I
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung, Einordnung und Zielsetzung 1
1.1 Einordnung der strategischen Branchenanalyse 1
1.2 Abgrenzungskriterien 2
2 Der strategische Überblick 2
2.1 Das Strategieportfolio 3
2.2 Strategische Gruppen 5
2.3 Globalisierung des internationalen Geschäfts 9
2.4 Die Filiale als strategisches Zentrum 11
2.5 Zwischenfazit und strategische Ableitungen 12
3 Branchenspezifischer Effizienzvergleich und Ursachen 13
3.1 Zwei Ausprägungen nationaler Konzentrationsprozesse 13
3.2 Theoretische Effekte und Effizienzvergleich 16
3.3 Weitere Ursachen des Effizienzunterschiedes 18
4 Marketingspezifische Aussagen 20
4.1 Einordnung und Bedeutung des Marketing-Mix 20
4.2 Marktteilnehmer 21
4.3 Make- or Buy-Entscheidungen 24
5 Schlussbetrachtung 26
Literaturverzeichnis
Anhang
II
Abbildungsverzeichnis Seite
Abbildung 1: Übersicht Strategiearten
Abbildung 2: Bankenstrategische Gruppen nach Ausmaß ihres Angebots
Abbildung 3: Struktur des Finanzsektors
Abbildung 4: Strategische Gruppen auf Länderbasis
Abbildung 5: Entwicklung Auslandsaktiva Industrieländer
Abbildung 6: Die Filiale als Vertriebsmittelpunkt
Abbildung 7: Europäische und amerikanische Bankenentwicklung
Abbildung 8: Überblick Filialentwicklung europäischer Banken
Abbildung 9: Ranking Finanzbranche nach Marktkapitalisierung
Abbildung 10: Wettbewerbskräfte
Abbildung 11: Industrialisierung und Outsourcing
III
Abkürzungsverzeichnis
AM Asset Manager
AUS Australien
BEL Belgien
BIS Bank for International Settlements
BRA Brasilien
CAN Kanada
CHE Schweiz
CIR Cost Income Ratio
CoE Cost of Equity
DEU Deutschland
ESP Spanien
FDIC Federal Deposit Insurance Corporation
FRA Frankreich
G5 länderspezifische Konzentrationsrate der 5 größten Institute
GBR Großbritannien
HB Hypothekenbank
HKG Hong Kong
IB Investmentbank
ITA Italien
IRL Irland
IND Indien
JPN Japan
MYS Malaysia
NLD Niederlande
NOR Norwegen
RoE Return on Equity
RRTSR Risk-adjusted Relative Total Shareholder Return
SWE Schweden
TSR Total Shareholder Return
SGP Singapor
SWE Schweden
TB Transaktionsbank
TSR Total Shareholder Return
UB Universalbank
ZAF Südafrika
1
1 Einführung, Einordnung und Zielsetzung
Auf dem diesjährigen Deutschen Sparkassentag in Frankfurt am 05.05.2004 forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder die deutschen Großbanken zu raschen Fusionen auf. Als Endresultat dieses Prozesses solle dabei ein global ernst zu nehmendes und wenigstens ein auf europäischer Ebene agierendes Unternehmen entstehen. Als Nebenbedingung hält er das in Deutschland vorherrschende und noch zu betrachtende Drei-Säulen-Modell 1 für sinnvoll. Auch der amtierende Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, äußerte seine Meinung zugunsten eines raschen, auch grenzüberschreitenden Konzentrationsprozesses, da die europäische Bankenlandschaft weiterhin eine typische overbanked-Situation aufweist. Diese Meinungen stellen nur zwei der von dreitausend anwesenden Vertretern und Gästen des Sparkassen-Finanzverbundes dar, die am 05.05.2004 über die Perspektiven der Branche diskutierten. 2 Doch während zu diesem Zeitpunkt eher noch die Dimension der Diskussion im Vordergrund stand, soll die vorliegende Seminararbeit den möglichen Lösungsbereich einer optimalen Strategie beziehungsweise Strategiekombination aufzeigen beziehungsweise widerlegen.
1.1 Einordnung der strategischen Branchenanalyse
Diese Ausarbeitung mit dem Schwerpunkt der Strategiekonzepte stellt das Bindeglied zwischen Marktanalyse und Unternehmensanalyse dar. Folglich wird der erstere Teil eher als Input vorausgesetzt, während die angepeilten Ergebnisse den Output für eine sinnvolle Unternehmensbetrachtung darstellen sollten. Anhand einer umfassenden und mehrstufigen Planungsmethode eines modernen Marketing erfolgt nach der ersten sogenannten Analysephase, in welche auch die Marktanalyse eingegliedert ist, eine zweite - die Konzeptionsphase. Kern der letzteren Phase stellt, nach Verdichtung und Verzahnung der Analyseergebnisse, 3 die Entwicklung langfristiger betrieblicher Ziele und Strategien dar, die von der Branchenebene heruntergebrochen Ableitungen für den Unternehmenssektor er-
1 SeitJahrzehnten war und ist die Struktur im deutschen Universalbankensektor nahezu unverän-
dert und geprägt von einer traditionellen, abgeschotteten Dreiteilung in Kreditbanken, Genossenschaftsbanken und öffentlich-rechtliche Kreditinstitute.
2 Vgl. Allgemeine Presse zitiert in Sächsische Zeitung 59. Jahrgang, Nr. 105 vom 06.05.2004, S.
26.
3 Vgl. Becker 1993, S. 75 zitiert in Freyer 2001, S. 297.
2
möglicht. Die weiteren drei Phasen, namentlich Gestaltungs-, Realisierungs- und Kontrollphase bilden von der Einordnung somit eher den Schwerpunkt der Unternehmensanalyse. 4
1.2 Abgrenzungskriterien
Wird der Finanzsektor im Allgemeinen betrachtet, so ist schnell festzustellen, dass in diesem Sektor eine nahezu kaum abschätzbare Anzahl von kleinen und größeren Unternehmen auf den jeweils relevanten Märkten agieren, so dass infolge dieser Komplexität klare Abgrenzungskriterien erforderlich sind. Dieses bedeutet, dass sich die Untersuchung der Strategiekonzepte nur auf allgemeiner und länderspezifischer Ebene bewegen kann. In Erweiterung dessen wird allerdings im globalen Zusammenhang neben einer Betrachtung der weltwichtigsten Finanzsek-toren, ein Überblick über die wichtigsten (börsennotierten) Unternehmen geboten. Auch wird auf die noch zu klärende (und selbst verschuldete) Sonderstellung des deutschen Raumes eingegangen werden. Dennoch soll eine ausschließlich auf einzelne Unternehmen heruntergebrochene Untersuchung Kern der sich anschließenden Unternehmensanalyse - präsentiert am Beispiel der Citygroup und der Deutschen Bank - bleiben.
Eine weitere notwendige Abgrenzung, die im Wesentlichen erfolgen muss, ergibt sich aus der noch vorzustellenden Struktur des Finanzsektors (vgl. unter anderem 2.2). Es wird ersichtlich werden, dass der Bereich der Finanzdienstleister in der zu betrachtenden Branche einerseits immer mehr mit dem Bankenbereich eine Einheit bildet und andererseits bei getrennter Betrachtung eher den Banken unter- als nebengeordnet erscheint, weshalb im Wesentlichen die Strategiekonzepte des Bankensektors in den Vordergrund der Untersuchung treten werden.
2 Der strategische Überblick
Bevor eine Betrachtung der allgemeinen strategischen Ausrichtung der laut Abgrenzung in der Branche vorzufindenden Unternehmen erfolgt, bietet sich zunächst ein Blick in das branchenunabhängige Strategieportfolio an:
4 Vgl. Modell des Marketingmanagementprozesses anhand Tourismusbranche in Freyer 2001, S.
109ff.
3
2.1 Das Strategieportfolio
Kern des in dieser Seminararbeit betrachteten Strategieportfolios sind die in Abbildung 1 entnehmbaren Strategien.
Abbildung 1: Übersicht Strategiearten
In Anlehnung an Töpfer 2004, S. 4.
Eine Strategie im Allgemeinen bezeichnet ein in die gewünschte Zielrichtung laufendes Gesamtkonzept, wobei die Konzeptformulierung der Implementierung zeitlich vorausgeht. Die Zielrichtung beziehungsweise das Unternehmensziel an und für sich steht im Zentrum aller in diese Richtung laufenden Überlegungen. Auch ist aus den Lehren der Unternehmenspraxis heraus als durchaus evident zu betrachten, dass eine unklar formulierte oder gänzlich fehlende strategische Ausrichtung als Wertvernichter fungieren kann. In der strategischen Komposition ist außerdem die „zu bearbeitende“ Kunden- oder Zielgruppe von herausragender Wichtigkeit, denn sie ist es letztendlich, welche zur dauerhaften Positionierung des eigenen Produktes den Anreiz erteilt. Schon diese gekürzte Betrachtung zeigt die Dimension von Strategien in punkto Wichtigkeit auf. Wie bereits erwähnt, lassen sich je nach Art des gewählten Unternehmenszieles und der „zu bearbeitenden“ Kundengruppe verschiedene Strategietypen unterscheiden, namentlich Positionierungsstrategien, Wettbewerbsstrategien, Timing- strategien und Marktbearbeitungsstrategien.
4
Als Positionierungsstrategien kommen in erster Linie die nach Porter bekannten Bezeichnungen einer Qualitätsführerschaft auf der einen und einer Preisführerschaft auf der anderen Seite in Frage. 5 Während in ersterer Strategieform ein gut geführtes Qualitätsmanagement - wenn möglich auf Six Sigma-Niveau 6 - als zwingend notwendig gilt, setzt die letztere vor allem ein stringentes Kostenmanagement voraus. Beide Strategien, aber auch die meisten anderen, finden ihre Schnittmenge in der Zielrichtung eines maximal erreichbaren Gewinnes. Hybride Wettbewerbsstrategien heben im Wesentlichen die von Porter in seinem Buch „Competitive Strategy“ geprägten These vom „stuck in the middle“ auf. 7 Bei der Produktvariantenstrategie erfolgt eine Anpassung des eigenen Produktes an zum Beispiel veränderte Kundenpräferenzen. 8 Die letzte in Abbildung 1 noch offene Positionierungsstrategie zeichnet sich durch Konzentration auf ein Marktsegment aus, indem sowohl Nachfrage als auch Konkurrenzlage verglichen mit dem Massenmarkt verhältnismäßig gering sind.
Nach der Marktstärke kann je nach Betrachtungskriterium zwischen verschiedenen Wettbewerbsstrategien differenziert werden. Als diesbezügliche, wenn auch nicht zweifelsfreie, Kriterien können unter anderem der erreichte Marktanteil oder die Marktkapitalisierung Verwendung finden.
Nach dem gewählten Zeitpunkt des Markteintritts lassen sich die sogenannten Timingstrategien unterscheiden. Als wesentliche Kriterien für einen frühen Markteintritt sprechen beispielsweise des Setzen von Markteintrittsbarrieren sowie eine hohe Flexibilität, während der späte Markteintritt sich durch Fehler- und Kostenreduktion auszeichnet. Neben der Vermeidung der Fehler des Innovators, ist außerdem die Marktannahme des jeweiligen Produktes bereits nachgewiesen. 9 Die Marktbearbeitungsstrategien resultieren im Wesentlichen aus den Optionen einer gezielten, differenzierten oder konzentrierten Marktbearbeitung, wobei sich Unterschiede hinsichtlich der „zu bearbeitenden“ Kundengruppe ergeben. 10 In Konsequenz dessen lassen sich für das jeweilige Unternehmen ein oder mehrere relevante(s) Marktsegment(e) abgrenzen, welche sich beispielsweise auf Basis
5 Vgl. u.a. Homburg/Krohmer 2003, S. 169ff.;Freyer 2001, S. 387ff., Wöhe 2000, S. 570.
6 Vgl. Töpfer in Töpfer (Hg.) 2002, S. 319ff.
7 Vgl. ausführlich Fleck in Picot/Reichwald (Hg.) 1995.
8 Vgl. Meffert 2000, S. 437ff.
9 Vgl. v. d. Oelsnitz in v. d. Oelsnitz (Hg.) 2000, S. 138.
10 Vgl. weiterführend Wöhe 2000, S. 511f.
Arbeit zitieren:
Roberto Jurig, 2004, Branchenanalyse im globalen Wettbewerb, München, GRIN Verlag GmbH
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