Risiko - ein Vergleich
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 2
2. DER RISIKOBEGRIFF. 2
3. DER VERGLEICH 3
3.1 DIE SITUATION DES ARBEITERS IM ENGLAND DES 19. JAHRHUNDERTS 3
3.2 DIE SITUATION DES MODERNEN PORTFOLIOWORKERS. 5
3.3 GEGENÜBERSTELLUNG DER RISIKEN 6
3.3.1 Gesundheitliche Risiken 6
3.3.2 Familiäre Risiken 7
3.3.3 Gesellschaftliche Risiken 8
3.3.4 Sicherheitsrisiken. 8
3.3.5 Psychologische Risiken. 9
4. SCHLUSSBETRACHTUNGEN. 10
5. LITERATURVERZEICHNIS 12
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Risiko - ein Vergleich
1. Einleitung
Welche Risiken ging ein/e Arbeiter/in im 19. Jahrhundert im industrialisierten England ein? Und mit welchen Risiken sieht sich ein moderner Portfolioworker konfrontiert? Wie können sie sich allenfalls gegen diese Risiken absichern? Diesen Fragen werde ich mich in der vorliegenden Arbeit widmen und versuchen, einen Vergleich herzustellen. Zu Beginn der Arbeit werde ich mich dem Begriff “Risiko“ zuwenden, um abzuklären, was die Soziologie darunter versteht, und wie sie ihn abgrenzt. Im Hauptteil betrachte ich zuerst die Situation des Arbeiters im England des 19. Jahrhunderts und jene des modernen Portfolioworkers, um davon die Risiken der beiden Gruppen abzuleiten und sie einander gegenüberzustellen. Der Einfachheit halber verzichte ich im Folgenden auf die weibliche Form des Begriffs „Arbeiter“; Arbeiter sei wie „Portfolioworker“ als geschlechtsneutral aufzufassen.
2. Der Risikobegriff
Der Begriff „Risiko“ wird je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich verwendet. In der Soziologie definiert man den Begriff mi t Hilfe der Abgrenzung zu „Gefahr“ und orientiert sich dabei an Luhmanns 1 Konzept. Rammstedt (1994) hält im Lexikon zur Soziologie fest: „N. Luhmann [habe] vorgeschlagen, strikt zwischen Gefahr und Risiko zu trennen; Gefahr heisse in dieser Gegenüberstellung ’jede beachtenswerte Möglichkeit eines Nachteils’, wohingegen man von Risiko nur dann sprechen könne, wenn ’die eigene Entscheidung eine unerlässliche Ursache des möglichen Eintritts eines Schadens’ sei“ (S. 565).
Stellt man sich nun die Frage, ob die potentiellen negativen Folgen der Arbeit im Leben eines Arbeiters im England des 19. Jahrhunderts oder diejenigen eines modernen Portfolioworkers Gefahren oder Risiken darstellen, so ist die Antwort nicht eindeutig. Entscheidend ist der Ausgangspunkt. Geht man davon aus, dass sich der Arbeiter für seine Fabrikarbeit frei entscheiden kann (auch wenn seine Wahlmöglichkeiten sehr begrenzt sind), so stellen die Nachteile seiner Arbeit Risiken dar, denn seine „Entscheidung [ist] eine unerlässliche Ursache des möglichen Eintritts eines Schadens“ (Luhmann, zit. i n Rammstedt 1994, S. 565). Betrachtet man als Ausgangspunkt nicht den arbeitslosen Arbeiter vor der Entscheidung zum
1 Niklas Luhmann 1927-1998
Deutscher Soziologe, Pädagoge, Rechts- und Verwaltungswissenschaftler
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Risiko - ein Vergleich
Stellenantritt, sondern setzt erst in der Situation des schon bestehenden Arbeitsverhältnisses ein, so könnte man argumentieren, dass die potentiellen Nachteile, die ihm aus seiner Arbeit entstehen, nicht von seiner Entscheidung abhängen, da er keinen Einfluss auf sie hat. In diesem Fall wären die potentiellen Nachteile vo n seiner Entscheidung unabhängig und somit nach Luhmann als Gefahren zu betrachten. Ich nehme den ersten Ausgangspunkt auf und gehe davon aus, dass sich jeder für seine Tätigkeit entscheidet. Folglich betrachte ich die potentiellen Nachteile, die dem Arbeiter im England des 19. Jahrhunderts und dem modernen Portfolioworker entstehen als Risiken.
3. Der Vergleich
3.1 Die Situation des Arbeiters im England des 19. Jahrhunderts
“Vielleicht hat kein Reich jemals einen so grossen Wandel in so wenigen Jahren durchgemacht. [...]: die Hauptstadt an Ausdehnung verdoppelt, Steuern verfünffacht, der Geldwert so rasch gesunken, als wenn neue Goldminen entdeckt worden wären, Kanäle von einem Ende der Insel bis zum anderen gegraben, […]; die Erfindung der Dampfmaschine, fast ebenso epochemachend wie die Erfindung des Buchdrucks; das Industriesystem zu seinem höchsten Gipfel geführt; [...]. Die Änderung erstreckt sich auf die kleinsten Dinge, bis hin zu der Kleidung und zu den Manieren jeder Schicht der Gesellschaft“ (Southey, 1951, zit. in Nolte, 1983, S. 120). Robert Southey beschreibt 1807 eindrücklich, die Veränderungen, die die Industrialisierung in England mit sich brachte. Nach Besuchen in Birmingham und Manchester bezeichnet er die Städte als Höllen voller Schornsteine, „die Flammen und Rauch ausspeien und jegliches Ding im Umkreis mit ihren metallischen Dünsten verderben“ (Southey, 1951, zit. in Nolte, 1983, S. 121). Die Situation der Arbeiter beschreibt er als diejenige „zweibeinige[r] Arbeitstiere“, die sich als „Opfer der Zivilisation“ (Nolte, 1983, S. 121) zu Grunde arbeiten (Nolte, 1983, S. 121). „Ich bin noch schwindlig, benommen von dem Hämmern von Pressen, dem Getöse von Maschinen und den Drehungen von Rädern, mein Kopf schmerzt von der Vielfalt höllischer Geräusche, und meine Augen schmerzen von dem Licht höllischer Feuer“ (Nolte, 1983, S. 120).
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Arbeit zitieren:
Danielle Spichiger, 2003, Der Arbeiter im England des 19. Jahrhunderts und der moderne Portfolioworker - ein Risikovergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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