SOFTWARE PROJEKTMANAGEMENT
CASE STUDY
RIVERVIEW CHILDREN’S HOSPITAL
Stichworte: Software-Projektmanagement, Projektplanung, Projektdurchführung, Projektkontrolle, Riskmanagement, Erfolgsfaktor Mensch, Riverview Children’s Hospital
Keywords: Software project management, project planning, project controlling, riskmanagement, success factor human, Riverview Children’s Hospital
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht wesentliche Erfolgsdeterminanten von Softwareprojekten und zeigt vermeidbare Fehler bei der Planung, Durchführung und Kontrolle von Projekten auf. Es wird ein Einblick in das Riskmanagement von Softwareprojekten gegeben und die Wichtigkeit des Faktors Mensch unterstrichen.
Anhand dieses theoretischen Backgrounds wird ein konkretes Software-Projekt des kanadischen Riverview Children’s Hospitals untersucht.
Abstract
This paper describes main success factors of software projects and shows mistakes that can occur in planning, carrying out and controlling a project. Further the importance of risk management and the factor human is pointed out.
Due to this theoretical background, t he paper examines a specific software project of the Canadian Riverview Children’s Hospital.
2
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 4
2 PROBLEMSTELLUNG MOTIVATION 4
3 ERFOLGSFAKTOREN FÜR SOFTWARE PROJEKTMANAGEMENT 5
3.1 Projektplanung 5
3.2 Projektdurchführung und -kontrolle 6
3.3 Projektabschluss 7
3.4 Risikomanagement 7
3.5 Risikosteuerung 9
3.6 Faktor Mensch 10
4 CASE STUDY RIVERVIEW CHILDREN’S HOSPITAL 10
4.1 Kurzcharakterisierung 11
4.2 Kauf des neuen Systems 11
4.3 Systemimplementierung 12
5 FAZIT 15
LITERATURVERZEICHNIS 16
3
1 EINLEITUNG
Dass es keine Patentlösungen für die erfolgreiche Abwicklung von Software-Projekten gibt, ist längst allgemein bekannt. Keine Organisationsform und keine Regelung können einen Erfolg garantieren. Dennoch gib t es eine Reihe von Instrumenten, die die Erfolgswahrscheinlichkeit immens erhöhen können.
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich eingangs mit Problemen, vor denen man bei der Planung und Durchführung eines Software-Projekts steht, und zeigt die wesentlichen Gefahren und Misserfolgskriterien auf.
Kapitel 3 diskutiert die Erfolgsdeterminanten, welche sich grob in Projektplanung, Projektdurchführung und -kontrolle, Projektabschluss, Risikomanagement und -steuerung, sowie - last not least - den Faktor Mensch strukturieren lassen.
Abgerundet wird die Arbeit mit einer Case study. Untersucht wird dabei die Einführung eines neuen Software-Systems bei dem kanadischen Kinderspital Riverview. Das abschließende Fazit zieht Rückschlüsse über vermeidbare Fehler, die bei Riverview auftraten und fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen.
2 PROBLEMSTELLUNG & MOTIVATION
Da Software ein immaterielles Produkt ist, führt eine Ad-hoc-Abwicklung bei Software-Projekten wesentlich schneller ins Desaster als bei konventionellen Projekten. Es ist daher notwendig, Software-Projekte systematisch zu führen. Die Standish Group (USA) veröffentlichte dazu 1995 den Chaos-Report, der die Erfolgsquoten von Software-Projekten untersuchte und zu folgendem erschütternden Ergebnis kam: 1
Ø 31% der Projekte werden abgebrochen
Ø 53% der Projekte kosten 189% der ursprünglichen Planung Ø nur 16% der Projekte verbleiben im Zeit- und Kostenplan
Die häufigsten Misserfolgskriterien dabei waren:
Ø unvollständige / ungenaue Anforderungen: 13,1%
Ø mangelnde Einbeziehung der Beteiligten: 12,4% Ø Ressourcenmangel: 10,6% Ø unrealistische Erwartungen: 9,9% Ø mangelnde Unterstützung vom Management : 9,3% Ø sich häufig ändernde Anforderungen/ Spezifikationen: 8,7% Ø mangelhafte Planung: 8,1% Ø wird nicht mehr benötigt: 7,5% Ø mangelndes IT Management : 6.2% Ø mangelndes Technologiewissen: 4,3%
1 Vgl. http://www.methodpark.de/documents/f-l/sweper/F1-1-Einf.pdf
4
3 ERFOLGSFAKTOREN FÜR SOFTWARE PROJEKTMANAGEMENT
Ganz allgemein lassen sich Projekte durch die drei Merkmale Komplexität, Singularität und originäre Zielsysteme charakterisieren.
Komplexität wird in der Regel gemessen an der Zahl der zur Aufgabenerfüllung notwendigen Aktivitäten, der Zahl der am Projekt beteiligten Personen und Institutionen, der zur Erledigung der Projektaufgabe benötigten Zeit und der anfallenden Kosten. Singularität bedeutet, dass die Aufgabe für die betrachtete Institution neu ist bzw. unter besonderen Restriktionen (z.B. Zeitdruck, extreme Ressourcenknappheit) zu erledigen ist. Für Projektaufgaben gelten originäre Zielsysteme, bestehend aus dem Sachziel, Terminziel und Kostenziel. 2
Zu den wesentlichsten Erfolgsfaktoren für Softwareprojekte gehören eine sorgfältige Planung, fortlaufende Kontrolle und nötigenfalls eine Korrektur des Projektablaufs. Weiters muss den Projektrisiken eine besondere Beachtung geschenkt werden.
Der Erfolg von Projekten wird weiters nachhaltig bestimmt durch die beteiligten Personen, deren Wissen und Können, sowie deren Fähigkeiten und Einstellungen (siehe dazu Kapitel 3.6). 3
3.1 Projektplanung 4
Die Projektplanung schafft die notwendigen Voraussetzungen für das Gelingen eines Projekts. Neben der Definition der zu erreichenden Ziele geht es vor allem darum, den Weg zum Ziel und die dafür benötigten Mittel festzulegen. Dabei sind im Wesentlichen folgende Aufgaben zu erledigen:
Ø die Festlegung des zu verwendenden Prozessmodells und der Organisationsstruktur des Projekts
Ø die Bestimmung der Anzahl der benötigten Personen und die Planung ihres Einsatzes Ø das Aufstellen eines Termin- und eines Kostenplans
Ø die Festlegung der zu erstellenden Dokumente und der anzuwendenden Verfahren für Entwicklung
Ø Konfigurationsmanagement und Qualitätsmanagement sowie Ø die Abschätzung und Behandlung der Projektrisiken
Im Projektplan werden alle Ergebnisse der Planung sowie alle Planungsfortschreibungen dokument iert.
Er müssen Antworten auf die folgenden sechs W-Fragen gefunden werden:
- WARUM: Veranlassung und Projektziele
- WAS: die zu liefernden Resultate (Produktziele)
- WANN: die geplanten Termine
- DURCH WEN: mitwirkende Personen und deren Verantwortlichkeiten
- WOMIT: die zur Verfügung stehenden Mittel (Geld, Geräte, Software...)
- WIE: die Vorgehensweise und die Maßnahmen zur Sicherstellung des Projekterfolgs
2 Vgl. Grün (1992): Sp. 2102 ff
3 Vgl. Haberfellner (1992): Sp. 2101
4 Vgl. Glinz (2003): S. 37 ff
5
Quote paper:
Susanne Garscha, 2004, Software-Projektmanagement (am Bespiel einer Casestudy), Munich, GRIN Publishing GmbH
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