und Richard E. Mayer zählen zu den Pionieren kognitionspsychologisch begründeter Lernstrategieforschung wobei ihr Ansatz, der 1986 veröffentlich wurde, viele der nachfolgenden Arbeiten nachhaltig beeinflussten. Bekanntheit erlange vor allem auch das von Weinstein entwickelte ‚Learning and Study Strategies Inventory’ (LASSI, 1987), ein diagnostisches Instrument für Lehrer und Erzieher, das sowohl Lernstrategien als auch motivationale und affektive Aspekte erfasst.
Im Folgenden soll der theoretische Ansatz von Weinstein & Mayer (1986) nachgezeichnet werden. Im Anschluss daran folgt die Darstellung eines Interviews mit einer Studentin in Bezug auf ihre Lernstrategien, sowie die Vorstellung einer empirischen Arbeit von Raugh & Atkinson (1975) zur Schlüsselwortmethode.
2.1 Definition
Nach Weinstein & Mayer (1986) werden Lernstrategien als Techniken definiert, welche ein Schüler erlernen kann, um sie während des Lernens anzuwenden. Solche Techniken werden beschrieben als Verhaltensweisen und Kognitionen, die ein Lernender während des Lernens anwendet mit dem Ziel, den Enkodierungsprozess zu beeinflussen. Ganz im Sinne des kognitionspsychologischen Hintergrundes ihrer Arbeiten gehen Weinstein & Mayer davon aus, dass sowohl die Eigenschaften des Lehrers und seine Lehrstrategien, als auch die Eigenschaften des Schülers und seine Lernstrategien den Enkodierungsprozess beim Lernen beeinflussen.
2.2 Der Enkodierungsprozess
Innerhalb des Enkodierungsprozesses selbst werden vier Hauptaufgaben genannt, die während des Lernvorgangs zu erfülle sind.
Die Selektion bezeichnet den Vorgang, im Verlauf dessen der Lernende seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Information richtet und andere Information außer acht lässt. Auch die Übertragung dieser selektierten Information ins Arbeitsgedächtnis ist Teil dieses Prozesses.
Im Verlauf der Speicherung oder Aquisition überträgt der Lernende die Information aus dem Arbeitsgedächtnis ins Langzeitgedächtnis, wo es nun fortwährend gespeichert wird. Als Konstruktion bezeichnen Weinstein & Mayer den Prozess, mit Hilfe dessen der Lernende die im Arbeitsgedächtnis befindlichen Informationen inhaltlich miteinander verbindet und zueinander in Beziehung setzt. Dies geschieht etwa durch die Entwicklung von Schemata oder organisierter Sinneinheiten.
Die Integration bezeichnet das Einbetten der neuen Information mit bereits vorhandenem Wissen der Person im Langzeitgedächtnis. Dieser Prozess beinhaltet auch die aktive Suche nach angemessener Information im Langzeitgedächtnis, die Übertragung dieser ins Arbeitsgedächtnis und die aktive Herstellung von Verbindungen zwischen alter und neuer Information.
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Demnach stellen Selektion und Speicherung kognitive Prozesse dar, die den Umfang des Lernstoffes kontrollieren. Dagegen bestimmen Konstruktion und Integration den Inhalt des Lernstoffes in Bezug auf Informationszusammenhänge und deren Organisation.
Weinstein & Mayer unterscheiden zwischen fünf unterschiedlichen
Lernstrategiekategoriene, welche Methoden beinhalten, die auf jeweils unterschiedliche Phasen des Enkodierungsprozesses Einfluss nehmen. Wiederholungsstrategien beziehen sich dabei vor allem auf Selektion und Speicherung der Information. Elaborations- und Organisationsstrategien richten sich in erster Linie auf Konstruktion und Integration der zu lernenden Information. Strategien zur Verständniskontrolle zielen in Abhängigkeit von der Aufgabe auf alle vier Enkodierungsphasen ab, wohingegen affektive Strategien vermehrt Selektion und Speicherung beeinflussen, jedoch ebenfalls auf alle vier Phasen ausgerichtet sein können.
2.3 Lernstrategiekategorien
Bei der Unterteilung in Kategorien berücksichtigen Weinstein & Mayer nicht nur die Techniken, welche ein Lernender zur Bewältigung des Lernmaterials anwendet, sondern auch den Grad der Komplexität des zu erlernenden Materials. Dies gilt vor allem für die Wiederholungs-, die Elaborations- und die Organisationsstrategien. Da sich die Strategien zur Verständniskontrolle und die affektiven Strategien nicht auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Lernmaterial beziehen sondern auf die Kontrolle der Lernprozesse und der mitschwingenden Emotionen während des Lernprozesses, wird diese Unterteilung für die letzten beiden Strategiekategorien nicht berücksichtigt.
2.3.1 Wiederholungsstrategien
Wiederholungsstrategien für einfache Aufgaben beziehen sich vor allem auf Listen von auswendig zu lernenden Wörtern. Ein Beispiel für solch eine Aufgabe wäre etwa das auswendig Lernen einer Liste von hochpotenten Neuroleptika, eine Aufgabe die im Studium für das Fach Psychiatrie zu bewältigen ist. Die von Weinstein & Mayer vorgestellte Technik ist das wiederholte, laute Vorsagen der auswendig zu lernenden Wörter. Diese Technik beeinflusst die Selektion und Speicherung von Objekten im Arbeitsgedächtnis.
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Interessant ist an dieser Stelle auch die Tatsache, dass Anwendung und Effektivität dieser Lernstrategie stark vom Alter der Schüler abhängig ist. So zeigen Studien (Flavell, Friedrichs & Hoyt, 1970; Hagen & Kail, 1973; Flawell & Wellmann, 1977; Appel, Cooper, McCarrell, Sims-Knight, Yussen & Flavell, 1972; allesamt Zit. nach Weinstein & Mayer, 1986), dass Kinder, die jünger als fünf Jahre alt sind, diese Strategie nicht spontan anwenden können, und für unterschiedliche Aufgaben kaum unterschiedliche Herangehensweisen entwickeln. Bei sechs- und siebenjährigen Kindern hingegen sind solche Wiederholungsstrategien kognitiv vorhanden und werden auf explizite Aufforderung hin auch benutzt, werden aber kaum spontan angewendet. Dagegen kommen Wiederholungsstrategien bei elf- und zwölfjährige Kinder durchaus spontan zum Einsatz.
Wiederholungsstrategien für komplexe Aufgaben sind vor allem dann einzusetzen, wenn das auswendig zu lernende Material sich auf gesamte Textabschnitte bezieht. Eine solche komplexe Aufgabe wäre demnach beispielsweise ein Kapitel über die Geschichte der Pädagogischen Psychologie. Um solch eine oder ähnliche Lernaufgaben zu bewältigen, schlagen Weinstein & Mayer verschiedenste Techniken vor. Hierzu gehören das laute oder stille Wiederholen des Materials, auch als ‚shadowing’ bezeichnet. Eine weitere Technik stellt das Abschreiben des zu lernenden Textes dar oder aber das Herausschreiben oder Unterstreichen wichtiger Passagen. Die zwei wichtigsten kognitiven Aufgaben, die durch diese Wiederholungsstrategien beeinflusst werden, sind, wie auch bei den Techniken für einfache Aufgaben, die Selektion und Speicherung neuen Materials im Langzeitgedächtnis. Zahlreiche Studien (Mayer & Cook, 1980; Arkes, Schumacher & Gardner, 1976; Rickards & August, 1975; Howe, 1970; allesamt Zit. nach Weinstein & Mayer, 1986) belegen die Effektivität der oben vorgestellten Wiederholungsstrategien. So zeigten Versuchspersonen welche das Lernmaterial laut wiederholten, es abschrieben, darin wichtige Passagen unterstrichen oder solche herausschrieben, viel bessere Lernerfolge als Kontrollgruppen, welche diese Techniken nicht anwendeten. Unter dem Entwicklungsaspekt betrachtet erscheint es allerdings interessant, dass 5-Klässler und jüngere Kinder nicht in der Lage sind, beispielsweise wichtige Information in einem Text zu erkennen (Brown & Smiley, 1977; Zit. nach Weinstein & Mayer, 1986). Auch erscheint es bei kritischer Betrachtung naheliegend, dass solche Wiederholungsstrategien nicht als weitläufige Strategien zum Einsatz kommen, alleine schon da beispielsweise das Abschreiben eines Textes viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch sind solche Strategien bei sehr komplexen Aufgaben weniger effektiv, da in solchen Fällen Verständnis des Lernmaterials ein längeres Behalten der Information verspricht.
Arbeit zitieren:
Beatrice Floca, 2004, Kognitionspsychologische Lernstrategieansätze nach Weinstein und Mayer, München, GRIN Verlag GmbH
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