Gliederung
1. Einleitung: 4
2. Übersetzung 4
3. Formularbestandteile einer mittelalterlichen Urkunde 6
4. Erklärung der in der Urkunde genannten Personen und Orte 7
a) Personen 7
b) Orte 9
5. Analyse des Rechtsgeschäfts 10
a) Die Schenkung 10
b) Verhältnis Papst Kaiser 11
c) Die Kaiserkrönung 11
d) Die geschenkten Orte 12
e) Die Geschichte der Orte in der römischen Kirche 12
f) Ausstellung mehrerer Urkunden 13
6. Warum schenkt Heinrich dem Domkapitel 14
7. Zusammenfassung: 15
8. Literatur 155
9. Anhang: 17
3
1. Einleitung:
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Schenkungsurkunde NR. 382 Heinrichs II. vom 8. Februar 1018 ausgestellt in Mainz.
Heinrich schenkte sehr gerne und er schenkte viel, auch wenn es manchmal nicht ganz rechtmäßig war. Zudem musste er sein neugegründetes Bistum Bamberg mit reichlich Gütern ausstatten, um es auch legitim zu halten.
Dieser Schenkung war ein Tausch mit Papst Benedikt VIII. nach der Kaiserkrönung Heinrichs vorangegangen.
Die Urkunde werde ich zunächst übersetzen und nach den wesentlichen Einteilungspunkten aufgliedern. Im zweiten Teil der Hausarbeit führe ich eine Begriffs –und Personenerläuterung der wesentlichen Punkte dieser Urkunde durch und befasse mich mit den Hintergründen der Schenkung.
Wobei das Verhältnis Papst- Kaiser behandelt wird und vor allem die drei Schenkungsorte Andiesenhofen, Winhöring und Wolinbah.
Als Hauptfrage soll erörtert werden, warum Heinrich diese Güter an das Domkapitel schenkt.
2. Übersetzung
HEINRICH II im Februar 1018 [ausgestellt in Mainz] Nr. 382
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit, HEINRICH, durch das Wirken der göttliche Gnade, IMPERATOR ROMANORUM und Kaiser [=AUGUSTUS].
Man soll wissen, - wie die Gegenwart aller Gläubigen der heiligen Kirche Gottes so auch alle folgende Zukunft, - wie wir – auf die persönliche Bitte unseres apostolischen Vaters und Bischofs BENEDIKT – am Tage unserer „Ordination“ 1 einen bestimmten Tausch bei seiner heiligen römischen Kirche mit gleicher Absicht gelobt haben, so schenken wir also der heiligen vorher genannten Kirche, die zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus errichtet worden ist, ein bestimmtes
1 Fachausdruck
4
Gut unseres Rechtes, das TERMA genannt wird im Herzogtum SPOLETO und in der Grafschaft NARNI gelegen – für ein solches GUT, wie es der heilige
PETRUS hatte am Ort WINHÖRING im Gau Hisinigoue und in der Grafschaft
des Grafen CHADALHOH, mit den Orten ANDIESENHOFEN und WOLINBAH, mit dem, was dazu gehört, und den Vorteilen mit natürlich diesem Wortlaut des Tausches, damit eben derselbe vorgenannte Stellvertreter/Nachfolger des heiligen PETRUS und seine Nachfolger eben das
PREDIUM (Gut) TERNI haben und halten und zum Gebrauche der heiligen
römischen Kirche fest [unumstößlich] besitzen (sollen); wobei sie aber im Gegenzug die Güter WINHÖRING, ANDIESENHOFEN und WOLINBAH nicht widerrechtlich an sich bringen [beanspruchen] sollen.
Nachdem der Tausch also durch die gemeinsame Zustimmung aller unserer Gläubigen bekräftigt worden ist, soll die Gemeinschaft aller Gläubigen Gottes wissen, wie wir als Gabe für unseren alten und vorigen Herrscher Otto III. und für uns und unsere Eltern dieselben oft genannten Orte zum Nutzen der Stiftsherren, die im Kloster des heiligen Petrus und des heiligen Georg leben, durch diese kaiserliche Urkunde unserer Übergabe überlassen, schenken und als Besitz übergeben mit dem, was dazu gehört, und den Vorteilen mit natürlich diesem Wortlaut des Tausches, wobei jeder Einwand beseitigt wird.
Wir schreiben also vor, dass weder der Kaiser noch ein Herzog, noch ein Bischof, noch die Grafen noch eine große oder kleine Person unsere bei Christus treuen
BABENBERGISCHEN 2 (Bambergischen) Mönche in den vorher genannten
Gütern beunruhigt, belästigt, (sie) ihrer beraubt ("entkleidet") oder die Orte wechselt (verändert) außer auf den gemeinsamen Beschluss der Brüder. Wenn aber irgendjemand diese Urkunde unserer Schenkung sich zu verstümmeln anmaßt - was ferne sei - soll er mit dem Verräter Judas den Geschmack (evtl. Brocken) unverdaulichen Brotes essen.
Damit dies nicht geschieht, sondern diese unsere Übergabe [Schenkung] dauerhaft und unumstößlich bleibe, haben wir befohlen, dass diese Urkunde folglich - mit eigener Hand geschrieben - als Bestätigung durch den Aufdruck unseres Siegels gesiegelt werde.
2 in früherer Zeit Bamberg = Babenberc
5
Siegel (Zeichen) des Herren HEINRICH, unbesiegbarer IMPERATOR der Römer und Kaiser.
Gunther, Kanzler im Namen des Erzkanzlers Ercanbaldus, hat es „bestätigt“.
Ausgestellt am 8. Februar im Jahre der göttlichen Fleischwerdung 1018 in der ersten Indiktion, im wahrhaftigen 17. Regierungsjahre des Herrn Heinrichs II., Kaiser seit 4 Jahren; vollendet in Mainz;
glücklicher, glücklicher, glücklicher, Amen.
3. Formularbestandteile einer mittelalterlichen
Urkunde
Chrismon :
C.
Invocatio :
In nomine sanctae et individuae trinitatis.
Intitulatio
Heinricus divina favente clementia Romanorum imperator augustus. Promulgatio:
Noverit omnium sanctae dei aecclesiae fidelium tam presens aetas quam
successura posteritas Narratio:
qualiter nos apostolici patris ordinatorisque nostri Benedicti peticione in ipsa ordinationis nostrae die Dispositio mit Pertinenzformel:
quoddam concambium apud suam sanctam Romanam aecclesiam pari consilio
utrobique conlaudavimus, donantes igitur sanctae prefatae aecclesiae in honore apostolorum Petri et Pauli constructae quoddam nostri iuris predium Terma
dictum in ducatu Spoletano et in comitatu Narnensi situm contra tale predium,
quale sanctus Petrus habuit in loco Winiheringvn dicto in pago Hisiniggouue et in comitatu Chadalhohi comitis, cum his locis Antisna et Wolinbah dictis et cum
omnibus eorum pertinentiis et utilitatibus, eo videlicet commutationis tenore quatinus idem prescriptus sancti Petri vicarius eiusque successores idem predium
Terma dictum habeant teneant et ad usum sanctae Romanae aecclesiae firmiter
possideant, de contra vero datis prediis Winiheringvn, Antisna et Wolinbah se ulterius non intromittant. Igitur fidelium nostrorum communi consensu firmato
concambio,
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Sophia Leopold, 2003, Übersetzung und Interpretation einer lateinischen Königsurkunde (d h ii 382), Munich, GRIN Publishing GmbH
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