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Psychologische und physiologische Aspekte des Spracherwerbs unter besonderer Berücksichtigung des frühbeginnenden Fremdsprachenlernens (Beispiel: Englisch)

Title: Psychologische und physiologische Aspekte des Spracherwerbs unter besonderer Berücksichtigung des frühbeginnenden Fremdsprachenlernens (Beispiel: Englisch)

Examination Thesis , 2003 , 78 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bettina Hanke (Author)

Didactics for the subject English - Pedagogy, Literature Studies
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Summary Excerpt Details

Sprache ist Bestandteil unseres Lebens. Jedes Individuum besitzt die Fähigkeit, eine Sprache zu erwerben. Doch was zeichnet diese Fähigkeit aus, eine Sprache zu erwerben? Zu dem Zeitpunkt, an dem wir bewusst über unsere Sprache nachdenken, haben wir sie bereits erworben. Wir können es uns selbst nicht erklären, wie wir sie erworben haben. Sie gehört zu unserem Leben, so wie auch das Gehen oder Sehen. Daher ist die Beantwortung der Frage, wie wir unsere Sprache erwerben so schwierig. Wir fangen in frühen Jahren an zu sprechen, zu gehen, zu denken. Diese Entwicklung ist bei allen Menschen auf der ganzen Welt gleich. Egal welches Land wir betrachten, ob nun Russland, Chile oder Irland, jedes Kind wird ab einem bestimmten Alter anfangen zu sprechen. Doch was löst dieses Verhalten aus? Sind es die Menschen in unserer Umgebung, die mit feinster und zarter Stimme auf uns einreden, uns zum lächeln bringen, uns in den Schlaf singen? Einerseits scheint die Umgebung des Kindes tatsächlich eine Rolle im Spracherwerbsprozess zu spielen, denn jedes Kind erwirbt die Sprache, die in seiner Umgebung gesprochen wird. Andererseits kann dies auch auf eine vererbte Veranlagung zum Spracherwerb zurückzuführen sein. Diese zwei unterschiedlichen Annahmen werden auch in der Literatur aufgenommen und diskutiert. Auf der einen Seite stehen die Vertreter des nativistischen Ansatzes. Dazu gehören, unter anderen, Lenneberg und Chomsky. Es wird angenommen, dass die Fähigkeit zum Spracherwerb angeboren ist. Es existiert ein Spracherwerbsmechanismus, der es ermöglicht, die Sprache zu entfalten. Dem gegenüber stehen die Anhänger, unter anderen Skinner, des lerntheoretischen Ansatzes. Sie vertreten die Annahme, dass Lernprozesse am Spracherwerbsprozess beteiligt sind. Sprache und Sprechen werden gelernt. Dies geschieht nach den Regeln des operanten Konditionierens. Es wird z. B. ein Laut zufällig produziert und dann unmittelbar belohnt. Dies führt zu einer vermehrten Wiederholung des Lautes. Auf diese Weise wird dann Sprache gelernt. Zusätzlich zu diesen Positionen besteht noch ein dritter Erklärungsansatz. Man ist der Auffassung, dass man Spracherwerb nicht losgelöst von der kognitiven Entwicklung betrachten kann. Spracherwerb wird als Teil der kognitiven Gesamtentwicklung [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungspsychologische Aspekte des Spracherwerbs

2.1. Grundlagen der Montessori-Pädagogik

2.1.1. Die sensiblen Phasen der Entwicklung und die Stufen der Erziehung

2.1.2. Montessoris Theorie von der Entwicklung der Sprache im Kind

2.1.2.1. Der Mechanismus der Sprache

2.1.2.2. Der zeitliche Ablauf der Sprachentwicklung

2.2. Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung

2.2.1. Adaptation und Organisation

2.2.2. Schema

2.2.3. Äquilibration

2.2.4. Die Entwicklungsstufen

2.2.5. Die Entwicklung der Sprache im Kind nach Piaget

2.2.5.1. Nachahmung

2.2.5.2. Symbolfunktion

3. Biologische Aspekte des Spracherwerbs

3.1. Umwelt

3.2. Entwicklungsstufen der sprachlichen Entwicklung

3.3. Alter und Aphasie

3.4. Alter und Lateralisation

3.5. Physische Reifung und Wachstum

3.6. Verstehen und Sprechen

3.7. Eine Theorie der Sprachentwicklung

4. Allgemeine Aspekte des Zweitspracherwerbs

4.1. Die Beziehungen zwischen Erst- und Zweitspracherwerb

4.1.1. Difference Hypothesis

4.1.2. Similarity Hypothesis

4.1.3. Second Language Learning Device (SLLD)

4.2. Einige Theorien zum Zweitspracherwerb

4.2.1. Acquisition-Learning Distinction

4.2.2. Natural Order Hypothesis

4.2.3. Monitor Hypothesis

4.2.4. Input Hypothesis

4.2.5. Affektive Filter Hypothesis

4.2.6. Eigenschaften des optimalen Inputs und die Rolle der affektiven Filter

4.2.6.1. Alter

4.2.6.2. Output

4.2.6.3. Optimaler Input

4.2.7. Bewusstes Lernen

4.2.7.1. Bewusstes Lernen als Monitor

4.2.7.2. Einfluss des bewussten Lernens

4.2.7.3. Bewusstes Lernen als “subject-matter”

4.2.8. Fehlerkorrektur

4.3. Neuere Erkenntnisse in der Zweitspracherwerbstheorie

4.3.1. Interaktions-Hypothese

4.3.2. Output-Hypothese

5. Frühbeginnendes Fremdsprachenlernen und der Einfluss der Spracherwerbstheorie

5.1. Ziele des Fremdsprachenunterrichts

5.2. Lerninhalte

5.2.1. Stellenwert der vier Fertigkeiten für das Fremdsprachenlernen

5.2.1.1. Hörverstehen

5.2.1.2. Sprechen

5.2.1.3. Lesen

5.2.1.4. Schreiben

5.2.2. Strukturen

5.2.3.. Erworbene Einsichten und Sprachfunktionen am Ende der Grundschulzeit

5.3. Unterrichtsgestaltung

5.4. Leistungsbeurteilung

5.5. Fehlerbehandlung

5.6. Der Einsatz von Spielen im Unterricht

6. Allgemeine Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und physiologischen Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs, um deren Relevanz für das früh beginnende Fremdsprachenlernen (insbesondere Englisch an Grundschulen) zu analysieren und didaktische Schlussfolgerungen für den Unterrichtsalltag zu ziehen.

  • Entwicklungspsychologische Aspekte des Spracherwerbs (Montessori & Piaget)
  • Biologische Fundierung des Spracherwerbs nach Lenneberg
  • Theoretische Modelle des Zweitspracherwerbs (Krashen, Input/Output/Interaktions-Hypothesen)
  • Anwendung theoretischer Erkenntnisse auf die Gestaltung des frühen Englischunterrichts

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Montessoris Theorie von der Entwicklung der Sprache im Kind

In diesem Kapitel werde ich nun die Grundgedanken Montessoris über den Spracherwerb darlegen.

Wie vorangegangen schon angedeutet ist Montessori der Auffassung, dass das Kind die Sprache absorbiert. Die Mutter lehrt ihrem Kind nicht die Sprache, „sondern die Sprache entwickelt sich auf natürliche Weise wie eine spontane Schöpfung“ nach bestimmten Gesetzen, die für alle Kinder gleich sind. Es spielt also keine Rolle, ob die Sprachen einfach oder kompliziert sind, da alle Kinder die gleiche Entwicklung in ihrer Sprache durchmachen. Auch für die Erzeugung der Laute gibt es Gesetze. Bestimmte Werkzeuge erzeugen alle Laute, die dann wiederum Wörter bilden. Es wirken verschiedene Körperteile zusammen, um einen Mechanismus für den Erwerb einer Muttersprache aufzubauen. Kinder können sich diesen Mechanismus noch selbst aufbauen und können somit alle Sprachen ihrer Umgebung sprechen. Erwachsene können hingegen nur den Mechanismus der eigenen Sprache benutzen und sind deshalb meistens nicht in der Lage, alle Laute einer Fremdsprache zu erfassen oder sie wiederzugeben.

Montessori meint, dass sich dieser Aufbau im Unterbewusstsein des Kindes abwickelt und nicht Ergebnis einer bewussten Arbeit ist. Der Erwachsene hingegen kann nur einen bewussten Wunsch haben, eine Sprache zu lernen und er kann sie dann auch nur bewusst lernen. Der psychische Mechanismus der Sprache des Kindes beginnt also „in der tiefen Dunkelheit des Unbewussten zu wirken, dort entwickelt er sich, fixiert sich, und dann offenbart er sich.“ Die Entwicklung der Sprache vollzieht sich nicht linear, sondern sie ist sprunghaft. Die äußeren Anzeichen sind daher manchmal sehr gering, obwohl im Inneren eine große Entwicklung stattfindet. Es treten dabei auch explosionsartige Phänomene auf, wie ein plötzliches Anwachsen der Worte, ohne sichtbaren Grund und nicht durch Unterricht hervorgerufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch die fundamentale menschliche Fähigkeit des Spracherwerbs und führt in die drei Hauptansätze (nativistisch, lerntheoretisch, kognitiv) sowie den Fokus auf den Zweitspracherwerb und den frühen Englischunterricht ein.

2. Entwicklungspsychologische Aspekte des Spracherwerbs: Dieser Abschnitt beleuchtet die Theorien von Maria Montessori (Bauplan, sensible Phasen) und Jean Piaget (kognitive Stadien, Adaptation, Organisation), um die kognitiven Grundlagen der kindlichen Entwicklung zu verstehen.

3. Biologische Aspekte des Spracherwerbs: Lennebergs biologische Theorie des Spracherwerbs wird hier diskutiert, wobei insbesondere der Reifungsprozess, die Rolle des Alters, die Aphasie und die Lateralisation im Gehirn im Fokus stehen.

4. Allgemeine Aspekte des Zweitspracherwerbs: Es werden zentrale Theorien und Hypothesen (z. B. Krashens Monitor-Modell, Input- und Affektive-Filter-Hypothesen) gegenübergestellt, um zu klären, wie sich der Zweitspracherwerb vom Erstspracherwerb unterscheidet.

5. Frühbeginnendes Fremdsprachenlernen und der Einfluss der Spracherwerbstheorie: Basierend auf dem Berliner Rahmenplan werden Ziele, Lerninhalte, Unterrichtsgestaltung und Fehlerbehandlung für den Englischunterricht in der Grundschule kritisch im Lichte der zuvor dargelegten Theorien analysiert.

6. Allgemeine Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die didaktische Notwendigkeit eines frühen, spielerischen Fremdsprachenbeginns, der sich an den natürlichen Spracherwerbsprozessen orientiert.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Montessori-Pädagogik, Piaget, kognitive Entwicklung, Lenneberg, Biologische Grundlagen, Krashen, Input-Hypothese, Affektiver Filter, Fremdsprachenunterricht, Grundschule, Englischunterricht, Lernstrategien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologischen und biologischen Voraussetzungen, die es Kindern ermöglichen, Sprachen zu erwerben, und untersucht, wie diese Erkenntnisse effektiv in den Fremdsprachenunterricht der Grundschule integriert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Hausarbeit?

Die Arbeit behandelt die Spracherwerbstheorien der Entwicklungspsychologie (Montessori, Piaget), biologische Theorien zur Sprachreifung (Lenneberg) sowie verschiedene Hypothesen zum Zweitspracherwerb, insbesondere den Einfluss von Input, Alter und affektiven Faktoren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanzen und Gemeinsamkeiten zwischen Erst- und Zweitspracherwerb aufzuzeigen, um eine fundierte wissenschaftliche Begründung für die Einführung und methodische Gestaltung des frühen Englischunterrichts in der Grundschule zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die einschlägige Fachliteratur aus der Entwicklungspsychologie, Linguistik und Fremdsprachendidaktik sichtet, vergleicht und mit aktuellen schulischen Rahmenplänen in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung kognitionspsychologischer Ansätze, eine biologische Untersuchung des Spracherwerbs, eine kritische Diskussion der Zweitspracherwerbstheorien von Stephen Krashen und deren praktische Anwendung im Berliner Grundschulkontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Spracherwerb, Entwicklungspsychologie, Input-Hypothese, affektive Filter, frühes Fremdsprachenlernen und die Theorie des „Bauplans“ nach Montessori.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Erwerb“ und „Lernen“ bei Krashen eine so große Rolle?

Krashen unterscheidet diese Prozesse, um zu verdeutlichen, dass natürlicher Spracherwerb unterbewusst abläuft, während „Lernen“ ein bewusster Vorgang ist, der lediglich als Monitor zur Fehlerkorrektur dienen kann, aber nicht das flüssige Sprechen auslöst.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Alters beim Fremdsprachenerwerb?

Die Autorin argumentiert, dass ein früher Beginn ratsam ist, da jüngere Kinder unbefangen sind und über eine höhere neuronale Plastizität verfügen, während der Erwerb nach der Pubertät durch die zunehmende Lateralisation des Gehirns und psychologische Hemmschwellen erschwert wird.

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Details

Title
Psychologische und physiologische Aspekte des Spracherwerbs unter besonderer Berücksichtigung des frühbeginnenden Fremdsprachenlernens (Beispiel: Englisch)
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Anglistik/Amerikanistik)
Grade
1,7
Author
Bettina Hanke (Author)
Publication Year
2003
Pages
78
Catalog Number
V27449
ISBN (eBook)
9783638294980
ISBN (Book)
9783656068945
Language
German
Tags
Psychologische Aspekte Spracherwerbs Berücksichtigung Fremdsprachenlernens Englisch)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Hanke (Author), 2003, Psychologische und physiologische Aspekte des Spracherwerbs unter besonderer Berücksichtigung des frühbeginnenden Fremdsprachenlernens (Beispiel: Englisch), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27449
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