II
I Inhaltsverzeichnis I
II Abbildungsverzeichnis VII
III Abkürzungsverzeichnis VIII
1 Einleitung
1.1 Beschreibung des Problems 1
1.2 Gliederung der Arbeit 2
2 Darstellung der bisherigen Steuerung
2.1 Kurzportrait der Volksbank Paderborn-Höxter eG 3
2.2 Bisherige Form des Risikomanagements in der Volksbank
Paderborn-Höxter eG 4
2.2.1 Die vier Risikogruppen 5
2.2.2 Das SMART-Bilanzanalyseprogramm 5
2.2.2.1 Die Diskriminanzanalyse 6
2.2.3 Der R-Index 7
2.2.4 GENO-FBS 7
2.2.4.1 Vorgehensweise von GENO-FBS 7
2.2.4.2 Weitere Funktionen von GENO-FBS 8
2.2.4.3 Kritische Betrachtung von GENO-FBS 8
2.2.5 Das BVR-I Rating: (R)isiko (B)onität (S)icherheiten-Systematik 9
2.2.5.1 Vorgehensweise zur Ermittlung eines Ratings 9
2.2.5.1.1 BVR-I Ratingmodule 10
2.2.5.1.2 Die Bonitätseinstufung mit Hilfe des BVR-I- Ratings 10
2.2.5.1.3 Die Einstufung in eine Sicherheitenklasse 11
2.2.5.1.4 Die Feststellung der Risikoklasse 12
2.2.6 Systematische Auswertung des Kreditportfolios 13
2.2.7 Die Einzelwertberichtigung 13
2.2.8 Die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) 14
2.2.8.1 Die bisherige Umsetzung der MaK 15
2.2.9 Die Verbriefung von Kreditrisiken 16
III
3 Anforderungen und Veränderungen durch
Basel II
3.1 Kurzüberblick von Basel I 17
3.2 Inhalte und Absichten von Basel I 17
3.3 Der neue Basler Akkord (Basel II) 17
3.4 Die drei tragenden Säulen des neuen Baseler Akkordes 19
3.4.1 Die erste Säule - Quantitative Eigenkapitalanforderungen 19
3.4.2 Die zweite Säule - Qualitative Aufsicht 19
3.4.3 Die dritte Säule - Transparenz 20
3.5 Die Berechnung der Mindest-Kapitalanforderungen 20
3.6 Die Mindestrelation zwischen Eigenkapital und gewichteter
Risikoaktiva (Grundsatz I oder Solvabilitätskoeffizient) 21
3.7 Das aufsichtsrechtliche Eigenkapital 21
3.8 Die gewichtete Risikoaktiva 22
3.8.1 Definition des Risikos 22
3.8.1.1 Ursachenbezogener Ansatz 23
3.8.1.2 Wirkungsbezogener Ansatz 23
3.8.2 Marktrisiken 23
3.8.3 Operationelle Risiken 24
3.8.4 Kreditrisiken (Adressrisiko) 25
3.8.4.1 Der Standardansatz 25
3.8.4.2 Der IRB-Ansatz 25
3.8.4.3 Risikokomponenten des IRB-Ansatzes 26
3.8.4.3.1 Probability of Default (PD) 26
3.8.4.3.2 Loss Given Default (LGD) 26
3.8.4.3.3 Exposure of Default (EAD) 27
3.8.4.3.4 Maturity (M) 27
3.8.4.3.5 Risikogewichtetes Aktivum (RWA) 27
3.8.4.3.6 Risikogewicht (RW) 27
3.8.4.3.7 Basisansatz (Foundation Approach) 27
3.8.4.3.8 Anforderungen an die IRB-Ansätze 28
3.8.4.3.9 Berechnung der Eigenkapitalunterlegung 28
3.8.4.3.10 Berechnung für Kredite an Banken, Staaten und Unternehmen 28
3.8.4.3.11 Fortgeschrittener Ansatz (Advanced Approach) 29
IV
4 Ansätze der Kreditrisikosteuerung
4.1 Gesetz über das Kreditwesen (Kreditwesengesetz - KWG) 30
4.2 Die Kreditrisikosteuerung 30
4.2.1 Definition des Kreditrisikos 30
4.2.2 Das Bonitätsrisiko 32
4.3 Die Kreditrisikosteuerung in Banken 32
4.3.1 Formen der Kreditwürdigkeitsprüfung im Firmenkundengeschäft 32
4.3.2 Rating - was genau zeichnet es aus? 32
4.4 Risikoadjustierte Bepreisung bei Einzelkrediten 33
4.4.1 Standard - Risikokosten 34
4.4.1.1 Erwartete Ausfallrate (Ausfallwahrscheinlichkeit) 34
4.4.1.2 Rückzahlungsquote bei Ausfall bzw. Insolvenz 35
4.4.1.3 Kreditvolumen bzw. Kreditäquivalent 35
4.4.2 Ist - Risikokosten 35
4.4.3 Optionspreistheorie 36
4.4.4 Vor- und Nachteile der risikoadjustierten Kreditbepreisung 37
5 Portfoliosteuerung im Kreditbereich
5.1 Portfoliomodelle 38
5.1.1 Aufgaben von Portfoliomodellen 38
5.1.1.1 Korrelation 38
5.1.1.2 Diversifikation 39
5.1.1.3 Standardabweichung 39
5.1.2 Wahrscheinlichkeitsverteilung von Kreditausfällen 39
5.1.2.1 Einfluss der Anzahl der Brachen auf die Diversifikation der
Verlustverteilung 40
5.1.2.2 Credit-Value at-Risk 41
5.1.2.2.1 Beispielberechnung des unerwarteten Verlustes
(Credit-Value at-Risk) 42
5.1.2.3 Das Risikoergebnis 43
5.1.3 Einteilung von Portfoliomodellen 44
5.2 CreditMetrics 45
5.2.1 Vorgehensweise bei CreditMetrics 45
V
5.2.1.1 Migrationstabelle für den einjährigen Betrachtungszeitraum 45
5.2.2 Die Monte-Carlo Simulation 48
5.2.3 Kritische Würdigung des CreditMetrics 48
5.3 CreditPortfolio View 48
5.3.1 Die Vorgehensweise bei CreditPortfolio View 49
5.3.1.1 Die Ermittlung makroökonomischer Faktoren 50
5.3.1.2 Der Risikofaktor 51
5.3.1.3 Projizierung von Ausfallraten und Risikofaktoren
mit Hilfe der Monte-Carlo Simulation 52
5.3.1.4 Ermittlung der Verlustverteilung 53
5.3.1.5 Kritische Würdigung des CreditPortfolio View 53
5.4 CreditRisk 54
5.4.1 Vorgehensweise bei CreditRisk 55
5.4.1.1 Bei unveränderlichen Ausfallraten und Unabhängigkeit
zwischen den Kreditnehmern 55
5.4.1.1.1 Interpretation des Ergebnisses 58
5.4.1.2 Bei veränderlichen Ausfallraten und Abhängigkeiten
zwischen den Kreditnehmern 58
5.4.1.3 Das ökonomische Kapital 60
5.4.1.4 Kritische Würdigung des CreditRisk 61
5.5 Credit Portfolio Manager 61
5.5.1 Kritische Würdigung des Credit Portfolio Managers 61
6 Kreditrisikomanagement in
Genossenschaftsbanken
6.1 Das Projekt VR-Control 63
6.2 Das Verbundeinheitliche Ratingsystem 63
6.2.1 Das BVR-II Ratingverfahren „Mittelstand“ 64
6.2.2 Das BVR-II Ratingverfahren „Oberer Mittelstand“ 65
6.2.3 Weitere Ratingverfahren 65
6.3 Kalkulation von Risikoprämien 66
6.4 Die Portfoliosteuerung anhand des VR-CreditPortfolioManagers 68
6.4.1 Vorgehensweise des VR-CreditPortfolioManagers (VR-CPM) 68
1. Konjunktur- und Insolvenzentwicklung in Deutschland
2. Die Einstufung in eine Sicherheitenklasse
3. Sicherheiten-Risikoschlüssel-Matrix
4. Risikonote-Maßnahmen-Matrix
5. Die drei tragenden Säulen des neuen Baseler Akkordes
6. Berechnung der Eigenmittel für den Grundsatz I
7. Risiken des Kreditgebers
8. Berechnung des Erwarteten Verlustes
9. Definition der Ist-(Ausfall-)Risikokosten
10. Wahrscheinlichkeitsverteilung von Kreditausfällen
11. Einfluss der Anzahl der Brachen auf die Diversifikation der Verlustverteilung
12. Beispielhafte Korrelation verschiedener Branchen im Kreditportfolio
13. Bestimmung des Credit-Value-at-Risk
14. Kalkulation der Standardabweichung der Ist- zu den Standardrisikokosten
15. Migrationstabelle für den einjährigen Betrachtungszeitraum
16. Beispielberechnung des Krediterwartungswertes der Anleihe
17. Interpretation des Risikofaktors
18. Beispielrechnung zur Projizierung von Ausfallraten und Risikofaktoren
19. Musterportfolio CreditRisk+
20. Ermittlung des erwarteten Verlustes mittels Exposure-Bändern
21. Berechnung der Verlustverteilung in CreditRisk+
22. Konzept der Kreditrisikosteuerung in Genossenschaftsbanken
23. Noch zu entwickelnde Ratingverfahren
24. Berechnung des Konditionsbeitragsbarwertes
25. Risikoergebnis des Kreditportfolios (vermögensorientiert)
26. Risikoergebnis aus dem Bestand (periodisch)
27. Die Ergebniskomponenten der Gesamtbank
Abs. .......................................... Absatz AG .......................................... Aktiengesellschaft allg. .......................................... allgemein BIP .......................................... Bruttoinlandsprodukt bzw. .......................................... beziehungsweise bzgl. .......................................... bezüglich ca. .......................................... cirka d. h. .......................................... das heißt etc. .......................................... et cetera e.V. .......................................... eingetragener Verein f. .......................................... folgende ff. .......................................... fortfolgende GE .......................................... Geldeinheiten gem. .......................................... gemäß GS .......................................... Grundsatz GuV .......................................... Gewinn und Verlust HGB .......................................... Handelsgesetzbuch Hrsg. .......................................... Herausgeber hrsg. .......................................... Herausgegeben i. d. R. .......................................... in der Regel KFW .......................................... Kreditanstalt für Wiederaufbau KWG .......................................... Kreditwesengesetz KRM .......................................... Kreditrisikomanagement lt. .......................................... laut LZB .......................................... Landeszentralbank Nr. .......................................... Nummer S. .......................................... Seite s.h. .......................................... siehe u. a. .......................................... unter anderem VaR .......................................... Value at Risk vgl. .......................................... vergleiche VR .......................................... Volks- und Raiffeisenbanken z. B. ............................................... zum Beispiel
1 Einleitung
1.1 Beschreibung des Problems
„Der Eckpfeiler des Bankgeschäfts ist die Übernahme und das Management von Risiken.“ 1
Bereits im Jahre 1996 hat die Deutsche Bank AG in ihrem Geschäftsbericht erkannt, was heute für jedes Kreditinstitut allerhöchste Priorität besitzt. Denn die eindeutig dominierende Ursache für Schieflagen und massive Ergebniseinbrüche der Banken sind Kreditrisiken, die falsch eingeschätzt wurden und sich aufgrund der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage in den sprunghaft angestiegenen Insolvenzzahlen ausdrücken.
Abbildung Nr. 1, Eigene Darstellung; Quelle: Statistisches Bundesamt, Neue Baseler Zeitung
Neben der hohen Kreditrisikovorsorge belasten niedrige Gewinne, verursacht durch den harten Wettbewerb untereinander sowie mit aufstrebenden Spezialinstituten wie Direkt-und Autobanken und die Verringerung der Margen im traditionellen Kreditgeschäft die Gewinnsituation der klassischen Kreditinstitute. Die Folge sind hohe Verluste der Banken, die nur auf Kosten von Eigenkapital bewältigt werden können. Als aktuelle Beispiele dienen hier die WestLB AG, die HypoVereinsbank AG sowie die Commerzbank AG, die allesamt durch eine stark erhöhte Risikovorsorge in die Verlustzone geraten sind.
1 vgl. Deutsche Bank 1996, S. 29
Aber nicht nur die Großen der Branche haben mit diesen Problemen zu kämpfen. Gerade die als Hauptfinanziers des deutschen Mittelstands auftretenden Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen leiden unter der Insolvenzwelle, die den Mittelstand momentan erfasst. Problematisch ist, dass vielen Kreditinstituten gar nicht immer bewusst ist, was für ein Risiko sie in ihren Kreditbüchern beherbergen. Deshalb ist ein funktionierendes Kreditrisikomanagement zur Steuerung des Kreditgeschäftes unerlässlich, um zukünftige Bankinsolvenzen, wie in der Vergangenheit bei der Frankfurter Gontard & MetallBank AG oder der SchmidtBank AG zu vermeiden. Dieses alles hat auch den Gesetzgeber verstärkt auf den Plan gerufen. Mit dem sog. Basel-II-Abkommen sind Richtlinien und Ansätze zur verbesserten Steuerung des Kreditmanagementprozesses festgelegt worden, um eine Reduzierung des Eigenkapitals der Banken durch Forderungsausfälle zu vermeiden. Die Entwicklung und Umsetzung solcher Ansätze sind sehr zeit- und kostenaufwendig. Deshalb haben die - gemessen an der Bilanzsumme - zumeist kleineren Volks- und Raiffeisenbanken bisher weitestgehend auf ein modernes Kreditrisikomanagement verzichtet. Seit kurzer Zeit steht den Volks- und Raiffeisenbanken mit VR-Control (VR steht als Abkürzung für Volks- und Raiffeisenbanken) ein Gesamtbanksteuerungskonzept zur Verfügung, das sie in ihrem Kreditrisikomanagement unterstützt.
1.2 Gliederung der Arbeit
Die Arbeit umfasst neben der Einleitung und dem Fazit fünf Kapitel, die sich in drei Hauptteile aufteilen. Im ersten Hauptteil werden im zweiten Kapitel das bisherige Kreditrisikomanagement einer Genossenschaftsbank am Beispiel der Volksbank Paderborn-Höxter eG aufgezeigt und im dritten Kapitel die Anforderungen und Änderungen an die Kreditrisikosteuerung, hervorgerufen durch Basel II, kurz dargestellt. Im zweiten Hauptteil befasst sich das vierte Kapitel mit der Thematik „Kreditrisiko“ sowie der risikoadjustierten Bepreisung von Einzelkrediten. Im fünften Kapitel werden die Erkenntnisse der Kreditwürdigkeitsprüfung aus dem zweiten Kapitel und der risikoadjustierten Bepreisung aus dem dritten Kapitel genutzt, um sich dann mit den Möglichkeiten der Kreditportfoliosteuerung auseinander zu setzen. Der dritte Hauptteil baut auf den Erfahrungen der bisherigen Kapitel auf. Dabei wird das zukünftige Kreditrisikomanagement in Genossenschaftsbanken als Teil der Gesamt- banksteuerung im Rahmen des Projektes VR-Control aufgrund der in dieser Arbeit
erlangten Ansichten kritisch betrachtet. Schließlich wird auch der derzeitige Stand der
Umsetzung in der Volksbank Paderborn-Höxter eG aufgezeigt.
2 Darstellung des bisherigen Kreditrisikomanagements
2.1 Kurzportrait der Volksbank Paderborn-Höxter eG
Die Volksbank Paderborn-Höxter eG ging aus dem Zusammenschluss der Volksbank Paderborn eG und der Volksbank Höxter-Beverungen eG zum 01.01.2003 hervor. Durch die Fusion entstand, gemessen an der Bilanzsumme von über drei Milliarden Euro, eine der größten Volksbanken Nordrhein-Westfalens, deren über 700 Mitarbeiter an mehr als 60 Standorten alle Produkte einer Universalbank anbieten. Das in Ostwestfalen gelegene Geschäftsgebiet umfasst ca. 2.500 km 2 und entspricht geographisch ziemlich genau der Größe des Saarlandes. 2,3 Die Bevölkerungsanzahl von 440.000 ist mit der einer Großstadt wie Leipzig oder Dresden zu vergleichen. 4 Das bilanziell ausgewiesene Eigenkapital der fusionierenden Banken betrug zum
31.12.2002 144,8 Millionen Euro, die Kundenforderungen 1.859,6 Millionen Euro, die Kundeneinlagen 2.181,2 Millionen Euro.
Die Volksbank Paderborn-Höxter eG gehört der Sicherungseinrichtung des Bundes-verbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken e.V. (Garantiefonds und Garantieverbund) an. 5
2.2 Bisherige Form des Risikomanagements in der Volksbank Paderborn-Höxter eG
Die bisherige Form des Risikomanagements hatte viele Pfeiler, war aber dennoch nicht so ausgeprägt, wie es in den neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen vorgeschrieben ist. Die Veränderungen im Laufe der Zeit sind sehr dynamisch und greifen ineinander über. Manche Anforderungen aus Basel II sind bereits erfüllt, bei Anderen werden gerade die Vorbereitungen getroffen.
In diesem Kapitel soll auf folgende Bausteine des Risikomanagements eingegangen werden: 6
2 vgl. http://www.vb-paderborn-hoexter.de 10.11.2003, 16.40 Uhr
3 vgl. Jahresbericht 2002 der Volksbank Paderborn-Höxter eG, S. 7
4 vgl. http://www.leipzig.de bzw. http://www.dresden.de 10.11.2003, 16.45 Uhr
5 vgl. Jahresbericht 2002 der Volksbank Paderborn-Höxter eG, S. 15
6 aus einem Interview mit der Volksbank Paderborn-Höxter eG am 13.11.2003, vertreten durch Jürgen Pachur
1. Die vier Risikokreditgruppen
2. Das SMART-Bilanzanalyseprogramm
3. Der R-Index
4. Das Programm GENO-FBS
5. Das BVR-I-Rating
6. Die systematische Auswertung des Kreditportfolios
7. Die Einzelwertberichtigung
8. Die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK)
9. Die Verbriefung von Kreditrisiken
2.2.1 Die vier Risikogruppen
Die vergebenen Kredite wurden bisher in vier Risikogruppen unterteilt:
Gruppe 10 ! Ohne Risiko
Gruppe 20 ! Ohne Risiko mit Anmerkungen
Gruppe 30 ! Erhöhtes Risiko
Gruppe 40 ! Wertberichtigungen vorgenommen
Neukredite wurden i. d. R. nur in den Risikogruppen 10 und 20 vergeben. In den schlechteren Risikogruppen (30 und 40) wurden unter Umständen Sanierungskredite (Liquidität, die zur Gesundung dem Unternehmen zur Verfügung gestellt wird) gewährt bzw. bestehende Engagements prolongiert.
Vor der Einführung der Risikogruppen „10 - 40“ wurden sie mit „1, 2 a, 2 b und 3“ bezeichnet. Die Kriterien zur Abstufung waren bereits die gleichen. 7
2.2.2 Das SMART-Bilanzanalyseprogramm
Angefangen hat das Risikomanagement im Firmenkundengeschäft mit der Einführung des selbstentwickelten Bilanzanalyseprogramms „SMART“ in Verbindung mit einer Diskriminanzanalyse. Bis zum Jahr 2000 wurde diese Form der Aufbereitung der
7 Definitionen nach dem operativen System der Volksbank Paderborn-Höxter eG, genannt BB3
Bilanzen, die auf einige wenige Bilanzkennzahlen ausgelegt war, durchgeführt. Zwei dieser Kennzahlen, die Eigenkapitalquote und die Gesamtkapitalrentabilität, wurden verwendet, um den sogenannten „R-Index“ zu berechnen. Zusätzlich wurden die zu bewilligenden Kredite im Rahmen der Kreditprotokollierung verbal beurteilt sowie eine Kapitaldienstfähigkeitsberechnung (KDF-Berechnung) durchgeführt. Anschließend erfolgte die Einordnung des Kreditnehmers in eine der vier Kreditrisikogruppen. Den Hauptausschlag für die Einstufung in eine der vier Kreditrisikogruppen ergab sich aus dem Kreditprotokoll des Firmenkundenberaters und des Sachbearbeiters, der oftmals mit Hilfe seiner Erfahrung und den persönlichen Kenntnissen der wirtschaftlichen Lage sowie den privaten Verhältnissen des Kreditnehmers nebst den angebotenen Sicherheiten seine Einschätzung „aus dem Bauch“ heraus fällte. 8
2.2.2.1 Die Diskriminanzanalyse
Bei der Diskriminanzanalyse wird angenommen, dass sich über einen längeren Zeitraum Bilanz- und GuV-Daten (Gewinn und Verlustrechnung) aus den Jahresabschlüssen guter und schlechter Unternehmen so signifikant voneinander unterscheiden, dass daraus Erkenntnisse über Ausfallpotenziale der betrachteten Unternehmen abgeleitet werden können. Als gute Unternehmen werden solche eingestuft, die bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Zahlungsstörungen vorweisen, wobei schlechte Unternehmen, die zudem nicht über eine ausreichende Bonität für eine Kreditvergabe verfügen, Zahlungsstörungen zeigen. Mit Hilfe von aussagefähigen Bilanzkennziffern, die zu einer Diskriminanzfunktion kombiniert werden, werden gute von schlechten Unternehmen unterschieden, und es kann so eine erste Grobeinteilung erfolgen, um mehr Zeit für die Analyse der Unternehmen zu haben, die sich in der Grauzone, zwischen „gut“ und „schlecht“, befinden.
Als Kritik an diesem Verfahren wird oftmals angeführt, dass nur mit vergangenheitsbezogenen Daten gearbeitet wird. Deshalb sollten zukunftsorientierte Einschätzungen und Beurteilungen quantitativer und qualitativer Daten sowie weitere soft-skills die Kreditentscheidung ergänzen. 9
8 aus einem Interview mit der Volksbank Paderborn-Höxter eG am 13.11.2003, vertreten durch Stefanie Cooper
9 vgl. Dahmen; Jacobi; Rossbach (2003), S. 122
2.2.3 Der R-Index
Der R-Index wurde von Dr. Günter Reimund, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn eG und damals zuständig für den gesamten Bereich Kredit innerhalb des Vorstandes, im Rahmen seiner Dissertation entwickelt. Die Kernaussage dieses R-Index ist, dass ein Kredit an eine Unternehmung vergeben werden kann, wenn folgendes gilt:
2.2.4 GENO-FBS
Im Jahr 2000 wurde „GENO-FBS“, ein einheitliches Bilanzanalyse-Programm, im Genossenschaftsbereich, eingeführt. Dieses Bilanzanalysetool ist weit umfassender als das bisherige SMART-Programm. Neben der Ermittlung traditioneller Bilanzkennzahlen lieferte dieses Programm einen Risikoindex (Gesamtscoringwert). Dieser Gesamt-scoringwert nach Professor Dr. G. Weinrich basiert auf den Einflussfaktoren: Finanzkraft, Ertragskraft, Kapitalkraft und Zahlungsverhalten. Zwischen den Einflussfaktoren bestehen keine mathematische Zusammenhänge und die Ermittlung des Risikoindex ist für den Außenstehenden somit nicht objektiv nachvollziehbar (sogenannte Blackbox). Dieses führte immer wieder zu Kritik an diesem Wert. Aus dem Ergebnis der Geno-FBS-Auswertung zusammen mit dem Votum der Organisationsbereiche Markt und Marktfolge kann wiederum eine Eingruppierung in eine der vier Kreditrisikogruppen zustande. 10
2.2.4.1 Vorgehensweise von GENO-FBS
Dieses Bilanzanalyseprogramm erarbeitet in drei Schritten einen Gesamtscoringwert für das zu bewertende Unternehmen. Im ersten Schritt werden 14 Bilanzkennzahlen anhand der Bilanz errechnet. Im zweiten Schritt werden diese zu vier Einzelscoringwerten (Einflussfaktoren) komprimiert. Im letzten Schritt werden diese vier Werte in einer „Blackbox“ zu einem Gesamtscoringwert verdichtet. 11 Da zur Ermittlung auf eine große Anzahl an Vergleichsdaten zurückgegriffen werden muss, kann keine
10 aus einem Interview mit der Volksbank Paderborn-Höxter eG am 13.11.2003, vertreten durch Jürgen Pachur
11 vgl. Anlage Nr. 1
Individualisierung bezogen auf die einzelnen Banken erfolgen, da diese zu wenige Kunden haben, um die erforderliche Menge an Datenmaterial bereitzustellen. 12
2.2.4.2 Weitere Funktionen von GENO-FBS
GENO-FBS bietet aber noch weitere Funktionen außer der Ermittlung des Gesamt-scoringwertes an - zum Beispiel
• eine übersichtliche Aufbereitung der Bilanz
• die Ermittlung diverser Kennzahlen
• Branchen- und Zeitvergleiche
2.2.4.3 Kritische Betrachtung von GENO-FBS
Die Aussagekraft des Gesamtwertes in bezug auf die erfolgte Einstufung des Unternehmens hing natürlich stark von der Aktualität der Bilanz und von der Rechtsform der Unternehmung ab. Bei größeren Kapitalgesellschaften konnte von einer guten Aussagekraft ausgegangen werden, denn die Zahlen waren i. d. R. aktuell und nicht mit eventuellen privaten Bilanzierungsinteressen bezüglich der Steuer, wie es schon mal bei kleineren GmbHs vorkommt, durchsetzt. 13 Um dieses Problem zu umgehen, wurde zusätzlich noch ein Votum erstellt, in dem der Sachbearbeiter auf die persönlichen Umstände der Geschäftsführung näher einging. Zusammen mit dem Ergebnis aus dem GENO-FBS erfolgte die Einstufung des Unternehmens in eine der Kreditrisikogruppen. Ein weiterer Kritikpunkt ergab sich bei der Nutzung des Branchen- und Zeitvergleiches. Da dieses Angebot kostenpflichtig ist, wird es von den Banken auch nur bei Zweifel bezüglich der Bonität der Unternehmen bei Kreditanfragen genutzt. Im Gegenzug werden dann diese Daten dem Datenpool von GENO-FBS zur Verfügung gestellt. Die Folge ist, das der Datenanteil von „schlechten“ Unternehmen überproportional überwiegt und so der Branchenvergleich ein negativ verzerrtes Bild widerspiegelt.
Mittlerweile wurde GENO-FBS im Bereich des Firmenkundenratings eingestellt. Was beibehalten wurde, ist die Auswertung der Bilanz, und anstelle des Gesamtscoringwertes tritt nun ein Wert für die Benotung der hard-skills im Rahmen des bereits eingeführten Moduls für Firmenkundenrating beim BVR-II-Ratingverfahren
12 vgl. Kastens/Reents (2000), S.118 - 120
13 vgl. Kastens/Reents (2000), S. 121
(Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken), der sich auf Kennzahlen und der mit GENO-FBS aufbereiteten Bilanz begründet. 14
2.2.5 Das BVR-I-Rating: (R)isiko-, (B)onität-, (S)icherheiten -
Systematik
Im Jahr 2002 wurde mit dem BVR I - Rating das erste standardisierte Ratingverfahren eingeführt. Charakteristisch für dieses Programm ist, dass neben der Beurteilung der Bilanz (hard-skills) auch Bereiche wie Unternehmensumfeld, Management oder das Produkt, bzw. die Dienstleistung (soft-skills) verstärkt in der Risikoeinstufung des Unternehmens Beachtung finden. Dieses Rating liefert der Bank eine Einstufung hinsichtlich der Bonität des Kunden (Schulnotensystem von 1 bis 6). Zusammen mit der aus dem operativen System der Genossenschaftsbanken (BB3) hergeleiteten Note für die Besicherung (auf Basis der Absicherungsquote) kann hier anhand einer Matrix eine Gesamtrisikoeinstufung und letztendlich die Zuordnung zu einer der vier Risikogruppen erfolgen. 15,16
2.2.5.1 Vorgehensweise zur Ermittlung eines Ratings
Die Kunden werden dreistufig betrachtet. Zum einen wird eine Note für die Bonität des Kunden festgelegt. Dieses erfolgt mit Hilfe von Rating- bzw. Scoring-Verfahren. Aktuellstes Verfahren ist hier das BVR-II-Rating. Da dieses noch nicht für alle Kundengruppen seitens des BVR zur Verfügung steht, wird parallel auch noch das BVR-I-Rating eingesetzt. Im Mengenkreditgeschäft kommt das BB3-Antrags-Scoring zum Einsatz.
Zusätzlich zur Einstufung der Bonität erfolgt eine Notenvergabe für die Besicherung des Kreditnehmers. Je nach prozentualer Absicherung des Kunden erfolgt eine automatische Notenvergabe durch das operative System der Genossenschaftsbanken BB3 (100% Absicherung = Note 1; 0% Absicherung = Note 6). Auf Grundlage einer verbandsseitig festgelegten, einheitlichen Überleitungsmatrix erfolgt dann systemseitig die Vergabe einer Risikonote und einer Kreditrisikogruppe. Der festgelegten Risikonote
14 aus einem Interview mit der Volksbank Paderborn-Höxter eG am 13.11.2003, vertreten durch Jürgen Pachur
15 vgl. Biegert (2001), S. 15 ff
16 vgl. Anlagen Nr. 2 und Nr. 3
ist dann wiederum hausintern eine „Zukünftige Handhabung für das Engagement zugeordnet“. 17
2.2.5.1.1 BVR-I-Ratingmodule
Das BVR-I-Rating besteht aus fünf Modulen für die unterschiedlichen Kundengruppen:
1. Qualifizierte Firmenkunden (Unternehmen)
2. Mengen-Firmenkunden (Kleingewerbetreibende)
3. Freiberufler
4. Landwirte
5. Qualifizierte Privatkunden (größere private Finanzierungen, z. B. Baufinanzierungen)
Für das Mengengeschäft im Privatkundenbereich wird ein Scoring-Verfahren eingesetzt. Mit Hilfe dieser Module kann die Bonität des Kreditnehmers eingestuft werden.
2.2.5.1.2 Die Bonitätseinstufung mit Hilfe des BVR-I-Ratings
Die Bewertung der „Bonität“ des Unternehmens erfolgt durch eine Beurteilung von fünf Bonitätsklassen, drei qualitative und zwei quantitative, die wiederum insgesamt 17 Unterklassen, sogenannte Bonitätskriterien aufweisen. 18 Jeder Bonitätsklasse kommt systemseitig die gleiche Gewichtung zu. Die Volksbank Paderborn-Höxter eG hat jedoch in bestimmten Bonitätskriterien Ausschlusskriterien festgelegt, damit Kreditnehmer mit schlechten wirtschaftlichen Daten nicht aufgrund der soft-skills zu gut bewertet werden. Die Benotung der Bonitätskriterien wird mittels einer Vergabe von Noten vorgenommen, wobei sich die Skalierung am deutschen Schulnotensystem orientiert. Demnach ist die Note „1“ das beste und die Note „6“ das schlechteste Ergebnis. Die Endnote einer Bonitätsklasse kommt durch Summierung der einzelnen Noten der jeweiligen Bonitätskriterien mit anschließender Division durch die Anzahl der bewerteten Bonitätskriterien in der jeweiligen Bonitätsklasse zustande.
17 vgl. Anlage Nr. 4
18 vgl. Hromadka/Döring (2002)
Hierzu ein kurzes Beispiel:
Bonitätsklasse: Management
Qualität der Geschäftsführung/des Managements 2
Qualität des Rechnungswesens 3
Summe: 5 : 2 = 2,5
Note Bonitätsklasse: Management: 2,5
Die Gesamtnote der Bonitätseinstufung ergibt sich analog zur Benotung der einzelnen Bonitätsklasse, indem die Endnoten der Bonitätsklassen, wiederum summiert und anschließend durch die Anzahl der in die Summe eingegangen Bonitätsklassen dividiert wird. Die Gesamtnote wird gegebenenfalls aus Gründen der vorsichtigen Bewertung eines Engagements aufgerundet.
2.2.5.1.3 Die Einstufung in eine Sicherheitenklasse
Besicherungsgrad Sicherheitenklasse >= 100% 1
>= 75% < 100% 2
>= 25% < 50% < 25% 5 keine werthaltigen 6
Sicherheiten vorhanden
Abbildung Nr. 2, Eigene Darstellung, vgl. Biegert (2001) S. 123
2.2.5.1.4 Die Feststellung der Risikoklasse
Die Ermittlung der Risikoklasse erfolgt anhand der Gesamtnote aus den Bonitätsklassen und der Einstufung in eine Sicherheitenklasse über einen Risikoschlüssel, der in folgender Matrix ablesbar ist:
Sicherheiten-Risikoschlüssel-Matrix
Zur Feststellung des Risikoschlüssels sei angenommen, dass bei der Bewertung eines Beispielunternehmens XY bisher folgende Aussagen getroffen worden sind:
Bonitätseinstufung: 3
Sicherheitenklasse: 2
Im Schnittpunkt der Kombination Bonitätseinstufung “3“ und der Sicherheitenklasse “2“ liegt das Feld mit der Risikoschlüsselkombination “232“. Diese ist wie folgt zu interpretieren: 2 3 2
Risikoklasse
In Erweiterung zu dieser oben angeführten Matrix gibt es eine zusätzliche Matrix, die diesen RBS-Schlüsseln (Risiko, Bonität, Sicherheit) Kreditrisikogruppen (10 bis 40) zuordnet. 19
19 vgl. Anlage Nr. 2 und Nr. 3
Die nun zu ergreifenden Maßnahmen hinsichtlich der Betreuung lauten wie folgt:
2.2.6. Systematische Auswertung des Kreditportfolios
Im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung einer aktiven Kreditrisikosteuerung wurde das gesamte Kreditportfolio im Jahr 2000 segmentiert, um festzustellen, wie das Kreditrisiko bezüglich der Kreditrisikogruppen, Branchen oder Volumina der einzelnen Engagements aufgestellt ist. Ziel war es, Klumpenrisiken in Branchen oder Volumina einzelner Kunden aufzudecken und entsprechende Gegenmaßnahmen wie z. B. eine bessere Verteilung des Kreditrisikos, einzuleiten. 20
2.2.7 Die Einzelwertberichtigung
Das Kreditinstitut ist in seiner Funktion als Kaufmann 21 nach dem Gesetz dazu verpflichtet, nach der „kaufmännischen Vorsicht“ zu bilanzieren, das heißt alle potentielle Risiken zu bewerten und gegebenenfalls Vorsorge in Form von Einzelwertberichtigungen zu treffen oder Abschreibungen durchzuführen. 22
20 aus einem Interview mit der Volksbank Paderborn-Höxter eG am 13.11.2003, vertreten durch Jürgen Pachur
21 vgl. HGB § 1, Abs. 1
Deshalb werden für die Kredite, die der Risikogruppe 40 angehören, Einzelwertberichtigungen vorgenommen, die sich dann in der Gewinn- und Verlustrechnung der Volksbank Paderborn-Höxter eG unter der Position „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführung zu Rückstellungen im Kreditgeschäft“ wiederfinden. 23 Abgeschriebene Kredite werden sowohl aus der Risikogruppe 40 als auch aus dem operativen System BB3 herausgebucht.
2.2.8 Die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK)
Die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft liegen seit Dezember 2002 vor. Ihre Umsetzung soll bei den Kreditinstituten in zwei Schritten erfolgen: Die inhaltliche Umsetzung bis zum 30. Juni 2004 und die notwendigen Anpassungen im IT-Bereich bis zum 31. Dezember 2005. Die MaK bilden inhaltlich für die Banken drei Themenschwerpunkte:
1. Die Entwicklung einer Kreditrisikostrategie als Rahmen für die Geschäftsaktivitäten sowie deren Dokumentation im Kreditgeschäft.
2. Die Festlegung von Standards für die Organisation des Kreditgeschäftes, unter anderem für die verschiedenen Prozesse bzw. Teilprozesse (Dokumentation in den Organisationsrichtlinien).
3. Die systematische Identifizierung, Steuerung und Überwachung von Risiken im Kreditgeschäft“. 24
Zu 1) Die Kreditinstitute sollen anhand einer Ist-Analyse der geschäftspolitischen Ausgangssituation, einer Einschätzung der zukünftigen Risiken bezüglich des Kreditgeschäftes und einer Abschätzung, wie viel Kreditrisiko das Institut überhaupt tragen kann, eine Kreditrisikostrategie festlegen.
Zu 2) Der Kreditbereich muss organisatorisch aufgeteilt werden, d. h. es werden die Bereiche „Markt“ und „Marktfolge“ eingerichtet, die gemeinsam zu einer objektiveren
22 vgl. HGB § 253, Abs. 3 und 4
23 vgl. Jahresabschluss Volksbank Paderborn eG 2002 - Kurzfassung-, S. 4
24 vgl. Lehnhoff (2003), S. 16
Kreditentscheidung kommen sollen. Zudem soll ein „vom Markt gänzlich unabhängiges Überwachungssystem auf Portfolioebene und ein unabhängiges Berichtswesen“ eingerichtet werden, 25 um die „in Zukunft immer wichtiger werdende Portfoliosteuerung zu berücksichtigen“. 26
Zu 3) Die Kreditinstitute müssen über geeignete Risikoklassifizierungsverfahren verfügen, um eine moderne Portfolio- bzw. Gesamtbanksteuerung betreiben zu können. 27
2.2.8.1 Die bisherige Umsetzung der MaK
Wie es nach dem MaK vorgeschrieben ist, wurde eine Gruppe (Spezialkreditmanagement) eingerichtet, die sich speziell mit kritischen Kreditengagements beschäftigt. Dies geschah zum einen im Hinblick auf die Anforderungen der MaK, zum anderen aber auch aufgrund der Gegebenheiten der Praxis. Über die Anforderungen der MaK hinaus wurde eine spezielle Abteilung „Kreditrisikomanagement“ gegründet. Die Mitarbeiter dort beobachten vergebene Kredite der Bank in bezug auf Unregelmäßigkeiten bei der Rückführung, um hier anhand eines Frühwarnsystems rechtzeitig eingreifen zu können. Weitere Aufgabenbereiche dieser Mitarbeiter sind:
1. die Festlegung der relevanten Prozesse und einzusetzenden Verfahrensweisen
im Kreditgeschäft
2. die Bestimmung des Sicherheitenwertes für große Immobilien durch
unabhängige Wertgutachten
3. die Durchführung des Zentralen Mahnwesens im Bereich der Servicekunden
25 vgl. Lehnhoff (2003), S. 17
26 vgl. Lehnhoff (2003), S. 17
27 vgl. Lehnhoff (2003), S. 18
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Stefan Haneke, 2004, Adaption der Kreditrisikosteuerung einer Genossenschaftsbank an die Anforderungen von Basel II, Munich, GRIN Publishing GmbH
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