Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Topic: Globalization, Political Economics

Die Welthandelsorganisation und ausgewählte Problembereiche

Title: Die Welthandelsorganisation und ausgewählte Problembereiche

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cynthia Dittmar (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das weltweite Wirtschaftssystem und seine Institutionen auf wirtschaftlicher und politischer
Ebene haben im Zuge der Globalisierung an immer größerer Bedeutung gewonnen. Insbesondere
eine institutionalisierte Welthandelsordnung ist in das Zentrum der Globalisierungsentwicklung
gerückt.
Mit der Gründung der Welthandelsorganisation (World Trade Organization - WTO) am
01.01.1995 wurden die Regeln des Welthandels auf eine konstitutionelle Basis gestellt und
somit wurde die bisher einzige international anerkannte Vertragsinstitution, deren Regeln
völkerrechtsverbindlichen Charakter2 entwickeln, geschaffen. Die WTO bildet das wichtigste
Koordinationsforum für Probleme des internationalen Handels, in dem 146 Mitgliedsstaaten, 35
Industriestaaten und 111 Nicht-Industriestaaten mit 90% des Welthandelsvolumens vertreten
sind.3
Die Welthandelsorganisation (WTO) steht im Mittelpunkt vieler Meinungsverschiedenheiten.
Für Vertreter der neoliberalen Wirtschaftsideologie ist mit ihr das Ende der Liberalisierung
noch lange nicht erreicht; aber dennoch haben sich die meisten von ihnen mittlerweile mit der
multilateralen Institution angefreundet und streben danach, mit ihr den Freihandel verwirklic
hen zu können. Vom Freihandel versprechen sie sich ein stetiges Wirtschaftswachstum für
alle Vertragsstaaten und damit steigenden Wohlstand für die ganze Welt.
Die Gegner der WTO wiederum sehen in ihr den Grund vieler Probleme, insbesondere in den
Entwic klungs - und Schwellenländern, und argumentieren der Freihandel helfe insbesondere
den bereits industrialisierten Staaten und schaffe nicht die gleichen Ausgangsvoraussetzungen
für Schwellen- und Entwicklungsländer. In der Mehrheit sehen jedoch auch sie Freihandel als
solchen als unumgänglich an, wobei jedoch jedem Staat die Souveränität gegeben sein soll
seine Zollpolitik selbst zu gestalten und gleiche Ausgangsbedingungen für alle Vertragsstaaten
gelten sollen. [...]
2 Die WTO ist laut Yüksel eine völkerrechtlich juristische Persönlichkeit. Vgl. Yüksel 2001, S. 1
3 Vgl. WTO 2003, S. 112

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Die WTO

2.1. Geschichte der WTO

2.2. Grundlegende Prinzipien der WTO-Abkommen

2.3. Die WTO-Abkommen

2.3.1. Das GATT

2.3.2. Das GATS

2.3.3. Das TRIPPS

3. Ausgewählte Problembereiche der WTO

3.1. Hegemonieanspruch der USA

3.2. Entwicklungsländer im Rahmen der Welthandelsordnung

3.3. Das Freihandelstheorem

3.4. Externalisierung handelsfremder Themen

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Welthandelsorganisation (WTO) als zentrale Institution der globalisierten Weltwirtschaft, mit dem Ziel, die zugrunde liegende neoliberale Freihandelsdoktrin sowie deren praktische Auswirkungen auf die globale wirtschaftliche Stabilität kritisch zu hinterfragen.

  • Die historische Genese und institutionelle Architektur der WTO.
  • Die kritische Untersuchung des US-amerikanischen Hegemonieanspruchs innerhalb der Welthandelsordnung.
  • Die Benachteiligung von Entwicklungs- und Schwellenländern durch asymmetrische Handelsstrukturen.
  • Die Problematik der Freihandelstheorie im Kontext realwirtschaftlicher Transformationsprozesse.
  • Das Spannungsfeld zwischen der Einseitigkeit der WTO-Regeln und der Notwendigkeit zur Integration handelsfremder Standards.

Auszug aus dem Buch

3.1 Hegemoniestellung der USA

Das Ende des kalten Krieges hat zu einer Neuordnung des internationalen Systems geführt, welches seitdem von den USA militärisch, ökonomisch und kulturell dominiert wird. Die Instrumentalisierung der internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen gehört dabei zum erklärten Ziel der US-Strategie, um die eigene hegemoniale Stellung möglichst lange zu behaupten.

Dies führt nicht zur generellen Ablehnung des Multilateralismus oder zu grundsätzlich einseitiger Interessendurchsetzung Washingtons. Auch Diplomatie und Konsensbildung bilden durchaus Handlungsoptionen, allerdings immer vor dem Hintergrund eigener ökonomischer Durchsetzungsfähigkeit und militärischem Potential. Der Weltmachtstatus privilegiert die USA damit hinsichtlich ihrer Handlungsoptionen gegenüber anderen Nationen.

Die USA unterstützen den Multilateralismus in internationalen Prozessen, solange dieser nicht in Kontrast zu ihren vitalen Eigeninteressen stehen. Dies lässt sich beispielsweise an der WTO-Runde in Seattle 1999 erkennen. Hier waren die Interessen der USA nicht mehr im multilateralen Kontext realisierbar, aus diesem Grund drohten die Amerikaner mit dem Ausstieg aus dem Multilateralismus. Der Ausstieg musste nicht ernsthaft geplant sein, bereits die Androhung konnte bei den anderen Akteuren eine Verhaltensänderung hin zu den Vorstellungen der USA bewirken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung institutionalisierter Welthandelsregeln und führt in die zentrale Kontroverse zwischen Befürwortern und Gegnern der WTO ein.

2. Die WTO: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der Welthandelsordnung, deren Prinzipien sowie die Funktionsweise der zentralen Abkommen GATT, GATS und TRIPS.

3. Ausgewählte Problembereiche der WTO: Im Hauptteil werden kritische Aspekte wie die US-Hegemonie, die benachteiligte Rolle von Entwicklungsländern, das Freihandelstheorem und die Vernachlässigung sozialer/ökologischer Themen analysiert.

4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Notwendigkeit, das aktuelle Welthandelssystem im Hinblick auf Gerechtigkeit und demokratische Kontrolle neu zu bewerten und alternative wirtschaftliche Ansätze zu diskutieren.

Schlüsselwörter

Welthandelsorganisation, WTO, Freihandel, Globalisierung, GATT, GATS, TRIPS, USA, Hegemonie, Entwicklungsländer, Neoliberalismus, Handelsliberalisierung, Multilateralismus, Arbeitsteilung, Welthandelsordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Struktur und den Einfluss der Welthandelsorganisation (WTO) im Kontext der Globalisierung und setzt sich kritisch mit deren neoliberaler Ausrichtung auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Funktionsweise der WTO-Abkommen, der Einfluss der USA auf das System sowie die soziale und ökonomische Situation von Entwicklungsländern innerhalb dieser Handelsordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Würdigung der WTO, um aufzuzeigen, wie die neoliberale Welthandelsordnung die Interessen verschiedener Staaten beeinflusst und wo systemische Problematiken liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Basis von Literaturstudien und der Auswertung der WTO-Vertragsgrundlagen die Problematik der aktuellen Welthandelsordnung darstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Institution WTO, ihrer Abkommen sowie einer detaillierten Analyse spezifischer Problembereiche wie US-Dominanz, soziale Ungleichheit im Welthandel und die Externalisierung nicht-ökonomischer Fragen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Welthandelsorganisation, Freihandelstheorem, aggressive Reziprozität, US-Hegemonie, Entwicklungsländer und globale ökonomische Gerechtigkeit.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der USA in der WTO?

Die Autorin sieht die USA als dominante Akteurin, die internationale Organisationen gezielt zur Durchsetzung eigener ökonomischer Interessen und zur Wahrung ihres Hegemonieanspruchs instrumentalisiert.

Warum ist das Freihandelstheorem laut dem Dokument problematisch?

Es wird kritisiert, dass das Theorem von unrealistischen Voraussetzungen (kurzfristige, störungsfreie Marktänderungen) ausgeht, was in der Realität zu sozialer Polarisierung, Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit führt.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Die Welthandelsorganisation und ausgewählte Problembereiche
College
University of Osnabrück  (Soziologie)
Course
Globalisierung und Demokratie
Grade
1,3
Author
Cynthia Dittmar (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V26935
ISBN (eBook)
9783638291248
Language
German
Tags
Welthandelsorganisation Problembereiche Globalisierung Demokratie WTO Handelspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cynthia Dittmar (Author), 2004, Die Welthandelsorganisation und ausgewählte Problembereiche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26935
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint