Der von J. Ridley Stroop entdeckte Effekt besagt, dass beim Lesen eines Wortes die Tintenfarbe keinen Einfluss auf die Lesezeit hat. Soll jedoch die Tintenfarbe eines inkongruent farbig gedruckten Farbwortes, das heißt Tintenfarbe und Wortbedeutung stimmen nicht überein, benannt werden, verlängert sich die Reaktionszeit der Farbbenennung stark.
Diese beiden Effekte werden in zwei Experimenten untersucht. In dem ersten Experiment werden die Lesezeiten von inkongruent farbig gedruckten Farbworten und schwarz weiß gedruckten Farbworten miteinander verglichen. Dabei konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Im zweiten Experiment dagegen werden die Reaktionszeiten der Farbbenennung zwischen inkongruenten Farbworten und farbigen X-Zeichen verglichen. Und es konnte ein signifikanter Unterschied bemerkt werden. Somit konnte der Stroop Effekt durch diese Untersuchung weiter empirisch bestätigt werden.
1. Einleitung
In diesem Experiment soll der Stroop Effekt näher untersucht werden. Der Stroop Effekt wurde nach seinem Entdecker J. Ridley Stroop benannt und besagt, dass beim Lesen eines Wortes die Tintenfarbe keinen Einfluss auf die Lesezeit hat. Soll jedoch die Tintenfarbe eines Farbwortes (z.B. blau, gelb, usw.) erkannt werden, wobei Wortbedeutung und Farbe nicht miteinander übereinstimmen (d.h. wenn Wort und Farbe inkongruent sind), verlängert sich die Reaktionszeit der Farbbenennung stark.
Die Ursache für diesen Effekt wird in den automatischen und kontrollierten Prozessen gesehen (Posner & Snyder, 1975). Automatische Prozesse werden durch Reize ausgelöst und laufen unbewusst ab, dabei wird keine Aufmerksamkeit und somit auch keine Verarbeitungskapazität für die Ausführung benötigt. Kontrollierte Prozesse dagegen werden durch Intentionen gesteuert und laufen bewusst ab. Daher beanspruchen sie auch ein zentrales Verarbeitungssystem mit begrenzter Kapazität. Das Lesen wird den automatischen Prozessen zugesprochen, die Farbbenennung dagegen den kontrollierten. Wenn der Output von zwei Prozessen in Konflikt zueinander steht, wird einer von beiden verlangsamt. Daraus resultiert die Verlängerung der Reaktionszeit bei der Farbbenennung bei inkongruenten Wörtern. In zwei voneinander getrennten Versuchen soll dies näher untersucht werden. Die Hypothese hierzu lautete, dass die Lesedauer unabhängig von der Tintenfarbe und von Kongruenz ist, das heißt dass eine Versuchsperson beim Lesen von inkongruenten Wörtern nicht mehr Zeit benötigen sollte als beim Lesen von schwarz wissen Wörtern. Die Farbbenennung dagegen wird von der Wortbedeutung des Farbwortes beeinflusst. Somit sollte eine Versuchsperson bei der Farbbenennung von inkongruenten Wörtern eine längere Reaktionszeit benötigen als bei der Farbbenennung von Zeichen.
2. Erstes Experiment
In diesem Experiment soll untersucht werden, ob und wenn inwieweit die Tintenfarbe eines Wortes Einfluss auf die Lesezeit hat.
Arbeit zitieren:
Cornelia Witt, 2004, Der Stroop-Effekt, München, GRIN Verlag GmbH
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