Parmenides und Zenon
von: Gerald Buttinger
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.1. Die Stadt Elea 2
1.2. Die Eleaten 2
2. Parmenides 3
2.1. Biographisches 3
2.2. Das Sein 4
2.3. Der Schein 7
2.4. Erkenntnislehre 7
3. Zenon 8
3.1. Biographisches 8
3.2. Argumente gegen die Vielheit und für die Einzigkeit des Seienden 8
3.3.Argumente gegen die Bewegung und zugunsten der Unbewegtheit des Seienden 9
4. Zusammenfassung 11
5. Literaturverzeichnis 12
1. Einleitung
1.1. Die Stadt Elea
Elea befand sich in Unteritalien und wurde in den Jahren 540/539 v. Chr. von ionischen Emigranten aus Phokaia gegründet, die der Perserherrschaft in Kleinasien entgehen wollten. Anfangs eher unbedeutend erlangte die Stadt durch die Gründung mehrerer Philosophieschulen großes Ansehen. 89 v. Chr. wurde die Stadt zum römischen Municipium. Heute sind von Elea nur noch Reste von Terassenanlagen und Stadtmauern zu sehen. (vgl. Brockhaus 1991, S. 600f)
1.2. Die Eleaten
Der erste Vertreter der Eleatischen Schule war Xenophanes (ca. 570-477 v. Chr.). Er war hauptsächlich Religions- und Kulturkritiker und kämpfte vehement gegen die von Hesiod und Homer geschilderten Gottheiten. Den vielen Göttern der Mythologie stellte er eine höchste Gottheit gegenüber, die als eine Einheit alles umfaßt: „Das Eine ist Alles.“ (vgl. Vorländer 1963, S. 24f) Seine Thesen waren auch zentraler Kern der Philosophie von Parmenides und dessen Schüler Zenon, von denen diese Arbeit handelt. In der Art des Philosophierens unterschieden sich die beiden aber sehr von ihrem Vorgänger. Sie versuchten analytisch und logisch durch Beweise und Gegenbeweise ein ontologisches Weltbild aufzustellen, während Xenophanes in erster Linie Dichter und Künstler war. Parmenides und Zenon führten neue Gedanken in die antike Philosophie ein. Sie gelten als Begründer der Didaktik und der Ontologie. Ihre Beweisführung sorgte für großes Aufsehen bei ihren Philosophenkollegen. Die fast unantastbaren Theorien und besonders die faszinierenden und damals unumstößlichen Paradoxien Zenons forderten die anderen Philosophen besonders heraus, fanden aber auch viele Anhänger. Parmenides‘ Philosophie hat besonders Aristoteles und Platon beeinflußt. Letzterer hat ihm sogar den Dialog „Parmenides“ gewidmet.
2. Parmenides
2.1. Biographisches
Parmenides wurde zwischen 520 und 510 v. Chr. in Elea geboren. Er stammte aus einer reichen und vornehmen Aristokratenfamilie, die in Elea großes Ansehen genoß. Er betätigte sich in der Politik und wirkte besonders bei der Gesetzgebung in Elea mit. Laut Diogenes Laertios waren seine Lehrmeister Xenophanes, Anaximander und der Pythagoräer Ameinias. Daß Parmenides mit Xenophanes Kontakt hatte, läßt sich kaum bestreiten, da sie ungefähr zur selben Zeit am selben Ort, mit ca. 1000 Einwohnern, lebten. Ob beide ein Lehrer-Schüler Verhältnis verband ist allerdings umstritten. Eine stilistische Übereinstimmung und der zentrale Gedanken der Einheit des Seins bestätigt allerdings diese These. Parmenides‘ Kontakt mit Anaximander ist aber weniger plausibel, da die beiden Philosophen ca. 2000 Seemeilen und ungefähr 100 Jahre Altersunterschied trennten. Die Lehre des Milesiers dürfte Parmenides allerdings schon bekannt gewesen sein, da sie zu seiner Zeit im gesamten Mittelmeerraum sehr verbreitet war. Der Kontakt mit den Pythagoräern ist hingegen wieder wahrscheinlicher, da Pythagoras und seine Schüler in Unteritalien sowohl in philosophischer, als auch in politischer Hinsicht großen Einfluß hatten. (vgl. Röd 1976, S. 107f) Parmenides wird oft auch als reiner Gegensatz zu Heraklit aufgefaßt. Er soll seine Schriften bewußt als Gegenthesen zu den Thesen des Ioniers geschrieben haben. Diese Ansicht wurde hauptsächlich von Platon geprägt. Neuere Forscher sind allerdings der Meinung, daß Parmenides die Herakliteische Philosophie gar nicht gekannt, und wenn dann nicht bewußt dagegen argumentiert hat. (vgl. Gigon 1968, S. 244f)
[...]
Arbeit zitieren:
Gerald Buttinger, 1999, Parmenides und Zenon, München, GRIN Verlag GmbH
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