Inhaltsverzeichnis:
1. Organisation versus Kultur in der Organisationspsychologie Seite 02
2. Japan und seine Besonderheiten Seite 05
2 1 Japan und die Familie
Seite 05
2 1 Pflichtgefühl und Loyalität (On und Giri)
Seite 06
2 3 Die Bedeutung der Gruppe in Japan
Seite 06
2 4 Japan: Eine high context culture
Seite 07
3. Motivation Gruppenarbeit und Kommunikation Seite 07
3 1 Motivation
Seite 08
3 1 1 Die Sozialisation Seite 08
3 1 2 Definition von Motivation Seite 09
3 1 3 Die emotionale Bindung an die Organisation Seite 11
3 2 Die Gruppenarbeit
Seite 13
3 2 1 Definition der Gruppe Seite 13
3 2 2 Gruppenkohäsion und Gruppenleistung Seite 15
3 2 3 Gruppennorm Seite 16
3 2 4 Qualitätszirkel Seite 17
3 3 Kommunikation
Seite 18
3 3 1 Funktionen von Kommunikation Seite 19
3 3 1 Informationsfluss in japanische n Organisationen Seite 20
4. Sind die Strukturen der japanischen Organisation auch für westliche
Organisationen sinnvoll Seite 22
5. Literaturangaben: Seite 23
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1. Organisation versus Kultur in der Organisationspsychologie
Die Psychologie ist ein weites Feld mit vielen verschieden Schulen. Da sich diese Wissenschaft mit Menschen und ihrem Verhalten beschäftigt, ist auch das Arbeitsfeld des Menschen ein Thema der Psychologie. Damit setzt sich die Organisationspsychologie auseinander.
„Die Organisationspsychologie gehört zur angewandten Psychologie. Sie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten eines Menschen in Organisationen. Von Interesse ist hierbei etwa, wie Organisationen Mitarbeiter auswählen, wie sich diese in Organisationen einleben oder wie gruppendynamische Prozesse erklärt werden können.“
Im Mittelpunkt der Organisationspsychologie stehen Individuum und Organisation und das Spannungsfeld, das zwischen b eiden besteht. Denn Organisation und Individuum verfolgen unterschiedliche Interessen und Ziele. Der Organisation geht es um Leistung und Erfolg. Für das Individuum stehen persönliche Freiheit und Entfaltung im Vordergrund. Die Zusammenarbeit zwischen Organisation und Individuum, die beide voneinander abhängig sind, kann unterschiedlich gestaltet werden. Jedes Unternehmen achtet, z. B. bei der Auswahl seiner Mitarbeiter, auf verschiedene Kriterien. Aber es lassen sich nicht nur Unterschiede zwischen Unterne hmen feststellen, sondern auch zwischen Kulturkreisen.
Verschiedene Kulturkreise haben andere Kommunikationsstrukturen, haben ein anderes Gruppenbewusstsein. Gerade Kommunikation und die Gruppe sind wichtig in Organisationen. Sie organisieren und strukturieren es. Die Gruppe und ihre Kommunikation sind auch ein wichtiger Faktor bei der Motivation der Mitarbeiter. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist Japan.
Japan ist eine kollektivistische Kultur. 1 Individualismus, wie wir ihn in unseren westlichen Kulturen kennen, ist dort verpönt. Dieses starke Gruppenbewusstsein und eine völlig andere Art der Kommunikation hat auch Folgen für die Führung und Organisation von Unternehmen. Gerade diese Unterschiede machen Japan
1 Youichi Ito. (1992).Theories on Interpersonal Communication Styles from a Japanese Perspective: A
Sociological Approach. In Jay G. Blumler, Jack M McLeod, Karl Erik Rosengreen, Comparatively speaking:
communication and culture across space and time. Newbury Park: Sage Publications. Seite 240.
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interessant. Diese Unterschiede zeigen, was verschiedene Maßnahmen für Folgen haben auf die Effektivität eines Unternehmens und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Im Folgenden werde ich zeigen, wie die Kultur japanische Organisationen beeinflusst, was das besondere an japanischen Unternehmen ist und welche Vor – bzw. Nachteile diese besondere Kultur hat.
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2. Japan und seine Besonderheiten:
2. 1. Japan und die Familie
Wie bereits erwähnt, ist die japanische Kultur eine kollektivistische. Die ganze Insel sieht sich als eine große Familie. Was darin liegt, dass jeder mit dem anderen verwandt ist. Ursache ist unter anderem, dass Japan eine Insel ist und dass Japan von Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts von der Außenwelt komplett abgeschottet war. Nur mit einigen chinesischen Kaufleuten wurde Handel betrieben. Einfluss von Außen gab es nicht. Kontakt mit anderen Zivilisationen wurde nicht aufgenommen. Das führte dazu, dass Japan heute das homogenste Land der Welt ist. In den 80er Jahren waren 99, 5 Prozent der Einwohner Japans Japaner. Die restlichen 0, 5 Prozent waren Koreaner, 2 zum Vergleich in Deutschland lag 2001 der Ausländeranteil bei rund 9 Prozent. 3 Heute dürfte Japan heterogener sein. Aber Japan hat immer noch eine sehr homogene Kultur. Alle gehören der selben Rasse an, alle haben die selbe Geschichte, Sprache, Religion und Kultur. Das Zusammengehörigkeits- und Familiengefühl hängt auch damit zusammen, dass das Staatsoberhaupt als Vater der nationalen Familie gesehen wird. Noch heute führt die Regierung von jedem Einwohner eine Ahnentafel. 4
„No one is anonymous and all ancestries and relationships are matters of public record. And if one follows any Japanese family far enough back into history, it will be traceable to one of four clans: Minamoto, Taira, Fujiwara, or Tachibana. Since all four of these clans regard the Emperor as their founder, all Japanese are, theoretically speaking, one large family.” 5
Die Familie selbst unterscheidet sich aber auch von dem, was in westlichen Kulturen als normal angesehen wird. Neugeborene werden die ganze Zeit von ihren Müttern betreut und von jedem verhätschelt. Strafen sind selten. All das ändert sich schlagartig, wenn die Kinder das Schulalter erreichen. Ab jetzt beginnt für einen Japaner der Ernst des Lebens. Um einen guten Job zu bekommen, braucht er einen
2 William Ruch. (1984). Corporate Communications. Greenwood Press: Westport. Seite 12. 33 Statistisches Bundesamt Deutschland. Bevölkerung. Url: http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab4.htm Stand Juli 2003.
4 William Ruch. (1984). Seite 15f.
5 William Ruch (1984). Seite 16.
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Abschluss von einer der besten zehn Universitäten. Um an diese Universitäten zu kommen, muss er auf einer der besten Oberschulen gewesen sein, das ganze zieht sich durch bis zum Kindergarten. Dort fällt schon die Entscheidung für seine spätere berufliche Laufbahn. 6
2. 1. Pflichtgefühl und Loyalität (On und Giri)
Neben diesem Leistungsdruck, der schon in früher Kindheit beginnt, gibt es die Verpflichtung anderen gegenüber. Tut man jemandem einen Gefallen, steht der andere in dessen Schuld. Die Schuld muss irgendwann beglichen werden. Daher ist es auch ratsam keinem fremden Japaner auf offener Straße zu helfen. Fallen einer Frau die Einkäufe auf den Gehweg und jemand hilft ihr beim Auflesen, wäre sie dazu verpflichtet, der betreffenden Person auch irgendwann zu helfen. Die Wahrscheinlichkeit die Person wieder zu treffen ist aber äußerst gering. Sie müsste immer mit der unbeglichenen Gefallen leben. Da ist es besser ihr gar nicht zu helfen
Diese Einstellung, dass man anderen gegenüber persönlich verpflichtet ist, nennt sich On. Dieses Gefühl findet sich auch im Geschäftsleben wieder. On ist auch mit dem Loyalitätsgefühl anderen gegenüber verbunden. Loyalität heißt im japanischen Giri. Giri ist Bestandteil des Erfolges der Gruppenarbeit in japanischen Organisationen. Damit lassen sich auch die geringen Fehlzeiten in japanischen Firmen erklären. Ein Japaner lässt seine Kollegen nicht im Stich. Die japanische Kultur bringt jedem bei, Arbeit zu schä tzen und sie als festen Wert im Leben zu sehen. Es ist nicht die Beförderung, die glücklich macht, sondern das zu erfüllende Arbeitspensum. Regelmäßigkeit und Pflichtbewusstsein haben oberste Priorität im Berufsleben.
2 . 3. Die Bedeutung der Gruppe in Japan
Noch wichtiger ist aber die Gruppe. Gerade dieses Gruppenbewusstsein ist auch für westliche Unternehmen interessant. Denn jedem ist klar ein gutes Team arbeitet besser als ein Einzelkämpfer. Und Einzelkämpfer sind verpönt in Japan. In einem Land, das sich selbst als eine große Familie sieht, sind Arbeitsgruppen noch
6 William Ruch. (1984). Seite 17.
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Arbeit zitieren:
Alexia Eppen, 2003, Was macht Japan besser?, München, GRIN Verlag GmbH
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