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Probleme und Regulierungsmöglichkeiten in der Netz-Öffentlichkeit

Title: Probleme und Regulierungsmöglichkeiten in der Netz-Öffentlichkeit

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Gerald Buttinger (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Das Internet avancierte in den letzten Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil unserer Gesellschaft. Mit seinen vielen Nutzungsmöglichkeiten hielt das Netz Einzug in die verschiedensten Bereiche unseres Lebens. Das Internet dient zur

Informationsbeschaffung, zur Kommunikation, zum Datenaustausch, u.v.m. Im privaten Bereich eröffneten sich für die User ganz neue globale Kommunikationsmöglichkeiten, die für viele Menschen heute n icht mehr wegzudenken wären. Im wirtschaftlichen Bereich ist das Internet zum fruchtbaren Boden für ganz neue Branchen und Berufszweige geworden (Stichwort „E-Business“). Keine andere technologische Entwicklung hat in jüngster Zeit unser Verständnis von Öffentlichkeit so verändert, wie der „Daten Highway“.

Mit dem schnellen Siegeszug des Internet traten aber auch bald Probleme auf, die mit der immer weiteren Verbreitung des Netzes auch immer größer wurden. Dazu zählen die Verbreitung von illegalem oder moralisch bedenklichem Material (Pornographie, nationalsozialistisches Gedankengut, etc.), Datenmissbrauch, oder Computerkriminalität (Hacker). Der Grund für diese Probleme liegt in der Beschaffenheit des Internet, das im Grunde ein anarchistischer und gesetzloser Raum ist, wo jeder anonym ist, bzw. sein kann. Es gibt keine zentrale Administration oder Kontrolle. Diese Problematik brachte schließlich die Frage nach einer Regulierung des Internet auf. Während die einen das anarchistische Internet als ungeregelten Bereich gegen Zensurbestrebungen und staatliche Einflüsse verteidigen wollen, ist für die anderen die Einführung einer einheitlichen Gesetzgebung unabdingbar. Wie sollte aber jetzt diese neue elektronische Öffentlichkeit reglementiert oder sanktioniert werden? Eine staatliche Regulierung erwies sich als sehr schwierig, da sich das Internet ja über viele Staaten erstreckt, die auch alle verschiedene Gesetze haben. Es wurden einige Versuche unternommen, eine derartige Regulierung des Internet durchzuführen. Die meisten dieser Versuche scheiterten jedoch. Eine weitere Möglichkeit wäre die Einführung einer überstaatlichen Instanz, die diese Aufgabe übernimmt. Doch auch das ist bis heute noch nicht geglückt und scheint in weiter Ferne zu sein. Es gibt jedoch auch eine dritte Möglichkeit der Regulierung des Internet, nämlich die Selbstregulierung. Diese Regulierung von I nnen heraus ist in vielen Bereichen des Netzes schon vorhanden. Man denke beispielsweise an Chat-Policies oder die „Netiquette.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ethischen Probleme des Internet

2.1 Gefahren bei der privaten Online-Kommunikation

2.1.1 Gefahren und Probleme beim Chatten

2.1.2 Gefahren und Probleme bei E-Mail

2.2 Gefahren durch problematische Inhalte

2.2.1 Sexualität und Pornographie im Netz

2.2.2 Rechtsextremismus und Rassismus im Netz

2.3 Das Internet als „Datenbombe“

2.4 Gefahren durch Computerkriminalität

2.5 Das Problem der Glaubwürdigkeit

3. Regulierung des Internet von Außen

3.1 Regulierung durch die Politik

3.1.1 Ein Beispiel: Der „Communication Decency Act“

3.2 Regulierung durch Provider

3.2.1 Ein positives Beispiel: Die Stopline

3.2.2 Ein negatives Beispiel: Der Compuserve-Skandal

4. Selbstregulierung des Internet

4.1 Die „Netiquette“

4.1.1 Regulierung technischer Ressourcen

4.1.2 Regulierung von Kommunikationsstrukturen und –konventionen

4.2.3 Regulierung des Inhalts

4.2 Selbstregulierung durch Sanktionierung

4.2.1 Ein Beispiel: Der Fall Canter & Siegel

4.3 Die interpretationistische Medienethik

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die ethischen Herausforderungen, die mit der Verbreitung des Internets einhergehen, und analysiert verschiedene Ansätze zu dessen Regulierung. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Regulierungsstrategien – ob durch staatliche Instanzen, Provider oder durch Selbstregulierung – als sinnvoll und erfolgsversprechend angesehen werden können, um eine elektronische Öffentlichkeit zu gestalten.

  • Ethische Probleme und Risiken im Internet (Anonymität, Kriminalität, problematische Inhalte)
  • Staatliche Regulierungsversuche und ihre verfassungsrechtlichen Grenzen
  • Rolle der Internet Service Provider bei der Moderation von Inhalten
  • Konzepte der Selbstregulierung durch die Netiquette
  • Interpretationistische Medienethik als Modell für den Umgang mit Internetstrukturen

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Gefahren und Probleme beim Chatten

Der Chat ist mittlerweile zur „Killer-Applikation“ des Internets avanciert. Eine traurige Doppeldeutigkeit erlangt diese Bezeichnung jedoch, wenn man die Gefahren betrachtet, die diese Kommunikationsmöglichkeit in sich bergen kann. Ein sehr extremes Beispiel ist das des 15-jährigen farbigen Benjamin Hermansen, der Ende Januar 2001 in Norwegen von Mitgliedern einer rechtsextremen Gruppe ermordet wurde. Die Mörder hatten vorher mit dem Jungen gechattet und so seine Adresse herausgefunden und ihn abgepasst.

Ein anderes Beispiel dreht sich ebenfalls um die rechtsextreme Szene. Matthias „Mazzi“ S. hatte im Mai 1999 in einem Chatraum den bekannten Rechtsextremisten Dennis Entenmann „kennen gelernt“, der dort Nazi-Parolen verbreitete. Matthias S. und andere protestierten „lautstark“ gegen diese Parolen, was Entenmann derart in Rage versetzte, dass er via einer Webseite zum Mord an Matthias S. aufrief. Dabei erschlich er sich dessen Telefonnummer, indem er mit dem Opfer mit anderer Identität chattete und sich dessen Vertrauen erschlich. Über die Telefonnummer fand er dessen wahre Identität und Adresse heraus, die er dann mit einem Mordaufruf und der Ausschreibung eines Kopfgeldes von 10.000 DM auf einer Webseite publizierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die rasante Entwicklung des Internets zu einem festen Bestandteil der Gesellschaft und führt in die Problematik ein, dass das Netz als anonymer Raum auch ethische Gefahren mit sich bringt, die nach Regulierungsansätzen verlangen.

2. Die ethischen Probleme des Internet: Dieses Kapitel identifiziert und analysiert zentrale Gefahren, darunter Anonymitätsrisiken in Chats, E-Mail-Missbrauch, problematische Inhalte wie Pornografie und Rechtsextremismus sowie das Phänomen der „Datenbombe“ und die Schwierigkeit der Glaubwürdigkeitsbeurteilung.

3. Regulierung des Internet von Außen: Hier werden staatliche Regulierungsbemühungen und deren Scheitern an verfassungsrechtlichen Hürden sowie die Rolle von Internet Service Providern anhand positiver und negativer Beispiele wie der Stopline und dem Compuserve-Skandal diskutiert.

4. Selbstregulierung des Internet: Dieses Kapitel widmet sich der Netiquette als Form der informellen Regulierung, der technischen und kommunikativen Selbstkontrolle sowie der Rolle von Sanktionen durch die Nutzergemeinschaft, unterlegt mit dem Fallbeispiel Canter & Siegel.

5. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Regulierung des Internets nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie über traditionelle Medienmodelle hinausgeht und eine Zusammenarbeit zwischen Staat, Providern und der Internet-Gemeinde auf Basis einer interpretationistischen Medienethik ermöglicht.

Schlüsselwörter

Internet, Regulierung, Selbstregulierung, Netiquette, Medienethik, Anonymität, Computerkriminalität, Provider, Kommunikation, Internet Service Provider, Online-Sicherheit, Datensicherheit, Internet-Recht, Meinungsfreiheit, Interpretationistische Medienethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Problematik des Internets und der Frage, wie dieser „anarchistische“ Raum sinnvoll reguliert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Gefahren der Online-Kommunikation, staatlichen Eingriffen versus Provider-Verantwortung und der Selbstregulierung durch die Netiquette.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die ethischen Risiken aufzuzeigen und zu untersuchen, welche Regulierungsansätze (Staat, Provider, Selbstregulierung) effektiv und verhältnismäßig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienethische Analyse, die bestehende theoretische Ansätze mit Fallbeispielen aus der Praxis (z. B. Canter & Siegel) verknüpft.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problemanalyse, die Kritik an staatlicher Fremdregulierung und die Darstellung der Potenziale der Selbstregulierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Regulierung, Selbstregulierung, Netiquette, Medienethik, Anonymität und Provider-Verantwortung.

Warum scheitern staatliche Regulierungsversuche wie der „Communication Decency Act“ oft?

Weil sie oft gegen Grundrechte wie die Meinungsfreiheit verstoßen und dem grenzüberschreitenden, dezentralen Charakter des Internets nicht gerecht werden.

Was zeichnet die „interpretationistische Medienethik“ aus?

Dieser Ansatz schlägt vor, bestehende Normen und Regeln der Internet-Gemeinschaft zu interpretieren und auszubauen, statt von außen neue, starre Gesetze aufzuerlegen.

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Details

Title
Probleme und Regulierungsmöglichkeiten in der Netz-Öffentlichkeit
College
University of Salzburg  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Wandel der Öffentlichkeit
Grade
Gut
Author
Gerald Buttinger (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V27013
ISBN (eBook)
9783638291644
Language
German
Tags
Probleme Regulierungsmöglichkeiten Netz-Öffentlichkeit Wandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerald Buttinger (Author), 2002, Probleme und Regulierungsmöglichkeiten in der Netz-Öffentlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27013
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