Otto – von – Guericke – Universität Magdeburg
Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften
Institut für Soziologie
zum Thema: Max Weber
Die Modernisierung bei Weber und Durkheim
von: Patrick Fengler
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 1
2. Dimensionen sozialen Wandels
2.1. Begriff und Probleme S. 2
2.2. Formen sozialen Wandels S. 3
3. Modernisierung
3.1 Weber und die Modernisierung S. 6
3.2 Durkheim und die Modernisierung S. 9
4. Schlußbetrachtung S. 14
5. Literaturverzeichnis S. 16
1. Einleitung
In Zeiten globaler Veränderungen, insbesondere auf dem Gebiet der Wirtschaft und der Politik, macht es Sinn, sich mit der Modernisierung zu beschäftigen. Denn dieser Umwälzungsprozeß wird in allen Lebensbereichen aufgefunden. Und da die Modernisierung ein Wandlungsprozeß ist, wird sie durch den großen Prozeß des Sozialen Wandels eingeschlossen. In der Arbeit „Modernisierung bei Durkheim und Weber, liegt der Ausgangspunkt der Betrachtung in der Auseinandersetzung mit dem Begriff des Sozialen Wandels. Im zweiten Teil soll speziell das Thema Modernisierung bei den Soziologen Weber und Durkheim betrachtet werden. Da beide etwa zur gleichen Zeit gelebt haben, könnte davon ausgegangen werden, dass beide Soziologen bei der Untersuchung des Modernisierungsprozesses den gleichen Ausgangspunkt haben und somit sich ähnlichen Problemstellungen widmen. Das dies nicht der Fall war, soll diese Hausarbeit zeigen. Dabei sollen die beiden Denkweisen im Vordergrund stehen, die ihre Wurzeln in der Verschiedenheit ihrer Ausgangspunkte haben. Die Literaturlage zu diesem Thema ist breit gefächert. Zum einen werden Texte von Durkheim und Weber herangezogen. Zum anderen kommen hauptsächlich Darstellungen von Dirk Kaesler, Günter Wiswede und Thomas Kutsch sowie von Christian Lahusen als Sekundärliteratur zur Anwendung.
2. Dimensionen Sozialen Wandels
2.1 Begriff und Probleme
Der Begriff des sozialen Wandels wurde von W.F. Ogburn in die Soziologie eingeführt, um ältere Begriffe wie „Fortschritt“ oder „Evolution“ abzulösen. Um eine inhaltliche Bestimmung des sozialen Wandels vollziehen zu können, muß man sich mit konkreten Prozessen beschäftigen. Damit wird man vor folgenden Ausgangsfragen stehen:
1. Wer oder was wandelt sich – gemessen woran?
2. Welchen Umfang bzw. Reichweite hat der Wandel?
3. Welche Richtung wird der Wandel haben?
4. Welche Ursachen, Folgen und Qualität hat dieser Wandel?.
Schon Ogburn versuchte eine mögliche, aber keineswegs ausschließliche Erklärung von sozialen Wandel aufzuzeigen. Er stellte fest, daß sich in komplexen Gesellschaften verschiedene Lebensbereiche in durchaus unterschiedlichem Rhythmus wandeln und dass gewöhnlich Spannungen bestehen zwischen materiellen Veränderungen im ökonomisch-technischen Bereich und den sozial-kulturellen Möglichkeiten der Anpassung an diese Veränderungen. Als Beispiel einer solchen Form von Diskontinuität wäre die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Wachstum im Nachfragebereich einerseits und technischem Fortschritt andererseits. Diese Diskrepanz könnte unter Umständen Konsequenzen in bezug auf die Absatzsituation von Unternehmungen oder die Lage auf dem Arbeitsmarkt haben. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Teilbereiche der Gesellschaft in unterschiedlichem Maße dem sozialen Wandel unterliegen. 1
Für die Beantwortung der zweiten und dritten Frage ist es ratsam, eine Unterscheidung zw ischen Prozessen des Wandel innerhalb eines sozialen Systems und Wandlungen des Systems selber zu treffen. Bevorzugung durch Soziologen genießt nur der letztgenannte Typ. Demnach würden solche Vorgänge wie Moden und Konjunkturschwankungen nicht im Zentrum der Analyse sozialen Wandels stehen. Hier tritt deshalb ein Problem auf, da keiner sagen kann, ob inneren Vorgänge nicht gerade Prozesse des sozialen Wandels des Gesamtsystems oder wichtiger Teilsysteme einleiten. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Beurteilung sozialer Wandlungsprozesse eine Frage der „Perspektive“ des Forschers sei. Zum einen kann diese Perspektive zum Maßstab des Handelns für geplanten sozialen Wandel sowohl im Hinblick auf die Motivation als auch auf die Effizienz gemacht werden. Zum anderen kann durch die Perspektive die Beantwortung der Frage offen bleiben, ob man sozialen Wandel als langfristigen Wachstumsprozeß oder als tiefgreifende Strukturveränderung ansehen will oder ob man auch beides zusammenfügen könnte. Die Wahl der Perspektive bestimmt demnach die Signifikanz sozialen Wandels. Dies gilt natürlich auch für spezifische Perspektiven, die einmal die ökonomische oder technische, die soziale oder kulturelle Dimension in den Vordergrund stellen oder auch beim Individuum selbst ansetzen. Hier kann eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen der sozialen Struktur sowie der ökonomisch-technischen Struktur einerseits und den jeweiligen Kulturmustern oder Wertorientierungen andererseits, die man auch als „kulturelle Struktur“ verstehen kann, beobachtet werden. Eingespannt in dieses Abhängigkeitsnetz sind auch die Individuen oder Gruppen als „Handelnde“, deren „personale Struktur“ (Motivations- , Persönlichkeits- und Verhaltensstruktur) eine Widerspiegelung der Umweltstrukturen ist. Natürlich können die Individuen auch mit mehr oder weniger großen Erfolg auf die Gestaltung dieser Umwelt einwirken. Zum Schluß könnte man die möglichen Inhalte oder Bereiche sozialen Wandels wie folgt festlegen. Betroffen sind hier:
[...]
1 Vgl. Wiswede, Günter; Kutsch, Thomas: (1978). S. 1f.
Quote paper:
Magister Artium Patrick Fengler, 2003, Die Modernisierung bei Weber und Durkheim, Munich, GRIN Publishing GmbH
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