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„Spielend lernen heißt eigentlich, ohne viel Mühe, ohne Stoff- und Leistungsdruck Wissen zu erwerben. Bekanntes und Unbekanntes zu erkennen, Neues zu erfahren. Und Spaß macht es, weil nicht vordergründig die Wissensvermittlung steht.“
Glaubt man den Pädagogen, wie etwa U. HEIMLICH oder PIAGET, so scheint das Kind in seinem Spiel einen bestimmten Zweck zu verfolgen. Ebenso ist das Spiel eine entscheidende Funktion während der kindlichen Entwicklung. Sind die spielerischen Aktivitäten redundant, können sie eine Verbesserung der kognitiven Leistungen erbringen. Dies ist auch ein Grund, warum in der Schule spielen und lernen zusammen gebracht werden kann und auch muss. Es erweitert die kognitiven Fähigkeiten auf eine für das Kind bekannte, entspannte und frei Art.
3 Warum spielen Kinder?
Beobachtet man Kinder bei ihrem Spiel fragt man sich, woher sie die Energie und die Motivation nehmen, sich oftmals stundenlang mit einem Spiel zu befassen.
PIAGET beobachtete dieses Phänomen genauer. Er ging dabei sogar so weit, dass er das
Spielverhalten der Kinder in verschiedene Phasen einteilte. Für die Grundschule besonders relevant ist hier die Art des Symbolspiels und des Regelspiels.
Das Symbolspiel vollzieht sich, nach PIAGET, in der Phase vom zweiten bis zum siebten Lebensjahr und bezieht sich auf das Verstehen prälogischer Sachverhalte, wie etwa Vorstellungen von Zahl, Quantität, Zeit und Raum. Bei dieser Spielart wird das wichtige Geschehen reproduziert und hinterfragt. In der Schule würde sich dies auf den Lernstoff beziehen.
Das Regelspiel, bzw. die Regelphase, vollzieht sich, nach PIAGET, etwa vom elften bis zwölften Lebensjahr. Dabei werden Spiele bevorzugt oder eingesetzt, die das Einhalten von Regeln voraussetzt. In dieser Phase üben Kinder gerne Kontrolle an sich und an anderen aus, das heißt, dass sie die Regelhaftigkeit verstehen und auch einhalten möchten. Sie erfreuen sich an einem Sieg bei dem Spiel und lernen mit Niederlagen umzugehen.
PIAGET verbindet spielerisches Lernen mit Intelligenzentwicklung und führt hierbei die
Begriffe Assimilation und Akkommodation ein. Bei der Assimilation nimmt das Kind etwas Neues auf und passt es seinem bereits vorhandenem und vorgegebenen Denkschema an. Die Akkommodation tritt dann ein, wenn das Assimilierte nicht der Realität entspricht und durch die Belehrung anderer, wieder richtig gestellt wird. Die kognitive Entwicklung wird durch Spiele jeglicher Art vorangetrieben, gefestigt und auch flexibler.
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Des Weiteren gibt es von anderen Pädagogen, wie etwa KARL BÜHLER, die Inhärente Motivations- Theorie. Diese besagt, dass das Spiel eine Funktionslust enthält, die ausreichend ist um zum Spielen verleitet zu werden.
Die Neugiermotivation bringt das Kind dazu, sich selbst neue Impulse zu setzen und Neues auszuprobieren. Beim Spielen können neue Objekte gestaltet werden, Situationen verändert oder nachgespielt werden, sowie neue Sichtweisen durch die eigene Handlung aufgezeigt werden.
Die Leistungsmotivation kann ebenfalls in der Grundschule ihre Anwendung finden. Hinter Regelspielen, Wettkämpfen oder Lernspielen steckt ein gewisser Druck. Es wird eine Leistung vom Kind erfordert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Gefühle und Verhaltensweisen eines Kindes auswirken kann. In der Schule muss besonders darauf geachtet werden, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Erfolg und Misserfolg in solchen Spielen herrscht. Lernspiele zielen grundsätzlich auf Leistungsverbesserung ab. Die letzte Motivationsart, warum Kinder gerne spielen, ist die der Wunscherfüllung / Ich- Behauptung. Hier spielt der Pädagoge WYGOTSKI eine bedeutende Rolle. Er behauptet: „(...) dass ein Teil des Spielverhaltens mit emotionalen Schwierigkeiten beim Kind zusammenhängt.“, (vgl. OERTER, ROLF, „Moderne Entwicklungspsychologie“, 1972, S. 207). Kinder möchten gerne all ihre Wünsche erfüllt haben. Da dies jedoch nicht immer machbar ist, flüchten die Kinder in eine Art Illusionswelt, in der sie sich alle Wünsche sofort erfüllen können und eine heile Welt vorfinden, die im ‚echten‘ Elternhaus vielleicht nicht mehr gegeben ist. Dadurch können Ängste und auch Aggressionen überwunden und abgebaut werden.
4 Funktionen und Ziele von Spielen
Das Spielen an sich verfolgt indirekt die verschiedensten Ziele und Funktionen. Ebenso die Lernspiele. Wichtig dabei ist, dass für die Kinder das Spielen und die Freude daran im Vordergrund stehen und auch stehen müssen. Im Idealfall erkennen sie meist nicht, dass es sich um Lernspiele handelt und nur der Lehrer kann daraus seine Schlüsse über Lernfortschritt, Wissensaneignung oder Wissensfestigung bei den Schülern und Schülerinnen ziehen.
Lernspiele haben im Unterricht eine wichtige Funktion. Sie müssen dem oftmals eintönigen und strengen Unterricht entgegenwirken und den Kindern damit die Möglichkeit geben, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und ihnen auch Bewegung und Abwechslung im
Arbeit zitieren:
Julia Kloiber, 2004, Lernspiele in der Grundschule, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Spielen und Lernspiele im HuS (MNK)
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