Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik SS 2003
Übung: Medien und Propaganda in militärischen Konflikten
1 Semester
Nationalsozialistische Propaganda im
Dritten Reich und im 2. Weltkrieg
von: Jens Allendorff
Inhalt
Vorwort 2
1. Einleitung 3
2. Joseph Goebbels 4
3. Nationalsozialismus und Propaganda 5
4. Die Propaganda im 2. Weltkrieg 7
5. Propaganda-Unternehmen „Skorpion“ 11
6. Das Radio und die Radio-Reportage 12
7. Propaganda im Film 14
5.1 Der staatliche Zugriff auf das Filmwesen 14
5.2 Propaganda im NS-Film 15
8. Inhalte und Themen in Filmen des Dritten Reiches 15
8.1 Partei- und Propagandafilme im engeren Sinne 15
8.2 Triumph des Willens 16
8.3 Antisemitismus 17
8.4 Feindpropaganda und Kriegspropaganda 17
8.5 Durchhaltefilme 18
8.6 Propaganda in der Komödie 18
8.7 Das Ende der Filmindustrie 20
9. Fazit 20
Vorwort
„Drittes Reich“
Das „Dritte Reich“ ist die Bezeichnung für die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 unter Adolf Hitler. Der Begriff wurde von den Nationalsozialisten propagandistisch verwendet, um ihr Reich in die Kontinuität des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, des ersten Reiches, und des Deutschen Kaiserreiches, des zweiten Reiches, zu stellen. Im Juli 1939 verbot das Propagandaministerium die weitere Verwendung des Begriffes „Drittes Reich", da Gegner des nationalsozialistischen Regimes den Ewigkeitsanspruch des Dritten Reiches in dem Begriff des „vierten Reiches" persifliert hatten. Die quasireligiöse Vorstellung eines Dritten Reiches als idealem Endzustand staatlicher Ordnung zog sich bereits seit dem Mittelalter wie ein roter Faden durch die europäische Geschichtsphilosophie. Hierbei wurde die Geschichte als Aufeinanderfolge dreier Zeitalter interpretiert: Auf das „Reich des Vaters" (des Gesetzes) sollte das „Reich des Sohnes" (des Evangeliums) und das „Reich des Heiligen Geistes" (der Liebe und Freiheit) folgen. Bedeutende Philosophen (Hegel, Schelling, Spengler) und Dichter (Lessing, Dostojewskij) griffen diese mythologische Vorstellung immer wieder auf.
1923 erschien "Das dritte Reich" von Arthur Moeller van den Bruck, in welchem dem Begriff erstmals eine direkt politische - und auch rassistische - Dimension verliehen wurde. Anfänglich griffen Hitler und seine Parteigenossen das in diesem Konglomerat von Vorstellungen enthaltene Pathos bereitwillig für ihre Propaganda auf. Mit zunehmender Abneigung der nationalsozialistischen Machthaber gegenüber religiösem Gedankengut verschwand der Begriff offiziell in der Versenkung. Zweiter Weltkrieg Der Zweite Weltkrieg war als globale kriegerische Auseinandersetzung ein Schlüsselereignis in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Verursacher war das nationalsozialistische Deutschland, das mit dem Überfall auf Polen die Kampfhandlungen am 1. September 1939 begann. Am Ende des Krieges, nach der bedingungslosen Kapitulation, am 08. Mai 1945, standen die Teilung des deutschen Staates und eine neue politische und wirtschaftliche Weltordnung. Der Zweite Weltkrieg war der größte Land-, Luft- und Seekrieg der Geschichte und hatte katastrophale Folgen für die Weltbevölkerung: Etwa 60 Millionen Menschen starben weltweit, davon mindestens 20 bis 30 Millionen Zivilisten, die durch Luftangriffe, Deportation, Massenvernichtungslager und Übergriffe der Streitkräfte umkamen. Eng damit verbunden war der Holocaust. Etwa sechs Millionen Juden wurden Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges; 20 Millionen Menschen mussten fliehen, wurden vertrieben oder als Zwangsarbeiter verschleppt. Es ist der Krieg, der wahrscheinlich am meisten dokumentiert und diskutiert wurde. Die Folgen dieses Weltbrandes reichen bis in die heutige Zeit und werden das Bewusstsein und Gewissen der Nationen, vor allem Deutschlands, für immer prägen.
1. Einleitung
Im Jahr 1939 endete der spanische Bürgerkrieg, im gleichen Jahr also, in dem der 2. Weltkrieg begann. Die Kriegsberichterstatter wechselten, ohne Zeit für kritische Reflexionen ihrer Arbeit, von der iberischen Halbinsel an die neuen Fronten. Sie wurden eingespannt in die Mühlen der Propagandamaschinerie der Kriegsparteien. Vor allem zwei neue Medien rückten damals verstärk t ins Interesse der politischen und militärischen Machthaber – Film und Radio. Bereits im ersten Weltkrieg wurden diese Medien und deren psychologischen Wirkungen analysiert. Allerdings war man aufgrund technischer und fachlicher Voraussetzungen noch nicht in der Lage, die jungen Medien effektvoll zu nutzen. Generalstabschef Ludendorff wusste um die Macht der Bilder, die den deutschen Streitkräften schweren Schaden zugefügt hätten. Er forderte die „planmäßige und nachdrückliche Beeinflussung der großen Massen im staatlichen Interesse“, und zwar „nach einheitlichen großen Gesichtspunkten“.1 Die Propagandisten des 1. Weltkrieges, vor allem auf alliierter Seite, bedienten sich dieses Mechanismus und verfeinerten ihn. Joseph Goebbels perfektionierte ihn im 2. Weltkrieg.“
2. Joseph Goebbels
Joseph Goebbels wurde am 29. Oktober 1897 in Rheydt geboren. Er stammte aus einem kleinbürgerlichen, katholischen Elternhaus und studierte u. a. Germanistik und Philosophie in Bonn, Berlin und Heidelberg, bevor er 1921 promovierte. 1924 wurde er Redakteur bei einer völkisch-nationalistischen Zeitung. 1925 trat er der NSDAP bei. Er schloss sich zunächst dem Flügel um Georg Strasser an, wechselte dann aber im Zuge der innerparteilichen Richtungskämpfe auf die Seite Adolf Hitlers. 1926 wurde Goebbels von Hitler zum Gauleiter der NSDAP von Berlin ernannt, um hier, in der traditionell so genannten „roten" Stadt, der NSDAP zum Durchbruch zu verhelfen. Ab 1927 gab Goebbels in Berlin das nationalsozialistische Propagandablatt „Der Angriff“ heraus. 1928 wurde er in den Reichstag gewählt, und 1929 übernahm er die Funktion des Reichspropagandachefs der NSDAP. Mit seiner Propagandaarbeit, bei der er sich auch der neuen Medien Film und Rundfunk umfassend bediente, bereitete er den Boden für die nationalsozialistische Machtergreifung 1933. Im September übernahm Goebbels zusätzlich die Leitung der neu geschaffenen Reichskulturkammer (RKK).
[...]
1 Vgl. Beham, Mira: Kriegstrommeln. Medien, Krieg und Politik. München, 1996, S. 54-74
Quote paper:
Jens Allendorff, 2003, Nationalsozialistische Propaganda im Dritten Reich und im 2. Weltkrieg, Munich, GRIN Publishing GmbH
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