2
Inhaltsverzeichnis Seite
Einleitung. 3
I. Theoretische Phase
I.1Problemstellung. 3
I.2 Theoretischer Bezugsrahmen. 4
I.3 Untersuchungsleitende Fragen und Hypothesen. 7
I.4 Nominale Definition der Begriffe und Variablen. 8
II. Empirische Phase
II.1 Operationalisierung der Variablen. 9
II.2 Fragebogenkonstruktion. 12
II.2.1 Makroplanung. 12
II.2.2. Mikroplanung. 13
II.2.3. Graphische Gestaltung des Fragebogens. 13
II.4. Erfahrungsbericht zum Pretest. 14
II.5. Univariate Beschreibung der einzelnen Variablen. 14
II.6. Überprüfung der Hypothesen, Diskussion der Ergebnisse. 16
III. Pretestauswertung
III.1.Güte der Interviewführung. 18
III.1.1. Auswertungsergebnisse bezüglich der Güte der Interviewführung. 19
III.2. Güte des Fragebogenkonstruktion. 22
III.2.1. Auswertungsergebnisse bezüglich der Güte der Fragebogenkonstruktion. 22
III.3. Güte der Operationalisierungen. 24
III.3.1. Reliabilität. 24
III.3.2 Validität. 24
IV. Überarbeitung der Forschungsanlage. 25
V. Anhang 27
3
Einleitung
Die Pisa-Studie und die Novellierung des Ausländergesetzes, insbesondere die Diskussion der Verabschiedung einer Einwanderungsregelung für die Bundesrepublik, werfen in letzter Zeit verstärkt die Frage nach der Integration von Ausländern in Deutschland allgemein und im Bildungswesen im Speziellen auf. Das gesteigerte Interesse an dieser Thematik weckte in uns zunächst die Neugierde, inwiefern ausländische Studenten von Integrationsproblemen betroffen sind und inwieweit dies ihren Alltag beeinflusst, besonders im Vergleich zu ihren deutschen Kommilitonen. Da eine empirische Erfassung dieser Problematik jedoch an Sprachschwierigkeiten, insbesondere bei der Erstellung der Fragebögen im eingeschränkten Rahmen dieser Hausarbeit scheitern würde, wollten wir diesen Ansatz verwerfen. Aber bei der genaueren Betrachtung unseres Freundeskreis fiel uns auf, dass dieser in sich nicht homogen ist, sondern zu einem erheblichen Teil aus sogenannten Bildungsinländern besteht, zum anderen Teil aus Deutschen. Somit konnten wir unsere anfänglichen Überlegungen zu ausländischen Studenten wenigstens zum Teil wieder aufgreifen, indem wir für unsere Untersuchung nicht Ausländer, sondern Bildungsinländer und Deutsche vergleichen. Dabei interessieren uns jetzt besonders die Unterschiede bezüglich des Lebensstils der beiden Gruppen, die trotz der gemeinsamen Sozialisierung in Deutschland und dem Besuch eines deutschen Gymnasiums festzustellen sind. So treten bei gemeinsamen Aktivitäten, in Gesprächen und Diskussionen, unserer Meinung nach immer wieder gewisse Unterschiede hervor, deren Ursprünge eventuell auf den Einfluss des zweiten Kulturkreises zurückzuführen sind.
Im folgenden werden wir nun versuchen diese Unterschiede hervorzuheben und nach Gründen für diese zu suchen. Dabei wollen wir wie folgt vorgehen:
Zunächst werden wir die theoretische Phase unserer Untersuchung erläutern, danach den Prozess der Fragebogenentwicklung und die erste Erhebung vorstellen, und dann die Ergebnisse unserer Erhebung auswerten. Abschließend werden wir eine Verbesserung unserer Untersuchungsanlage vornehmen.
I. The oretische Phase
I.1 Problemstellung
Im Rahmen unserer Untersuchung wollen wir nun herausfinden ob und welche Unterschiede es zwischen ausländischen und deutschen Studenten bezüglich des Lebensstiles gibt. Hierbei soll in Anlehnung an das Wörterbuch der Soziologie von Karl-Heinz Hillmann unter Lebensstil folgendes verstanden werden: „Lebensstil bezeichnet in ganzheitlicher - umfassender Weise die jeweiligen Ausdrucksformen der alltäglichen Daseinsgestaltung bestimmter Personen, sozialer Einheiten, Bevölkerungsteile und ggf. ganzer Gesellschaften. Die Ausprägung hängt von der kulturellen Eigenart
4
einer Gesellschaft, von dem sozialen Standort der beteiligten Individuen, von deren Lebensauffassungen und von deren Wertvorstellungen ab. Der Lebensstil bildet einen bedeutsamen Aspekt der Lebensform.“ ( HILLMANN 1994:477). Damit wollen wir den Begriff Lebensstil in unserer Untersuchung klar von den üblichen Klassen und Schichtmodellen abgrenzen, da diese meist eine Unterteilung der Gesellschaftsschichten über rein ökonomische Kriterien vornehmen. Als Studenten sollen all jene gelten, die zum Zeitpunkt unserer Untersuchung eine gültige Immatrikulationsbescheinigung besitzen. Aufbauend hierauf werden unter ausländischen Studenten sogenannte „Bildungsinländer“ verstanden, die keinen deutschen Pass oder eine doppelte Staatbürgerschaft besitzen, hier über einen gewissen Zeitraum hinweg gelebt und ihre allgemeine Hochschulreife in Deutschland erworben haben.
Unter deutschen Studenten verstehen wir Personen, die ausschließlich einen deutschen Pass bzw. die deutsche Staatbürgerschaft besitzen und in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, deren Eltern ebenfalls deutsche Staatsbürger sind und somit kein zweiter kultureller, ausländischer Background im familiären Umfeld Einfluss auf die Sozialisierung genommen hat.
Dem Studienfach der einzelnen Studenten soll keine Bedeutung zugemessen werden; es ist uns nur wichtig, dass die Studenten in Konstanz studieren, wobei es egal ist, ob sie an der Universität oder an der Fachhochschule eingeschrieben sind. Ebenso unwichtig für unsere Erhebung soll sein, ob sie sich im ersten Semester oder im Promovierungsverfahren befinden.
Ein standardisiertes face - to - face Interview dient als Erhebungsmethode unserer Untersuchung.
I.2 Theoretischer Bezugsrahmen
In diesem Abschnitt soll vorhandene Literatur zu unserem Thema erörtert und im Hinblick auf die Relevanz unserer Fragestellung diskutiert werden.
Neben den Begriffen der Schicht und der Klasse ist der Begriff des Lebensstils wohl einer der zentralsten Begriffe im Bereich der sozialen Ungleichheitsforschung. Über die Entstehung und erstmalige Verwendung des Lebensstilbegriffes herrscht Uneinigkeit. Zwei Namen werden allerdings in nahezu allen Veröffentlichungen damit in Verbindung gebracht: Zum einen Georg SIMMEL (1977), der in der "Philosophie des Geldes" als erster die Begriffe Stil bzw. Lebensstil verwendet und auf ihre Bedeutung im Zusammenhang mit sozialer Differenzierung verweist. Jedoch sind wir der Ansicht, dass Simmels Ausführungen zwar theoretisch herausfordernd sind, aber im Rahmen unserer Untersuchung insbesondere Simmels Fixierung auf ökonomische Aspekte zum einen, zu komplex und deren empirische Erhebung zum anderen, zu heikel ist.
Ferner prägten die soziologische Lebensstilforschung die Studien von Max WEBER zu "Wirtschaft und Gesellschaft", in denen er Stände und Klassen als spezifische Träger der Stilisierung des Lebens definiert: Klassen sind dabei durch ökonomische Faktoren definiert, Stände durch ihre Lebensführung.
5
Soziale Gruppen werden über ihren Lebensstil definiert, also über Gemeinsamkeiten des Denkens und Handelns (WEBER 1972). Er beleuchtet dabei drei Untersuchungsebenen: Zum einen untersucht er die Auswirkungen der Rationalisierung auf gesellschaftlicher Ebene, zum zweiten erfasst er Kriterien, die zur Ausgestaltung der Lebensstile (bzw. Lebensführung) herangezogen werden und drittens beschäftigt er sich mit den unterschiedlichen Trägern bzw. Trägergruppen. Seine Definition von Lebensstil hat bis heute Gültigkeit. Demnach symbolisiert Lebensstil zum einen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, grenzt zu anderen Gruppen ab und dient als Mittel zur Umsetzung der eigenen Lebensplanung eines Individuums. Allerdings erscheint uns Webers Modell der Stände und Klassen veraltet und auf unsere heutige Gesellschaft nur noch bedingt anwendbar. Nach einer Definition von BOURDIEU (1987) sind "Lebensstilgemeinschaften Menschen, die Vorlieben und Abneigungen in der Lebensführung, im Ausdruck der eigenen Person, in ihren Gewohnheiten, in ihrer Sicht der Dinge und ihren Kommunikationsgewohnheiten teilen." Dabei kommen dem Lebensstil zwei Aufgaben zu: Zum einen dient er dem einzelnen Menschen als Ausdruck grundlegender Wertvorstellungen, zentraler Problemdefinitionen und handlungsleitender Wissensmuster. Zum anderen ist er ein Instrument zur Abgrenzung von anderen Menschen bzw. Gruppen. Hier werden starke Parallelen zur Definition WEBERS deutlich. Da Bourdieu jedoch auch von einem klassenspezifischen Lebensstilmodell ausgeht, und seine Untersuchung auf die französische Gesellschaft am Ende der 70er Jahre abzielt, empfinden wir seine Theorie als nicht relevant für unsere Erhebung.
Eine eindeutige Definition des Begriffs Lebensstil existiert bislang noch nicht. Zudem werden in vielen Veröffentlichungen unterschiedliche Begriffe verwandt, wenn das Gleiche gemeint ist: Lebensstil, Lifestyle usw.
Unseren theoretischen Vorüberlegungen kommt Hartmut LÜDTKES Definition von Lebensstil am nächsten, da er diesen als „unverwechselbare Struktur und Form eines subjektiv sinnvollen, erprobten (...) Kontextes der Lebensorganisation (...) eines privaten Haushaltes“ sieht, „den dieser mit seinem Kollektiv teilt und dessen Mitglieder deswegen einander als sozial ähnlich wahrnehmen und bewerten.“ (LÜDTKE 1989:40) Darüber hinaus orientiert sich Lüdtkes Untersuchung an Dimensionen wie z.B. Freizeitverhalten und Hobbies, Wohnungsausstattung und Speisegewohnheiten, die sich mit den Dimensionen in unserer Erhebung am ehesten decken.
Bei der Literaturrecherche in der Universitätsbibliothek Konstanz fanden wir kaum brauchbare Literatur zu unserem Thema. Die meisten Autoren befassen sich nur mit einer einseitigen Untersuchung, entweder der deutschen oder der ausländischen Studenten und ihrer sozialen Lage in der Bundesrepublik. Einen Vergleich nehmen die wenigsten Untersuchungen vor, und wenn, dann nur am Rande.
Die Erfassung der Bildungsinländer geht dabei meist in den Statistiken über das Ausländerstudium im allgemeinen unter; eine genaue Differenzierung wird selten vorgenommen. Dazu Klaus SCHNITZER in „Wirtschaftliche und Soziale Lage der ausländischen Studierenden in Deutschland“ 1999, S16:
6
„Bei allen Tendenzaussagen zur strukturellen Entwicklung des deutschen Ausländerstudiums ist zu beachten, dass in den offiziellen Statistiken über das Ausländerstudium die Bildungsinländer enthalten sind. Der Anteil der Bildungsinländer unter den ausländischen Studierenden beträgt 1997/98 34.1 %.“ Bei einem Anteil von 8,3 % der ausländischen Studierenden an allen Studierenden, ist der Anteil der „echten“ ausländischen Studierenden mit 5,5% fast doppelt so hoch wie der, der Bildungsinländer mit 2,8%. Bildungsinländer gesondert zu betrachten und sie nicht unter „ausländische Studierende“ zu subsummieren, ist angesichts ihrer z.T. langjährigen bis ausschließlichen Lebenszeit inklusive der Bildungsbiographie in der Bundesrepublik Deutschland angezeigt. Darüber hinaus stellen die Bildungsinländer unter den Studenten mit ausländischer Staatsbürgerschaft oftmals die Mehrheit gegenüber den Studenten gleicher Staatsbürgerschaft, die ihre Hochschulzugangsberechtigung nicht in der Bundesrepublik erworben haben. So sind z.B. 81% aller an den Hochschulen Immatrikulierten, die eine Staatsbürgerschaft des ehemaligen Jugoslawiens besitzen, Bildungsinländer, gleiches trifft auf 79% der kroatischen Studierenden zu. 73% der Studierenden mit einer türkischen Staatsbürgerschaft und jeweils 72% der portugiesischen bzw. slowenischen Studierenden sind ebenfalls Bildungsinländer. Obwohl für unsere Untersuchung nicht relevant, soll hier kurz ein Überblick über die Herkunft der Bildungsinländer gegeben werden: Mehr als die Hälfte der Bildungsinländern besitzt Staatsbürgerschaften aus sogenannten Anwerbestaaten, Staaten wie die Türkei, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowenien, Mazedonien, Griechenland, Italien, Spanien und Portugal, aus denen in den 60ern und 70ern viele Arbeitnehmer nach Deutschland kamen. Dabei stellen die Studierenden türkischer Abstammung mit 30% den größten Anteil an allen Bildungsinländern, es folgen solche jugoslawischer Abstammung mit 11%, griechischer Abstammung sind 7%. Etwa 13% aller Bildungsinländer stammen aus direkten Nachbarstaaten, die meisten von ihnen aus Österreich. 6% stammen aus dem Iran, die meisten als Kinder von Flüchtlingen, die nach der islamischen Revolution Anfang der 80er ins Exil gingen.
Bildungsinländer leben und studieren unter prinzipiell gleichen Rahmenbedingungen wie die deutsche Studierenden. Dennoch gibt es unserer Meinung nach neben den Gemeinsamkeiten auch Unterschiede zwischen Bildungsinländern und Deutschen. Dies beginnt beim Durchschnittsalter: Dieses lag im Jahr 2000 unter deutschen Studierenden bei 25,4 Jahren, das der Bildungsinländern bei 24,6 Jahren. Ein weiterer Unterschied ergibt sich bei der sozialen Herkunft, gemessen am Bildungsabschluss der Eltern. Ein Viertel aller Bildungsinländer kommt dabei aus Haushalten, in denen weder der Vater noch die Mutter einen Schulabschluss besitzen. Ebenso ergeben sich Verschiedenheiten bei der Finanzierung des Studiums, so erhalten Bildungsinländer mit 54% seltener Geld von ihren Eltern als die Deutschen mit 72%. Daraus resultierend ist auch der Anteil derer, die ihr Studium durch BaföG (30%) oder, wie für unsere Erhebung besonders von Bedeutung, derer, die ihr Studium mittels Erwerbstätigkeit (72%) finanzieren, im Vergleich mit den deutschen Studierenden bedeutend höher (20% bzw. 68%). Kaum Unterschiede bestehen hierbei jedoch in der Höhe des monatlich zur Verfügung stehenden Betrages, lediglich die Anteile der Bezugsquellen sind verschieden. Gravierend sind zum Teil die Unterschiede
7
bezüglich der Wohnsituation. So leben 38% der Bildungsinländer bei ihren Eltern, wohingegen nur 21% der deutschen Studierenden dies tun. Eine ähnliche Verteilung ergibt sich für die bevorzugte Wohnform, etwa 38% würde lieber in einer eigenen Wohnung leben, damit liegt die Präferenz für diese Wohnform unter Bildungsinländern um ca. 10% höher als bei ihren deutschen Kommilitonen. Ebenso ist die Präferenz für das Wohnen in Studentenwohnheimen stärker ausgeprägt als bei deutschen Studenten.
Die zuvor beschriebenen Erkenntnisse aus der 16. Sozialerhebung des deutschen Studentenwerkes decken sich mit unseren persönlichen Erfahrungen. Insbesondere sind wir der Meinung, dass Bildungsinländer verstärkt erwerbstätig sind, dabei ihr Studium aber ernster nehmen und es eher in den Mittelpunkt stellen im Vergleich mit deutschen Studenten. Wir sehen dies ganz klar in der sozialen Herkunft der Studenten begründet. Die erhöhte Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem vergleichsweise geringeren Nettoeinkommen der Eltern und der daraus resultierenden Notwendigkeit, wenigstens einen Teil des Lebensunterhalts selbst aufzubringen. Um es „einmal besser zu haben“ als die Eltern, unternehmen die Bildungsinländer größere Anstrengungen in ihrem Studium. Die vergleichsweise niedrigeren Bildungsabschlüsse ihrer Eltern und deren damit verbundenen geringeren Aufstiegschancen sind eine weitere Motivationsquelle, „es besser zu machen“. Darüber hinaus glauben wir, dass bildungsinländische Studenten grundsätzlich zufriedener mit ihrer Wohnsituation sind als ihre deutschen Kommilitonen, sofern sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen. Dies mag zum einen an einer grundsätzlich genügsameren Lebenseinstellung, begründet in der sozialen Herkunft liegen, zum anderen daran, dass bezüglich der Wohnform alles besser ist, als weiter bei den Eltern zu wohnen, abgesehen von der Alternative der Untermiete bei Privatleuten, einer Wohnform, der sowohl von deutschen Studenten als auch von Bildungsinländern die Absage erteilt wird, mit insgesamt 2% Anteil an allen tatsächlichen Wohnformen in beiden Gruppen ohnehin kaum eine Rolle spielt. Damit sind auch die drei Dimensionen unserer Untersuchung genannt: Wertehaltung bezüglich des Studiums, Zufriedenheit mit der Wohnsituation sowie Erwerbstätigkeit, in denen wir im folgenden einen Vergleich zwischen den deutschen Studenten und ihren bildungsinländischen Kommilitonen vornehmen wollen.
I.3 Untersuchungsleitende Fragen und Hypothesen
Im Hinblick auf die drei Dimensionen soll nun der Lebensstil der Studierenden untersucht werden. Hierbei soll unsere erste Dimension, Wertehaltung bezüglich des Studiums anhand von drei Variablen untersucht werden: das Ausmaß an Leistungsorientierung, die Höhe des Lernaufwands und das Ausmaß an Freizeitaktivitäten. Unsere zweite Dimension Zufriedenheit mit der Wohnsituation soll hinsichtlich einer Variablen, das Ausmaß an Zufriedenheit mit der Wohnsituation untersucht werden. Die beiden Variablen der letzten von uns untersuchten Dimension Erwerbstätigkeit sollen das Ausmaß
8
an Erwerbstätigkeit und Art der Erwerbstätigkeit sein. Zu diesen abhängigen Variablen kommen noch die unabhängigen Variablen Geschlecht, Alter, Abstammung, Studienfach, Abschlussart, Art der Hochschule hinzu, die der Erfassung der Sozialdaten dienen, jedoch nicht vollständig in das theoretische System unserer Studie aufgenommen werden. Aus den oben besprochenen theoretischen Vorstellungen und diesen Variablen lassen sich nun folgende Hypothesen ableiten, die wir in unserer Untersuchung überprüfen wollen:
H1: Bildungsinländer sind leistungsorientierter als deutsche Studenten. H2: Bildungsinländer sind zufriedener mit ihrer Wohnsituation als deutsche Studenten. H3: Bildungsinländer sind häufiger neben dem Studium erwerbstätig als deutsche Studenten. H4: Bildungsinländer sind dabei häufiger als Aushilfskraft tätig als deutsche Studenten.
I.4 Nominale Definition der Begriffe und Variablen
Um in unserer Untersuchung Unklarheiten vorzubeugen und zu einer Sprachklarheit innerhalb der Untersuchung zu kommen, benötigen folgende Begriffe eine Nominaldefinition. Dabei soll in unserer Untersuchung unter den genannten Begriffen folgendes verstanden werden:
Abstammung: die nationale Herkunft
Bildungsinländer: Studenten, eingeschrieben an deutschen Hochschulen, die nicht rein deutscher Abstammung oder keine deutschen Staatsbürger sind oder die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, dabei jedoch in Deutschland aufwuchsen
Deutsche Studierende: Studenten, eingeschrieben an deutschen Hochschulen, die ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und rein deutscher Abstammung sind Geschlecht: biologisches Geschlecht einer Person Alter: die gelebte Zeitspanne einer Person seit der Geburt in Jahren Art der Hochschule: Typus der besuchten Lehranstalt Studienfach: studierte Fachrichtung
Art des Abschlusses: Laut Immatrikulationsbescheinigung angestrebter Abschluss. Wertehaltung: Die Summe der Einstellungen einer Person gegenüber sozialen, politischen, kulturellen und zwischenmenschlichen Belangen Belastung: Inanspruchnahme
Ausmaß der zeitlichen Belastung durch das Studium: Höhe der zeitlichen Inanspruchnahme durch das Studium
Leistungsorientierung: Stellenwert, den Leistung im Studium einnimmt Ausmaß der Leistungsorientierung: Höhe des Stellenwerts, den Leistung im Studium einnimmt Lernaufwand: mit studienrelevanten Inhalten und Stoffen verbrachte Zeit
Arbeit zitieren:
Bene Schuhholz, 2002, Lebenstile von bildungsinländischen und deutschen Studenten. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Entwicklung des Jugendlichen in der Adoleszenz am Beispiel der Ent...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Das Konzept des handlungsorientierten Lernens: Eine Darstellung von Jo...
Studienarbeit, 24 Seiten
Kommunikation nach Schulz von Thun und Virginia Satir - die systemisch...
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Wolfgang Klafki: Lernprozeß, Medien und Methoden
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Ausarbeitung, 10 Seiten
Das Lernfeldkonzept - theoretische Grundlagen, pädagogische Intentione...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Analyse des Angebots interkultureller Trainings in Österreich
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Magisterarbeit, 110 Seiten
Pierre Bourdieu - Habitus und sozialer Raum
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 19 Seiten
Schulsozialarbeit - Modelle, Prinzipien, Probleme und Lösungsansätze i...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 21 Seiten
Wandel der Arbeitswelt: Von der Industrie- zur Wissensgesellschaft unt...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Hausarbeit, 58 Seiten
Handlungsorientierung als didaktisches und theoretisches Leitprinzip z...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit (Hauptseminar), 14 Seiten
Forschungsarbeit - Beweggründe von Schülern einer 7. Klasse für den We...
Forschungsarbeit, 23 Seiten
Jean Piagets Stufenmodell der geistigen Entwicklung
Überlegungen zu seiner Bedeutu...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Zwischenprüfungsarbeit, 30 Seiten
Das 4CID-Modell am Beispiel 'BildungswissenschaftlerIn im Bereich ...
Hausarbeit, 21 Seiten
Kommunikation und Konfliktbewältigung in der Schule für Erziehungsschw...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 103 Seiten
Zu den Begriffen 'Bildung und Qualifikation'
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 11 Seiten
Bene Schuhholz hat den Text Lebenstile von bildungsinländischen und deutschen Studenten. Ein Vergleich veröffentlicht
Bene Schuhholz hat einen neuen Text hochgeladen
Die Integration qualitativer und quantitativer Methoden in der empiris...
Theoretische Grundlagen und me...
Udo Kelle
Praxisbuch Empirische Sozialforschung
in den Erziehungs- und Bildung...
Hannelore Reicher, Hubert Stigler
0 Kommentare