Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung
01
2 Von Grund auf demokratisch
Die Baudebatte (Plutarch Perikles 12-14)
01
2.1 Die mangelnde Historizität der Schilderung 02
2.2 Die Grundaussage stimmt 02
3 Die Funktion des Parthenon
03
3.1 Kein Tempel 03
3.2 The central bank of Athens 04
3.3 Ein Denkmal des Volkes 04
3.4 Erst die Athener dann Athena 05
4 Die Bauskulpturen und ihre Aussagen
05
4.1 Die Giebel 05
4.1.1 Der Ostgiebel 05
4.1.2 Der Westgiebel 06
4.2 Die Metopen 06
4.2.1 Die Nordmetopen 07
4.2.2 Die Südmetopen 07
4.2.3 Die Ostmetopen 07
4.2.4 Die Westmetopen 07
4.3 Der Fries 08
4.3.1 Der Festzug - mythisch symbolisch oder historisch zu verstehen 08
4.3.2 Eine Menschenmasse - das Volk in Marmor 08
4.3.3 Selbstbewußtsein oder Hybris 09
4.3.4 Der Staat im Bild: die Phylenheroen 09
4.3.5 Der Imperialist bittet zum Altar - die Panathenäen und der Seebund 10
5 Schluß
11
II
2.1 Die mangelnde Historizität der Schilderung
Die Gründe hierfür, zwei im wesentlichen, liegen beim Autor. Erstens schreibt Plutarch mit einem Abstand von über 500 Jahren. Unstrittig ist einzig, dass Thukydides, Sohn des Oloros, zu seinen Quellen zählte. 2 Doch dieser schreibt in seiner Schilderung des Peloponnesischen Krieges nichts über eine Baudebatte, kaum etwas über die Bauten selbst. Über weitere Quellen herrscht Unklarheit. 3 Woran aber zweitens die Historizität der Schilderung noch deutlicher krankt, ist die nicht verheimlichte Intention des Autors Plutarch. Seine griechisch-römischen Parallelbiographien, Perikles vergleicht er mit Fabius Maximus, sollen Leitbilder darstellen, nicht historische Wahrheiten. Plutarch schreibt: „Die Tugend hingegen vermag uns durch das Vorbild (...) zu bewegen, dass wir ihre Taten bewundern und (...) den Männern nacheifern, die diese vollbracht haben.” 4 Der naheliegende Verdacht, Plutarch instrumentalisiere Perikles als pädagogisch wertvolle Lichtgestalt, bestätigt sich insbesondere in seiner Schilderung der Auseinandersetzung mit Thukydides, Sohn des Melesios. Nur ein Argument der um diesen gescharten Baugegner führt Plutarch aus, von dem er obendrein schreibt, Perikles habe es „über sich ergehen lassen” müssen 5 . Und Perikles erwidert nicht schlicht darauf, nein, er „macht dem Volke klar” 6 , dass seine Position richtig ist. Die Sympathie des Plutarch für seinen Protagonisten ist unverkennbar.
2.2 Die Grundaussage stimmt
Doch trotz vieler weiterer Beispiele, wie der Thematisierung der Arbeitslosigkeit 7 (die kein Problem Athens im 5.Jh. v.Chr., wohl aber Roms im 2.Jh. n.Chr. war 8 ) oder der Bezeichnung des Phidias als Oberaufseher über die Bauten 9 , ist doch die
2
Grundaussage der Passage richtig: Die Volksversammlung hat in mehreren Schrit- ten über die Akropolisbauten abgestimmt 10 , insbesondere wählten die Bürger jährlich die Mitglieder der Baukommissionen, die Epistaten und deren Schreiber. Bei allen Fehlern oder Mutmaßungen, die die Baudebatte insbesondere um die Figuren des Perikles und des Phidias enthält, bleibt außer Zweifel: Der Bau (auch) des Parthenon fußte auf demokratischen Entscheidungen 11 und wurde von den Bürgern überwacht 12 . Der Parthenon wurde auf demokratischem Fundament errichtet.
3 Die Funktion des Parthenon
Viele Argumente sprechen für ein Schatzhaus, leider allesamt ex silencio. Dass es keine andere Gottheit als die Athena Polias - wenn überhaupt eine - gewesen sein kann, die im Parthenon verehrt wurde (wie im damals noch stehenden Alten Athena-Tempel), hat Herington bereits 1955 gezeigt. 13 Gegen eine Athena Parthe- nos als zweite auf der Akropolis verehrte Athena spricht - am Rande - schon, dass „Parthenos” ursprünglich nur als Attributierung gemeint war. So hieß auch der Parthenon schlicht ho neohs (der Tempel), die Göttin schlicht he teos (die Göttin), Athena oder Athena Polias. 14 Auch über eine zweite Priesterin, die für einen Kult im Parthenon nötig gewesen wäre, schweigen alle bekannten Quellen. 15 Wichtig- stes Argument gegen einen Kult im Parthenon ist jedoch das Fehlen eines Altars, der sich an der Ostseite des Parthenon hätte befinden müssen 16 - ohne Altar kein
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Hans-Joachim Frölich, 2000, Der Parthenon - Wahrzeichen der Demokratie?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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