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Frauen, Menschenrechte und soziale Verantwortung in der globalen Bekleidungsindustrie

Titel: Frauen, Menschenrechte und soziale Verantwortung in der globalen Bekleidungsindustrie

Seminararbeit , 2004 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Cynthia Dittmar (Autor:in)

Politik - Thema: Völkerrecht und Menschenrechte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Zu diesen arbeitsintensiven Industrien gehört die Bekleidungsindustrie. Hauptsächlich sind
es Frauen, die in den Nähfabriken dieser Welt für wenig Geld und oftmals unter katastrophalen
Bedingungen Mode für die westlichen Verbrauc her – zu einem Großteil ebenfalls
weiblich – produzieren. Somit ist eine der zentralen Fragen in dieser Arbeit, inwieweit insbesondere
Frauen von den Nachteilen der globalen Bekleidungsindustrie betroffen sind.
Weiteres zentrales Thema ist die Diskussion um die Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen
und schlechte Arbeitsbedingungen in den Bekleidungsfabriken dieser Welt. Im ersten Teil der Arbeit wird der Frage nachgegangen inwieweit Gleichberechtigung der
Geschlechter und Nachhaltigkeit in Zusammenhang stehen, Frauenrechte institutionalisiert
sind und ob Transnationale Konzerne für die Einhaltung von Menschrechten verantwortlich
gemacht werden können.
Auch im nächsten Kapitel, nach dem Strukturmerkmale der Bekleidungsindustrie und die
Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten insbesondere an Frauen diskutiert werden, wird eine Antwort auf die Frage gesucht, wer die Verantwortung für soziale Arbeitsbedingungen
trägt und inwieweit Verhaltenskodizes der Verantwortung transnationaler
Modekonzerne Rechnung trägt.
An einer exemplarischen Fallstudie über H&M soll deutlich gemacht werden, dass, nicht
zuletzt auf Grund der zunehmenden Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, langsam ein Umdenken
stattfindet und sich ein Konzern wie H&M zunehmend darum bemüht, seiner sozialen
Verantwortung gerecht zu werden. Allerdings wird auch klar, dass diese Bemühungen
teilweise noch unzureichend sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Frauenrechte, Nachhaltigkeit und transnationale Konzerne

2.1. Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit

2.2. Frauenrechte

2.3. Frauenrechte und Transnationale Konzerne

3. Die Globale Bekleidungsindustrie

3.1. Strukturmerkmale der globalen Bekleidungsindustrie

3.1.1. Produktion in Niedriglohnländern

3.1.2. Textile Kette und Informalisierung

3.1.3. Preise und Löhne

3.2. Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen

3.3. Frauen in der Globalen Bekleidungsindustrie

3.4. Soziale Verantwortung

3.4.1. Soziale Verantwortung der Staaten und multinationalen Organisationen

3.4.2. Soziale Verantwortung der Zivilgesellschaft

3.4.3. Soziale Verantwortung der TNK und Verhaltenskodizes

4. Fallstudie H&M

4.1. Textile Kette und Informalisierung

4.2. Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen

4.3. Verhaltenskodex und Monitoring

4.4. Institutionalisierung der Verantwortung

4.5. Kritische Würdigung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Ausrichtung

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen globaler wirtschaftlicher Profitmaximierung durch transnationale Konzerne und der Einhaltung grundlegender Menschen- und Frauenrechte in der Bekleidungsindustrie. Im Fokus steht dabei die Analyse der Arbeitsbedingungen in Niedriglohnländern sowie die Wirksamkeit von Verhaltenskodizes und sozialer Unternehmensverantwortung.

  • Strukturelle Analyse der globalen Produktionsketten in der Bekleidungsbranche
  • Untersuchung der spezifischen Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen in der Textilproduktion
  • Bewertung der Rolle von transnationalen Konzernen bei der Umsetzung von Sozialstandards
  • Fallstudienbasierte Evaluierung von CSR-Strategien am Beispiel von H&M

Auszug aus dem Buch

3.1.3. Preise und Löhne

Die Löhne in den Fabriken der Bekleidungsindustrie in Industrie- und Entwicklungsländern sind sehr niedrig. So verdienen ArbeiterInnen in China US$ 0,15$ pro Stunde, in Swasiland US$ 20 pro Woche oder in Bulgarien US$ 54. In der Bekleidungsindustrie ist es auch nicht unüblich, dass Löhne unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Musiolek spricht von Löhnen zwischen 8 Cent und 1 Euro pro Stunde in Osteuropa, Asien oder Mittelamerika.

Nach SOMO gliedert sich der Preis einer Jeans, die in Ost Europa hergestellt wurde, ungefähr wie folgt auf: Verschiedene Steuern betragen 17,5% des Einzelhandelspreises, 11% werden für Zölle ausgegeben, 25% erhält der Markenartikler, 50% der Einzelhändler und die Produktionskosten betragen 13%. Bei diesen 13% sind 12% Materialkosten, Gewinne der Produktionsunternehmen und andere Kosten enthalten und nur 1% des Einzelhandelspreises fließt in die Löhne. Nach Musiolek beginnt der Lohnanteil am Verkaufspreis für Bekleidungsstücke bereits bei 0,15%.

Bei den immensen Summen die für Marketing ausgegeben werden um der Marke oder der Handelskette ein bestimmtes Image aufzubauen und bei den Preisen die insbesondere für Markenartikel der Bekleidungs- und Sportindustrie ausgegeben werden, erscheint der Anteil an den Einnahmen den die Hersteller und besonders die ArbeiterInnen erhalten wie ein Hohn.

Kapitelzusammenfassungen

Einführung: Der Abschnitt verdeutlicht die prekären Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie und leitet die zentrale Fragestellung zur sozialen Verantwortung transnationaler Konzerne ein.

Frauenrechte, Nachhaltigkeit und transnationale Konzerne: Hier wird der theoretische Rahmen aufgespannt, in dem Gleichberechtigung mit ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeitsdimensionen sowie internationalen Menschenrechtskonventionen wie CEDAW verknüpft wird.

Die Globale Bekleidungsindustrie: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Machtverhältnisse, die Mechanismen der Informalisierung in Lieferketten sowie die drastischen Lohnunterschiede und Arbeitsrechtsverletzungen.

Fallstudie H&M: Anhand des schwedischen Unternehmens wird untersucht, wie ein Konzern durch CSR-Strategien und interne Kodizes auf öffentlichen Druck reagiert und wo die Grenzen dieser Bemühungen liegen.

Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst zusammen, dass rein freiwillige Maßnahmen der Konzerne oft unzureichend sind und ein Umdenken der Konsumenten sowie stärkerer öffentlicher Druck für echte strukturelle Veränderungen notwendig bleiben.

Schlüsselwörter

Bekleidungsindustrie, Frauenrechte, transnationale Konzerne, Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen, Niedriglohnländer, Menschenrechtsverletzungen, Verhaltenskodex, Informalisierung, CSR, H&M, Globalisierung, Mindestlohn, gewerkschaftliche Organisation, Lieferketten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der globalen Bekleidungsindustrie auf die Menschen- und Frauenrechte in Niedriglohnländern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung von Unternehmen (CSR), globale Produktionsnetzwerke und die Situation von Textilarbeiterinnen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll untersucht werden, ob transnationale Konzerne für die Einhaltung von Menschenrechten verantwortlich gemacht werden können und wie effektiv aktuelle Maßnahmen wie Verhaltenskodizes sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse der menschenrechtlichen Grundlagen mit einer Fallstudienmethode am Beispiel des Modekonzerns H&M.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse der Bekleidungsindustrie, die Erörterung von Arbeitsrechtsverletzungen und eine kritische Untersuchung der CSR-Praktiken von H&M.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Frauenrechte, globale Bekleidungsindustrie, transnationale Konzerne, CSR und soziale Nachhaltigkeit.

Warum ist die Fallstudie H&M besonders relevant für das Thema?

H&M dient als exemplarisches Beispiel für einen Großkonzern, der durch öffentlichen Druck zur Einführung von Verhaltenskodizes gezwungen wurde, wobei die Analyse zeigt, dass diese Maßnahmen oft an strukturellen Problemen der Preispolitik scheitern.

Welche Rolle spielt die informelle Arbeit in den Produktionsketten?

Informelle Arbeit in Sweatshops oder Heimarbeit entzieht sich weitgehend staatlichen Kontrollen und Schutzrechten, was eine systematische Ausbeutung und Kinderarbeit begünstigt.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauen, Menschenrechte und soziale Verantwortung in der globalen Bekleidungsindustrie
Hochschule
Universität Osnabrück  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Nachhaltigkeit und Transnationale Konzerne
Note
1,3
Autor
Cynthia Dittmar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
31
Katalognummer
V26937
ISBN (eBook)
9783638291255
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauen Menschenrechte Bekleidungsindustrie Nachhaltigkeit Transnationale Konzerne
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cynthia Dittmar (Autor:in), 2004, Frauen, Menschenrechte und soziale Verantwortung in der globalen Bekleidungsindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26937
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Leseprobe aus  31  Seiten
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