Das Utopische an der Matrix
von: Annett Rischbieter
3. Semester
INHALTSVERZEICHNIS
I. VORBEMERKUNG 4
II. VON MÄRCHEN UND UTOPIEN 5
1. Zum Begriff des Märchens 5
a) Etymologisches 5
b) Inhaltliches 5
c) Verschiedene Typen 6
d) Abgrenzungen gegenüber ähnlichen Gattungen 6
2. Zum Begriff der Utopie 7
a) Etymologische Herkunft und literarischer Ursprung 7
b) Themen 7
c) Entwicklung utopischen Denkens 8
d) Utopische Formen 8
e) Abgrenzung gegenüber religiösen und politischen Motiven 9
3. Berührungspunkte zwischen Märchen und Utopien 9
III. DIE HANDLUNG DER MATRIX–TRILOGIE 11
1. The Matrix (1999) 11
2. Matrix – Reloaded (2003) 14
3. Matrix Revolutions (2003) 16
IV. UTOPISCHES IN DER MATRIX 19
1. Die Matrix = Eine bunte Mischung von Utopien 19
2. Utopisches Thema 20
3. Platonvergleich 21
a) Die Einheit der drei Gleichnisse 21
b) Inhaltsanalyse 21
c) Übertragung der Höhlengleichnisses auf die Erziehung des Menschen 25
d) Matrix als eine moderne Variante von Platons Höhle 26
4. Matrix – Betriebssystem des Lebens 27
5. Gefährliche Tendenzen unseres Lebens 28
a) Maschinen bald die Herrscher über die Menschheit? 28
b) Identitätsverlust 29
c) Lieber Schein als Sein? 30
V. ZUSAMMENFASSUNG 32
VI. QUELLENVERZEICHNIS 33
1. Bibliographie 33
2. Internetrecherche 33
3. Filmographie 34
I. VORBEMERKUNG
Die Matrix-Kinofilme bilden einen intertextuellen Komplex mit Animatrix1 und dem Videospiel Enter the Matrix. Der Gesamtzusammenhang läßt sich nur unter Einbezug aller dieser Komponenten verstehen. Deswegen ist es schwierig, die Funktion zahlreicher Szenen und Figuren einzeln zu erschließen. Da alle Komponenten zu betrachten, den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, möchte ich mich dennoch hauptsächlich auf die Kinofilme beschränken. Einen detaillierten Überblick über alle Matrix-Projekte gibt es im Internet.2 Die Matrix-Trilogie ist ein modernes Märchen, welches durchaus auch utopische Momente enthält. Also werde ich zunächst einmal diese beiden Gattungen erläutern und gegeneinander abgrenzen. Im Anschluss sollen die utopischen Momente herausgestellt und analysiert werden. Dazu wird es nötig sein, den Inhalt abzuzeichnen und die darin enthaltene Symbolik zu entschlüsseln. Herausheben möchte ich dabei die Ähnlichkeit zu Platons Höhlengleichnis. Außerdem ist die Matrix mehr als nur ein genialer Filmclou, der nur zur Unterhaltung dient. Die regieführenden Brüder Wachowski verbinden Spezialeffekte, Cyberkultur und messianisches Heilsversprechen zu einer neuen Form des religiös-spekulativen Films, der einige gefährliche Tendenzen unserer Lebensweise thematisiert und somit einen sehr konkreten Punkt in unserer Geschichte von Technologie und Politik wiederspiegelt. Diese zu beschreiben, soll am Ende der Arbeit erfolgen.
II. VON MÄRCHEN UND UTOPIEN
1. Zum Begriff des Märchens
a) Etymologisches
Der Begriff Märchen stammt von dem mittelhochdeutschen Wort ‚maere‘, was soviel wie Kunde bedeutet.
b) Inhaltliches
Märchen sind Erzählungen in kurzer abgeschlossener Form und beinhalten oftmals pha ntastisch- wunderbaren Elementen, die sich eindeutig von der Realität unterscheiden. Charakteristisch ist, dass diese Handlungen ohne Angabe eines bestimmten Ortes oder einer bestimmten Zeit ablaufen, also keine konkreten Hinweise auf Religion, geschichtliche Orte oder Personen beinhalten. „Der Inhalt [... aber] lässt vermuten, dass sie kein Produkt freier Phantasie sind, sondern episch gestaltete, das heißt in Handlungen und Ereignisse umgesetzte religiöse und geistige Tradition.“3 Viele der geschilderten Zustände des Lebens sind so einfach, dass sie wohl im eigenen gefunden worden sind. Deshalb sind wahrscheinlich immer wieder neu und ergreifend. Außerdem spricht man ihnen einen Symbolcharakter zu, denn häufig tragen sie eine Lehre oder Lebensweisheit in sich. Figuren eines Märchens sind oft Zauberer, Hexen, Feen, Geister, Zwerge, Riesen, Drachen und andere Fabelwesen.
c) Verschiedene Typen
Das Märchen entsteht aus den Sammlungen unbekannter Erzähler und deren mündlicher Weitergabe. Als Volksmärchen haben sie und ihre Erzählweise eine bedeutende Tradition erlangt, besonders in orientalischen Ländern. Zunächst verbreiteten sie sich dadurch, indem sie von einem Märchenerzähler vorgetragen wurden, wobei dessen Gestik und Mimik ebenso wie der Charakter des Vortragenden von entscheidender Bedeutung für die Wirkung auf das Publikum ist. Durch die mündliche Vortragsweise wird improvisiert, und die Märchen sind kleinen inhaltlichen Veränderungen ausgesetzt. Märchen, die nicht mündlich überliefert wurden und vollständig aus der Feder eines Einzelnen stammen, werden Kunstmärchen genannt. Im Unterschied zu der Anonymität eines Volksmärchen unterliegen diese Märchen der individuellen Erfahrung eines bestimmten und namentlich bekannten Autors, der von anderer Literatur und dem historische Geschehen seiner Zeit beeinflusst wird.
d) Abgrenzungen gegenüber ähnlichen Gattungen
Das Märchen ist ...
· keine Legende, die Beispielhaftes von Heiligenfiguren erzählt. Wenn in manchen Märchen Gott, Vater oder Petrus auftauchen, werden diese Geschichten bezeichnenderweise ,,Legendenmärchen" genannt.
· keine Sage, die zwar auch aus der mündlichen Überlieferung stammt, jedoch einen historischen Kern besitzt, zu einer bestimmten Zeit und an einem bekanntem Ort spielt.
· keine Fabel, deren Protagonisten Tiere sind. Diese stehen für die Menschen und zeigen ihnen moralisches Verhalten wie in einem Spiegel.
2. Zum Begriff der Utopie
a) Etymologische Herkunft und literarischer Ursprung
Utopie kommt aus dem Griechischen, zusammengesetzt aus ‚ou‘ (nicht) und ‚toupos‘ (Ort, Stelle) bedeutet es soviel wie nirgendwo oder etwas, das es nicht gibt. Erfunden hat das Wort Thomas Morus. 1516 erschien sein Dialog Von der besten Verfassung des Staates und von der neuen Insel Utopia. Er entwirft einen idealen Gesellschaftszustand, der nirgendwo realisiert ist. Er vergleicht die damaligen Zustände in Europa mit einer idealen Gesellschaft, genannt „Utopia“, und prangert so die Missstände seiner Zeit an. Thomas Morus wird zum Ahnherr einer neuen literarischen Gattung: der des utopischen Romans.
b) Themen
[...]
1 9 Animationsfilme auf DVD und im Internet
2 The Matrix - Chronik
3 Märchen S. 12
Arbeit zitieren:
M.A. Annett Rischbieter, 2004, Das Utopische an der Matrix, München, GRIN Verlag GmbH
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