Gliederung :
1 Einleitung/ Hinführung zum Thema
2 Erläuterung von Grundbegriffen
2.1 Wohnen
2.2 Methode
2.3 Modell
3 Methoden und theoretische Zugänge
3.1 Laborforschung vs. Feldforschung
3.2 objektivistische vs. subjektivistische Datenerhebung
3.3 Systemtheorie
3.4 Handlungstheorie(n)
4 Modelle
4.1 Das Lebensraum-Konzept
4.2 Das Behaviour Setting-Konzept
4.3 Die Maslowsche Bedürfnispyramide
4.4 Das ERG-Modell
4.5 Herzbergs 2-Faktoren Theorie
5 Resümee
6 Literaturverzeichnis
3
1 Einleitung/ Hinführung zum Thema
„Lebst Du schon, oder wohnst Du noch?“ 1
Dieser Werbe-Slogan aus der IKEA-Werbung soll verdeutlichen, dass das „Wohnen“ 2 , die Art und Weise des Wohnens und die Wohnqualität eine immense Bedeutung für das Leben haben. Dem Kunden soll suggeriert werden, dass nur IKEA-Einrichtungen eine besondere Art des Wohnens schaffen, die sich vom „Wohnen“ ohne IKEA-Möbel abhebt. In dieser Arbeit soll es jedoch nicht um den Vergleich zwischen Einrichtungsgegenständen verschiedener Marken, sondern um eine Übersicht und einen Vergleich derjenigen Methoden gehen, die im Bereich der ökologischen Psychologie, speziell in der ökopsychologischen Erforschung des Wohnens, angewandt werden. Die Wichtigkeit des Wohnens für den Menschen, das Eingebunden-Sein des Wohnens in das menschliche Leben in seiner ganzen Fülle, d.h. die Komplexität des Untersuchungsgegenstandes, spiegelt sich in einer Vielzahl unterschiedlichster Methoden, ihn zu betrachten und wissenschaftlich zu verwerten, wider.
Meine Darstellung ist wie folgt aufgebaut:
Nach dieser Einleitung erfolgt eine Definition der Grundbegriffe. Sodann werden in den Gliederungspunkten drei und vier die, für die genannte Fragestellung relevanten, speziell psychologischen oder mit anderen Wissenschaften geteilten Methoden und Modelle vorgestellt. Der Gliederungspunkt „Resümee“ schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und einem persönlichen Kommentar ab. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die grundlegenden Methoden und Modelle der ökopsychologischen Erforschung des Wohnens zu geben und zu prüfen, welche Modelle noch verwendet werden könnten.
1 Der Werbe-Slogan ist insofern unglücklich, als dass „wohnen“ eigentlich ein positiv besetztes Verb
ist - siehe Gliederungspunkt zwei. Das Wohnen in IKEA-Einrichtungen soll sich hier wohl von einem
negativ besetzten „wohnen“, das eher einem „hausen“ entspricht, qualitativ absetzen.
2 Siehe Gliederungspunkt zwei „Erläuterung von Grundbegriffen“
4
2 Erläuterung von Grundbegriffen
2.1 Wohnen
Bahrdt (1977, S.46, zitiert nach Flade in Kruse (1990), S.484) definiert „Wohnen“ als „seßhaft private Existenz in behaglicher Freiheit an einem durch bauliche Vorkehrungen hierfür geeigneten und nach außen abgeschirmten Ort.“ Nach dem „Kluge“ (2002, S.995) lasse sich die Wortherkunft von „wohnen“ aus dem mhd. „wonen“ erklären. Verwandt seien die Wörter „lieben“, „schätzen“, „gewinnen“ und „Wonne“. Heidegger (1959, S.145-148, zitiert nach Flade (1985) S.15) sieht „wohnen“ verknüpft mit „bauen“ und letztendlich „sein“ . Weiterhin weist er auf den gemeinsamen Wortstamm mit „gewöhnlich“ hin. Auch das französische „habiter““wohnen“ in Verbindung mit dem Fremdwort „habituell“, das „ständig“, „gewohnheitsmäßig“ heißt 3 , zeigt, dass „wohnen“ etwas Alltägliches ist, dass man nicht aus dem Lebenszusammenhang wegdenken kann.
2.2 Methode 4
Unter Methode soll hier eine spezielle wissenschaftliche Herangehensweise, „Der Weg auf ein Ziel hin“ 5 , verstanden werden.
2.3 Modell
Unter einem Modell möchte ich hier ein wissenschaftliches Werkzeug verstehen, mit dem Handlungen und Zustände der Wirklichkeit, unter Zuhilfenahme vereinfachender Annahmen beschrieben und erklärt bzw. vorausgesagt werden können.
3 Duden - Fremdwörterbuch S.261
4 Der Methoden- und der Modellbegriff sind hier absichtlich weit gefasst, um der Gefahr zu entgehen,
Methoden und Modelle selbst unter einer zu stark eingeengten Sichtweise zu betrachten.
5 Kluge (2002) S.616
5
3 Methoden
Wie gewinnt man wissenschaftliche Erkenntnisse über das Wohnen? Dieser Frage soll in den folgenden Abschnitten nachgegangen werden: 3.1 Laborforschung vs. Feldfors chung
Möchte man die Wirkung eines bestimmten Einflussfaktors bestimmen, so kann dies dadurch geschehen, dass man verschiedene Situationen vergleicht, in denen dieser Einflussfaktor variiert. Eine Wirkung auf die Zielgröße kann jedoch nur dann bestimmt (Sonderfall: quantifiziert) werden, wenn die Wirkung aller anderen Einflussfaktoren auf die Zielgröße schon bekannt sind oder ausgeschaltet werden. Daher ist die Laborforschung, bei der Störgrößen reduziert und Randbedingungen leichter
konstant gehalten werden können, einfacher durchzuführen, als Feldforschung. Partry ((1986,1987) zitiert nach Kruse (1990) S. 184) weist allerdings daraufhin, dass von Laborversuchen nur dann auf Feldversuche geschlossen werden dürfe, wenn eine „transsituationale Konsistenz“ u nterstellt werde. Dazu müsse die Annahme getroffen werden, dass Menschen sich in unterschiedlichen Situationen gleich verhalten. Dies ist jedoch insofern problematisch, als dass sich das Verhalten von Menschen möglicherweise dann ändert, wenn sie wissen, d ass sie an einem wissenschaftlichen Experiment teilnehmen. Mogel (1984, S.166ff) sieht diese Thematik unter einem anderen Gesichtspunkt. Für ihn lautet die Frage nicht: Laborversuch oder Feldversuch, sondern für ihn ist die Reihenfolge von Bedeutung, da Laborversuche nur e inige Details klären könnten und Bezugs- und Ökosysteminformationen nur durch Feldstudien und Feldexperimente bzw. teilnehmende und systematische Verhaltensbeobachtung erlangt werden könnten. Laborversuchen und Feldversuchen wird hier also eine je weils andere Aufgabe zugewiesen; sie ergänzen sich somit. Auch Partry (zitiert nach Kruse (1990, S. 185) kommt zu dem Schluss , dass Laborforschung und Feldforschung, je eingebunden in ein Forschungsprogramm, sich ergänzen können und ein wechselseitiges Spiel dieser Methoden, bei denen sich auch Übergänge finden lassen, zum Erfolg führe.
6
3.2 Objektivistische vs. Subjektivistische Datenerhebung
Eine objektivistische Form der Datenerhebung nutzt möglichst viele, (möglichst) objektiv feststellbare Daten. Am einfachsten lässt es sich mit Zahlen bzw. Kennzahlen arbeiten. Diese zu messen bzw. Maßstäbe herzustellen, an denen gemessen werden kann, stellt jedoch hohe methodische Anforderungen. Um abstrakte Begriffe messbar zu machen, müssen sie operationa lisiert werden. Exkurs: Operationalisierbarkeit am Beispiel des Urbanitätsbegriffes Neubauer (2001, S.88) nennt folgende Anforderungen an eine Operationalisierung: 1. Inhalte, die sich hinter Abstrakten Begriffen verbergen müssen sich auch in den Indikatoren wieder finden.
2. Es muss gegebenenfalls eine zeitliche Dimensionierung vorgenommen werden. 3. Der Zielwert muss adäquat messbar sein.
Friedrichs (1977, zitiert nach Hellbrück/Fischer (1999) S. 467) verwendet zur Messung der Heterogenität der Gesamtstruktur einer Stadt vier Dimensionen: 1.Materieller Besitz 2.Akteure 3.Modalitäten 4.Aktivitäten
Dabei kommt den Aktivitäten die größte Bedeutung zur Messung der Gesamtheterogenität zu (Faktor 1,5). Natürlich kann diese Messung nur einen Richtwert geben, warum sollte der Faktor dieses, qualitativ als besonders wichtig erkannten Merkmals, nicht 1,4 oder 1,6 sein? Diese Frage kann nicht überzeugend beantwortet werden, daher spielt auch hier eine subjektive Komponente eine Rolle. Exkurs Ende
7
Arbeit zitieren:
Markus Andreas Mayer, 2004, Methoden und Modelle in der psychologischen Erforschung des Wohnens, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Zur Bedeutung des Wohnraumes - Die dingliche Wohnumgebung als Medium d...
Medien / Kommunikation - Sonstiges
Seminararbeit, 32 Seiten
Eine pragmatische Analyse persuasiven Sprachgebrauchs
Wie wirken die 20 bekanntesten...
Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
Magisterarbeit, 141 Seiten
Die Möglichkeiten der sprachlichen Vermittlung von Werten in der Werbu...
Eine vergleichende Analyse fra...
Romanistik - Französisch - Linguistik
Magisterarbeit, 125 Seiten
Stadt - Der städtebauliche Wandel - Berücksichtigung von Ansätzen Nik...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Studienarbeit, 9 Seiten
Reflexive Identitäten - Facetten der Moderne
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Diplomarbeit, 100 Seiten
Emotionen als symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
Hausarbeit, 23 Seiten
Internetbasiertes Immobilienmarketing
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Organisations- und Finanzierungsstruktur privater Rundfunkunternehmen ...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Seminararbeit, 22 Seiten
Das Schild ist’s, das die Kunden lockt
Vergleichende Analyse zweier W...
Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
Hausarbeit, 30 Seiten
Team-Organisation im Immobilien-Projektmanagement - Modelle, Besonderh...
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Hausarbeit, 20 Seiten
Rezension: Fritz W. Scharpf - Optionen des Föderalismus in Deutschland...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Rezension / Literaturbericht, 13 Seiten
Heute schon GEZahlt? Zur ökonomischen Rechtfertigung eines öffentlich-...
Seminararbeit, 21 Seiten
Berichterstattung nach den Terroranschlägen vom 11. September - Ethik...
Eine kommunikationswissenschaf...
Medien / Kommunikation - Medienethik
Essay, 13 Seiten
Das Anti-Aggressivitäts-Training als Behandlungsmaßnahme für Mehrfacha...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Der PR-Planungsprozess - ein kurzer Überblick
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Seminararbeit, 18 Seiten
Die Auswirkungen der doppelten Politikverflechtung auf das föderale Sy...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 17 Seiten
Der kooperative Föderalismus der Bundesrepublik Deutschland und die Po...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 36 Seiten
Markus Andreas Mayer's Text Methoden und Modelle in der psychologischen Erforschung des Wohnens ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Markus Andreas Mayer hat den Text Methoden und Modelle in der psychologischen Erforschung des Wohnens veröffentlicht
Markus Andreas Mayer hat einen neuen Text hochgeladen
Interkulturelle Kommunikation: Methoden, Modelle, Beispiele
Friedemann Schulz von Thun, Dagmar Kumbier, Christian Hannig, Wolfgang Müller
Aufrichten in Würde - Methoden und Modelle leiborientierter kreativer ...
Methoden und Modelle leiborien...
Gabriele Frick-Baer
Die Entschlüsselung der Bilder. Methoden zur Erforschung visueller Kom...
Thomas Petersen, Clemens Schwender
Statistische Methoden für Psychologen 01. Deskriptive Statistik
Markus Wirtz, Christoph Nachtigall
Quantitative Methoden und Modelle in der Wirtschaft I
Lehrbuch für Fachhochschulen
Bernhard Keller, Andreas Schubarth
Michaela Mahler
guter Überblick über die Grundlagen.
Habe mir die Arbeit vor zwei Wochen gekauft, ist sehr zu empfehlen. Gibt halt nen guten Überblick über die Grundlagen, aber mehr auch nicht.
am Sunday, September 09, 2007-