Inhaltsverzeichnis
Seite
1.) Vorwort 3
2.) Rahmenbedingungen 4
3.) Asymmetrische Informationsverteilung 5
3.1) Unkenntnis 6
3.2) Unsicherheit 8
4.) Prinzipal- Agent-Theorie 8
4.1) Adverse Selektion 9
4.1.1) Der Käufer eines Gutes als Prinzipal 10
4.1.2) Der Verkäufer eines Gutes als Prinzipal 12
4.2) Moral Hazard 14
4.2.1) Die Leistung des Prinzipals ist an das Eintreten eines
bestimmten Umstandes gebunden 15
4.2.2) Die anbieterinduzierte Nachfrage 16
5.) Lösungsmöglichkeiten 17
5.1) Screening 17
5.2) Signaling 19
5.3) Interessensharmonisierung 21
5.4) Staatliche Interventionen 21
6.) Schlussbetrachtung 24
7.) Literaturverzeichnis 25
2
1.) Vorwort
Die vorliegende Hausarbeit behandelt die Thematik der asymmetrischen Informationsverteilung auf Märkten. Der Schwerpunkt wird dabei auf den verschiedenen Ausprägungsformen sowie den Lösungsmöglichkeiten liegen. Der hier zu behandelnde Gegenstand, wurde beginnend in den siebziger Jahren zunächst von George Akerlof in seinem legendären Aufsatz „The Market for Lemons“ 1 genauer betrachtet. Seither gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl von Veröffentlichungen zu diesem Thema. Die vorliegende Hausarbeit versucht, einen bescheidenen Überblick über einige grundlegende Konzepte zu geben.
Den ersten Schritt bildet ein Referenzrahmen, in dem die Vorbedingungen kurz erläutert werden. Im Anschluss daran folgt eine Beschreibung der asymmetrischen Informationsverteilung, in der eine Abgrenzung der Begriffe „Unkenntnis“ und „Unsicherheit“ vorgenommen wird. Das nächste Kapiteln erläutert die Modellstruktur der Prinzipal-Agent-Theorie. Dabei wird speziell auf die Ausprägungsformen adverse Selektion und moralisches Risiko eingegangen. Sodann folgt eine Betrachtung möglicher Lösungen für die oben beschriebene Problematik
Den Abschluss bildet eine kurze Zusammenfassung des bereits Beschriebenen und ein Blick in die Informationstechnologie mit ihren Vor- und Nachteilen, aber auch Konsequenzen.
1 Akerlof, George: The Market for Lemons: Quality Uncertainty and the Market
Mechanism, in: The Quarterly Journal of Economics, 84, 1970, S. 488-500
3
2.) Rahmenbedingungen
Der Ursprung für die Ergründung des Marktversagens aufgrund von Informationsmängeln ist das Modell der vollkommenen Konkurrenz.
Bei dem Modell der vollkommenen Konkurrenz wird von einem vollkommenen Markt ausgegangen. Es existieren ausschließlich homogene Güter. Die Akteure auf diesem Markt haben keine persönlichen Präferenzen. Sie differenzieren weder in Zeit, noch in Raum. Es herrscht eine vollständige Markttransparenz. Ebenso besteht ein absolutes rationales Verhalten der Akteure, in deren Mittelpunkt die Nutzen- bzw. Gewinnmaximierung steht. Der Faktoren- und Ressourcenbestand ist konstant. Gleiches gilt für die Produktionstechnik. Produktinnovationen gibt es nicht. Alle auf dem Markt befindlichen Akteure sind über Preise, Technologien und Qualitäten vollständig informiert. Sie sind unbegrenzt mobil und benötigen keine Zeit für Anpassungs- und Koordina tionsprozesse. Werden diese Annahmen nicht erfüllt, so versagt der Markt. 2
Es lässt sich leicht erkennen, dass diese Bedingungen für die Realität absolut unzutreffend sind. Sie entsprechen nicht den vorhandenen Marktstrukturen und dem tatsächlichen Verha lten der Akteure am Markt. Faktisch ist der Markt unvollkommen. Kommt es zu einer Verletzung von statischen Marginalbedingungen und Verfehlung dynamischer Effizienz, so spricht man von Marktversagen. In diesem Punkt sind staatliche Eingriffe zur effizienten Ressourcenallokation notwendig. 3 Ferner kann es neben Marktversagen auch zu Politik- oder Staatsversagen kommen.
2 Vgl. Karl, Helmut: Skript Volkswirtschaftspolitik I/II, Wintersemester 2002/03, S. 18-
19.
3 Vgl. Donges, Jürgen; Freytag, Andreas: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Stuttgart:
Lucius & Lucius, 2001, S. 128
4
Marktversagen kann mehrere Ursachen haben. Die folgende Tabelle 4 gibt einen Überblick:
Mit Hilfe von Märkten, soll eine Allokationseffizienz erreicht werden. Liegt jedoch Marktversagen infolge von asymmetrischer Informationsverteilung vor, so ist diese Zielsetzung gefährdet. Es existieren jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, die Funktionalität des Marktes zu erhalten.
Im folgenden werden wir uns mit dem Marktversagen durch asymmetrische Information und dem entsprechenden Instrumentarium zur Bekämpfung beschäftigen.
4 Donges, Jürgen; Freytag, Andreas: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Stuttgart: Lucius &
5
3.) Asymmetrische Informationsverteilung
Unter einer Information versteht man zweckbezogenes Wissen über Zustände und Ereignisse. Man unterscheidet zwischen vollkommenen und unvollkommenen Informationen. 5
Sind die Akteure am Markt nur unvollständig oder unvollkommen informiert, so spricht man von einer asymmetrische n Informationsverteilung. Es werden zwei Formen von Informationsmängeln unterschieden; die Unkenntnis und die Unsicherheit. 6
3.1) Unkenntnis
Eine vorliegende Unkenntnis des Akteurs deutet auf einen mangelhaften Informationsaustausch hin. Jedoch ist es dem Akteur möglich diesen Zustand anhand angemessener Mitteln zu beheben.
Eine Ausprägungsform der Unkenntnis ist die Nutzenunkenntnis 7 . Bei der Nutzenunkenntnis ist der Nachfrager hinlänglich über die Qualität es zu erwerbenden Gutes informiert, jedoch nicht in der Lage, die vorhandenen Informationen angemessen zu interpretieren. Die Folge der Nutzenunkenntnis ist, dass der Nachfrager falsche Mengen des Gutes konsumiert.
Es gibt zwei mögliche Ursachen für Nutzenunkenntnis. Eine mögliche Ursache ist die mangelnde Entscheidungsfähigkeit der Marktakteure.
Lucius, 2001, S. 129
5 Gabler Wirtschaftslexikon, Bd.4, 13 Aufl., Wiesbaden, 1993, S.1609
6 Vgl. Fritsch, Michael, Wein, Thomas, Ewers, Hans-Jürgen: Marktversagen und
Wirtschaftspolitik: Mikroökonomische Grundlangen staatlichen Handelns, 3. völlig
überarb. u. erw. Aufl., München: Verlag Franz Vahlen, 1999, S.262
7 Vgl. Fritsch, Michael, Wein, Thomas, Ewers, Hans-Jürgen: Marktversagen und
Wirtschaftspolitik: Mikroökonomische Grundlangen staatlichen Handelns, 3. völlig
überarb. u. erw. Aufl., München: Verlag Franz Vahlen, 1999,:S.284ff
6
Eine andere Ursache kann sein, dass die Nutzenbewertung eines Gutes erst nach Gebrauch offenkundig wird.
Ein Beispiel für Nutzenunkenntnis ist das Gut „Bildung“. Ist es in diesem Bereich möglich, die persönliche Nutzenunkenntnis zufriedenstellend abzubauen? Der Nutzen von Bildung liegt in ferner Zukunft. Kinder, die eine gute Ausbildung absolvieren, können den Wert erst im Erwachsenenalter erkennen und in Anspruch nehmen. Zudem handelt es sich bei Bildung um ein immaterielles Gut. Der Nutzen kann nicht am Gut direkt gemessen werden. Eine Neutralisierung der Nutzenunkenntnis ist also kaum sinnvoll möglich. Eine Ausbildung in einem heute gefragten Beruf hat nicht zwangsläufig die gleichen Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz, wie zu dem Zeitpunkt, als die Ausbildung begonnen wurde.
Gerade im deutschen Bildungssystem ist leicht erkennbar, dass die Konkurrenz nur sehr schwach ausgeprägt ist. Durch die Einführung der Schulpflicht durch den Staat ist für die Nachfrager ein Konsumzwang entstanden. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen und deren Bildungsinhalte sind sehr gering, da sie durch die staatliche Institutionalisierung geregelt sind. Die Anbieter ihrerseits tragen weiterhin dazu bei, den Markt im alten Zustand zu belassen: Durch die Schulpflicht ist ihr Arbeitsplatz gesichert. Anreizsysteme, wie beispielsweise Zielerreichungsprämien oder erfolgsabhängige Boni, sind nicht üblich. Die Pisa-Studie zeigt eindeutig das Versagen des deutschen Schulsystems.
Eine weitere Ausprägungsform der Unkenntnis ist die Preisunkenntnis 8 . Preisunkenntnis definiert sich als unzulängliches Wissen über den markträumenden Geichgewichtspreis. Folge der Preisunkenntnis sind Nachfrage- bzw. Angebotsüberhänge. Der Markt wird nicht in unendlich schneller Reaktionsgeschwindigkeit geräumt. Die Neutralisierung von Preisunkenntnis ist mit Kosten verbunden. Übersteigen die Kosten zur
7
Arbeit zitieren:
Despina Kalfas, 2003, Informationsasymmetrien und ihre Problematik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Asymmetrische Information I: Das Moral Hazard Problem
VWL - Mikroökonomie, allgemein
Seminararbeit, 22 Seiten
Krankenhausfinanzierung im Kontext des dualen und monistischen Ansatze...
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 15 Seiten
Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 19 Seiten
Islamic Banking - Ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld für Banken im d...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Bachelorarbeit, 57 Seiten
Die IT-Branche in Indien: Entwicklung, wirtschaftliche Bedeutung und i...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Informationsasymmetrien in der Versicherungswirtschaft - Eine ökonomis...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 50 Seiten
Folgen von Informationsasymmetrien für die Preisbildung an Finanzmärkt...
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Revenue Management am Beispiel von Airline Revenue Management
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Hausarbeit (Hauptseminar), 34 Seiten
Retail Branding - Der Handel als Marke
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Einsatz einer IT-basierten Balanced Scorecard im SAP-Umfeld
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Hausarbeit, 19 Seiten
Asset Backed Securities und Informationsasymmetrien
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Franchising: Die Theorien von R. P. Dant und P. J. Kaufman
Analyse und Ableitung aktuelle...
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Eigenarten des islamischen Bankensystems und wirtschaftliche Entwicklu...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 26 Seiten
Total Quality Management - CAN TQM BE THE SOLUTION TO ALL OUR PROBLEMS
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Finanzierungmöglichkeiten für Start-Ups aus Sicht der Gründer
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Seminararbeit, 32 Seiten
Offshoring - Chancen und Risiken
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 22 Seiten
Despina Kalfas hat den Text Informationsasymmetrien und ihre Problematik veröffentlicht
Despina Kalfas hat einen neuen Text hochgeladen
Wettbewerbsorientierte Gestaltung von Informationsasymmetrien
Eine informationsökonomisch fu...
Christopher McLachlan
Schriften und Reden IV (1892 - 1899). Landarbeiterfrage, Nationalstaat...
Wolfgang J. Mommsen
Schriften und Reden IV. (1892-1899). Landarbeiterfrage, Nationalstaat ...
Wolfgang J Mommsen
Zur verfassungsrechtlichen Problematik von Finanzausgleich und Gemeinl...
Hans Carl Nipperday, Franz-Jürgen Säcker
Zur Problematik der Garantenpflichten aus verantwortlicher Stellung in...
Zugleich ein Beitrag zur Gefah...
Christoph Landscheidt
0 Kommentare